„Löwe, Mammut & Co.“ – Eine Eiszeit-Safari

Neue Sonderausstellung im Neanderthal Museum

Neanderthal Museum

„Löwe, Mammut & Co.“ lautet der Titel der Sonderausstellung, die vom 25. November 2017 bis zum 22. April 2018 im Neanderthal Museum in Mettmann zu sehen ist. Auf die Ausstellungsbesucher wartet eine Safari ins Europa der letzten Eiszeit zwischen 30.000 und 15.000 Jahre vor der heutigen Zeit im Jungpaläolithikum. Hier begegnet man den „Big Five“ der Eiszeitsteppe: Mammut, Höhlenlöwe, Wollnashorn, Auerochse und Höhlenbär. In den Safari-Lodges lässt sich die Welt der Eiszeit erforschen: In welcher Umwelt lebten Tiere und Menschen? Wie konnten die Menschen überleben? Kommt bald die nächste Eiszeit? Wie unterscheidet sich vom Menschen verursachter Klimawandel von natürlichen Veränderungen?

„Löwe, Mammut & Co.“, Blick in die Sonderausstellung „bei Tag“

„Löwe, Mammut & Co.“, anatomisch moderner Mensch Homo sapiens sapiens und Rentier Rangifer tarandus

„Löwe, Mammut & Co.“, Steppenbison Bison priscus

Die zu erkundende „Mammutsteppe“ dehnte sich in der Eiszeit südlich der Gletschermassen in Europa und Asien aus: eine waldlose Vegetation mit Gräsern, Kräutern und Sträuchern. Diese endlosen Weiten waren Lebensraum für zahlreiche Großsäuger, wie das wollhaarige Mammut, das Wollnashorn, den Riesenhirsch, den Höhlenbären, den Bison, das Rentier, den Moschusochsen und das Pferd. Für ihre Nahrungsaufnahme mussten diese Tiere weite Wanderungen unternehmen. Ein erwachsenes Mammut musste etwa 180 Kilogramm am Tag fressen, ließ aber auch täglich etwa 100 Kilogramm Kot fallen. Dabei gelangten über den Dung Nährstoffe in die Steppe zurück – ein perfekter Kreislauf. Mit der Erwärmung zum Ende der Eiszeit verloren die meisten Eiszeittiere jedoch ihre Nahrungsgrundlage und verschwanden gemeinsam mit der Mammutsteppe.

„Löwe, Mammut & Co.“, Wollhaarmammut Mammuthus primigenius

„Löwe, Mammut & Co.“, Wollhaarnashorn Coelodonta antiquitatis

Die Mammutsteppe wird im Neanderthal Museum nun wieder zum Leben erweckt: Besucher können bei Tag in der Steppe das Fährtenlesen erlernen, bei Nacht den Geschichten am Lagerfeuer lauschen und Archäologen in ihrem Labor besuchen. Für Kinder ist ein Safari-Action-Pack erhältlich, für Erwachsene kann der Besuch mit einem Eiszeitsafari-Reisbegleiter (Verlag Dr. Friedrich Pfeil, München, 224 Seiten, zahlreiche farbige Abbildungen, ISBN 978-3-89937-204-5) und der gratis für iOS und Android verfügbaren Ausstellungs-App „Eiszeit-Safari“ erweitert werden. Die Filmsequenzen der App zeigen detailreiche, festliche und alltägliche Szenen eiszeitlichen Lebens. Sie wurden mit Schauspielern auf der Schwäbischen Alb gedreht, wo eiszeitliche Höhlen aufgrund ihres reichen Kulturerbes Weltkulturerbe-Status haben.

„Löwe, Mammut & Co.“, Blick in die Ausstellung „bei Nacht“

„Löwe, Mammut & Co.“, Höhlenlöwe Panthera leo spelaea

„Löwe, Mammut & Co.“, Luchs Lynx lynx

Für die Eiszeitsafari im Neanderthal Museum wurden die Tiere von führenden Modellbauern Europas, Ramon López i Ayats aus Barcelona und Remie Bakker aus Rotterdam, wieder zum Leben erweckt. Sie erstellten zunächst kleine Miniaturmodelle, um die Position und den Ausdruck des Tiers zu bestimmen. Knochenfunde, Höhlenmalereien und seltene Funde von gefrorenen Eiszeittieren aus Sibirien ermöglichen es, das Aussehen zu rekonstruieren. Anschließend modellierten die Bildhauer eine täuschend echte Figur des Tieres. Diese wurde dann mit Kunstharz oder Silikon abgegossen und nochmals in zahlreichen Arbeitsschritten nachbehandelt. Die dichte Behaarung einiger Tiere wurde sogar einzeln eingestochen. Glücklicherweise sind die meisten Tiere innen hohl, denn das Gewicht eines „echten“ Mammuts wäre für den Museumsboden zu schwer.

„Löwe, Mammut & Co.“, Elch Alces alces

„Löwe, Mammut & Co.“, Höhlenbär Ursus spelaeus

Die Ausstellung ist in Kooperation mit den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim entstanden, wo die „Eiszeitsafari“ bereits vom 20. März bis 30. Oktober 2016 zu sehen war. „Eiszeitsafari“ ist als Wanderausstellung konzipiert und wird im Anschluss vom 7. Oktober 2018 bis 22. April 2019 im Museum Wiesbaden und vom 18. Mai bis 3. November 2019 in der Kunsthalle Leoben zu sehen sein.

„Löwe, Mammut & Co.“, Moschusochse Ovibos moschatus, Polarfuchs/Eisfuchs Vulpes lagopus und Moorschneehuhn Lagopus lagopus

„Löwe, Mammut & Co.“, Riesenhirsch Megaloceros giganteus

Das Neanderthal Museum ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt für die Dauerausstellung (inkl. Neanderthaler-Fundort) kostet 9 Euro, das Kombiticket für die Dauerausstellung und die Sonderausstellung 11 Euro. Da sich „Löwe, Mammut & Co.“ über das gesamte Haus erstreckt, gibt es kein Einzelticket lediglich für die Sonderausstellung. Ermäßigung für Gruppen, Familien, Kinder, Studenten und Behinderte. Weitere Informationen unter www.neanderthal.de. Dort ist auch das Rahmenprogramm zur Ausstellung (u. a. mit Angeboten für Schulklassen, Erwachsenengruppen, Familien oder auch speziell für Lehrer) abrufbar.

Kommentare

Detlef hat gesagt…
Die Ausstellung wurde bis 2. September 2018 verlängert!