Freitag, 5. Februar 2016

„Höchststrafe – 25 Jahre Flic Flac“

Flic Flac gastiert vom 4. bis 14. Februar 2016 auf dem UNESCO Welterbe Zollverein

Circus Flic Flac auf dem UNESCO Welterbe Zollverein

Gegründet wurde Flic Flac 1989 von den ehemaligen Artisten und Brüdern Benno und Lothar Kastein sowie deren Ehefrauen Scarlett Kaiser-Kastein und Gabi Kastein. Seit der Premiere am 5. Oktober 1989 in Oberhausen haben mehr als sieben Millionen Zuschauer Shows wie „Gnadenlos“, „Reine Nerven­sache“, „No Limits!“ oder „Exxtrem“ gesehen. Nachdem Flic Flac 2010 zunächst seinen Tourneebetrieb einstellte, feierte die Show im Sommer 2013 mit Benno Kastein als Direktor und Geschäftsführer ein erfolgreiches Comeback. Am 5. Oktober 2014 startete zum 25-jährigen Bestehen das neue Programm „Höchststrafe“ – wieder in Oberhausen. Seither tourt Flic Flac mit dem neuen Programm durch Deutschland und ist vom 4. bis 14. Februar 2016 auf dem UNESCO Welterbe Zollverein zu sehen. Im Anschluss gastiert Flic Flac mit dem Jubiläums­programm vom 18. bis 28. Februar 2016 auf dem Schloßplatz in Münster, vom 3. bis 13. März 2016 auf dem Festplatz an der Rheinpromenade in Wesel und vom 17. bis 28. März 2016 auf dem Cranger Kirmesgelände in Herne.

„Hofgang in der Strafvollzugsanstalt“. © FlicFlac Tour GmbH

Für die Jubiläumsshow „Höchststrafe“ haben Benno Kastein und die ältere der beiden Kastein Schwestern Larissa ein Programm mit Artisten in grauer Sträflings-Kleidung in einer Gefängnis-Atmosphäre zusammengestellt, in dem es draufgängerisch, riskant und unkonventionell zugeht, wobei sie dem Stil von Flic Flac treu geblieben sind, der vor allem auf außergewöhnliche artistische Nummern setzt. Das beginnt bereits mit der kraftvollen Hand-auf-Hand-Akrobatik des Künstlerduos Dmitriy Makrushin und Dmitriy Tarasenko („Dima & Dima“), gefolgt von den spektakulären Sprungfolgen, komplizierten Flugelementen und Formationen der Turntalente um Pawel Apostol Horbacz aus Polen auf einer mit Luft gefüllten Sprungbahn und der Akrobatik von Nicolai Kuntz am Schwungtrapez. Die Turntalente um Pawel Apostol Horbacz sind im ersten Teil auch noch an der russischen Schaukel zu erleben, wie sie in schwindel­erregender Höhe sensationelle Schrauben drehen und phänomenale Pirouetten riskieren. Für weiche Landungen am Boden sorgen Kollegen, die sie mit der Matratze oder einem Netz „auffangen“. Die meisten Nummern werden von der fünfköpfigen „Altacraz Band“ mit häufig rockigen Songs begleitet, die Songwriter Samuel Beck teilweise speziell für „Höchststrafe“ komponiert und arrangiert hat. Die Band spielt stilecht in Gefängniszellen hinter Stahlgittern, die das Bühnenportal bilden.

Artistenteam um Pawel Apostol Horbacz auf einer mit Luft gefüllten Sprungbahn. © FlicFlac Tour GmbH

Tierdressuren passen nicht in das Konzept von Flic Flac, Comedy dagegen sehr wohl, und so strapazieren Steve Eleky und Hubertus Wawra aka „Master of Helfire“ die Lach­mus­ku­la­tur der Zuschauer mächtig. Der gebürtige Ungar Steve Eleky wird im ersten Teil der Show als „neuer Häftling“ im Schotten­rock in die Strafvollzugsanstalt eingeliefert und überrascht mit seiner Comedy Jonglage, während er sich im zweiten Teil – natürlich inzwischen in Anstaltskleidung – als dilettantischer Zauberer versucht und dabei jeden seiner „Zaubertricks“ verrät, was natürlich noch mehr Lacher auslöst als die vermeintliche Zauberei selbst. Eine ganz andere Art von Humor bringt dagegen Hubertus Wawra aus Thüringen mit, er selbst bezeichnet sich als „Arsch für die Umbaupause“. Während es bei seinem ersten Auftritt noch eher harmlos zugeht, wenngleich seine Spässe mitunter hart an der Grenze des guten Geschmacks schrammen, lässt er die Zuschauer in seinem zweiten Auftritt vor der Pause zunächst glauben, er wolle Jasmina aus dem Publikum tatsächlich mit einem Flammenwerfer beschießen, dessen Feuerkraft er zuvor eindrucksvoll demonstriert hat. Schlussendlich darf sie dann wohlbehalten als „Nummerngirl“ die 15-minütige Pause ankündigen.

Artistik hoch unter der Circuskuppel. © FlicFlac Tour GmbH

Irina Rizaeva aus der Ukraine begeistert das Publikum mit einer einzigartigen Jonglage in einem Glaskasten, der mit Stahlgittern ebenfalls als Gefängniszelle ausstaffiert ist. Dabei wirft sie bis zu sieben Bälle an die Wände des Glaskastens, die schließlich zielgenau wieder in ihrer Hand landen, nachdem sie zuvor von mehreren Seitenwänden und dem Glasboden abgeprallt sind. Durch die Glaswände und die Spiegelungen scheinen die Bälle für die Zuschauer von überall zu kommen. Mit bis zu drei Diabolos jongliert dagegen Nicolai Kuntz gleichzeitig gekonnt im zweiten Teil der Show. Weitere Höhepunkte setzen die Ukrainerin Julia Galenchyk mit ihrer anmutigen Artistik am Luftnetz, als zweiten Auftritt präsentiert sie zusammen mit ihrem Partner Dmytro Tukelev eine romantische Liebesgeschichte an den Strapaten, Dandino und Luciana aus Südamerika mit ihrer rasanten Rollschuh-Artistik und die gebürtige Engländerin Laura Miller am Luftring, die bei ihrer Darbietung immer wieder elegant in ein Wasserbecken eintaucht, um daraufhin triefend nass und tropfensprühend in der Luft zu kreisen.

„Globe of speed“ – Biker im Kugel-Käfig. © FlicFlac Tour GmbH

Zum spektakulären Finale von „Höchststrafe“ wird eine Stahlkugel mit 6,50 Metern Durchmesser auf die Bühne gebracht, in der sich zunächst drei waghalsige Biker auf ihren Motocross-Maschinen riskante Rennen liefern. Bereits ab einer Geschwindigkeit von 20,3 Stundenkilometern überwiegt die Zentrifugalkraft die Gewichtskraft der Fahrer mit ihren Maschinen, so dass sie problemlos auch kopfüber im „Globe of Speed“ fahren können, ohne Gefahr zu laufen, herunter­zu­fallen. Weitaus schwieriger dürfte es sein, nicht mit den anderen Bikern zusammenzustoßen, wenn sich schließlich 8 Fahrer die gerade einmal 132 m² Fläche in der Stahlkugel streitig machen. Als wäre dies noch nicht Nervenkitzel genug, nutzen schließlich noch die FMX Fahrer der „Mad Flying Bikes“ die Stahlkugel als Hindernis für ihre waghalsigen Manöver in der Luft, um danach sicher auf der Rampe im Bühnenportal zu landen. Da hält es zum Ende der zweieinviertelstündigen Show beim Schlussapplaus keinen der Zuschauer auf seinem Sitzplatz.

„Globe of speed“ – Biker im Kugel-Käfig. © FlicFlac Tour GmbH

„Höchststrafe – 25 Jahre Flic Flac“ ist noch bis zum 14. Februar 2016 auf dem Parkplatz C der Zeche Zollverein zu sehen, die Shows beginnen Montag bis Freitag um 20 Uhr, Samstag um 16 und 20 Uhr und Sonntag um 15 und 19 Uhr. Die Karten kosten zwischen 19 und 49 Euro. Weitere Informationen unter www.flicflac.de.

Schlussapplaus. © FlicFlac Tour GmbH

Circus Flic Flac auf dem UNESCO Welterbe Zollverein

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