Picasso zwischen Guernica und Friedenstaube

Ausstellung im Kunstmuseum Pablo Picasso Münster im Rahmen der Kooperationsausstellung „Frieden. Von der Antike bis heute

Vom Spanischen Bürgerkrieg über den Zweiten Weltkrieg bis hin zum Kalten Krieg hat Pablo Picasso die Kriegsschrecken des 20. Jahrhunderts intensiv künstlerisch reflektiert. In der Ausstellung „Picasso – Von den Schrecken des Krieges zur Friedenstaube“ (28. April bis 2. September 2018) zeigt das Kunstmuseum Pablo Picasso Münster seine Auseinandersetzung mit dem Thema Krieg, sein Engagement für den Frieden und die bewegte Rezeptionsgeschichte seiner Werke mit rund 60 Exponaten aus europäischen musealen Sammlungen, darunter Gemälde, Skulpturen und Grafiken.

„Die Ausstellung spannt einen Bogen von Picassos Anti-Kriegsbild „Guernica“ bis hin zu seiner weltberühmten Friedenstaube“, so Museumsleiter und Kurator der Ausstellung Prof. Dr. Markus Müller. „Beide Werke entwickelten sich zu Ikonen der Moderne, die bei Friedensdemonstrationen bis heute immer wieder als Bildzitate Verwendung finden.“

„Picasso – Von den Schrecken des Krieges zur Friedenstaube“, Anonym, 1. September Friedenstag, 1949, Plakat Sachsenverlag, Druckerei und Verlagsgesellschaft mbH, Dresden. Deutsches Plakatmuseum im Museum Folkwang Essen

Fotografien von Picassos Lebensgefährtin Dora Maar geben dem Ausstellungsbesucher einen spannenden Einblick in die Entstehungsgeschichte des Jahrhundertgemäldes „Guernica“, in dem Picasso die Schrecken des Spanischen Bürgerkrieges bildgewaltig einfängt. In seiner überlebensgroßen, während des Zweiten Weltkrieges in Paris entstandenen Skulptur „Mann mit Schaf“ hingegen schöpft Picasso aus alten Bildtraditionen und verweist auf den Holocaust. Er liefert hiermit einen künstlerischen Gegenentwurf zur Ästhetik der nationalsozialistischen Besatzer.

Picassos politisches Engagement für die Ziele der Friedensbewegung in der Nachkriegszeit ist ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung. Er schuf nach seinem Eintritt in die Kommunistische Partei Frankreichs verschiedene Versionen seiner „Friedenstaube“, die weltweit als Motiv für Friedensplakate genutzt und gleichzeitig von der Propaganda der Sowjetunion sowie der DDR instrumentalisiert wurden.

Im Rahmen des musealen Kooperationsprojektes „Frieden. Von der Antike bis heute“ zeichnet die Präsentation das faszinierende Porträt eines politischen Picassos, dessen künstlerische Beiträge zu Krieg und Frieden zwischen Widerstand und Vereinnahmung, zwischen Protest und Propaganda standen und stehen. Abgerundet wird die Präsentation durch Arbeiten der zeitgenössischen Künstlerinnen Tatjana Doll und Renata Jaworska, die Picassos Werk aus der Perspektive der Gegenwart interpretieren und weiterdenken.

Das Kunstmuseum Pablo Picasso Münster hat Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr geöffnet, anlässlich des Katholikentages 2018 in Münster hat das Museum vom 9. bis 13. Mai 2018 von 10 bis 22 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 10 Euro, ermäßigt 8 Euro. Das Kombi-Ticket „5 × Frieden“ gilt für alle fünf Ausstellungsorte der Kooperationsausstellung „Frieden. Von der Antike bis heute“ und kostet 25 Euro, ermäßigt 16 Euro.

Der Katalog zur Ausstellung „Picasso – Von den Schrecken des Krieges zur Friedenstaube“ ist für 19 Euro an der Museumskasse erhältlich (Sandstein Verlag, 120 Seiten, 98 meist farbige Abbildungen, deutsch, ISBN 978-3-95498-386-5). Zur Ausstellung „Frieden. Von der Antike bis heute“ erscheinen fünf Katalogbände, die auch als Gesamtedition im Schuber (ISBN 978-3-95498-388-9) erhältlich sind.

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