Mittwoch, 1. April 2015

Die Spielzeit 2015/16 am theaterhagen

Musicalische Höhepunkte am Großen Haus

Inzwischen hat das theaterhagen seinen Spielplan der Saison 2015/16 publiziert, aus welchem ausgewählte „musicalische“ Produktionen im folgenden chronologisch aufgeführt sind.


„Avenue Q – The Musical“ (Hagener Erstaufführung: 5. September 2015, Großes Haus)

„Avenue Q – The Musical“ – ein „Musical für Erwachsene“; Musik, Texte: Robert Lopez, Jeff Marx; Buch: Jeff Whitty; Inszenierung: Sascha Wienhausen; Choreografie: Barbara Tartaglia; Ausstattung: Ulrike Reinhard; Lichtdesign: Hans-Joachim Köster; Sounddesign: N. N.; Videodesign: Lieve Vanderschaeve; Dramaturgie: Miriam Michel; Musikalischer Leiter: Steffen Müller-Gabriel. Darsteller: Nicolai Schwab* (Princeton), Carolina Walker* (Kate Monster), Vicco Farah* (Newcomer/Bad Idea Bear I/Ricky), Kim-David Hammann* (Rod), Joyce Diedrich*/Mariyama Ebel* (Lucy), Carolin Waltsgott* (Bad Idea Bear II), Michael Thurner* (Nicky), Maciej Michael Bittner* (Trekkie Monster), Marilyn Bennett (Agnetha Fältskog), Maria Klier (Christmas Eve), Tillmann Schnieders (Brian), Stephanie Junge* (Frau Semmelmöse), Mariyama Ebel* (Box/Nicky II/Trekkie Monster II). *Studierende am Institut für Musik der Hochschule Osnabrück. Uraufführung: März 2003, Vineyard Theatre, New York City. Broadway-Premiere: 31. Juli 2003, John Golden Theatre, New York City. Deutschsprachige Erstaufführung: 26. Februar 2011, Theater St. Gallen. Deutsche Erstaufführung: 19. April 2012, Nationaltheater Mannheim. Premiere: 5. September 2015, Theater Hagen, Großes Haus

Die Avenue Q ist keine gute Adresse: Hier wohnen Menschen, die ihre größten Erfolge entweder lange hinter sich haben oder noch brennend – wenn auch im Moment leider vergeblich – darauf hoffen. Sie träumen davon, ein Star zu sein, oder auch nur eine erfolgreiche Kindergärtnerin, und vor allem träumen sie von der Liebe. Die ist hier allerdings noch ein bisschen komplizierter als anderswo, denn die Bewohner der Avenue Q sind nur zum Teil Menschen. Überwiegend sind sie Puppen, und deren Ähnlichkeit mit den Stars der Sesamstraße ist keineswegs zufällig. Die Figuren des Kinderfernsehens zeigen in diesem preisgekrönten Broadway-Musical ihre erwachsenen Seiten: Toleranz gegenüber Homosexuellen wird ihnen ebenso zum Konfliktstoff wie Rassismus; Verrat ebenso zum Thema wie Treue und Solidarität. So schräg das Leben der Menschen und Puppen auf der Avenue Q aber auch mitunter sein mag, am Ende ist die Botschaft einfach und überzeugend: Wer zusammenhält, ist stärker und glücklicher. Das theaterhagen zeigt das nicht gänzlich jugendfreie Musical als Koproduktion mit dem Institut für Musik der Hochschule Osnabrück, als Gaststar hatte das Institut für Musik der Hochschule Osnabrück in seinem Newsletter Guildo Horn angekündigt: „So schnell schießen die Preußen nicht.“


Die Comedian Harmonists Teil 2 – Jetzt oder nie (Wiederaufnahme: 9. September 2015, Großes Haus)

„Die Comedian Harmonists Teil 2 – Jetzt oder nie“ – nach der Biografie der sechs Gründungsmitglieder der „Comedian Harmonists“ und der Geschichte der Nachfolgegruppen „Comedy Harmonists“ und „Meistersextett“; Musikalische Einrichtung und Arrangements: Jörg Daniel Heinzmann; Buch: Gottfried Greiffenhagen; Inszenierung, Choreografie: Thomas Weber-Schallauer; Choreografie: Alfonso Palencia; Ausstattung: Peter Palmowski; Lichtdesign: Achim Köster; Sounddesign: Matthias Woelk; Dramaturgie: Maria Hilchenbach; Musikalischer Leiter: Andres Reukauf. Darsteller: Klaus Brantzen (Der alte Harry Frommermann), Björn Christian Kuhn (Asparuch „Ari“ Leschnikoff u. a.), Olaf Heye (Erich Abraham Collin u. a.), Richard van Gemert (Roman Cycowski u. a.), Jan Andreas Kemna (Harry Frommermann u. a.), Christoph Scheeben (Robert Biberti u. a.), Andres Reukauf (Erwin Bootz u. a.). Uraufführung: 18. Februar 2005, Komödie Dresden. Premiere: 28. März 2015, Wiederaufnahme: 9. September 2015, Theater Hagen, Großes Haus.

v. l. n. r.: Björn Christian Kuhn, Jan Andreas Kemna, Christoph Scheeben, Richard van Gemert und Olaf Haye
Foto Klaus Lefebvre/theaterhagen

2005 schrieben Gottfried Greifenhagen (Buch) und Jörg Daniel Heinzmann (Musikalische Einrichtung und Arrangements) „Die Comedian Harmonists Teil 2 – Jetzt oder nie“, ein Schauspiel mit Musik, das aus der Erinnerung von Harry Frommermann die Zeit von 1935 bis zu seinem Tod im Jahr 1975 mit den Nachfolgegruppen der „Comedian Harmonist“, dem „Meistersextett“ und den „Comedy Harmonists“, Revue passieren lässt. Nach erfolgreicher Premiere am 28. März 2015 nimmt das theaterhagen das Schauspiel mit Musik am 9. September 2015 wieder auf.


Richard O´Brien´s „The Rocky Horror Show“ (Wiederaufnahme: 26. Januar 2016, Großes Haus)

Richard O´Brien´s „The Rocky Horror Show“; Musik, Gesangstexte und Buch: Richard O´Brien; Inszenierung: Holger Hauer; Choreografie: Ricardo Fernando; Ausstattung: Sandra Fox; Lichtdesign: N.  N.; Musikalische Leitung: Steffen Müller-Gabriel. Darsteller: Klaus Nierhoff (Erzähler), Jan Schuba (Brad Majors), Tanja Schun (Janet Weiss), Henrik Wager (Frank´n´Furter), Guildo Horn (Riff Raff), Marilyn Bennett (Magenta), Ellen Kärcher (Columbia), Tillmann Schnieders (Rocky Horror), Richard van Gemert (Eddie), Werner Hahn (Dr. Everett Scott), u. a. Uraufführung: 19. Juni 1973, The Royal Court Theatre Upstairs, London. Deutschsprachige Erstaufführung: 20. Januar 1980, Grillo-Theater, Essen. Premiere: 14. Januar 2012, Wiederaufnahme: 26. Januar 2016, Theater Hagen, Großes Haus

Über 20 Millionen Menschen haben das schräge Märchen für Erwachsene seit seiner Uraufführung 1973 am Royal Court Theatre in London bis heute erlebt. Schnell wurde die „Rocky Horror Show“ Kult. Euphorisch wird sie noch immer in den Theater- und Kinosälen der Welt geradezu zelebriert. Mit „The Time Warp“, „Sweet Transvestite“ und vielen anderen aus dem kulturellen Kollektivgedächtnis nicht mehr wegzudenkenden Kompositionen prägte sie eine ganze Epoche. Aus der Verirrung eines biederen Pärchens entwickelt sich eine skurrile Story aus treibenden Rock´n´Roll-Hits, anarchistisch-brillantem Humor und einigen der scharfsinnigsten Dialoge der Musical-Geschichte: Brad und Janet, frisch verlobt und glücklich verliebt, bleiben durch eine Autopanne bei strömendem Regen auf einer einsamen Landstraße liegen. In einem nahe gelegenen Schloss bitten sie den kauzigen Diener darum, telefonieren zu dürfen, ohne zu wissen, dass sie bereits erwartet werden… Im Bann des animalisch exzentrischen Dr. Frank´n´Furter tut sich allmählich ein Abgrund der verbotenen Lüste vor ihnen auf, bereit, die Liebenden zu verschlingen.

Nachdem Richard O´Brien´s „The Rocky Horror Show“ in der Spielzeit 2013/14 wiederaufgenommen und am 10. April 2014 das letzte Mal am theaterhagen aufgeführt wurde, gibt es im Frühjahr 2016 ein Wiedersehen mit dem exzentrischen Wissenschaftler vom Planeten Transsexual. Ob Guildo Horn erneut die Rolle des Dieners Riff Raff spielen wird, ist bisher nicht bekannt.

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