„Wesel und die Niederrheinlande. Schätze, die Geschichte(n) erzählen“

Sonderausstellung im LVR-Niederrheinmuseum Wesel

2015 schloss das damalige Preußenmuseum NRW nach knapp 18 Jahren Betrieb die Türen. Sanierungen und Veränderungen standen an – äußerlich und inhaltlich. Und nicht zuletzt ging damit auch ein Trägerwechsel einher. Mit der Eröffnung des Museums als LVR-Niederrheinmuseum Wesel am 18. März 2018 sind die Veränderungen auch in der Ausstellung „Wesel und die Niederrheinlande. Schätze, die Geschichte(n) erzählen“ zu erkennen. „Das Museum hat seinen Blick auf den gesamten Niederrhein geweitet und wird künftig die Bedeutung der Region unter allen relevanten kunst-, architektur-, kultur und landesgeschichtlichen Facetten darstellen. Dabei wird der niederländische Raum und Europa eine wichtige Rolle spielen“, erklärte Milena Karabaic, LVR-Dezernentin Kultur und Landschaftliche Kulturpflege.

„Wesel und die Niederrheinlande. Schätze, die Geschichte(n) erzählen“, Großpanorama „Das Leben auf dem Großen Markt zu Wesel im 16. Jahrhundert“. Zu sehen sind die prächtigen Fassaden der Häuser reicher Bürgerinnen und Bürger. Oder das Rathaus mit seiner Fassade nach Vorbildern aus Flandern und Brabant. Den Platz beherrscht jedoch die mächtige Willibrordkirche. Sie hat im frühen 16. Jahrhundert mit fünf Kirchenschiffen gerade ihren größten Ausbau erreicht: die letzte Blüte des gotischen Sakralbaus am Niederrhein. Die Abbildung des historischen Marktes ist historisch belegt – so etwa sah es im 16. Jahrhundert aus.

„Wesel und die Niederrheinlande. Schätze, die Geschichte(n) erzählen“, Großpanorama „Das Leben auf dem Großen Markt zu Wesel im 16. Jahrhundert“, Detail

Ein sichtbarer Beleg ist die Ausstellung, die Museumsdirektor Dr. Veit Veltzke so zusammengefasst hat: „Entlang der Vielzahl der Exponate und der mit ihnen verbundenen Geschichte(n) erhalten die Museumsgäste eine Vorstellung davon, wie man sich die Beziehungen im grenzüberschreitenden Kulturraum der Niederrheinlande vorstellen muss, der den Unteren Niederrhein, die Niederlande, Flandern und Brabant umfasste. Wir verstehen, wie dieser Raum die Identität der Menschen und ihre persönlichen Schicksale prägte. Und letztlich geht es um ganz aktuelle Themen wie Flucht und Migration“.

„Wesel und die Niederrheinlande. Schätze, die Geschichte(n) erzählen“, Blick in die Ausstellung

„Wesel und die Niederrheinlande. Schätze, die Geschichte(n) erzählen“, Blick in die Ausstellung

Verantwortlich für die Baumaßnahme, die rund 5,24 Mio Euro kostete, war das Land Nordrhein-Westfalen. „Als zukünftiger Träger hatten wir ein vitales Interesse an der Beseitigung der Mängel und haben daher die Sanierung intensiv begleitet“, machte Detlef Althoff, LVR-Dezernent Gebäude- und Liegenschaftsmanagement, Umwelt, Energie, RBB, deutlich. Thomas Stölting, Fachbereichsleiter in diesem Dezernat ergänzte: „Dabei ging es im Wesentlichen darum, bestehende Mängel zu beseitigen. Das bedeutet, dass nicht alt gegen neu getauscht worden ist, sondern mangelhaftes und defektes gegen mängelfreies und funktionierendes Material oder Inventar ausgewechselt worden ist.“

„Wesel und die Niederrheinlande. Schätze die Geschichte(n) erzählen“, Standbild St. Willibrord, Entwurf Petrus Josephus Cuypers, Atelier Cuypers/Stoltzenburg, 1877, Roermond, St. Walburgiskirche, Netterden, Niederlande

„Wesel und die Niederrheinlande. Schätze, die Geschichte(n) erzählen“, Büste Friedrichs des Großen, unsignierte Replik nach Johann Gottfried Schadow, um 1880

„Wesel und die Niederrheinlande. Schätze, die Geschichte(n) erzählen“, Das Verhör in Wesel, plastische Gruppe mit König (rechts) und Kronprinz, dazwischen General von der Mosel, Hersteller unbekannt, um 1820

„Wesel und die Niederrheinlande. Schätze, die Geschichte(n) erzählen“, Heilige Lucia, Meister Arnt Beeldesnider, um 1480, Kalkar, Zwolle

„Wesel und die Niederrheinlande. Schätze, die Geschichte(n) erzählen“, Spätgotischer Marienaltar, unbekannter Meister, Niederdeutsch, um 1490. Im Mittelteil die Mutter Gottes umgeben vom heiligen Andreas und dem heiligen Georg mit dem Drachen

„Wesel und die Niederrheinlande. Schätze, die Geschichte(n) erzählen“ ist bis 14.Oktober 2018 im LVR-Niederrheinmuseum zu sehen. Das Museum ist Dienstag bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt für Erwachsene 4,50 Euro, ermäßigt 3,50 Euro, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren haben freien Eintritt. An jedem ersten Freitag im Monat ist der Eintritt frei.

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