Eintauchen in die Welt der Ozeane in Europas größtem Scheibengasbehälter
Gasometer Oberhausen, Außenansicht
Am Freitag, 15. März 2024 startet im Oberhausener Gasometer die neue Ausstellung „Planet Ozean“. Im Mittelpunkt steht die faszinierende – aber auch fragile – Schönheit der Weltmeere und ihrer vielfältigen Lebensformen.
Gasometer Oberhausen, Außenansicht
Gasometer Oberhausen, Außenansicht
Gasometer Oberhausen, Außenansicht
Unendlich scheinende Weiten voller majestätischer Kreaturen, bunter Farbenpracht und angsteinflößender Tiefen liegen unter der Meeresoberfläche verborgen. Eine Welt, die uns Menschen schon immer fasziniert, ein Sehnsuchtsort, der förmlich nach Abenteuer sowie Freiheit ruft und dabei auch stets als Metapher für das Unbekannte steht. Und wie ein Mysterium erscheinen die Ozeane auch heute noch, denn obwohl ganze 70 Prozent der Erdoberfläche mit Wasser bedeckt sind, bleiben die Weltmeere weitestgehend unerforscht.
Ab dem 15. März 2024 taucht „Planet Ozean“ in diese kaum bekannten Tiefen ab. Als ganzheitliche Inszenierung entführt die Ausstellung im Gasometer Oberhausen in drei verschiedenen Ausstellungskapiteln in die berauschende Vielfalt der Unterwasserwelten: Mit teilweise noch nie gesehenen großformatigen Fotografien und Filmen, original Exponaten, akustischen Hörerlebnissen sowie einer einmaligen Animation. Für Idee und Konzeption zeichnet Jeanette Schmitz, Geschäftsführerin der Gasometer Oberhausen GmbH, verantwortlich: „Unsere neue Ausstellung erschließt sich als Gesamtmodell, dessen unterschiedliche kommunikative Zugänge einen beispiellosen Einblick in die Welt der Ozeane ermöglichen.“
„Planet Ozean“ im Gasometer Oberhausen, Larve einer Tiefsee-Garnele (Sergestes), Copyright: Solvin Zankl
„Planet Ozean“ im Gasometer Oberhausen, Hydromeduse (Qualle) (Pandea conica), Copyright: Domy Tripodi (links) und Buckliger Anglerfisch (Melanocetus johnsonii), Copyright: Solvin Zankl
„Planet Ozean“ im Gasometer Oberhausen, Grüne Meeresschildkröte (Chelonia mydas), Copyright: Almee Jan und Meeresschildkröten, Sammlung Deutsches Meeresmuseum Stralsund
„Planet Ozean“ im Gasometer Oberhausen, Skelett eines Nördlichen Entenwals (Hyperoodon ampullatus) mit Holzprothese, Sammlung Deutsches Meeresmuseum Stralsund
„Planet Ozean“ im Gasometer Oberhausen, Blick in die Ausstellung im Erdgeschoss
„Planet Ozean“ im Gasometer Oberhausen, Kunstwerke aus Kalk, Sammlung Deutsches Meeresmuseum Stralsund, Abteilung Weichtiere
„Planet Ozean“ im Gasometer Oberhausen, Korallen als Klimaarchive, Sammlung Deutsches Meeresmuseum Stralsund
„Planet Ozean“ im Gasometer Oberhausen, Blauhai (Carcharhinus glauvus, Prionace glauva), Copyright: Tobias Friedrich www.below-surface.com
„Planet Ozean“ im Gasometer Oberhausen. Hroßer Tümmler (Tursiops truncatus), Copyright: Tobias Friedrich www.below-surface.com
„Planet Ozean“ im Gasometer Oberhausen, Fische im Museum, Sammlung Deutsches Meeresmuseum Stralsund, Abteilung Fische
„Planet Ozean“ im Gasometer Oberhausen, Gebiss eines Schwarzhais (Carcharhinus obsurus), Sammlung Deutsches Meeresmuseum Stralsund
„Planet Ozean“ im Gasometer Oberhausen, Mittelmeer-Seespinne (Maja squinado), Sammlung Deutsches Meeresmuseum Stralsund
„Planet Ozean“ im Gasometer Oberhausen, Korallen als Klimaarchive, Sammlung Deutsches Meeresmuseum Stralsund
„Planet Ozean“ im Gasometer Oberhausen, Königspinguin (Aptenodytes patagonicus), Copyright: Andy Rouse
„Planet Ozean“ im Gasometer Oberhausen, Sattelrobbe (Pagophilus groenlandicus), Copyright: Brian Skerry
„Planet Ozean“ im Gasometer Oberhausen, Riffe, Sammlung Deutsches Meeresmuseum Stralsund
„Planet Ozean“ im Gasometer Oberhausen, Riffe, Sammlung Deutsches Meeresmuseum Stralsund
„Planet Ozean“ im Gasometer Oberhausen, Riffe, Sammlung Deutsches Meeresmuseum Stralsund
„Planet Ozean“ im Gasometer Oberhausen, Eissturmvogel (Fulmarus glacialis), Copyright: Audun Rikardsen
„Planet Ozean“ im Gasometer Oberhausen, Containerschiff „Ever Ace“, Copyright: Peet de Rouw
„Planet Ozean“ im Gasometer Oberhausen. Der von zwei Atomreaktoren angetriebene Flugzeugträger USS Gerald R. Ford in Formation mit amerikanischen, französischen uns italienischen Begleitschiffen, Copyright: MC2 Jacob Nattingly
„Planet Ozean“ im Gasometer Oberhausen, das 60 Meter hohe Kreuzfahrtschiff lässt die Gebäude entlang des Giudecca-Kanals in Venedig winzig erscheinen, Copyright: Miguel Medina/AFP/Getty Images
„Planet Ozean“ im Gasometer Oberhausen, „Die Kunst des Fischens“, Copyright: Tan Dao Duy/Tanrock Gaphoto/Getty Images
„Planet Ozean“ im Gasometer Oberhausen, Fragwürdiges Urlaubssouvenir, Sammlung Deutsches Meeresmuseum Stralsund
„Planet Ozean“ im Gasometer Oberhausen, Seehund (Phoca vitulina), Copyright: Solvin Zankl
„Planet Ozean“ im Gasometer Oberhausen, Forschungsschiff „Polarstern“ an einer Eisscholle, Copyright: Tim Wehrmann/Esther Horvath/Alfred-Wegener-Institut
„Planet Ozean“ im Gasometer Oberhausen, Fisch trifft Gemüse, Copyright: EFFEKT Arkitekter ApS
„Planet Ozean“ im Gasometer Oberhausen, Forschungsschiff „Polarstern“, Copyright: Esther Horvath/Alfred-Wegener-Institut
Die laute Schönheit
Im Erdgeschoss des Gasometers tanzt ein Harlekin-Oktopus munter durch die Lagune von Mayotte im Indischen Ozean zwischen Madagaskar und der Küste von Mosambik, kuscheln zwei flauschige Eselspinguine miteinander, präsentieren sich klitzekleine Muscheln stolz in einer eigenen Vitrine und stellt der freundliche Buckelwal Willi das Empfangskomitee im Eingangsbereich. Kuratorin Jeanette Schmitz und Kurator Thomas Wolf präsentieren hier die vielfältige Schönheit einer kaum bekannten Unterwasserwelt. Und zu dieser gehören neben Fischen, Meeressäugern oder Schildkröten auch tropische Korallenriffe, Fotosynthese betreibende Algen und sogar ganze Wälder.Die eigens für „Planet Ozean“ entwickelte Soundinstallation „Klang der Tiefe“, befindet sich als rundes Raumobjekt in der Mitte der Ausstellungsfläche. Hier knistert und pfeift es, wenn die Gäste lebendige Korallenriffe, Orcas bei der Jagd oder unter dem Eis singende Wedellrobben belauschen können. Überraschend: Das Meer ist kein Reich der Stille – hier tönt es gewaltig und die akustischen Wellen breiten sich im Wasser viel weiter aus als in der Luft. Die sinnliche Klangreise nimmt ihren Beginn an der Rheinmündung in die Nordsee und führt bis in den antarktischen Ozean. Der Komponist und Spezialist für Naturklangaufnahmen Chris Watson hat den von Oceans21 entwickelten Ansatz in Zusammenarbeit mit dem Soundartist Tony Myatt sowie der Lichtkünstlerin Theresa Baumgartner exklusiv für den Gasometer umgesetzt.
Gefährdetes Leben
Der wichtigste Grundstein für alle Organismen auf unserem Planeten ist Wasser. Doch das kostbare Gut ist in Gefahr, denn Klimawandel, Überfischung der Weltmeere und ihre gleichzeitige Vermüllung bringen das komplexe Ökosystem der Ozeane an seine Grenzen. Folgerichtig beschäftigt sich „Planet Ozean“ im zweiten Teil mit dem menschlichen Eingriff in die Natur sowie den wichtigen Bereichen Meeresschutz und -forschung. Hierfür steht der neuen Schau mit dem Deutschen Meeresmuseum ein versierter Partner zur Seite, dessen wissenschaftliche Expertisen das inhaltliche Fundament bilden.Dank modernster Technologien ist es heute möglich, die steten Veränderungen unserer Ozeane detailliert zu erfassen. Diese Datenmengen vermittelt die neue Ausstellung mit dem „Ocean Twin“: Beim vom Environmental Systems Research Institute (kurz Esri) entwickelten Zwilling der Weltmeere handelt es sich um einen interaktiven Globus, der als geografisches Informationsnetzwerk aktuellste Erkenntnisse visualisiert. So lassen sich im Gasometer dann verschiedenste Daten miteinander kombinieren und zu einem interaktiven Abbild vereinen. In digitalen „Was-wäre-wenn“-Szenarien können Besucherinnen und Besucher direkt vor Ort untersuchen, welche Auswirkungen menschliche Eingriffe in eines der bedeutungsvollsten Naturgebilde dieser Erde haben.
Höchste Leinwand der Welt
Krönender Höhepunkt der neuen Ausstellung ist die immersive Großinstallation „Die Welle“, deren 40 Meter messende Leinwand in den Himmel des Gasometers aufsteigt. Die Konstruktion aus zwei ineinander verschränkten, über 1.000 Quadratmeter großen Flächen avanciert zum visuellen Raumerlebnis, wenn gigantische Wassermassen sich als brechende Wellen auf die Besucherinnen und Besucher zubewegen. Und auch das geheimnisvolle Leben in der Meerestiefe ist hautnah erlebbar, denn die Gäste können hier interaktiv in riesige Fischschwärme eintauchen, eleganten Quallen folgen und sogar Meeresgiganten in Originalgröße begegnen.Ganz neu erschaffen haben diese computergenerierte Animation die kreativen Köpfe von Ars Electronica Solutions, die interaktive und multisensorische Erlebniswelten konzipieren, gestalten und implementieren. Im Zuge der Vorbereitungen kreierten die Österreicher*innen zunächst ein virtuelles Wasserbecken mit einem Volumen von über sechs Millionen Kubikmetern als Basis für die monatelange Entwicklungsphase. Nun ist die aufwendige Simulation fertig und unter Zuhilfenahme von sieben Laserprojektoren mit jeweils 30.000 Lumen entsteht eine aufregende Unterwasserwelt auf der höchsten Leinwand der Welt.
Nils Sparwasser, Kurator der Installation, fasst es so zusammen: „Die Wellenskulptur, die wir hier in enger Zusammenarbeit mit Ars Electronica und dem Komponisten Rupert Huber (Tosca) entwickelt haben, ermöglicht ein völlig neues, immersives Erlebnis, das in dieser Art wohl einzig im Gasometer möglich ist.“
Wissen zum Hören
Auch bei den Audioführungen agiert der Gasometer auf gewohnt hohem Niveau. So konnte für „Planet Ozean“ der bekannte GEO-Experte und Dokumentarfilmer Dirk Steffens als Sprecher für die Tonaufnahmen gewonnen werden. Direkt am Ohr begleitet der erfahrene Naturjournalist die Gäste nun durch die einzelnen Kapitel der Ausstellung. Wer noch mehr Informationen möchte: Zu ausgesuchten Fotos besteht die Möglichkeit, vertiefenden Inhalten der GEO-Redaktion zu lauschen – alles über einen einfachen Klick. Und natürlich sind auch die beliebten Audioguides für Kinder wieder erhältlich, wie Jeanette Schmitz berichtet: „Große und kleine Gäste können sich gleichfalls auf die aufwendig produzierten Hörspiele freuen, wenn unser Gasometer-Geist Gasolo durch die unterschiedlichen Ausstellungsbereiche führt“.„Planet Ozean“ im Gasometer Oberhausen, „Die Welle“
„Planet Ozean“ im Gasometer Oberhausen, „Die Welle“
„Planet Ozean“ wird vom 15. März bis zum 30. Dezember 2024 im Gasometer Oberhausen zu sehen sein. Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags jeweils von 10 bis 18 Uhr – an Feiertagen und in den NRW-Ferien auch montags – geöffnet. Tickets können über den neuen Online-Shop bestellt oder direkt vor Ort an der Tageskasse erworben werden. Der Preis für ein Erwachsenenticket beträgt 14 Euro, ermäßigt 11 Euro. Familien (2 Erwachsene und max. 5 Kinder im Alter von 6 bis 17 Jahren) zahlen 33 Euro, kleinere Familien (1 Erwachsener und max. 2 Kinder im Alter von 6 bis 17 Jahren) 28 Euro. Weitere Informationen gibt es unter www.gasometer.de.
Gasometer Oberhausen
Bei gutem Wetter lohnt sich der Blick aus knapp 118 Metern Höhe über das westliche Ruhrgebiet mit den verbliebenen Fördergerüsten und -türmen und mehr Grünflächen, als mancher Besucher ahnt.
Blick vom Gasometer Oberhausen
Blick vom Gasometer Oberhausen
Blick vom Gasometer Oberhausen
Blick vom Gasometer Oberhausen
Blick vom Gasometer Oberhausen
Blick vom Gasometer Oberhausen
Blick vom Gasometer Oberhausen
Spraybanane von „Bananensprayer“ Thomas Baumgärtel
Bandstahlrollen am Bahnhof Oberhausen
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