„Frieden. Wie im Himmel so auf Erden?“

Ausstellung des Bistums Münster im Rahmen der Kooperationsausstellung „Frieden. Von der Antike bis heute

Das Bistum Münster beleuchtet mit einem eigenen Ausstellungsteil im Altbau des LWL-Museums für Kunst und Kultur unter dem Titel „Frieden. Wie im Himmel so auf Erden?“ erstmals mit gut 100 hochrangigen und internationalen Leihgaben die Kulturgeschichte des christlichen Friedensideals von der Spätantike bis heute. Auf rund 400 qm trugen die Kuratoren der Ausstellung, Dr. Thomas Fusenig und Viktoria Weinebeck, u. a. Werke des spätgotischen Bildhauers Veit Stoss, des Barockmalers Peter Paul Rubens, der Expressionisten Karl Schmidt-Rottluff und Otto Pankok sowie des Pariser Streetart-Künstlers COMBO, daneben Originalhandschriften von Dietrich Bonhoeffer und Rolf Hochhut zusammen. Etwa 60 Leihgeber aus Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Italien, dem Vatikan und den USA sind beteiligt.

„Frieden. Wie im Himmel so auf Erden?“, Die drei Stände der Christenheit, Bartholomäus d. Ä, um 1535, Bonn, LVR-Landesmuseum

„Unsere Herausforderung besteht darin, zu erläutern, was unter einem christlichen Friedensverständnis zu verstehen ist“, sagt Kurator Dr. Thomas Fusenig. Dazu gehöre „der Glauben an einen jenseitigen, wahren Frieden mit Christus als zentraler Person und der damit verbundene Aufruf an die Friedfertigkeit von Christen“. Neben christlichen Friedensidealen und -ideen werden wichtige historische Aspekte der christlichen Haltungen zu Krieg und Frieden aufgegriffen, um zu zeigen, wie Christen ihrem Anspruch in der Geschichte gerecht wurden oder an ihm scheiterten. „Es war ein Hauptanliegen des Bistums Münster, keine apologetische Ausstellung zu zeigen, sondern bewusst kritische Punkte der Geschichte, die auch zur Ausgrenzung, Verfolgung und Konflikten führten, aufzugreifen“, so Prof. Dr. Thomas Flammer der Projektleiter der Bistumsausstellung.

„Frieden. Wie im Himmel so auf Erden?“, Weihrauchfass des Gozbertus, Köln, um 1100, Trier, Hohe Domkirche Trier, Domschatz

Zu den Besonderheiten der Ausstellung gehört, dass durch eine eigene Kinderebene mit Illustrationen von Barbara Nascimbeni und ein Kinderbuch zur Ausstellung („Der Friedenssucher“, dkv-Verlag) das Thema auch für junge Besucher zugänglich gemacht wird. Zusätzlich wird die Bistumsausstellung ab dem 5. Juni 2018 um Kunstobjekte im öffentlichen Raum ergänzt, welche die „Klasse Löbbert“ (Kunstakademie Münster) mit 15 Installationen rund um und im St.-Paulus-Dom präsentiert.

„Frieden. Wie im Himmel so auf Erden?“, Der Heilige Krieg, Ernst Barlach, in: Kriegszeit – Künstlerflugblätter, Nr. 17, 16.12.1914, Privatsammlung Gerhard Schneider in Olpe und Solingen

Während der Ausstellung „Frieden. Wie im Himmel so auf Erden?“, die im Rahmen der münsterweiten Ausstellung „Frieden. Von der Antike bis heute“ vom 28. April bis 2. September 2018 zu sehen ist, hat das LWL-Museum für Kunst und Kultur von Dienstag bis Sonntag und an den Feiertagen von 10 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Im Mai, Juni und August ist das Museum am zweiten Freitag im Monat (Langer Freitag) bis 22 Uhr geöffnet. Der Eintritt zur Ausstellung „Frieden. Wie im Himmel so auf Erden?“ beträgt 8 Euro, ermäßigt 4 Euro. Am Langen Freitag ist der Eintritt in das Museum und in die Sonderausstellungen frei. Das Kombi-Ticket „5 × Frieden“ gilt für alle fünf Ausstellungsorte der Kooperationsausstellung „Frieden. Von der Antike bis heute“ und kostet 25 Euro, ermäßigt 16 Euro.

Christus zerbricht das Gewehr, Otto Pankok, 1950, Privatsammlung Gerhard Schneider Olpe und Solingen, Zentrum für verfolgte Künste GmbH im Kunstmuseum Solingen, © Otto Pankok Stiftung, Foto: Gerhard Schneider

Zur Ausstellung „Frieden. Wie im Himmel so auf Erden?“ ist ein 288-seitiger Katalog mit 192 meist farbigen Abbildungen im Sandstein Verlag, Dresden erschienen, ISBN 978-3-95498-384-1. Zur Ausstellungskooperation „Frieden. Von der Antike bis heute“ erscheinen fünf Katalogbände im Sandstein Verlag, Dresden, die als Gesamtedition im Schuber erhältlich sind, ISBN 978-3-95498-388-9. Außerdem wird ein Multimedia-Book angeboten.

„Frieden. Wie im Himmel so auf Erden?“, Die Rückkehr vom Kreuzzug, Gipsabguss 2002 (Original: Frankreich, Ende des 12. Jahrhunderts), Mainz, Bischöfliches Dom- und Diözesanmuseum

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