Gaudium.2018 – Das Museumsfest rund um Schloss Horst

Leben und Arbeiten (und Feiern) im ausgehenden Mittelalter und der Renaissance

Schloss Horst (2011)

Das historische Museumsfest „Gaudium“ (lateinisch für Freude, Vergnügen) ließ am Samstag, 9. Juni und Sonntag, 10. Juni 2018 bereits zum siebten Mal die Lebenswirklichkeit der damaligen Zeit in Gelsenkirchen wieder auferstehen. Im Mittelpunkt des Festes steht das Museum Schloss Horst. Der lebendige Einblick in die Geschichte des ausgehenden Mittelalters und der Renaissance war von Anfang an Sinn und Zweck des Museums und ist das erklärte Ziel der verschiedenen Reenactement-Gruppen, die im Schlosspark lagern und den Alltag der Menschen während der unterschiedlichen Entwicklungsphasen des Schlosses und der Vorgängerburgen vom frühen 12. bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts lebendig werden lassen.

Museum Schloss Horst, Moses-Statue aus der Bekrönung des Auferstehungskamins im Ergeschoss des Schlosses (Replik), 1560/70

Das Museum Schloss Horst mit seiner Dauerausstellung „Leben und Arbeiten in der Renaissance“ war an beiden Tagen ebenfalls bei freiem Eintritt zu besuchen (sonst 3 Euro). Der Aus­stellungs­rund­gang nimmt die Besucher mit auf eine Zeitreise in das Jahr 1565 auf die Schlossbaustelle.

Museum Schloss Horst, Schlossbaustelle im Jahr 1565

Museum Schloss Horst, Schlossbaustelle im Jahr 1565

Museum Schloss Horst, „Leben und Arbeiten in der Renaissance“

Museum Schloss Horst, „Emscherbrücher Dickkopp“, Erzähl’ mir keinen vom Pferd

Ein weiterer Themenbereich ist das „Adlige Leben im Emscherbruch“ mit dem Fang und der Zucht der wild lebenden Pferde im Emscherbruch bis zum Arbeitszimmer von Schlossherr Rutger von der Horst mit den Themen, für die sich ein Adliger der damaligen Zeit interessiert hat.

Museum Schloss Horst, Arbeitszimmer von Schlossherr Rutger von der Horst

Museum Schloss Horst, Erdglobus nach Gerhard Mercator

Schloss Horst, Kaminzimmer

„Historische Druckwerkstatt“ in der Vorburg, Nachbau einer Gutenberg-Presse

In der vom gemeinnützigen Verein „Historische Druckwerkstatt, Offizin Schloss Horst Gelsen­kirchen“ betriebenen historischen Druckwerkstatt in der Vorburg des Schlosses lässt sich die Entwicklung des Buchdrucks von Johannes Gutenberg, dem Erfinder des modernen Buchdrucks, bis zum Offsetdruck anhand ausgewählter Beispiele nachvollziehen.

„Historische Druckwerkstatt“ in der Vorburg

„Historische Druckwerkstatt“ in der Vorburg

„Historische Druckwerkstatt“ in der Vorburg, Heidelberger Tiegel

„Gaudium.2018“, „Gestalten mit Ton“, Gestalten aus Ton

„Gaudium.2018“, Seilerei

Ein großes Ritterturnier spätmittelalterlichen Stils und der mittelalterliche Markt bereichern das Gaudium.2018. Den in der Programmbroschüre angekündigten „Feuerritt“ habe ich allerdings bei beiden Ritterturnieren am Samstag nicht gesehen. Die Präsentation des osmanischen Feldlagers mit der dazugehörenden Darstellung des orientalischen Lebens während der Mitte des 16. Jahrhunderts durch den Deutsch-Türkischen Freundeskreis Gelsenkirchen in Zusammenarbeit mit dem Institut für interkulturelle Musik und Bühnenkünste e. V. soll in Deutschland einmalig sein. Die Sache hat nur einen Haken: Das Gaudium.2018 ist ein Fest von Menschen für Menschen mit Menschen, und wenn man diese Menschen fotografierte, fallen personenbezogene Daten an. Nachtigall, ick hör dir trapsen. Die Akteure haben sich zwar bereitwillig für andere Besucher in Positur gebracht, aber wie es aussah, wurden sie von niemanden auf die Verarbeitung ihrer personenbezogenen Daten hingewiesen und über ihre Rechte aufgeklärt… Vielleicht gibt es ja bis zum nächsten „Gaudium.2020“ diesbezüglich wieder Rechtssicherheit.

„Gaudium.2018“, Falknerei „Eulenbann und Federspiel“

„Gaudium.2018“, Met

„Gaudium.2018“, Baumstriezel

„Gaudium.2018“, Schweinerei

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