Donnerstag, 20. Juli 2017

Erste Großexponate für die Ausstellung „Energiewenden – Wendezeiten“ erreichen das LVR-Industriemuseum Zinkfabrik Altenberg

Gigantische Pleuelstange aus der ehemaligen Zeche Oberhausen ist eingetroffen

Die zwölf Meter lange und 25 Tonnen schwere Pleuelstange der Wasserhaltung der ehemaligen GHH-Zeche Oberhausen, die das LVR-Industriemuseum als eines der Highlights in seiner Ausstellung „Energiewenden – Wendezeiten“ zeigen wird, wurde angeliefert. Das herausragende Relikt der Oberhausener Industriegeschichte wird das größte und älteste industriearchäologische Objekt in der Ausstellung sein.

Aufladen der 12 Meter langen Pleuelstange mit einem Kran am Peter-Behrens-Bau. © LVR-Industriemuseum, Fotograf: Jürgen Hoffmann

Von der Zeche ins Museum

Das aus den 1850er Jahren stammende Maschinenbauteil wurde Anfang 2015 bei Schachtsanierungsarbeiten der Zeche Oberhausen zutage gefördert und seitdem im Peter-Behrens-Bau gelagert, dem zentralen Sammlungsdepot des LVR-Industriemuseums an der Essener Straße in Oberhausen. Von dort wurde es nun als eines der ersten Großexponate, die in der Ausstellung gezeigt werden sollen, mit einem Schwerlasttransporter und Kran zum Ausstellungsort, der Zinkfabrik Altenberg an der Hansastraße, geliefert.

Die abgeladene Pleuelstange wird in die Ausstellungshalle des LVR-Industriemuseums Zinkfabrik Altenberg befördert. © LVR-Industriemuseum, Fotograf: Jürgen Hoffmann

Einstige Funktion

Die Pleuelstange bildete den oberen Teil des Pumpengestänges der früheren Wasserhaltung von Schacht 2 der Zeche Oberhausen. Damit war sie das Verbindungsstück zwischen der obertägig im Maschinenhaus befindlichen Wasserhaltungsmaschine, einer Balancier-Dampfmaschine, und dem im Schacht hängenden Gestänge mehrerer übereinander aufgestellten Pumpen. Diese so genannte Gestänge-Wasserhaltung diente seit der Inbetriebnahme von Schacht 2 Ende der 1850er-Jahre dazu, mit einem entsprechend großen Pumpengestänge einer Kolbenpumpenanlage das Grubenwasser aus dem Schacht zu pumpen. Die ursprüngliche Anlage wurde um 1900 durch modernere Pumpen ersetzt, die alte Wasserhaltung jedoch bis zuletzt als Ersatz vorgehalten.

Die abgeladene Pleuelstange wird in die Ausstellungshalle des LVR-Industriemuseums Zinkfabrik Altenberg befördert. © LVR-Industriemuseum, Fotograf: Jürgen Hoffmann

Die Pleuelstange in der Ausstellung

Die Ausstellung „Energiewenden – Wendezeiten“ ist vom 20. Oktober 2017 bis zum 28. Oktober 2018 im LVR-Industriemuseum Zinkfabrik Altenberg zu sehen. Herzstücke der Ausstellung werden bedeutende Hinterlassenschaften der Energiegewinnung in der Rhein-Ruhr-Region sein. Von der Dampfmaschine über die Schaufel eines Tagebaubaggers bis hin zum Leitstand eines Atomkraftwerks geht die Ausstellung der Entwicklung der letzten 150 Jahre nach. Abschließend fragt sie nach dem heutigen Stand der Energiewende und gibt einen Ausblick in die Zukunft.

Kohle und Dampfmaschine begründeten die erste Energiewende, die Jahrtausende einer auf Wind, Wasser und Sonne beruhenden vorindustriellen Wirtschaft beendete: Sie brachten das Zeitalter der Fabriken in Schwung und schufen eine Industrielandschaft der rauchenden Schornsteine. Wucht und Macht des neuen Energiesystems vermittelt in der Ausstellung zum Beispiel die Pleuelstange, die für den Beginn des fossilen Zeitalters steht, in dem wir bis heute leben.

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