Schwertransport für den Frieden

Dessauer Friedensglocke kommt für die Ausstellung „Frieden. Von der Antike bis heute“ nach Münster

Mit der Friedens- und Freiheitsglocke Dessau kommt ein Ausstellungsstück vor das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster, das deutsche Geschichte geschrieben hat. Anlässlich der Ausstellung „Frieden. Von der Antike bis heute“ (28. April bis 2. September 2018) ist die Glocke in den nächsten Monaten vor dem Eingang am Domplatz zu sehen.

Die Friedensglocke auf dem Platz der Deutschen Einheit vor dem Rathaus in Dessau

Als Zeichen des Friedens und der Freiheit hängt die Glocke seit 2002 auf dem Platz der Deutschen Einheit in der Innenstadt von Dessau. Erstmals verlässt jetzt die Glocke ihren geschichtsträchtigen Ort und kommt während der Laufzeit der Ausstellung nach Münster. Das vier Tonnen schwere Exponat besteht aus Hunderten von Waffen (1250 Sturmgewehre, 174 Maschinengewehre, 87 Panzerbüchsen und 171 Pistolen) der Nationalen Volksarmee der ehemaligen DDR. 1990 überrollte ein Panzer die Waffen und machte sie dadurch unschädlich. Der eingeschmolzene Waffenstahl wurde 2002 durch Spendensammlungen des Kuratoriums „Friedensglocke Dessau e. V.“ nach Entwürfen des Glockengießmeisters Rudolf Perner zu einer Glocke gegossen. Die Inschrift lautet: „Ich läute für Frieden und Freiheit + Ohne Freiheit kein Frieden + Ohne Frieden keine Freiheit + Keine Gewalt“. Diese Worte weisen auf die Wende in der DDR im Herbst 1989 hin.

Die Friedensglocke aus Dessau steht während der Ausstellungslaufzeit vor dem Museumseingang am Domplatz. Die Inschrift der aus eingeschmolzenen Waffen gegossenen Glocke lautet: „Ich läute für Frieden und Freiheit + Ohne Freiheit kein Frieden + Ohne Frieden keine Freiheit + Keine Gewalt“. Im Bild v. l. n. r. Dr. Hermann Arnhold, Direktor LWL-Museum für Kunst und Kultur, Lothar Ehm, Kuratorium Friedensglocke Dessau e. V., Dr. Thomas Flammer, Bistum Münster.
Foto: LWL/Anne Neier

Die Idee zu der ungewöhnlichen Ausleihe hatte das Bistum Münster, einer der fünf Ausstellungspartner, das im Altbau des Museums seine Ausstellung „Frieden. Wie im Himmel so auf Erden?“ zeigt. Der Projektleiter der Bistums-Ausstellung, Prof. Dr. Thomas Flammer: „Die Dessauer Friedensglocke ist ein sichtbares Zeichen für die Ausstellungskooperation, die sich nicht auf die Museumsräume beschränkt, sondern auch im öffentlichen Raum sichtbar wird.“ Der Direktor des LWL-Museums für Kunst und Kultur, Dr. Hermann Arnhold, weist auf die Tradition des Hauses hin, Ausstellungsstücke auch außerhalb der Institution Museum zu zeigen. „Mit der Kunst auf die Vorplätze des Museums zu gehen, kommt bei den meisten Besucherinnen und Besuchern gut an, wie wir bei den Ausstellungen „Henry Moore. Impuls für Europa“ und „Homosexualitäten“ erlebt haben. Es hält das Museum lebendig und offen.“

Seit 16 Jahren ruft die Friedensglocke auf dem Platz der Deutschen Einheit in Dessau zu Friedensgebeten und Diskussionsrunden zu aktuellen politischen Themen ein. „Die Glocke ruft in prägnanter Weise den fragilen historischen Moment vom Ende des SED-Regimes und der trotz aller Spannungen friedlichen Wende ins Bewusstsein“, so Prof. Dr. Thomas Flammer.

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