Baustellen-Radtour Nord

Eine geführte Fahrradtour in den Essen Norden – fast ohne Baustellen

Auch in diesem Jahr werden im „Essener Fahrrad-Kalender 2022“ wieder zwei so genannte Baustellen-Radtouren angeboten, wovon die erste „über die Baustellen in den Essener Norden“ am Sonntag, 12. Juni 2022 stattgefunden hat. (Die Baustellen-Radtour Süd soll am 21. August 2022 stattfinden.) Welche Baustellen dabei angefahren werden sollten, steht allerdings nicht im „Essener Fahrrad-Kalender 2022“, es handelt sich also um die sprichwörtliche „Katze im Sack“. Veranstalter waren die Essener Fahrrad-Initiative (EFI) und der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e. V. (ADFC), Kreisverband Essen.

Eickhaus, Willy-Brandt-Platz

Treffpunkt war um 11.00 Uhr auf dem Willy-Brandt-Platz, wo sich in Anbetracht der guten Wettervorhersage eine beträchtliche Anzahl von Teilnehmern eingefunden hatte. Nach Erläuterungen zum Fahrradfahren im Verband gem. §27 StVO, zur Baustelle Königshof und der geplanten Erweiterung des 1913 bis 1915 nach Plänen des Architekten Georg Metzendorf errichteten Eickhauses ging es zunächst zum Berliner Platz, wo sich augenblicklich im Rahmen von „Folkwang und die Stadt“ das „Eco-Village“ befindet. Zu dumm, dass alle Ausstellungsorte von „Folkwang und die Stadt“ Dienstag bis Sonntag von 12 bis 20 Uhr zu besuchen sind, und das bereits seit 21. Mai 2022. Da darf man sich also nicht wundern, dass das „Eco-Village“ gegen 11.30 Uhr noch geschlossen ist.

Baustelle Königshof, Willy-Brand-Platz

„Folkwang und die Stadt“, Berliner Platz

„Folkwang und die Stadt“, „Eco-Village“ Berliner Platz

Die Schafe in der grünen mitte essen hatten sich natürlich auch im Stall verkrochen, und für den Bahnsteig am Bahndamm der ehemaligen Rheinischen Bahn an der Altenessener Straße im Rahmen von „Folkwang und die Stadt“ gelten ebenfalls die erwähnten Besuchszeiten. Allein die auf dem Parkplatz an der Kleinen Stoppenberger Straße gegebenen Erläuterungen zur Situation auf dem Bahndamm der ehemaligen Rheinischen Bahn und zur Brücke über die Gladbecker Straße lassen erahnen, dass der Radschnellweg Ruhr (RS1) dort auf absehbare Zeit nicht realisiert wird.

„Folkwang und die Stadt“, Bahnsteig am Bahndamm der ehemaligen Rheinischen Bahn an der Altenessener Straße

Rahmfeld

In der Siedlung Rahmfeld in Altenessen-Süd wurden vor einigen Jahren Bestandswohnungen modernisiert. Es gibt sogar eine Ladesäule für Elektroautos. Auf dem zugehörigen Parkplatz war natürlich ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor abgestellt. Allein, was hilft eine Ladesäule für so viele Wohnungen?

Rahmfeld

Folkwang Universität der Künste, Quartier Nord, Martin-Kremmer-Straße

Auf der Brachfläche auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein zwischen den Bestandsgebäuden von Schacht 1/2/8 und dem Quartier Nord der Folkwang Universität der Künste sollte bereits ein Hotel errichtet werden, doch der Großinvestor aus Saudi Arabien sprang ab, nun ein nationales Zentrum für Fotografie, wobei das auch noch nicht in trockenen Tüchern ist. Bereits 2019 wurden 41,5 Millionen Euro vom Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages für einen Standort in Düsseldorf freigegeben, eine Machbarkeitsstudie favorisiert Essen als Standort, und die Entscheidung liegt augenblicklich in Berlin. Wenn es schlecht für Essen läuft, bekommt Düsseldorf den Zuschlag für das Bundesinstitut für Fotografie, und für die Brachfläche darf wieder nach einer neuen Verwendung gesucht werden. Eine Baustelle ist dort jedenfalls noch nicht in Sicht.

Folkwang Universität der Künste, Quartier Nord, Martin-Kremmer-Straße

Bei dem Hain der Menschenrechte in Stoppenberg handelt es sich ebenfalls nicht um eine Baustelle, sondern um Bäume, die für die 30 Artikel der Menschenrechtscharta der Vereinten Nationen stehen sollen. Und die sind bereits im Rahmen der Grünen Hauptstadt Europas – Essen 2017 angepflanzt worden.

Hain der Menschenrechte, Im Mühlenbruch

Abrissarbeiten auf dem ehemaligen RWE-Areal an der Huyssenallee, im Hintergrund das Hochhaus Kruppstraße 5 (1961) und der RUHR Tower (1961)

Baustelle Huyssen Quartier Essen, Huyssenallee, Wohnhochhaus „PHIL“

Die Messe Essen als Ziel der Baustellen-Radtour Nord befindet sich in Rüttenscheid, einem südlich der Innenstadt gelegenen Stadtteil von Essen. Die komplette Modernisierung mit dem Neubau des 2.000 Quadratmeter großen Glasfoyers am Eingang Ost wurde bereits im September 2019 abgeschlossen. Auf dem Weg dorthin wurden tatsächlich zwei Baustellen an der Huyssenallee im Südviertel passiert, die Abrissarbeiten auf dem ehemaligen RWE-Areal und der Neubau des Huyssen Quartier Essen mit dem Wohnhochhaus „PHIL“, die aber beide keines Blickes gewürdigt wurden.

Messe Essen, Norbertstraße

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