Sparda-Familientag im Museum Folkwang in Essen

Wer aus mehr als einem halben Meter Entfernung die Beschriftungen an den Wänden lesen kann, ist klar im Vorteil

Am Sonntag, 26. Juni 2022 hatte das Museum Folkwang zum Sparda-Familientag eingeladen. Im Zeichen der aktuell laufenden Ausstellung „We Want You! Von den Anfängen des Plakats bis heute“ fanden verschiedene Führungen und Workshops für Groß und Klein statt. Von 14 bis 18 Uhr konnten Kinder und Erwachsene herausfinden, was das Plakat zu einem Hingucker macht. Die Teilnahme und der Besuch der Ausstellung waren kostenlos, der Besuch der ständigen Sammlung ist seit Sommer 2015 dank Förderung durch die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung kostenlos. Daneben gab es am Familientag eine Kuratorinnen-Führung für Erwachsene durch die Ausstellung Hanna-Maria Hammari: Après moi, le déluge. Im Rahmen der 6 ½ Wochen-Reihe präsentiert die Künstlerin Hanna-Maria Hammari (* 1986 in Tornio, Finnland, lebt und arbeitet in Frankfurt am Main) eine eigens für die Ausstellung im Museum Folkwang produzierte Rauminstallation. Der Sparda-Familientag, die Ausstellung „We Want You! Von den Anfängen des Plakats bis heute“ sowie das Programm 6 ½ Wochen werden von der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West gefördert.

Museum Folkwang in Essen

Wer in ein Museum geht, möchte sich wahrscheinlich in erster Linie die Exponate anschauen. Aber vielleicht interessiert sich der ein oder andere auch dafür, um was es sich bei den Exponaten handelt. Darüber geben regelmäßig Beschreibungen an den Wänden in der Nähe der Exponate Auskunft. Das ist auch im Museum Folkwang so. Allerdings ist lt. Hausordnung ein Abstand von mindestens 50 cm zu den ausgestellten Kunstwerken einzuhalten. Bei Nichteinhaltung des Mindestabstands wird ein stummer Alarm ausgelöst, der die Sicherheitskräfte informiert, so dass diese herbeigelaufen kommen und die Besucher auffordern, mehr Abstand zu den Wänden einzuhalten.

Museum Folkwang in Essen, Detail

Die ideale Leseentfernung beläuft sich bei erwachsenen Personen auf etwa 35 bis 45 cm, auch mit Fern-, Lese- oder Gleitsichtbrille, bei normalsichtigen Menschen beträgt die deutliche Sehweite etwa 25 cm. Also deutlich weniger als der geforderte Mindestabstand. Ich habe keine Lösung für diesen Widerspruch, empfand es aber als ausgesprochen unbefriedigend, die Beschreibungen an den Wänden aus mehr als einem halben Meter Entfernung nicht deutlich erkennen zu können. Von der Unruhe, die die eilig herbeilaufenden Sicherheitskräfte mit sich bringen, ganz zu schweigen.

Neben der stilistischen Entwicklung des Plakats lenkt die Ausstellung „We Want You! Von den Anfängen des Plakats bis heute“ die Aufmerksamkeit auf die Präsentationsformen des Plakats: Vom „wilden Kleben“ über die Litfaßsäule bis in die digitale Gegenwart und in die Zukunft des Plakats wird ein kultur- und medienhistorischer Blick auf die Welt der Werbung geworfen. Typische Werbeträger von der Litfaßsäule und Großfläche bis zur Videostele werden im Original ausgestellt. Ein Kapitel präsentiert verschiedene Möglichkeiten, wie sich mittels App oder filmischer Umsetzung Standbilder hin zu Bewegtbildern interpretieren lassen und so neue Sichtweisen auf einzelne Gestaltungselemente geboten werden. Die Ausstellung zeigt wichtige Exponate von u.a. Lucian Bernhard, Isolde Baumgart, Hans Hillmann, Alfons Maria Mucha, Henri de Toulouse-Lautrec und Charles Paul Wilp. Doch wie heißt es so schön, ein Bild sagt mehr als tausend Worte, daher an dieser Stelle genug der Worte.

Kommentare