Das Fossil des Jahres 2018


Jedes Jahr zeichnet die Paläontologische Gesellschaft ein ganz besonderes Fossil mit dem Titel „Fossil des Jahres“ aus. Damit soll der Bedeutung von fossilen Objekten Rechnung getragen und ihre Erforschung durch die Paläontologie – die Wissenschaft von den Lebewesen der Urzeit – stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gebracht werden.

Im Jahr 2018, dem Ende des deutschen Steinkohlenbergbaus, hat die Paläontologische Gesellschaft das Lepidodendron zum „Fossil des Jahres“ gewählt, besser bekannt auch als Schuppenbaum. Der Name verweist auf die rautenförmigen Blattnarben auf der Oberfläche der Stämme und Äste, die ein wenig an Fischschuppen erinnern. Lepidodendron war vor etwa 320 bis 300 Millionen Jahren in Europa und Nordamerika sehr weit verbreitet. Vertreter dieser Gattung sind auf nahezu jeder Steinkohlenhalde zu finden. Dass die Wahl dieses Jahr auf den Schuppenbaum fiel, ist kein Zufall, denn die baumförmigen Lycopsiden stellen mehr als 80 % der Rohmasse, die später in Steinkohle umgewandelt wurde. Das Lepidodendron lieferte sozusagen den Kraftstoff für die Industrialisierung. So ist das Fossil nicht nur von wissenschaftlicher, sondern auch von historischer und wirtschaftlicher Bedeutung.

Das Fossil des Jahres 2018: Lepidodendron. © Ruhr Museum

Als Stellvertreter der weitverbreiteten Lepidodendrone wurde das Exemplar der geologischen Sammlung des Ruhr Museums ausgewählt, das in der Dauerausstellung des Ruhr Museums besichtig werden kann. Eine Rekonstruktion des Baumes ist ebenfalls im Karbondiorama auf der 6-Meter-Ebene des Ruhr Museums zu sehen.

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