Schwertransporte erreichen die Mischanlage auf der Kokerei Zollverein

Ruhr Museum und Deutsches Bergbau-Museum Bochum bereiten die Gemeinschaftsausstellung „Das Zeitalter der Kohle. Eine europäische Geschichte“ vor

Ab dem 27. April 2018 zeigen das Ruhr Museum und das Deutsche Bergbau-Museum Bochum in der Mischanlage auf der Kokerei Zollverein die große Gemeinschaftsausstellung „Das Zeitalter der Kohle. Eine europäische Geschichte“. Am Mittwoch, 7. März 2018 fand im Zuge der Ausstellungs­vor­bereitungen die Anlieferung und Einbringung einer mannshohen Transportkiste sowie weiterer Großobjekte aus dem Deutschen Bergbau-Museum Bochum statt. Mithilfe eines Krans haben Mitarbeiter des Duisburger Restaurierungsateliers „Die Schmiede“ die Objekte in die Mischanlage eingebracht.

Drei – zwei – eins – lift off!

Ein besonders symbolträchtiges Ausstellungsexponat wird das größte Kohlestück des Ruhrgebiets mit über vier Kubikmetern und sieben Tonnen Gewicht in der oberhalb der Verteilerebene liegenden Kopfstation der Mischanlage darstellen. Es stammt aus jener Zeche, mit deren Schließung Ende 2018 der Steinkohlenbergbau im Ruhrgebiet und in ganz Deutschland sein Ende findet: dem Bergwerk Prosper-Haniel in Bottrop. Das am 1. März 2016 in Handarbeit am Betriebspunkt 525 aus dem 1,60 Meter mächtigen Flöz G2/F gewonnene gigantische Kohlestück ist zudem einer der beiden größten jemals in Deutschland geborgenen Steinkohlebrocken. Dem Vernehmen nach soll sich das Kohlestück in der mannshohen Transport­kiste befunden haben, gesehen hat es am Tag der Anlieferung niemand.

Eine Transportkiste wird in die Kopfstation der Mischanlage eingebracht

Eine Transportkiste wird in die Kopfstation der Mischanlage eingebracht

Eine Transportkiste wird in die Kopfstation der Mischanlage eingebracht

Eine Transportkiste wird in die Kopfstation der Mischanlage eingebracht

Eine Transportkiste wird in die Kopfstation der Mischanlage eingebracht

Die Transportkiste in der Kopfstation der Mischanlage

10 Packen minus 9 Packen

Dampfzylinder der „Feuermaschine“ Saline Königsborn und Druckluft-Grubenlokomotive Typ Troll

Daneben fanden zwei technikgeschichtliche Großobjekte sowie zwei Muldenförderwagen aus dem Deutschen Bergbau-Museum Bochum ihren Platz in der Verteilerebene der Mischanlage. Der vier Tonnen schwere, 3,08 Meter lange Dampfzylinder (Durchmesser 1,05 Meter) mit Kolbenstange der „Feuermaschine“ Saline Königsborn wurde 1792 aus England importiert und dokumentiert den Übergang zum industrialisierten Steinkohlenbergbau. Die erste Dampfmaschine Wattscher Bauart in Westdeutschland hatte eine Leistung von ca. 20 PS und förderte von 1799 bis 1932 Salzsole auf der Saline Königsborn in Unna. Am 7. Juni 1932 wurde die „Feuermaschine“ endgültig stillgelegt, am 15. Oktober 1941 wurde der Kurbetrieb in Bad Königsborn für immer eingestellt.

Druckluft-Grubenlokomotive Typ Troll und zwei Muldenförderwagen

Eine weitere wichtige technische Erneuerung demonstriert die 1,36 Meter hohe, 0,80 Meter breite, 1,64 Meter lange und 1,7 Tonnen schwere Druckluft-Grubenlokomotive Typ Troll mit einer Motorleistung von 4,4 kW. Sie war die erste Abbaulokomotive mit Pressluftantrieb und wurde 1922 auf der Zeche Recklinghausen I in Betrieb genommen. Dort zeigte sich jedoch, dass der Motor zu schwach war. 1926 kam sie deshalb in der Sammlung der Bergschule in Bochum.

Druckluft-Grubenlokomotive Typ Troll

Druckluft-Grubenlokomotive Typ Troll

Druckluft-Grubenlokomotive Typ Troll

Druckluft-Grubenlokomotive Typ Troll

Muldenförderwagen von Zeche Sälzer-Amalie, Essen, um 1900

Muldenförderwagen von Zeche Zollverein, Essen, um 1965

Muldenförderwagen von Zeche Zollverein, Essen, um 1965, auf dem Weg in die Verteilerebene der Mischanlage

Kolbenstange der „Feuermaschine“ Saline Königsborn

Dampfzylinder der „Feuermaschine“ Saline Königsborn

Dampfzylinder der „Feuermaschine“ Saline Königsborn

Ford Taunus 12M in der Trichterebene der Mischanlage

Bereits zu einem früheren Zeitpunkt wurde ein Ford Taunus 12M in die Trichterebene der Mischanlage eingebracht, das Modell wurde u. a. im belgischen Genk produziert. Die Geschichte des Ford-Werks in der Nähe der belgischen Kleinstadt Genk, Provinz Limburg, dessen Grundstein 1962 gelegt wurde, weist gewisse Ähnlichkeit zum Opel-Werk in Bochum auf, dessen Geschichte von der Ansiedlung auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Dannenbaum im Bochumer Stadtteil Laer bis zur „Ölkrise“ 1973 in der Ausstellung „Opel – Werk – Stadt. Opel und Bochum 1960–1973“ thematisiert wird: Anfang des 20. Jahrhunderts wurde in Genk Steinkohle gefunden, am 3. Juni 1914 wurde in der Mine Winterslag die erste Kohle gefördert, weitere Bergwerke wurden in Waterschei und Zwartberg errichtet. Seit den 1960er-Jahren setzte in der belgischen Provinz Limburg, ähnlich wie in anderen westeuropäischen Kohleregionen, ein Strukturwandel ein. 1966 wurde die Mine Zwartberg zusammen mit wallonischen Bergwerken geschlossen, 1987 schloss Waterschei und 1988 dann auch Winterslag. 1964 wurde das neue Ford-Werk eröffnet, das bis Dezember 2014 rund 14 Millionen Autos produzierte. Das erste im belgischen Werk produzierte Auto war der Ford Taunus 12M. Bei dem gezeigten Fahrzeug handelt es allerdings um die Baureihe P6, die ab September 1966 von den Bändern lief. Das Werk wurde im Dezember 2014 geschlossen, 6.000 Arbeitsplätze gingen verloren.

Löschturm der Kokerei Zollverein

„Das Zeitalter der Kohle. Eine europäische Geschichte“ ist vom 27. April bis 11. November 2018 täglich von 10 bis 18 Uhr in der Mischanlage der Kokerei Zollverein zu sehen.

Kommentare

Anonym hat gesagt…
When I initially commented I clicked the
"Notify me when new comments are added" checkbox and now each time a comment is added I get several emails with the same
comment. Is there any way you can remove me from that service?
Many thanks!
Detlef hat gesagt…
Das ist offensichtlich ein Fake. Wer anonym ohne Angabe einer e-mail Adresse Kommentare abschickt, bekommt die Option „Folgekommentare an e-mail Adresse senden“ nämlich gar nicht angezeigt. Wie sollte das funktionieren? Es handelt sich dementsprechend lediglich um einen weiteren Spamkommentar.
Im übrigen, wer namentlich kommentiert und die Checkbox „Folgekommentare an e-mail Adresse senden“ aktiviert, bekommt in der entsprechenden e-mail von Google auch gleich den Hinweis, wie dieser Service beendet werden kann.