Montag, 22. Mai 2017

Inhaltsverzeichnis 2017

Da sich das Inhaltsverzeichnis als Startseite in den vergangenen Jahren bewährt hat, gibt es auch in diesem Jahr wieder einen Index. Never touch a running system!


46. Bundeswettbewerb Gesang Berlin

Anmeldezeitraum für Europas größten nationalen Gesangswettbewerb zur Förderung des Nachwuchses beginnt am 1. Juni

Der Bundeswettbewerb Gesang Berlin wird seit 1979 jährlich in ungeraden Jahren für die Sparten Musical/Chanson und in geraden Jahren für die Sparten Oper/Operette/Konzert ausgeschrieben. Schirmherr des Wettbewerbs ist der Regierende Bürgermeister von Berlin, Veranstalter ist der Bundeswettbewerb Gesang Berlin e. V. Seit über 40 Jahren ist Europas größter nationaler Gesangswettbewerb eines der wichtigsten Karrieresprungbretter für junge Gesangstalente. Zahlreiche Talentscouts sind beim Preisträgerkonzert und in den Finalrunden dabei, um die jungen Künstler und Ausnahme­talente zu sichten und zu engagieren. Die Karrieren von Stars wie Katharine Mehrling, Max Raabe und Bodo Wartke haben durch die Teilnahme am Bundeswettbewerb Gesang entscheidende Impulse bekommen.

Preisträgerkonzert 2015 im Friedrichstadt-Palast, Foto: Matthias Heyde

Für den Junior­wett­bewerb können sich TeilnehmerInnen im Alter von 17 bis 21 Jahren (aktuell der Jahrgänge 1996 bis 2000) anmelden, der Hauptwettbewerb wird für KandidatInnen im Alter von 22 bis 30 Jahren (Sparte Chanson) (aktuell der Jahrgänge 1987 bis 1995 für den Haupt­wett­bewerb Chanson) und 22 bis 28 Jahren (Sparte Musical) (aktuell der Jahrgänge 1989 bis 1995 für den Hauptwettbewerb Musical) bzw. 23 bis 30 Jahren (Oper/Operette/Konzert) ausgeschrieben. Vorausgesetzt wird die deutsche Staatsangehörigkeit oder ein in Deutschland erworbener deutscher Schulabschluss, erstmals sind auch Staatsangehörige der EU und der Schweiz, die in Deutschland studieren oder ausgebildet wurden, zugelassen. Nähere Informationen können der Homepage des Bundeswettbewerbs Gesang Berlin unter www.bwgesang.de/mc/wettbewerb-mc/teilnahmebedingungen-mc entnommen werden.

Der Anmeldezeitraum für die Wettbewerbsrunden im Herbst diesen Jahres läuft vom 1. Juni bis 1. September 2017. Anmeldungen sind nur online möglich. Im Anschluss an den dreimonatigen Bewerbungszeitraum finden im Oktober im Theater Augsburg, im Konzertsaal der Universität der Künste Berlin, im Kleinen Haus des Staatstheaters Darmstadt, im Theater Hagen, im Theater Hildesheim, an der Musikalische Komödie Leipzig, im Theater Osnabrück sowie an der Mecklenburgischen Staatstheater in Schwerin die öffentlichen Vorauswahlen und vom 27. November bis 1. Dezember 2017 im Konzertsaal der Universität der Künste Berlin die Finalrunden statt. Das große Finalkonzert ist am 4. Dezember 2017 im Friedrichstadt-Palast und wird moderiert von Katharine Mehrling. Musikalisch begleitet werden die Preisträger von Adam Benzwi und Band. Regie und Choreografie übernehmen Corinna Druve und Maik Damboldt, die seit Jahren die Shows im Friedrichstadt-Palast mitgestalten.

Zur Jury in den Finalrunden gehören in diesem Jahr u. a. Tobias Bonn, Sänger, Schauspieler, Regisseur (Geschwister Pfister), Pascale-Sabine Chevroton, Regisseurin, Choreografin, Lutz Deisinger, Künstlerischer Leiter „Bar jeder Vernunft“ und „Tipi – das Zelt“, Berlin, Frederike Haas, Schauspielerin, Sängerin, Preisträgerin 1993 (Chanson) und 1997 (Musical), Stefan Huber, Regisseur, Cusch Jung, Sänger, Schauspieler, Chefregisseur Musikalische Komödie Leipzig, Kay Kuntze, Generalintendant Theater & Philharmonie Thüringen, Regisseur, Katharine Mehrling, Sängerin, Schauspielerin, Preisträgerin 1995, Michaela Kaune, Sängerin, Preisträgerin 1996, Ramesh Nair, Choreograf, Regisseur, Schauspieler, Sänger, Tänzer, Sarah Schütz, Schauspielerin, Sängerin, Sprecherin, Preisträgerin 2003, und Birgit Walter, Journalistin. Den Vorsitz hat Peter Christian Feigel, Dirigent an der Staatsoperette Dresden.

Sonntag, 21. Mai 2017

„Das Molekül“

„Das Molekül“ – Musik, Songtexte und Buch: William Ward Murta; Deutsche Bearbeitung: William Ward Murta, Constanze Grohmann (Songtexte), Thomas Winter (Buch); Inszenierung: Thomas Winter; Choreografie: Frank Wöhrmann; Ausstattung: Ulv Jakobsen; Video: Konrad Kästner; Licht: Johann Kaiser; Sounddesign: Thomas Noack, Falko Heidemann; Dramaturgie: Jón Philipp von Linden; Musikalische Leitung: William Ward Murta. Darsteller: Roberta Valentini (Rosalind Franklin/Claire M. Fraser/Beatrice Bateson/Phoebe (Phoebus Levene)/Carol), Carolin Soyka (Odile Crick/Bernadine Healy/Emma Darwin/Florence Durham/Alice), Veit Schäfermeier (Francis Crick/Francis Sellers Collins/William Bateson/Sir William Lawrence Bragg), Carlos Horacio Rivas (James Dewey Watson/Charles Darwin/Carl Wilhelm von Nägeli/José Raul Rodriguez/Cecile), Alexander Franzen (Maurice Wilkins/Michael W. Hunkapiller/Gregor Mendel/Erwin Chargaff/Bob), Thomas Klotz (John Craig Venter/Linus Pauling). Uraufführung: 19. Mai 2017, Stadttheater Bielefeld.



„Das Molekül“


Musical-Uraufführung am Theater Bielefeld


Nach „Starry Messenger (Sternenbote)“ widmet sich William Ward Murta – seit 1984 Musicalkapellmeister am Theater Bielefeld – im neuesten Auftragswerk des Theaters Bielefeld erneut einem wissenschaftlichen Stoff, der Struktur der DNA (Desoxyribonukleinsäure kurz, DNS, englisch DNA für deoxyribonucleic acid) sowie der Genetik, oder allgemeiner der Frage: „Was ist Leben?“ Wer in der Schule aufgepasst hat, dem kommt natürlich sofort die Doppelhelixstruktur der DNA in den Sinn, und Genetik ist bekanntlich ein weites Feld, das sich mit der Weitergabe von Erbanlagen an die nächste Generation befasst, also auch gezielte Eingriffe in das Erbgut einschließt. Wer dagegen mit den Begriffen Adenin, Cytosin, Guanin und Thymin so gar nichts anzufangen weiß, der sollte zumindest damit rechnen, dass eben jene auch in der Handlung vorkommen, derweil die Reihenfolge der Basen die genetische Information des DNA-Moleküls bestimmt. Das Musical ist aber beileibe kein Nachhilfeunterricht in Biologie, Physik oder Geschichte, wobei es in Episoden den Zeitraum vom 19. Jahrhundert mit Gregor Mendel (* 20. Juli 1822 in Heinzendorf, Österreichisch-Schlesien, † 6. Januar 1884 in Brünn, Mähren), Charles Robert Darwin (* 12. Februar 1809 in Shrewsbury; † 19. April 1882 in Downe), William Bateson (* 8. August 1861 in Whitby, † 8. Februar 1926 in Merton), Carl Wilhelm von Nägeli (* 27. März 1817 in Kilchberg; † 10. Mai 1891 in München) und Sir William Lawrence Bragg (* 31. März 1890 in Adelaide, Australien, † 1. Juli 1971 in Waldringford) bis zur Jahrtausendwende und der Entschlüsselung des menschlichen Genoms abdeckt.


Historischer Hintergrund:

London 1951, die junge Biochemikerin Rosalind Elsie Franklin (* 25. Juli 1920 in London, † 16. April 1958 in London), kehrt aus Paris an das Laboratorium des King’s College zurück, um beim renommierten Physiker Maurice Wilkins (* 15. Dezember 1916 in Pongaroa, Neuseeland, † 5. Oktober 2004 in London) zu forschen. Er betrachtet sie als seine Assistentin, sie sieht sich jedoch als Wissenschaftlerin auf Augenhöhe – ein Missverständnis, das tragische Konsequenzen haben sollte. Zusammen mit zwei weiteren Wissenschaftlern am Cavendish-Laboratorium der Universität Cambridge (James Dewey Watson (* 6. April 1928 in Chicago, Illinois) und Francis Crick (* 8. Juni 1916 in Northampton, England, † 28. Juli 2004 in San Diego, USA)) machen sich die Kontrahenten fieberhaft daran, die Struktur der DNA zu entschlüsseln, eine Entdeckung, die seinerzeit gewissermaßen in der Luft lag. Kein Wunder, dass in den USA ein anderer großer Wissenschaftler (Linus Pauling (* 28. Februar 1901 in Portland, Oregon, † 19. August 1994 in Big Sur, Kalifornien) am California Institute of Technology) dasselbe Ziel verfolgt, allerdings mit dem Rückenwind luxuriöser staatlicher Förderung. Im Mai 1952 nahm Raymond Gosling (* 15. Juli 1926 in Wembley, † 18. Mai 2015 in London), Rosalind Franklins Doktorand, mit Hilfe von Röntgenbeugung das unter dem Spitznamen „Photo 51“ bekannte Laue-Diagramm einer DNA auf, welches eine entscheidende Rolle beim Beweis für die postulierte Doppelhelixstruktur der DNA spielte und das Maurice Wilkins im Januar 1953 ohne Rosalind Franklins Einwilligung oder Wissen James Watson zeigte. Tatsächlich erhielten Francis Crick, James Watson und Maurice Wilkins 1962 den Nobelpreis für Medizin. Rosalind Franklin, deren Röntgenbeugungsdiagramme wesentlich zur Entschlüsselung der DNA-Struktur beigetragen hatten, war zu diesem Zeitpunkt bereits verstorben und konnte daher nicht mehr nominiert werden. Allerdings gilt die Forschungsgeschichte von James Dewey Watson und Francis Crick heutzutage als negatives Musterbeispiel für Gute Wissenschaftliche Praxis, da die Veröffentlichung in Nature am 25. April 1953 ohne die nicht autorisierte Übernahme unpublizierter Forschungsergebnisse anderer Forscher, vor allem Rosalind Franklins, niemals zustande gekommen wäre. Bezeichnenderweise erwähnten James Watson und Francis Crick in ihren Nobelpreisreden die nur vier Jahre zuvor verstorbene Rosalind Franklin und die Schlüsselrolle ihrer Daten bei der Aufklärung der DNA-Struktur mit keinem Wort.

1990 wurde in den USA das auf 15 Jahr ausgelegte Human Genome Project gegründet, um die Abfolge der Basenpaare der menschlichen DNA auf ihren einzelnen Chromosomen durch Sequenzieren zu identifizieren. Es wurde zunächst von James Dewey Watson geleitet, am 10. April 1992 verließ er das Projekt jedoch nach einem Streit mit der Direktorin des National Institutes of Health, Bernadine Patricia Healy (* 4. August 1944 in New York City, † 6. August 2011 in Gates Mills, Ohio, vom 9. April 1991 bis 30. Juni 1993 Direktorin des National Institutes of Health), weil er Healys Versuche ablehnte, Gensequenzen patentieren zu lassen. Sein Nachfolger wurde Francis Sellers Collins (* 14. April 1950 in Staunton, Virginia, ab 17. August 2009 Direktor des National Institutes of Health). Ebenfalls 1992 gründete John Craig Venter (* 14. Oktober 1946 in Salt Lake City, Utah) das Institute for Genomic Research, wo seine Frau Claire M. Fraser (* 5. November 1955 in Boston, Massachusetts, von 1981 bis 2005 mit John Craig Venter verheiratet) Vice President wurde. 1993 wurde Michael W. Hunkapiller (* 7. November 1948) mit der Übernahme von Applied Biosystems, Inc. durch Perkin-Elmer Senior Vice President von Perkin-Elmer. Im Mai 1998 wurde von der PE Corporation und Biochemiker John Craig Venter die Celera Genomics Corporation gegründet, um durch DNA-Sequenzierungen Informationen über Genome zu sammeln und diese zu kommerzialisieren, die für das staatlich geförderte Projekt zu einer äußert problematischen Konkurrenz wird. Der Wettbewerb darum, wer zuerst die vollen drei Milliarden Basenpaare des menschlichen Genoms entschlüsselt, wird öffentlich in den Medien ausgetragen. Am 26. Juni 2000 verkündete US-President Bill Clinton, das Ziel sei erreicht: „Today, we are learning the language in which God created life.“ („Heute lernen wir die Sprache, in der Gott das Leben erschaffen hat.“) Am 15. Februar 2001 publizierte das Human Genome Project Konsortium das erste menschliche Genom in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Nature (Eric S. Lander et al., „Initial sequencing and analysis of the human genome“, Nature, Volume 409, Issue 6822, pp. 860-921 (2001), nur einen Tag später folgte die Celera Publikation in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Science (J. C. Venter et al., „The Sequence of the Human Genome“, Science, Volume 291, Issue 5507, pp. 1304-1351 (2001)).

William Ward Murta (Buch) und Folkwang-Alumnus Thomas Winter (Regie) erzählen die Geschichte um die Aufklärung der Doppelhelixstruktur der DNA und die vollständige Entschlüsselung des menschlichen Genoms nicht etwa chronologisch fortlaufend, sondern lassen John Craig Venter als Leiter des Instituts für Genomische Forschung in Maryland zu Beginn der Vorstellung die Türen des Auditoriums schließen, um die Zuschauer als eine Art Master of Ceremonies für einen Crashkurs in biologischer Vererbungslehre „gefangen“ zu nehmen. Nach der Vorstellung früherer Erkenntnisse von Gregor Mendel, William Bateson, Carl Wilhelm von Nägeli und Sir William Lawrence Bragg changiert die Handlung zwischen den Ereignissen am King’s College der University of London und dem Cavendish-Laboratorium der Universität Cambridge in den 1950er-Jahren und dem in den USA ausgetragenen Rennen um die Entschlüsselung des menschlichen Genoms in den späten 1990er-Jahren. Das macht es für den Zuschauer auf den ersten Blick nicht einfacher, dem womöglich ungewohnten Thema folgen zu können, zumal dieselben Darsteller in beiden Handlungssträngen auftreten. Auch in dieser Hinsicht sind profunde Fachkenntnisse durchaus hilfreich. Inwiefern James D. Watsons schlechtes Gewissen gegenüber Rosalind Franklin im zweiten Akt unmittelbar im Anschluss an die Nobelpreisverleihung den Tatsachen entspricht, entzieht sich schlicht meiner Kenntnis, in seinem 1968 veröffentlichten Buch „The Double Helix: A Personal Account of the Discovery of the Structure of DNA.“ hat er sich noch sexistisch über sie geäußert, was auch durch seine im Programmheft abgedruckten Äußerungen zu ihren wissenschaftlichen Leistungen nicht wettgemacht wird. Selbst in seiner 2007 erschienen Autobiografie „Avoid Boring People: Lessons From A Life in Science“ hegte er noch immer seinen Groll gegenüber Rosalind Franklin, und der britische Physiker Maurice Wilkins bekam von ihm weit mehr Anerkennung dafür, dass er ihm „Photo 51“ gezeigt hat, als Rosalind Franklin. Na klar, denn ohne Kenntnis dieses Laue-Diagramms wäre die Sache mit dem Nobelpreis womöglich ganz anders gelaufen… Die gesamte Thematik ist sicherlich keine leicht verdauliche Kost, und inwiefern hier schwere Kost leicht verdaulich serviert wird, dürfte IMHO doch stark von den Vorkenntnissen des jeweiligen Zuschauers abhängen. Am Ende bleibt die große Frage offen, was Wissenschaft kann und darf, und die beklemmende Gewissheit, dass alles, was wissenschaftlich möglich erscheint, irgendwann und irgendwo auch in die Tat umgesetzt wird: „Es ist pure Utopie zu glauben, dass man Wissenschaft aufhalten kann“, so Prof Dr. Olaf Kruse, Wissenschaftlicher Direktor des Zentrums Biotechnologie (CeBiTec) der Universität Bielefeld, im Gespräch mit Dramaturg Jón Philipp von Linden.

Ulv Jacobsen zeichnet für die Ausstattung verantwortlich, wobei er auf der Drehbühne eine Art Hörsaal sowie diverse Labore stilisiert hat, so dass der schnelle Wechsel zwischen den Handlungssträngen reibungslos funktioniert. Im Bühnenbild, das in vielen Bereichen von der bekannten, symbolhaften Darstellung der DNA inspiriert ist, sind auch historisch bedeutsame Bilder wie „Photo 51“ und die Zeichnung der Doppelhelixstruktur der DNA von Odile Crick (* 11. August 1920 in King’s Lynn, Norfolk, † 5. Juli 2007 in La Jolla, Kalifornien) wiederzufinden. In seinem Kostümdesign greift Ulv Jacobsen ein wenig die gängigen auf Wissenschaftler bezogenen Klischees auf, in jedem Fall sind die verschiedenen Rollen der einzelnen Darsteller klar und deutlich zu unterscheiden. Folkwang-Alumnus Frank Wöhrmann hat die Choreografie einstudiert, die vom Musical Staging bis hin zur bunten Tanznummer reicht, bei der sich die Damen des Opernchores zum Song „Der klügste Kopf“ als a-Helix – so steht es zumindest auf den Oberteilen – mit Pompons und schrillen Perücken auf den Köpfen um Thomas Klotz (Linus Pauling) als schillernder Star herum bewegen. Die Bielefelder Philharmoniker unter der Musikalischen Leitung von William Ward Murta bringen dessen von der Doppelhelixstruktur der DNA inspirierte Partitur mit seinem unverwechselbaren Broadway-Stil und viel Underscoring fulminant zu Gehör.

Die 26 Rollen in dem Stück – wenn ich mich nicht verzählt habe – werden von lediglich sechs Darstellern verkörpert, John Craig Venter von Thomas Klotz, Alexander Franzen ist als Maurice Wilkins, Michael W. Hunkapiller u. a. zu sehen, Carolin Soyka als Odile Crick, Bernadine P. Healy u. a., Carlos Horacio Rivas als James D. Watson u. a., Veit Schäfermeier als Francis Crick, Francis S. Collins u. a., und schließlich Roberta Valentini als Rosalind Franklin, Claire M. Fraser u. a. Alle Darsteller sind dementsprechend auch noch in kleineren Nebenrollen zu sehen. Thomas Klotz gibt als Enfant terrible der Genforschung gleichzeitig eine Art Master of Ceremonies, strotzt als John Craig Venter vor Selbstbewusstsein und reagiert dementsprechend sauer, dass man nicht ihn, sondern James D. Watson zum Leiter des Human Genome Projects berufen hat. In der kleineren Nebenrolle von Linus Pauling sieht er sich selbst gern als „Der klügste Kopf“. Venters Gegenspieler James D. Watson wird von Carlos Haracio Rivas verkörpert, für mein Empfinden dürfte bei dieser Figur ein wenig mehr Überheblichkeit durchblitzen. Die übrigen Darsteller verkörpern sowohl bei den Ereignissen in den 1950er-Jahren als auch zur Jahrtausendwende jeweils verschiedene tragende Rollen. Im Mittelpunkt steht natürlich Roberta Valentini als Rosalind Franklin, die in einer doppelten Außenseiterrolle sowohl ihrer Familie als auch ihren männlichen Kollegen gegenüber entschieden hat, für die Wissenschaft zu leben und sich nicht anzupassen. Der Song „Foto 51“ markiert gesanglich ihren Höhepunkt auf dem Weg zur Aufklärung der DNA-Struktur. Als Claire M. Fraser steht sie ein wenig im Schatten von John Craig Venter, den sie als Assistant Professor an der State University of New York in Buffalo kennen gelernt und 1981 geheiratet hat. Alexander Franzen beweist als Rosalinds vermeintlicher Vorgesetzter Maurice Wilkins wie sie Unnachgiebigkeit, was zu einem extrem angespannten Verhältnis zwischen den beiden Wissenschaftlern führt. In der Rolle von Michael W. Hunkapiller zieht Alexander Franzen bereits durch sein Outfit als kalifornischer Beachboy in orangefarbenen Shorts die Aufmerksamkeit auf sich. Carolin Soyka entwickelt als Odile Crick gemeinsam mit ihrem Mann Francis Crick und James D. Watson Teamgeist und steuert die Zeichnungen zur Doppelhelixstruktur der DNA bei, während ihre Bemühungen in der Rolle von Bernadine Healey um eine Einigung zwischen den beiden Parteien nicht von Erfolg gekrönt sind. Als Letzter im Bunde darf natürlich auch Veit Schäfermeier als Francis Crick und Francis S. Collins nicht unerwähnt bleiben, den James D. Watson und Bernadine Healey anwerben, um das staatlich geförderte Human Genom Project zu übernehmen, und der darauf mit seinem Song „Ich sag ja“ für sich einzunehmen weiß.

Nach 2 Stunden und 50 Minuten Spieldauer wurden Darsteller und Kreative vom Premierenpublikum mit etwa fünfminütigem Stehapplaus für ihre überzeugenden Leistungen belohnt. „Das Molekül“ steht in der laufenden Spielzeit noch bis zum 8. Juli 2017 auf dem Spielplan und wird in der nächsten Saison am 14. Dezember 2017 wiederaufgenommen.

Freitag, 19. Mai 2017

„Grün in der Stadt Essen. Mehr als Parks und Gärten“

Sonderausstellung auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein

Plakat zur Ausstellung „Grün in der Stadt Essen. Mehr als Parks und Gärten“. © Ruhr Museum; Gestaltung: Uwe Loesch

Anlässlich der Ernennung Essens zur Grünen Hauptstadt Europas – Essen 2017 präsentiert das Ruhr Museum in Kooperation mit dem Projektbüro der Grünen Hauptstadt und der Stiftung Zollverein vom 21. Mai bis zum 27. August 2017 die Sonderausstellung „Grün in der Stadt Essen. Mehr als Parks und Gärten“.

„Grün in der Stadt Essen. Mehr als Parks und Gärten“, Simone Raskop, Vorstand des Geschäftsbereichs Umwelt und Bauen der Stadt Essen, und Professor Heinrich Theodor Grütter, Direktor des Ruhr Museums


Die Ausstellung

„Grün in der Stadt Essen. Mehr als Parks und Gärten“, Blick in die Ausstellung

„Grün in der Stadt Essen. Mehr als Parks und Gärten“, Blick in die Ausstellung

Die Ausstellung in der Halle 5 auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein zeigt, warum Essen als ehemalige Industriemetropole und größte Bergbaustadt in Europa den Titel „Grüne Hauptstadt Europas“ bekam. Dabei verwandelt sich die Halle 5 in eine beeindruckende und begehbare Park- und Seenlandschaft und zeigt, was in 150 Jahren grüner Stadtgeschichte alles möglich ist. Im 19. Jahrhundert hat sich die Stadt Essen in kürzester Zeit von einer kleinen Ackerbürgerstadt zum Zentrum der deutschen Schwer- und Montanindustrie entwickelt. Sie hat im Laufe dieser Entwicklung die Umwelt in kaum vorstellbarer Form belastet und die Landschaft zerstört. Sie hat aber zum ökologischen Ausgleich und zur Erholung der Menschen eine Reihe von spektakulären Grünkonzepten entwickelt und diese mit dem Ende der Montanindustrie verstärkt und erweitert. Im Jahr 2017 ist Essen Grüne Hauptstadt Europas.

„Grün in der Stadt Essen. Mehr als Parks und Gärten“, Gala-Coupé, 1. Viertel des 19. Jahrhunderts

„Grün in der Stadt Essen. Mehr als Parks und Gärten“, Lok diverser Bundesgartenschauen, 1959. Sie wurde anlässlich der Bundesgartenschau 1959 in Dortmund gebaut

Auf 1.000 Quadratmetern werden über 650 Exponate gezeigt. Das Spektrum der unterschiedlichen Objekte ist bunt. Neben Fotos, Filmen und Plänen erwarten die Besucher Pflanzen, Tierpräparate, Parkskulpturen, Gartengeräte und -fahrzeuge, die die große Vielfalt der Grünkonzepte in Essen zeigen. Neben Schloss- und Industriellenparks, Kleingartenkolonien und Volksgärten prägen heute Seenlandschaften, Wälder, Naturschutzgebiete und die Industrienatur das grüne Gesicht der Region.

„Grün in der Stadt Essen. Mehr als Parks und Gärten“, Hermelin im Sommerkleid (Mustela erminea)

„Grün in der Stadt Essen. Mehr als Parks und Gärten“, Siebenschläfer (Glis glis)


Die Gliederung

„Grün in der Stadt Essen. Mehr als Parks und Gärten“, Blick in die Ausstellung

„Grün in der Stadt Essen. Mehr als Parks und Gärten“, Verbotsschilder, 1930 (links oben), 1950 (links unten) und Hinweistafel, 1950 (rechts)

Die Ausstellung „Grün in der Stadt Essen. Mehr als Parks und Gärten“ präsentiert in fünfzehn Kapiteln die unterschiedlichen Grünkonzepte der Stadt Essen vor, während und nach der Industrialisierung, angefangen bei den Schlossparks und den Industriellenparks, wie dem Hügelpark, über die Kaiser-, Stadt- und Volksgärten bis hin zu den Kleingärten. Sie zeigt den Wald in der Stadt, die Gartenstädte wie die Margarethenhöhe, die Friedhöfe, die Gartenschauen auf dem Gruga Park-Gelände und die Seelandschaft am Baldeneysee. Und sie beschäftigt sich mit den neuen postindustriellen Konzepten, wie den Naturschutzgebieten, der Industrienatur im Zollverein Park und den neuen Wegen zum Wasser zwischen Ruhr und Emscher. Zudem zeigt die Ausstellung ein Jahrhundert Grünplanung in Essen und im Ruhrgebiet, angefangen bei den städtischen Planungen von Stadtgärten, Waldgebieten und Gartenstädten Anfang des 19. Jahrhunderts über die Regionalplanungen des Siedlungsverbandes Ruhrkohlenbezirk in den 1920er Jahren, die Internationale Bauausstellung Emscherpark in den 1990er-Jahren bis hin zu den neuen Konzepten wie der Emscherrenaturierung und einer nachhaltigen Landschaftsgestaltung. Und sie gibt auch einen Ausblick auf die weitere Grünentwicklung bis zur Internationalen Gartenschau im Ruhrgebiet im Jahre 2027.

„Grün in der Stadt Essen. Mehr als Parks und Gärten“, Plakat zur Reichsgartenschau, 1938

„Grün in der Stadt Essen. Mehr als Parks und Gärten“, Plakat zur 2. Großen Ruhrländischen Gartenbau-Ausstellung 1952

„Grün in der Stadt Essen. Mehr als Parks und Gärten“, Teil eines bleiverglasten Mosaikfensters aus dem Aquarium, gestaltet von Philipp Schardt, das zur 2. Großen Ruhrländischen Gartenbau-Ausstellung 1952 präsentiert werden konnte.

„Grün in der Stadt Essen. Mehr als Parks und Gärten“, Plakat zur Bundesgartenschau 1965 in Essen


Pay what you want

Zur Feier des Grünen Hauptstadt-Jahres geht die Publikumsausstellung auch in Sachen Eintritt neue Wege: In der Ausstellung gilt das Pay what you want-Prinzip: Das bedeutet, dass die Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit haben, selbst zu entscheiden, ob und wie viel Eintritt sie zahlen möchten, beziehungsweise, was ihnen der Besuch wert war. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben wie in allen Ausstellungen des Ruhr Museums auch in Halle 5 freien Eintritt.

„Grün in der Stadt Essen. Mehr als Parks und Gärten“, Georg Metzendorf, Bronzebüste von Joseph Enseling, 1926

„Grün in der Stadt Essen. Mehr als Parks und Gärten“, „Der spielende Bär“, Skulptur von Joseph Enseling, 1912. Der „spielende Bär“ stand ursprünglich im Erdgeschoss an der Haupttreppe des Gasthauses Margarethenhöhe


Das Projekt

Die Ausstellung ist ein gemeinsames Projekt des Ruhr Museums, des Projektbüros Grüne Hauptstadt Europas – Essen 2017 und der Stiftung Zollverein. Sie wird gefördert durch das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen.

„Grün in der Stadt Essen. Mehr als Parks und Gärten“, Strandbad Scheppen mit Blick auf die Zeche Carl Funke, 1952

„Grün in der Stadt Essen. Mehr als Parks und Gärten“, Lore als Pflanzgefäß, zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts

Der Katalog zur Ausstellung „Grün in der Stadt Essen. Mehr als Parks und Gärten“ ist im Klartext Verlag, Essen erschienen, ISBN 978-3-8375-1752-1. Er umfasst 224 Seiten mit über Abbildungen und kostet 19,95 Euro.

Donnerstag, 18. Mai 2017

Das „Tor zur Zukunft“ öffnet sich

„gate.ruhr – die neue Victoria“ in Marl-Hamm

Auf dem rund 90 Hektar großen Gelände des Bergwerks Auguste Victoria 3/7 im Marl soll in den nächsten Jahren unter dem Namen „gate.ruhr – die neue Victoria“ ein Industrie- und Gewerbegebiet entstehen. Das Areal soll schnellstmöglich entwickelt und ab 2020 vermarktet werden. Mittelfristig könnten hier bis zu 1.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Ein frommer Wunsch, zumal mit der Schließung der Zeche am 18. Dezember 2015 noch rund 2.000 Bergleute auf Auguste Victoria gearbeitet und Anfang 2016 lediglich rund 700 Beschäftigte eine Tätigkeit in den beiden verbliebenen RAG-Bergwerken Prosper-Haniel und Anthrazit Ibbenbüren aufgenommen haben. Mit der Schließung der Zeche endete nach rund 116 Jahren Bergbaugeschichte die Steinkohlenförderung in Marl. Im letzten Jahr der Förderung wurden auf Auguste Victoria rund 2,1 Mio. Tonnen Steinkohle gefördert, im März 2015 wurde mit 18.687 Tonnen Steinkohle täglich eine neue Bestmarke bei der durchschnittlichen Tagesförderung eines Monats erzielt.

Zeche Auguste Victoria 3/7, Fördergerüst Schacht 3 und Turmförderanlage Schacht 7

Am 17. Mai 2017 hatten die Stadt Marl und RAG Montan Immobilien unter dem Motto Das „Tor zur Zukunft“ öffnet sich zur Expedition und Foto-Tour über das Gelände des künftigen Industrie- und Gewerbeparks eingeladen, um den Besuchern die Hintergründe zur Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Standortes zu vermitteln. Nun ist das mit der Vermittlung der Zukunft eines Standortes so eine Sache, die existiert schließlich bisher nur auf dem Papier. Dementsprechend sollte man womöglich in drei Jahren erneut eine Führung über das Areal anbieten, um dann zu zeigen, was aus den Plänen geworden ist. Was das „Umklappen“ der brachliegenden, bewaldeten Bergehalde am Hafenweg auf die Brache des ehemaligen BASF-Kraftwerks anbelangt, um so den Höhenunterschied vom mehreren Metern zwischen Bergehalde, Hafenfläche und Kraftwerksfläche auszugleichen, so konnte man mir auf Nachfrage nur so ungefähr andeuten, wo sich diese Plateau-Halde denn überhaupt befindet. Durch diese Maßnahme soll nämlich der nördliche Teil des Areals bereits ab 2020 als Industrie- und Gewerbegebiet zur Verfügung stehen. Die Bergwerksfläche im Süden des Areals, wo Bestandsgebäude erhalten bleiben sollen, wird zurzeit weiterhin vom Bergbau genutzt. Und so war es dann womöglich auch die Intention vieler Besucher, nochmals ihren alten Arbeitsplatz in Augenschein zu nehmen oder zu schauen, was davon überhaupt noch übrig ist. Denn ähnlich wie in Kamp-Lintfort wird hier bereits fleißig zurückgebaut.

Zeche Auguste Victoria 3/7, Lampenstube

Zeche Auguste Victoria 3/7, Markenkontrolle war früher, auf AV gab es elektronische Zeiterfassung

Zeche Auguste Victoria 3/7, unterirdischer Mannschaftsgang vom Kauengebäude zur Seilfahrt

Zeche Auguste Victoria 3/7, Schacht 3, Hängebank

Zeche Auguste Victoria 3/7, Schacht 3, Schachthalle

Zeche Auguste Victoria 3/7, Wasserturm

Zeche Auguste Victoria 3/7, Turmförderanlage Förder- und Wetterschacht 7

Zeche Auguste Victoria 3/7, Fördergerüst Schacht 3

Zeche Auguste Victoria 3/7

Zeche Auguste Victoria 3/7, Kohlenmischhalle

Die ehemalige, 245 Meter lange Kohlenmischhalle diente bereits 2016 als Spielort für die Ruhrtriennale, Intendant Johan Simons inszenierte hier „Die Fremden“ nach dem Roman „Der Fall Meursault – Eine Gegendarstellung“ von Kamel Daoud. Dabei bezog Johan Simons auch den mächtigen Rücklader in seine Inszenierung ein. Weiterhin zu erwähnen ist die 2012 auf dem Dach der seinerzeit noch in Betrieb befindlichen Kohlenmischhalle installierte Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von 1,3 MW.

Zeche Auguste Victoria 3/7, Rücklader vor der Kohlenmischhalle

Zeche Auguste Victoria 3/7, Rücklader vor der Kohlenmischhalle

Zeche Auguste Victoria 3/7, Kohlenmischhalle

Blick über das Gelände der Zeche Auguste Victoria 3/7 Richtung Süden

Zeche Auguste Victoria 3/7, Vergleichmäßigungsbecken

Bevor das Wasser aus der Hauptwasserhaltung in die Lippe geleitet werden konnte, wurde es in einem Vergleichmäßigungs­becken gesammelt.

Zeche Auguste Victoria 3/7, Ersatzentnahmestelle Vergleichmäßigungsbecken 2

Zeche Auguste Victoria 3/7

Zeche Auguste Victoria 3/7, Kaue

Zeche Auguste Victoria 3/7, Kaue

Zeche Auguste Victoria 3/7, Kaue

Nördlich des Wesel-Datteln-Kanals und der Lippe befindet sich in Haltern-Lippramsdorf das Fördergerüst über dem bereits verfüllten Schacht 8, der erst 1982 zum Seilfahrtsschacht ausgebaut wurde und nicht Teil der Tour über das Gelände des künftigen Industrie- und Gewerbeparks war, schließlich wird sich dieses nur bis zum Wesel-Datteln-Kanal erstrecken.

Zeche Auguste Victoria, Fördergerüst über Schacht 8 in Haltern-Lippramsdorf

Dienstag, 16. Mai 2017

Vorschau: „I am from Austria“

„I am from Austria“ – Das Musical mit den Songs von Rainhard Fendrich; Musik, Liedtexte: Reinhard Fendrich; Buch: Titus Hoffmann, Christian Struppeck; Regie: Andreas Gergen; Choreografie: Kim Duddy; Bühne: Stephan Prattes; Kostüme: Uta Loher, Conny Lüders; Lichtdesign: Andrew Voller; Sounddesign Thomas Strebel; Arrangements: Michael Reed; Musikalische Leitung: Koen Schoots. Darsteller: Lukas Perman (Josi Edler, angehender Junior-Chef in einem der traditionsreichsten Hotels von Wien), Oliver Arno (Walk-In Cover Josi Edler), Iréna Flury (Emma Carter, internationaler Filmstar und Oscar-Preisträgerin), Elisabeth Engstler (Romy Edler, Direktorin des Hotels und Josis Mutter), Carin Filipčić (Romy Edler alternierend), Andreas Steppan (Wolfgang Edler, Romys Ehemann, stellvertretender Direktor des Hotels und Josis Vater), Dolores Schmidinger (Elfie Schratt, Concierge im Hotel, nach eigenen Aussagen die Urenkelin von Katharina Schratt), Martin Bermoser (Richard Rattinger, Manager und Künstleragent, Cover Josi Edler), Matthias Trattner (Felix Moser, Page), Fabio Diso (Pablo García, Welt-Fußballer des Jahres und Stürmer der argentinischen Nationalmannschaft), Martin Berger (Rainer Berger, Cover Wolfgang Edler, Cover Richard Rattinger), Anna Carina Buchegger, Arthur Büscher, Barbara Castka, Paul Csitkovics (Cover Felix Moser), Marianne Curn (Cover Emma Carter), Barbara Czar (Cover Romy Edler), Florian Fetterle, Franz Frickel (Cover Wolfgang Edler, Cover Rainer Berger), Katharina Gorgi (Cover Emma Carter), Thomas Höfner (Cover Pablo García), Judith Jandl, Florian Klein (Swing), Peter Knauder (Cover Pablo García), Stefan Mosonyi (Swing, Cover Felix Moser), Martin Pasching (Cover Richard Rattinger, Cover Rainer Berger), Marina Petkov, Jennifer Pöll (Swing), Georg Prohazka (Swing, Dance Captain Assistant), David Rodriguez-Yanez, Rita Sereinig (Swing), Ariane Swoboda (Cover Romy Edler, Cover Elfie Schratt), Birgit Wanka (Swing, Dance Captain) u. a. Uraufführung: 16. September 2017, Raimund Theater, Wien.



„I am from Austria“


Die Besetzung für die Uraufführung am Raimund Theater steht fest


Rainhard Fendrichs größte Hits finden nun endlich den Weg auf die Musical-Bühne. VBW-Musical-Intendant Christian Struppeck stellte heute der Presse Produktion, Leading Team und die fast ausschließlich österreichische Cast – allen voran die acht Solisten – vor. Die Uraufführung von „I am from Austria“ findet am 16. September 2017 im Raimund Theater statt.

Plakat „I am from Austria“. © VBW

„I am from Austria“ wird ein großes, neues Musical voller Witz, Charme und Romantik, überraschend und berührend, mit einer Story rund um Liebe, Freundschaft und Familie. In eine neue Handlung verpackt, erzählen über 20 Rainhard Fendrich-Hits wie u. a. „Macho Macho“, „Haben Sie Wien schon bei Nacht geseh’n“, „Es lebe der Sport“, „Blond“, „Strada del Sole“, „Tango Korrupti“, „Nix is Fix“, „Weus’d a Herz hast wie a Bergwerk” und natürlich das Titellied „I Am From Austria“ die Geschichte von einem österreichischem Filmstar, der international Karriere gemacht, es bis nach Hollywood geschafft hat und nun anlässlich des Opernballs nach Wien zurückkehrt.

Die neueste VBW-Eigenproduktion mit den Hits von Rainhard Fendrich, beeindruckenden Bühnenbildern, mitreißenden Choreographien und schillernden Kostümen lässt das Publikum hinter die Kulissen eines Wiener Luxushotels blicken, wo ein prominenter Star-Gast für Trubel und viel Hollywood-Flair sorgt. Die Handlung berührt aber auch mit persönlichen und bewegenden Momenten abseits des grellen Blitzlichtgewitters. Das fiktive Wiener Traditionshotel „Edler“ wird in diesem neuen Musical zur Drehscheibe der großen Welt. Chaos, Küsse und Katastrophen sind vorprogrammiert in dieser fröhlich-frechen Story voller Romantik, Überraschungen und amüsanter Situationskomik.

„I am from Austria“ ist eine Hommage an dieses Land – aus diesem Grund wurden fast alle Rollen im Stück mit Österreicherinnen und Österreichern besetzt. Allen voran die acht Solisten, die sowohl aus dem Bereich Musik- und Sprechtheater, als auch aus Film, Funk und Fernsehen bekannt sind.

„I am from Austria“, Iréna Flury und Lukas Perman

Lukas Perman (u. a. „Tanz der Vampire“. Elisabeth“, „Romeo & Julia“) kehrt in der Rolle des Josi Edler, Junior-Chef des „Hotel Edler“, zu den Vereinigten Bühnen Wien zurück. Iréna Flury (u. a. „Jekyll & Hde“, „Romeo & Julia“ sowie bekannt aus Film und TV) wird als Film-Star „Emma Carter“ in dieser Produktion für Hollywood-Flair sorgen. Elisabeth Engstler und Andreas Steppan, beide dem Publikum auch aus Theater und TV bestens bekannt, spielen „Romy“ und „Wolfgang Edler“, „Josis“ Eltern und Inhaber des gleichnamigen Wiener Luxushotels. Sie sind damit erstmals in einem Musical der Vereinigten Bühnen Wien zu sehen. Martin Bermoser, bekannt aus zahlreichen Rollen in Sprechtheater, Film und TV, gibt „Emma Carters“ Manager und Agenten „Richard Rattinger“. „Elfie Schratt“, ihres Zeichens Concierge im Hotel Edler, wird von Dolores Schmidinger – seit vielen Jahren fixer Bestandteil der österreichischen Kabarett- und Kulturlandschaft – dargestellt. Der Page des Hotels „Felix Moser“ wird von Matthias Trattner („Don Camillo & Peppone“, „Sound of Music“, „Cabaret“) verkörpert. Als Fußball-Star „Pablo Garcia“, der wie auch „Emma Carter“ ebenfalls zum Opernball anreist, ist Fabio Diso („Evita“, „Mamma Mia!“, „We Will Rock You“) zu sehen, Martin Berger (u. a. „Sister Act“, „We Will Rock You“, „The Producers“, „Die Dreigroschenoper“) spielt den Journalisten „Rainer Berger“.

„I am from Austria“, Dolores Schmidinger, Iréna Flury, Elisabeth Engstler und Lukas Perman

„I am from Austria“, Dolores Schmidinger, Lukas Perman, Iréna Flury, Elisabeth Engstler und Andreas Steppan

„I am from Austria“, Martin Berger, Dolores Schmidinger, Iréna Flury, Lukas Perman, Elisabeth Engstler, Martin Bermoser und Matthias Trattner


Ein hochkarätiges Leading Team

Für die Realisierung dieser Weltpremiere konnten die VBW ein Leading Team auf Spitzenniveau gewinnen. Das Buch zu diesem neuen VBW-Musical stammt von Autor, Liedtexter, Übersetzer und Regisseur Titus Hoffmann („Next to normal“, „Mann-O-Mann“, „Heisse Zeiten“, „I wanna be loved by you“) und VBW-Musical-Intendant Christian Struppeck.

Für die Regie von „I am from Austria“ zeichnet Andreas Gergen, Spezialist für Uraufführungen, 2012 bis 2017 Operndirektor des Salzburger Landestheaters und international ausgezeichneter Regisseur von bereits mehr als 80 Opern, Operetten und Musicals (u. a. „Carmen“ (Salzburger Felsenreitschule), „La Traviata“ und „La Bohème“ im Haus für Mozart, Salzburg, „Der Besuch der alten Dame“, „The Addams Family“, Michael Kunzes „Luther – Ein Pop-Oratorium“, Shrek – Das Musical“, „Viktoria und ihr Husar“ (Seefestspiele Mörbisch), „Fidelio“, „La Cage aux Folles“, „Die Zauberflöte“, demnächst „Zorro“ und „Rebecca“) verantwortlich.

„I am from Austria“, Kim Duddy, Christian Struppeck, Lukas Perman, Iréna Flury, Stephan Prattes, Titus Hoffmann und Andreas Gergen (vorn)

Die Choreographie stammt von Kim Duddy, die für ihre starken und rasanten Tanznummern bekannt ist. Sie ist nicht nur den VBW schon seit vielen Jahren eng verbunden (u. a. „Ich war noch niemals in New York“, „Hair“), sondern auch international seit langem sehr erfolgreich tätig.

Erstmals für eine große Orchesterbesetzung neu arrangiert und orchestriert werden die Hits von Rainhard Fendrich von niemand geringerem als Michael Reed, Dirigent der legendären Uraufführung von Andrew Lloyd Webber’s „Das Phantom der Oper“ sowie kürzlich von „Sunset Boulevard“ mit Glenn Close in London und Orchestrator und Musical Supervisor zahlreicher internationaler Musical-Produktionen (u. a. „Tanz der Vampire“, „Ich war noch niemals in New York“, „Der Besuch der alten Dame“).

Das Bühnenbild kreiert der Österreicher Stephan Prattes, der neben zahlreichen Produktionen in Deutschland (u. a. Komische Oper Berlin) und der Schweiz zuletzt bei „Evita“ im Wiener Ronacher für die Bühne verantwortlich zeichnete.

Die Kostüme werden von Uta Loher und Conny Lüders entworfen, die zusammen bereits unzählige Produktionen in den Sparten Oper, Schauspiel und Musical ausgestattet haben. Internationale Shows wie „Show Me“ und „Berlin Erleuchtet“ im Friedrichstadtpalast Berlin gehören zu ihren größten Erfolgen. Für das Musical „Der Besuch der alten Dame“ 2015 im Ronacher Wien wurden sie mit dem österreichischen Musiktheaterpreis in der Kategorie „Beste Ausstattung“ ausgezeichnet.

Das Lichtdesign entwirft der Engländer Andrew Voller (u. a. „Elisabeth“, „Rebecca“, „Evita“, „Ich war noch niemals in New York“), das Sounddesign Thomas Strebel (u. a. „Tanz der Vampire“, „Mozart!, „Der Besuch der alten Dame“, „Don Camillo & Peppone“, „Ich war noch niemals in New York“). Das Videodesign stammt von Sönke Feick (u.a. „Ich war noch niemals in New York“, „The Sound of Music“, „The Addams Family“).

Es spielt das Orchester der Vereinigten Bühnen Wien.