Mittwoch, 8. Februar 2012

Vorschau: „Die Tagebücher von Adam und Eva“

„Die Tagebücher von Adam und Eva“ – nach den Kurzgeschichten von Mark Twain; Musik und Arrangements: Marc Seitz; Buch und Liedtexte: Kevin Schroeder; Creative Development: Christian Struppeck & Andreas Gergen; Regie: Christoph Drewitz; Musikalische Leitung: Nikolai Orloff; Bühne: Michael Korn; Kostüme: Regina Schill. Darsteller: Vera Bolten (Eva) und Dennis Henschel Alex Melcher/Mathias Schlung (Adam). Uraufführung: 3. März 2012, Admiralspalast Studio, Berlin.



„Die Tagebücher von Adam und Eva“


Ein Musical mit zwei nAkten


Die Schöpfungsgeschichte im ersten Buch Mose im Alten Testament liest sich nicht unbedingt wie ein interessanter Bühnenstoff, doch der amerkanische Schriftsteller Mark Twain (eigentlich Samuel Langhorne Clemens, * 30. November 1835 in Florida, Missouri, † 21. April 1910 in Redding, Connecticut) schuf mit den Kurzgeschichten „Extracts from Adam´s Diary“ und „Eve´s Diary“ (Erstveröffentlichung 1904) eine satirische Auseinandersetzung mit Kirche, Religion und Bibel, und vor allem auch ein großes Plädoyer für die Liebe. Liebe auf den ersten Blick war es bei Adam und Eva wohl nicht: „Dieses neue Geschöpf mit langen Haaren ist ganz schön lästig. Ständig treibt es sich hier herum und folgt mir überall hin nach. Das behagt mir gar nicht …“ Schließlich kommt Adam aber zu dem Schluss, dass er sich wohl in Eva getäuscht hat: „Nach diesen vielen Jahren erkenne ich, daß ich mich in Eva anfangs getäuscht habe. Ich lebe viel lieber mit ihr außerhalb des Gartens als ohne sie im Garten. Früher glaubte ich, sie rede zu viel; aber nun wäre ich traurig, wenn ihre Stimme verstummte und aus meinem Leben verschwände.“

Die Kurzgeschichten inspirierten Marc Seitz (Musik und Arrangements) und Kevin Schroeder (Buch und Liedtexte) zu ihrem neuen Zwei-Personen-Musical „Die Tagebücher von Adam und Eva“, das auf humorvoll-satirische Weise die abenteuerlichen Anfänge der berühmtesten Liebesgeschichte aller Zeiten erzählt. Für die Uraufführung des Musicals konnten Vera Bolten (Eva) und Dennis Henschel (Adam) gewonnen werden. Eine vierköpfige Band (Klavier, Drums/Percussion, Cello & Bass) unter der Musikalischen Leitung von Nikolai Orloff bringt die Partitur zu Gehör. Christoph Drewitz (Künstlerischer Leiter „Sister Act – Ein himmlisches Musical“, Hamburg) führt Regie.

Vera Bolten (Eva) und Dennis Henschel (Adam)
Foto: Mirko Nagel


Zum Inhalt:
Eva ist auf einmal da. Die erste Frau, der erste Tag, zumindest für Eva. Adam wird aus seiner bequemen Hängematte gerissen, denn auf einmal wird sein Paradies durch diesen Eindringling bedroht. Evas aufgeweckter Forschergeist wirbelt Adams gemächliche Steinzeitwelt gehörig durcheinander, überall sind plötzlich Zettel! Ständig muss Eva alles erforschen, benennen und notieren.

Adam bewahrt sich seine geheime Hütte am Bach als Rückzugsraum, doch als Eva auch die entdeckt, muss er kapitulieren. Eva durchwühlt seine Hütte und stößt auf einen angeblich fremden Zettel. In diesem Moment hat Adam eine Eingebung: Er schreibt einfach eigene Zettel und gibt sie als Forschungsergebnisse eines viel älteren Experiments aus!

Endlich hat er einen Weg gefunden, um Eva nach seiner Nase tanzen zu lassen. Es kümmert ihn darum auch wenig, als sie ihm die angeblich „verbotenen“ Äpfel präsentiert. Er kann sich nicht daran erinnern, jemals geschrieben zu haben, dass der Genuss Folgen haben könne, also müssen diese Zettel doch von Eva stammen, die andauernd und überall ihre Zettel platziert. Ein Funkenschlag entzündet ein Feuer und beide probieren von den warmen, süßen Äpfeln …

Vera Bolten (Eva) und Dennis Henschel (Adam)
Foto: Mirko Nagel


Am nächsten Morgen denken beide zunächst, sie träumen noch, doch ein weiterer Zettel lässt keinen Zweifel: Beide wurden aus dem Paradies geworfen! Das kann unmöglich sein.

Adam gesteht seinen Schwindel. Er hat keine Ahnung, warum ihr Garten plötzlich eine vertrocknete Steppe ist, vielleicht war es das Feuer? Aber sicher hat niemand sie irgendwo rausgeworfen. Einen fremden, dritten Zettelschreiber gibt ja es nicht, oder doch?!

Da Eva weiß, dass die Nachricht aber auch nicht von ihr stammen kann, schickt sie Adam los, nach dem verlorenen Garten zu suchen. Auf seinem Weg, alleine in der Wildnis, hat er plötzlich eine Erscheinung. Liegt es an den Beeren, die er gegessen hat oder sieht er wirklich einen muskelbepackten Typ mit Flügeln und Flammenschwert?

Adam kehrt zurück zu Eva, überzeugt davon, dass es den „großen Zettelschreiber“ doch gibt, dem sie nun Tiere opfern und Gebote befolgen müssen, um wieder zurück nach Eden zu gelangen. Eva findet das alles furchtbar. Als sie auch noch herausfindet, dass Adam vor ihr bereits eine andere Frau hatte, von der er nie etwas erzählt hat, verlässt sie ihn.

Zum ersten mal merkt Adam, wie viel ihm Eva bedeutet, und er beschließt, sie davon zu überzeugen, dass er sich ändern kann und will. Gemeinsam können sie einen Weg zurück in den Garten finden, doch als er zurückkehrt ist Eva plötzlich nicht mehr alleine. Eine hässliche kleine Kreatur liegt in ihrem Arm …

Das Paradies ist verloren und Eva hat Schuld! Davon ist Adam überzeugt. Doch dann beginnt er, in Evas Tagebuch zu lesen und durchlebt ihre Geschichte erneut und kommt zum Schluss zur Aussage: „und überall, wo sie war, war Eden.“ (Text: Veranstalter)

Vera Bolten (Eva) und Dennis Henschel (Adam)
Foto: Mirko Nagel


Die Tagebuch Theaterproduktionen GbR zeigt die Uraufführung des Musicals „Die Tagebücher von Adam und Eva“ mit Unterstützung der Theater Mogul GmbH am 3. März 2012 im Admiralspalast Studio in Berlin. Weitere Aufführung stehen dort am 19., 30. und 31. März 2012 auf dem Spielplan. Die Berliner Produktion wird auch am 5., 7. und 9. April 2012 im KATiELLi Theater in Datteln zu sehen sein. Christoph Drewitz wird das Musical auch für die Aufführungen vom 21. bis 29. Juli 2012 im Lottehof bei den Wetzlarer Festspielen inszenieren; ob Dennis Henschel und Vera Bolten dort ebenfalls als Adam und Eva zu sehen sein werden, steht zur Zeit noch nicht fest.


Freitag, 17. Februar 2012

Dennis Henschel wird aufgrund anderer Verpflichtungen doch nicht den Adam spielen können. Für die Premiere am 3. März und die Vorstellung am 19. März 2012 im Admiralspalast sowie die Vorstellungen vom 5. bis 9. April 2012 im KATiELLi Theater in Datteln konnte stattdessen Alex Melcher als Adam gewonnen werden. Bei den beiden Vorstellungen am 30. und 31. März 2012 in Berlin wird Mathias Schlung den Adam verkörpern.

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