Mittwoch, 30. Juni 2010

The Flying Grass Carpet

Der „fliegende Grasteppich“ ist auf dem Essener Willy-Brandt-Platz gelandet

Den gesamten Juli 2010 wird „The Flying Grass Carpet“ den Essener Willy-Brandt-Platz in einen temporären Park, eine Oase in der Innenstadt verwandeln. Mit einer Größe von 25 × 36 m² wiegt der Teppich ca. 6 Tonnen. Durch Verwendung verschiedener Kunstrasenarten entsteht ein Design im Stil orientalischer Muster, das ihn wie einen riesigen persischen Teppich aussehen lässt. Der metaphorische traditionelle persische Teppich soll eine behagliche Atmosphäre im öffentlichen Raum erzeugen. „The Flying Grass Carpet“ ist ein Projekt der Architekten und Designer Bart Cardinaal, Nadine Roos (HUNK-design) und Eddy Kaijser (ID Eddy) aus Rotterdam, das 2009 den niederländischen AUDI Design Award gewonnen hat.

„The Flying Grass Carpet“

Auf dem „fliegenden Grasteppich“ kann man nicht nur spielen, entspannen und die Sonne genießen, sondern er bietet auch eine perfekte Bühne für unterschiedliche Aktivitäten. Die Aktion ist Bestandteil des Netzwerkprojekts TWINS im Rahmen der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010. Der „fliegende Teppich“ wird dieses Jahr alle drei europäischen Kulturhauptstädte besuchen, er war zuvor in Pécs und wird später seine Reise nach Istanbul, der dritten europäischen Kulturhauptstadt 2010, fortsetzen.

„The Flying Grass Carpet“ auf dem Essener Willy-Brandt-Platz

Hier gibt es den Blogeintrag zur offiziellen Eröffnung des „fliegenden Grasteppichs“.

Montag, 28. Juni 2010

Jahrhunderthalle Bochum

Das doppelte Lottchen

Am 27. Juni 2010 eröffnete der Regionalverband Ruhr den „Fahrradsommer der Industriekultur“ an der Jahrhunderthalle Bochum, und gleichzeitig bot die Bochumer Veranstaltungs-GmbH einen „Tag der offenen Tür“ an der Jahrhunderthalle an. Wie schon in den Vorjahren wurde im Bochumer Stadtteil Stahlhausen im Doppelpack gefeiert. Die Internetpräsenz der Jahrhunderthalle versprach Führungen durch die Jahrhunderthalle (inkl. Katakomben). Das könnte interessant werden … dachte ich mir, ist doch die Jahrhunderthalle Bochum Ankerpunkt der Route der Industriekultur und eine der Attraktion des Ruhrgebiets.

Jahrhunderthalle Bochum

Die Jahrhunderthalle wurde 1901/02 vom Baubüro des „Bochumer Vereins für Bergbau und Gussstahlfabrikation“ unter Leitung des Baumeisters Otto Berndt nach Plänen des Architekten Heinrich Schumacher für die Düsseldorfer Industrie- und Gewerbeausstellung errichtet. Die Außenfassade war in Form einer gotischen Kirche gestaltet. Schumacher wählte für die mehrschiffige Industriehalle mit Satteldach und Dachreiter eine im Fabrikhallenbau unübliche Bogenbinder-Konstruktion, die nicht auf Stützen gelagert, sondern bis zum Boden durchgezogen ist. Nach Ausstellungsende wurde die Halle demontiert und auf dem Fabrikationsgelände des Bochumer Vereins für die neu einzurichtende Gaskraftzentrale wieder aufgebaut, allerdings ohne den Glockenturm und die Stuckfassaden. 1968 wurden nach Stilllegung des letzten Hochofens die Maschinen in der Gaskraftzentrale demontiert. 2002/03 wurde die Jahrhunderthalle, die seit 1991 unter Denkmalschutz steht, denkmalgerecht instand gesetzt und um eine aufwändige Bühnentechnik und das zweigeschossige Foyer ergänzt. Seither ist sie das zentrale Festspielhaus der RuhrTriennale.

Jahrhunderthalle Bochum

Die Führungen durch die Jahrhunderthalle (inkl. Katakomben) stellten sich dann leider als „geführte Kellergangbegehung“ heraus. So bekam man zwar die Fundamente der Hallenträger zu sehen, aber in der Halle selbst, durch die man nach der Kellergangbegehung wieder zum Ausgang geleitet wurde, wurde nicht einmal auf die Strebepfeiler der Bogenbinder-Konstruktion hingewiesen. Von einer Führung durch die Jahrhunderthalle habe ich mir mehr erwartet. Noch enttäuschender war die Tatsache, dass der Intendant der RuhrTriennale Innenaufnahmen verbietet, da in Vorbereitung selbiger eine Handvoll Wassertanks und zwei Gabelstapler in der Halle stehen, die seiner Meinung nach Kunst darstellen und daher nicht fotografiert werden dürfen. Nebenbei bemerkt: Katakomben sind unterirdische Gewölbekomplexe, die der Bestattung von Toten dienen. In den Kellerräumen unterhalb des zweigeschossigen Foyers befinden sich technische Betriebs- und Lagerräume, aber (hoffentlich) keine Toten.

Freestyle Mountainbike-Show

Immerhin konnte das sportliche Rahmenprogramm ein wenig versöhnlich stimmen. Montainbiker demonstrierten die perfekte Beherrschung ihres Sportgeräts, und die Rhönradgruppe des Linden-Dahlhauser Turnvereins Bochum zeigte einen kleinen Ausschnitt aus ihrem Programm.

Rhönradgruppe des Linden-Dahlhauser Turnvereins Bochum

Rhönradgruppe des Linden-Dahlhauser Turnvereins Bochum

Der Wasserhochbehälter nördlich der Jahrhunderthalle wird ab Einbruch der Dämmerung beleuchtet, die Jahrhunderthalle selbst wird aus Kostengründen nur bei Veranstaltungen beleuchtet.

Jahrhunderthalle Bochum bei einsetzender Dämmerung

Wasserhochbehälter an der Jahrhunderthalle bei einsetzender Dämmerung

Neben dem Wasserhochbehälter nördlich der Jahrhunderthalle werden die beiden Betonkühltürme und das Kühlwasserbecken in den komplementären Lichtfarben blau und orange-gelb illuminiert. Die Planung stammt vom Planungsbüro Uwe Knappschneider, licht|raum|stadt - planung.

„Wasserwelt“

Die Beleuchtung der „Nordpolbrücke”, die das ehemalige Hochofenplateau „Colosseum” mit dem Hochplateau „Nordpol” auf dem ehemaligen Krupp-Gelände verbindet, wurde von Lichtkünstler Achim Wollscheid als interaktives Objekt realisiert, das über Sensoren in der Brücke gesteuert wird. Unbedingt selbst ausprobieren!

„Nordpolbrücke”

„Nordpolbrücke”

„Nordpolbrücke”

Eine gute Gelegenheit, die Jahrhunderthalle selbst beleuchtet vorzufinden, sind die Veranstaltungen der Ruhrtriennale, die in diesem Jahr vom 20. August bis zum 10. Oktober 2010 stattfinden.

„Urmomente”, das Motto der Ruhrtriennale 2009 | 2010 | 2011

Jahrhunderthalle Bochum

Jahrhunderthalle Bochum

Samstag, 26. Juni 2010

Still-Leben Ruhrschnellweg

Ein autofreier Sonntag für die Kultur

25. November, 2., 9. und 16. Dezember 1973: Deutschland reagierte auf die Ölkrise und verhängte insgesamt vier autofreie Sonntage. Staunend nutzten die Bundesbürger die seltene Gelegenheit, einmal die Autobahn zu Fuß zu erkunden. Heute sprudelt das Öl munter in den Golf von Mexiko, inzwischen sollen 160 Millionen bis 380 Millionen Liter Öl in die Gewässer vor der Südküste der USA geströmt sein. So genau kann das wohl niemand sagen, aber von Ölkrise ist trotzdem nicht die Rede. Heute muss man sich schon etwas Besseres einfallen lassen, um den Deutschen ihr liebstes Kind zu verbieten.

Autobahn A40 in Höhe der Anschlußstelle 22 Essen-Holsterhausen

Daher soll im Rahmen der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 mitten auf der Hauptverkehrsader der Region, der B1/A40 ein Fest der Alltagskulturen gefeiert werden. Dafür wird der Ruhrschnellweg von Dortmund Märkische Straße bis Duisburg Rheinhausen ab Samstag, 17. Juli, 22 Uhr bis Montag, 19. Juli, 5 Uhr komplett für den Verkehr gesperrt. Dies gilt auch für die Autobahn A52 ab Essen-Bergerhausen bis zur A40. Am 18. Juli 2010 von 11 Uhr bis 17 Uhr darf dann von Dortmund Märkische Straße bis Duisburg Häfen auf der „Tischspur“ in Richtung Duisburg gefeiert werden: Auf einer Strecke von 56 km werden in der Nacht von Samstag auf Sonntag 20.000 Tische aufgebaut – die längste Tafel der Welt, an denen Gruppen, Vereine und Freundeskreise ein vielfältiges Programm präsentieren werden.

Ankündigung für das „Still-Leben Ruhrschnellweg“ am Essener Technologie- und Entwicklungs-Centrum

Auf der „Mobilitätsspur“ in Richtung Dortmund können Besucher mit allem, was Räder, aber keinen Motor hat, die Strecke erkunden. Die „Mobilitätsspur“ darf in beiden Richtungen befahren werden, hier können die Besucher also sehr entgegenkommend sein. Um 17 Uhr wird der ganze Spuk dann vorbei sein, und die Autobahn muss wieder verlassen werden, um den Abbau der Tische zu ermöglichen. Es werden 1.000.000 Besucher erwartet, und immer, wenn ich solche Zahlen höre, werde ich misstrauisch. Würde man alle Besucher auf der zur Verfügung stehenden Strecke von 56 km hintereinanderstellen, so stünden jedem genau 56 mm zu. Wie gut, dass man da auch nebeneinander stehen/fahren kann.

Autobahn A40 in Höhe der Anschlußstelle 23 Essen-Zentrum

Man sieht sich … in drei Wochen irgendwo zwischen Dortmund Märkische Straße und Duisburg Häfen. Nebenher kann man ja auch noch das Ausstellungsprojekt „B1|A40 – Die Schönheit der großen Straße“ anschauen, das noch bis 8. August 2010 zu sehen ist.

Hier gibt es den Blogeintrag zur Aktion „Still-Leben Ruhrschnellweg“.

Innenhafen Duisburg

Arbeiten, Wohnen, Kultur und Freizeit am Wasser

Das heutige Aussehen und die gesamte Umgestaltung des Duisburger Innenhafens beruhen auf einem 1994 erstellten Masterplan des Londoner Architekten Norman Foster. Viele der erhaltenen markanten Speichergebäude (Küppersmühle, Werhahn-Mühle, Rosiny-Mühle u.a.) erinnern an die Mühlenvergangenheit des Innenhafens, die ihm den Beinamen „Brotkorb des Ruhrgebiets“ einbrachten. Nach dem Niedergang der Getreidemühlen in den 1960er Jahren wurde im Rahmen der Internationalen Bauausstellung Emscher Park (IBA) eine Umnutzung des gesamten Innenhafens in Angriff genommen.

2002 wurde der Innenhafen Duisburg mit dem von der Stiftung „Lebendige Stadt“ vergebenen Stiftungspreis ausgezeichnet, da das ehemals industriell geprägte Areal beispielgebend zu einem vitalen Stadtquartier mit Wohnen, Dienstleistung, Freizeit und Kultur weiterentwickelt worden ist, und im Jahr 2004 wurde ihm der Renault Traffic Design Award – Sonderpreis Häfen verliehen. Der Innenhafen Duisburg ist im Rahmen der Kulturhaupstadt Europas RUHR.2010 Hafen der Kulturhauptstadt. Er ist Ankerpunkt der Route der Industriekultur; gleichzeitig gehört er zu den Themenrouten „Duisburg – Stadt und Hafen“, „Duisburg – Industriekultur am Rhein“, „Kanäle und Schifffahrt“ und „Brot, Korn und Bier“.

Gerhard Mercator lebte von 1552 bis zu seinem Tod 1594 in Duisburg und schuf hier den Hauptteil seines Lebenswerkes. Zahlreiche Globen erinnern an sein Leben und Werk. Dieser steht im Altstadtpark unweit der „Buckelbrücke“ über das Hafenbecken, die den Altstadtpark mit der Marina und dem Bürokomplex „Five Boats“ verbindet.

Künstlerischer Globus im Innenhafen

Die Schwanentorbrücke – eine von zwei Hubbrücken in Duisburg – überquert den Innenhafen und verbindet damit die Altstadt von Duisburg mit dem Ortsteil Kasslerfeld. Sie wurde 1950 nach den Plänen des Architekten Hans-Siegfried Persch gebaut. Das Kontorhaus ist ein ehemaliger Kornspeicher aus dem Jahr 1913, der von 1993 bis 1995 im Masterplan von Norman Foster umgebaut wurde und inzwischen als Büro- und Dienstleistungsgebäude genutzt wird.

Schwanentorbrücke mit Kontorhaus

Der unter Denkmalschutz stehende 48 m lange Getreidespeicher der Rheinisch Westfälischen Speditionsgesellschaft RWSG aus dem Jahr 1935 wird nach den Plänen von Ortner + Ortner Baukunst für das Landesarchiv Nordrhein-Westfalen zum größten Archivgebäude Deutschlands umgebaut. Dazu wird das Speichergebäude um einen 76 Meter hohen Archivturm und einen rund 160 Meter langen sechsgeschossigen Neubau in Wellenform ergänzt. Die Bauarbeiten haben vor kurzem erst begonnen, die Fertigstellung ist für Ende 2012 geplant.

Denkmalgeschützter RWSG-Speicher

Im 5-stöckigen Mühlen- und Speicherkomplex der Duisburger Mühlen AG (vormals Rosiny Mühlen AG) aus dem Jahr 1902 ist heute das Kultur- und Stadthistorische Museum untergebracht. Es beherbert u.a. die „Schatzkammer“, in der zahlreiche Karten, Atlanten und sogar zwei Originalgloben des Kartographen Gerhard Mercator ausgestellt sind.

Am Kultur- und Stadthistorischen Museum

Die „unscheinbare“ Fußgängerbrücke über das Hafenbecken ist die erste höhenverstellbare Hängebrücke der Welt. Die Einzelteile sind durch Gelenke beweglich miteinander verbunden, und indem die Pylonen durch Hydraulikzylinder landeinwärts gezogen werden wölbt sich die Brücke bis zu acht Meter gegenüber dem Normalzustand nach oben, um Schiffen die Durchfahrt zu gewähren. Der Buckel hat im angehobenen Zustand eine Höhe von 9,20 Meter.

Fußgängerbrücke vor dem Bürokomplex „Five Boats“

Nach den Plänen des britischen Architekten Sir Nicholas Grimshaw (* 9. Oktober 1939 in Hove am Ärmelkanal, East Sussex) ist der Bürokomplex „Five Boats“ entstanden, dessen ovale Form der fünf einzelnen „Bootskörper“ und die Auffächerung nebeneinander aus fast allen Büros einen Ausblick auf den Innenhafen ermöglicht.

Marina und der Bürokomplex „Five Boats“

Land Art-Künstler Dani Karavan (* 7. Dezember 1930 in Tel Aviv) hat bewusst herausgearbeitete Überreste der ehemaligen Bebauung als Gestaltungsmerkmale für den „Garten der Erinnerung“ – auch Altstadtpark genannt – genutzt.

Überreste der ehemaligen Bebauung im Altstadtpark

Nach den Plänen des Hamburger Architekturbüros BRT (Bothe, Richter und Teherani), das sich von einem Katamaran inspirieren ließ, entstand der Gebäudekomplex „H²-Office“, wobei der H-förmige Grundriss für die Namensgebung verantwortlich ist.

H²-Office

Im westlichen Speichergebäude der 1896 von der jüdischen Familie Cohen errichteten Werhahn-Mühle befindet sich das LEGOLAND® Discovery Centre Ruhrgebiet.

Am LEGOLAND® Discovery Centre Ruhrgebiet

Das dreiflügelige Gebäude der „Küppersmühle“ stammt aus dem Jahr 1908, der Mühlenbetrieb wurde 1972 stillgelegt. Die Basler Architekten Herzog & de Meuron haben das ehemalige Mühlen- und Speichergebäude mit seiner historischen Backsteinfassade 1997-1999 zu einem dreistöckigen Haus für die Kunst umgestaltet. Ein spektakulärer Erweiterungsbau in Form eines auf die Röhren des Stahlsilos scheinbar freischwebend aufgesetzten rechteckigen Kubus kann jedoch nicht wie geplant im Jahr der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 fertiggestellt werden.

Küppersmühle

Am Innenhafen sind drei Grachten angelegt worden, die dem neuen Wohnquartier ein besonderes Flair verleihen und dem Abfluss des Niederschlagwassers von Dächern und Grundstücken in das Hafenbecken dienen.

Seerosen in der Speichergracht

Zur Abendstunde versammeln sich vornehmlich jüngere Leute im Altstadtpark, um den Sonnenuntergang zu zelebrieren.

Sonnenuntergang am Innenhafen

Auch nach Sonnenuntergang hat der Innenhafen jede Menge zu bieten. Viele der historischen und neu entstandenen Gebäude sind illuminiert.

Küppersmühle und Werhahn-Mühle

MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst

Schwanentorbrücke mit Kontorhaus

Eine Vielzahl von Gastronomiebetrieben lädt in den Sommermonaten zum Verweilen im Freien ein.

H²-Office

Nachts erleuchten die vier hinteren Quertrakte des Bürokomplex „Five Boats“ mittels LED-Technik in unterschiedlichen Farben und strahlen dabei die „Bootskörper“ an.

Bürokomplex „Five Boats“

Bürokomplex „Five Boats“

Vom Portsmouth-Damm, der das östliche Hafenbecken pegelunabhängig vom pegelstandabhängigen Westteil des Innenhafens abtrennt, sieht man über den Altstadtpark hinweg den Stadtwerke-Turm und die Salvatorkirche in der Innenstadt.

Überreste der ehemaligen Bebauung im Altstadtpark, Stadtwerke-Turm und Salvatorkirche

Der aufgehende Mond verleiht dem Globus im Altstadtpark einen ganz besonderen Glanz.

Künstlerischer Globus im Schein des Mondlichts

Mittwoch, 23. Juni 2010

Starke Orte: Der Kunstkanal im Landschaftspark

Das Netzwerkprojekt setzt im Landschaftspark Duisburg-Nord einen neuen Akzent

Landschaftspark Duisburg-Nord

Den Landschaftspark rund um ein stillgelegtes Hüttenwerk in Duisburg-Meiderich, der im Rahmen der IBA (Internationale Bauausstellung Emscher Park) entstand und im Sommer 1994 zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt und zugänglich gemacht wurde, hatte ich bereits in einem früheren Blogeintrag vorgestellt. Bereits am 30. April 2010 wurde der Kunstkanal im Rahmen des Projekts „Starke Ort – Kunst im Revier“ und damit der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 eröffnet, dessen Objekte noch bis 19. September 2010 an der Emscherpromenade entlang des Klarwasserkanals zu sehen sind.

Die Organisation des Kunstkanals im Landschaftspark hat der Duisburger Künstlerbund übernommen. Insgesamt sieben Künstler haben sich auf ihre Weise mit dem Wandel des Hüttenwerkes von einer industriellen Produktionsstätte zu einem Ort der Freizeit und Erholung, aber auch der Erinnerung auseinandergesetzt, und zeigen ihren Beitrag zur Gestaltung des Landschaftsparks. Zu dem Projekt ist ein Katalog erschienen.

„Seelenwächter“ von Barbara Abendroth

„Kunstpflanzen“ von Marlies Backhaus


„Segel“ von Sigrid Beuting

„Nummer 3“ von Ulrich Krämer

„Insel der Seligen“ von Roger Löcherbach

„Die Würfel sind gefallen“ von Erika Post

„Gelber Blitz“ und „Ich muss weg“ von Jörg W. Schirmer

Natürlich gibt es neben der Kunst auch jede Menge Natur, die es nicht zu übersehen gilt.

Am Ufer des Klarwasserkanals

Ein kleines „Schmankerl“ und ebenfalls eine Entdeckung wert ist die Prämonstratenserabtei St. Johann im Duisburger Stadtteil Alt-Hamborn. Die ursprüngliche Klosteranlage der Abtei Hamborn wurde bereits 1136 gegründet und 1170 zur Abtei erhoben.

Die Klosterkirche

Der Kreuzgang der Abtei stammt aus verschiedenen Bauepochen und wurde 2008 restauriert. Im überwölbten Nordflügel findet man noch den historischen Baubestand der romanischen Erbauungszeit aus dem 12. Jahrhundert.

Nordflügel des Kreuzgangs