Sonntag, 26. Juni 2011

Der Traumzauberbaum

„Der Traumzauberbaum“ – nach den Geschichtenliedern von Reinhard Lakomy (Komposition) & Monika Ehrhardt (Texte); Regie: Christian Quitschke; Ausstattung: Gertrud Rindler-Schantl; Musikalische Leitung: Oliver Siegel; Dramaturgie: Hannah Schwegler, Rüdiger Bering. Mit: Annika Meier (Moosmutzel), Anna Polke (Agga Knack), Marek Jera (verschiedene Rollen), Peter Waros (Waldwuffel), Klaus Zwick (Traumzauberbaum). Premiere: 25. Juni 2011, Gasometer Oberhausen.



„Der Traumzauberbaum“


Ein Musiktheatertraum im Gasometer Oberhausen


Nach „Peterchens Mondfahrt“, einem Hip-Hop Theater Projekt von Peter Carp vor dem „größten Mond auf Erden“ (Premiere 5. September 2010), zeigt das Theater Oberhausen nun vor der Kulisse der Ausstellung „Magische Orte – Natur- und Kulturmonumente der Welt“ im Gasometer Oberhausen „Der Traumzauberbaum“ als Musiktheatertraum für die ganze Familie.

„Regenwaldbaum“ von Wolfgang Volz vor dem Gasometerdach

„Der Traumzauberbaum“ ist ursprünglich eine Geschichtenlieder-Produktion aus dem Jahr 1979 als Hörspiel und Bühnenshow für Kinder von Reinhard Lakomy (Komposition) und Monika Ehrhardt (Texte). Im Zusammenspiel von Musik, Licht und Schauspiel geht es darin um eine Reise durch die Welt der Träume. Die beiden Waldgeister Waldwuffel und Moosmutzel wohnen im Traumzauberbaum und bringen mit einer goldenen Stimmgabel die bunten Traumblätter zum Klingen. Waldwuffel und Moosmutzel möchten, dass immer die Sonne scheinen soll, und so sammeln sie alle blauen Blätter mit den Regenträumen ein und schaffen sie mit Hilfe der wilden Traumlaus Agga Knack fort, was aber beinahe zu einer Katastrophe führt. Zausel, der Wolkengeist, sammelt nämlich daraufhin seine Wolken ein, das Bächlein trocknet aus, und der Kreislauf der Natur ist unterbrochen. Aber die Sache geht natürlich gut aus, denn es ist ja ein Märchen …

Peter Waros als Waldwuffel, Anna Polke als Agga Knack und Annika Meier als Moosmutzel; Foto Jürgen Diemer

Im Außenprojekt des Theaters Oberhausen führt Christian Quitschke (* 10. Oktober 1980 in Lauchhammer) Regie, der in der aktuellen Spielzeit Goethes „Die Leiden des jungen Werthers“ (Premiere 19. September 2010) im Malersaal inszeniert hat. Im Gasometer Oberhausen ist das Theaterereignis für Menschen ab 6 Jahren und die ganze Familie konzipiert. Am Premierenabend waren aber auch sehr viele Erwachsene ohne Kinder im Gasometer, „Der Traumzauberbaum“ in der Kulisse der „Magischen Orte“ verleitet offensichtlich auch diese zum Träumen.

Das Besondere bei Veranstaltungen in der „Kulturtonne“ ist die Akustik, die Mantelbleche der Gasometer-Hülle reflektieren den Schall gnadenlos, und auch der „Regenwaldbaum“ absorbiert nur wenig, so dass man die Reflexionen insbesondere in Bezug auf Sprachverständlichkeit berücksichtigen muss. Christian Quitschke war Johannes Leppers Regieassistent bei „Peer Gynt“ (1. Juni 2007) und „Freiheit! Gleichheit! Brüderlichkeit!“ (Premiere 13. Oktober 2007) im Gasometer. Von daher war ihm die „Tücke des Objekts“ bewusst. Durch entsprechende Intonation wird dafür gesorgt, dass die Sprechtexte nicht im Echo untergehen, wodurch diese problemlos verständlich sind. Bei den Geschichtenliedern ist dies nicht immer der Fall, durch die eingespielte Musik (Musikalische Leitung: Oliver Siegel) mit den entsprechenden Echos musste ich mich teilweise sehr auf die Liedtexte konzentrieren, um diese verstehen zu können. Dies tut der Sache aber keinen Abbruch.

Marek Jera als Zausel, Peter Waros als Waldwuffel und Annika Meier als Moosmutzel; Foto Jürgen Diemer

Der Musiktheatertraum funktioniert vor dem „Regenwaldbaum“ von Wolfgang Volz bestens, eine Aufführung in dieser Kulisse liegt beinahe auf der Hand. Reinhard Lakomy tourt mit seiner Geschichtenlieder-Produktion gleichzeitig vornehmlich durch die neuen Bundesländer. „Der Traumzauberbaum“ in der Inszenierung von Christian Quitschke im Gasometer Oberhausen steht in der laufenden Spielzeit noch bis zum 14. Juli auf dem Spielplan und wird in der kommenden Spielzeit am 9. September wiederaufgenommen.

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