41. Internationaler Museumstag 2018

„Netzwerk Museum: Neue Wege, neue Besucher“

Am 13. Mai 2018 waren alle Museen in Deutschland, Österreich und der Schweiz aufgerufen, sich mit besonderen Aktionen am 41. Internationalen Museumstag 2018 zu beteiligen. Im Europäischen Kulturerbejahr 2018 steht der Internationale Museumstag unter dem Motto „Netzwerk Museum: Neue Wege, neue Besucher“. Sowohl im analogen als auch im digitalen Raum präsentieren sich Museen heute vielfältig und kreativ. Sie erproben neue Wege, wecken die Neugierde für ihre Sammlungen, ermöglichen spannende Entdeckungen und befördern Kreativität und Wissen. Sie bilden Netzwerke, informieren und faszinieren auch mit Hilfe moderner Medien und eröffnen damit neue Zugänge zu ihren Themen und zu den ausgestellten Objekten. Damit nehmen sie auch neue Besucher in den Blick, die bislang noch nicht zum Stammpublikum zählen. Sie geben uns die Möglichkeit, über unser kulturelles Erbe ins Gespräch zu kommen und das Gemeinschaftliche und Verbindende unserer europäischen Kultur kennenzulernen.

2017 beteiligten sich 1.765 Museen bundesweit mit knapp 5.000 Aktionen am 40. Internationalen Museumstag. Das hört sich im ersten Augenblick viel an, aber in Deutschland sollen es lt. Deutschem Museumsbund über 6.000 Museen unterschiedlicher Gattungen und in verschiedenen Trägerschaften geben. Somit beteiligten sich 2017 weniger als 30 % aller Museen in Deutschland am Internationalen Museumstag! Dieses Jahr dürften die Zahlen womöglich auch nicht grundlegend anders aussehen.

So weit, so gut. Allerdings hat die Sache ein paar ganz entscheidende Haken. Schaut man sich die vom Deutschen Museumsbund gepflegte Datenbank zum Internationalen Museumstag an, so findet man dort nur einen Bruchteil der Museen in Deutschland, und leider auch nicht alle Museen, die sich mit Aktionen am Internationalen Museumstag beteiligen. So bleibt es also dem geneigten Museumsbesucher selbst überlassen, herauszufinden, ob und wie sich das „Museum seiner Wahl“ am Internationalen Museumstag beteiligt. Dann ist da noch die Sache mit dem Eintritt: Der Internationale Museumstag verfolgt das Ziel, auf die Bedeutung und die Vielfalt der Museen aufmerksam zu machen. Gleichzeitig ermuntert er die Besucherinnen und Besucher, die in den Einrichtungen bewahrten Schätze zu erkunden. Daher ist der Eintritt in die Museen an diesem Tag in der Regel frei. (Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel.) Die Kritik wird an dieser Stelle womöglich nicht gelesen, dennoch werde ich nicht müde, auf diesen Punkt hinzuweisen.


DRK-Museum Essen

DRK-Museum Essen

In den Räumen der DRK-Kreisgeschäftsstelle Essen wurde 1990 ein Rotkreuz-Museum eingerichtet, das auch einen Einblick in die interne Geschichte des DRK-Kreisverbandes Essen e. V. gibt. Über 5.000 Exponate vermitteln einen Eindruck von der Entwicklung der technischen Möglichkeiten zur Rettung von Menschenleben in den letzten 100 Jahren sowie von früheren Behandlungsmethoden. So ist beispielsweise ein Dräger-Pulmotor zu sehen, ein Gerät zur Beatmung mittels Maske, welches seit 1908 vom Drägerwerk produziert und bei verunfallten Bergleuten, zur Hilfe bei Stromunfällen oder Ertrunkenen empfohlen wurde. Pulmotoren wurden in modifizierter Form bis weit in das 20. Jahrhundert hinein verwendet. Mit der Entwicklung von elektrisch bzw. elektronisch gesteuerten Beatmungsgeräten verlor der Pulmotor an Bedeutung.

DRK-Museum Essen, Pulmotor, historisches Notfallbeatmungsgerät

DRK-Museum Essen

Die ausgestellte Fernmeldezentrale aus den 1950er-Jahren soll nach Aussage der ehrenamtlich im DRK-Museum Essen tätigen Mitarbeiter innerhalb kurzer Zeit wieder in Betrieb zu nehmen sein. Man weiß ja nie, wofür es einmal gut ist…

DRK-Museum Essen, Fernmeldezentrale

Das DRK-Museum Essen hat regelmäßig Dienstag und Donnerstag von 9.30 Uhr bis 12 Uhr geöffnet und ist auch außerhalb der nor­malen Öffnungszeiten erreich­bar.


Bergbau- und Heimatmuseum im Paulushof, Essen

Bergbau- und Heimatmuseum im Paulushof

Das Bergbau- und Heimatmuseum im Paulushof der evangelischen Kirchengemeinde in Essen-Heisingen ist kurz nach dem Bau des Altenzentrums Paulushof im Jahr 1984 entstanden. Der Museumskreis Essen-Heisingen hat die Sammlung seit der Fertigstellung des Paulushofes ohne öffentliche Unterstützung aufgebaut. Mit zahlreichen Exponaten wird die Geschichte des Bergbaus in Heisingen von seinen Anfängen im 16. Jahrhundert bis zum modernen Tiefbau dargestellt. Das Museum ist als Erinnerung an die 1973 stillgelegte Zeche Carl Funke und die Menschen gedacht, die dort gearbeitet haben.

Bergbau- und Heimatmuseum im Paulushof

Bergbau- und Heimatmuseum im Paulushof, Schnupftabakdosen

Bergbau- und Heimatmuseum im Paulushof, „Teufkübel“

Bergbau- und Heimatmuseum im Paulushof

Bergbau- und Heimatmuseum im Paulushof, Modell der Zeche Carl Funke

Bergbau- und Heimatmuseum im Paulushof, Kohlenhobel mit Kettenförderer (Originalteile mit künstlicher Kohlenfront)

Das Heimatmuseum beschäftigt sich mit der Geschichte Heisingens seit 796. Das Bergbau- und Heimatmuseum im Paulushof kann bei Anmeldung an der Rezeption des Altenzentrums täglich von 10 Uhr bis 18 Uhr besichtigt werden.


Kunsthalle Recklinghausen

Kunsthalle Recklinghausen, Blick in die Ausstellung «auf» – Gert & Uwe Tobias

Die Zwillingsbrüder Gert & Uwe Tobias (* 1973 in Brașov, Rumänien; leben und arbeiten Köln) konzentrieren sich im Rahmen des Ausstellungsprojektes „Kunst & Kohle“ in ihrer Ausstellung «auf» in der Kunsthalle Recklinghausen auf großformatige Holzschnitte und keramische Objekte. Dabei bezieht sich «auf» auf den verkürzten Bergarbeitergruß „Glückauf“. Wie in einem Bergwerk fahren die Besucher durch einen Tunnel in den Recklinghäuser Kulturbunker ein, an dessen Ende man vor einem verstörenden Bild der heiligen Barbara steht, zumindest deutet die Grubenlampe darauf hin. Zum Ende des Rundgangs durch die Ausstellung kehrt man in die Welt über Tage zurück. Eine merkwürdige Analogie, wenn man bedenkt, dass man sich in einem ehemaligen Luftschutzbunker befindet, in dem man durch meterdicke Betonwände von der Außenwelt getrennt ist.

Kunsthalle Recklinghausen, Blick in die Ausstellung «auf» – Gert & Uwe Tobias

«auf» – Gert & Uwe Tobias ist vom 6. Mai bis 16. September 2019 in der Kunsthalle Recklinghausen zu sehen. Der Eintritt war am Internationalen Museumstag frei, er beträgt regulär 6 Euro, ermäßigt 3 Euro. Die Kunsthalle Recklinghausen hat Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

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