„Produktive Stadtlandschaften“ – Wenn Landschaft Stadt repariert!

Ausstellung des Museums für Architektur und Ingenieurkunst NRW im Kammgebäude der Kokerei Zollverein

Kokerei Zollverein

Vom 15. Mai bis 29. Juni 2014 zeigt das M:AI Museum für Architektur und Ingenieurskunst NRW auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein im Kammgebäude die Ausstellung „Produktive Stadtlandschaften“ – Wenn Landschaft Stadt repariert! Diese beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit dem Emscher Landschaftspark und ist nach der Ausstellung zum Preis der Europäischen Union für zeitgenössische Architektur – Mies van der Rohe-Preis 2013 erst die zweite Ausstellung, die in den ehemaligen Betriebsgebäuden der Kokerei gezeigt wird.

Kokerei Zollverein, „NetzWerk“ am Kammgebäude

Das Kammgebäude, so genannt wegen seines Grundrisses mit einem ca. 200 Meter langen schmalen Flurbereich, an den sechs kleinere Werkshallen wie die Zinken eines Kammes angeordnet sind, wurde 1959 nach Plänen von Fritz Schupp als Betriebsmittelgebäude errichtet. Dem lang gestreckten, eingeschossigen Gebäudetrakt in Stahlfachwerk sind die in Stahlbeton konstruierten und mit Backsteinaußenwänden versehenen Gebäude angehängt.

Kokerei Zollverein, „NetzWerk“ am Kammgebäude

Wer augenblicklich am Kammgebäude an der Heinrich-Imig-Straße (Zugang über Arendahls Wiese, Tor 3, 51°29’19,65” N, 7°2’16,48” E) entlangläuft, dem wird die Installation vor dem Gebäude auffallen. Hier haben Studierende des Fachbereichs Architektur der privaten Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter bei Bonn unter der Leitung von Willem-Jan Beeren und Florian Kluge das zentrale Ausstellungsthema „Produktive Stadtlandschaften“ versinnbildlicht, indem sie ein riesiges Gespinst aus Polypropylenleine als Sinnbild für den Emscher Landschaftspark zwischen Kammgebäude und Heinrich-Imig-Straße gespannt haben, der die Städte der Metropole Ruhr vernetzt. Rund 50.000 Meter Schnur bilden eine großformatige Netzlandschaft und damit einen paasenden Eingangsbereich zur Ausstellung.

Kokerei Zollverein, „NetzWerk“ am Kammgebäude

Der Emscher Landschaftspark ist der zentrale Park der Metropole Ruhr. Seine grüne Stadt-Landschaft umfasst viele Einzelparks und künstlerisch gestaltete Landmarken. Auf bequemen Radwegen lassen sich Indutriekultur und Industrienatur der Region erkunden und vielfältige Freizeitattraktionen entdecken. Als Idee hat der Emscher Landschaftspark unter anderem auch die Entstehung von Gewerbeparks und neuen Quartieren beeinflusst, die mit einem hohen Landschaftsanteil umgesetzt wurden. Die Begegnung von Kunst mit Ruhrgebietslandschaft hat zu eindrucksvollen neuen Landschaftsbildern – wie zum Beispiel den inszenierten Halden – geführt. Darüber hinaus zeigt die Ausstellung, welche neuen Überlegungen es für die „Produktivität“ des Parks gibt: Stichworte sind „Urbane Landwirtschaft“ und Biomassegewinnung in großen neuen Parks auf den Brachflächen der Region, sowie ein ganzheitliches, zusammenhängendes Flächenmanagement, um so Synergien in den Bereichen Wasser, Energie und Landschaftsplanung zu erreichen.

„Produktive Stadtlandschaften“

„Produktive Stadtlandschaften“

Kokerei Zollverein, Kammgebäude

„Produktive Stadtlandschaften“, Blick in die Ausstellung

Kokerei Zollverein, Kammgebäude

„Produktive Stadtlandschaften“, Blick in die Ausstellung

„Produktive Stadtlandschaften“: „Urban Gardening“

„Produktive Stadtlandschaften“: „Urban Gardening“

„Produktive Stadtlandschaften“: „Urban Gardening“

Die Ausstellung bietet auch eine spielerische Auseinander­setzungen mit dem Thema, so kann man beispielsweise in einem Memory-Spiel mehr über das Netzwerk zum Emscher Landschaftspark erfahren, bei einem „Flächen-Monopoly“ können sich bis zu sechs Mitspieler an der Flächenentwicklung versuchen, und in einer Slogan-Werkstatt wird nach plaktiven Aussagen und Erwartungen der Besucher für den Emscher Landschaftspark gesucht.

„Produktive Stadtlandschaften“: „Emscher Landschaftspark Memory“

Die Ausstellung „Produktive Stadtlandschaften“ im Kammgebäude der Kokerei Zollverein ist mittwochs bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Führungen durch die Ausstellung werden sonntags um 11 Uhr angeboten, am 1. Juni 2014 werden anlässlich des diesjährigen UNESCO-Welterbetages zwei kostenlose Führungen um 11 und 15 Uhr angeboten. Zur ExtraSchicht am 28. Juni 2014 wird die Ausstellung bis gegen 2 Uhr nachts geöffnet sein. Weitere Informationen unter www.mai-nrw.de.

Kokerei Zollverein, Kammgebäude

Mit der Ausstellung startet auch das diesjährige Erlebnisprogramm „Unter freiem Himmel“ des Regionalverbandes Ruhr (RVR). Die Entwicklung „Produktiver Stadtlandschaften“ lässt sich am besten per Rad, Segway, Bus, Schiff, zu Fuß pder bei einem Picknick erkunden. Dazu ladem rund 80 Veranstaltungen mit Touren, Führungen und Familienfesten im Erlebnisprogramm „Unter freiem Himmel“ vom 14. Mai bis 26. Oktober 2014 dazu ein, die spektakulären Orte des zentralen Parks der Metropole Ruhr neu zu entdecken. TheaterPicknick oder StrandPicknick lassen das UNESCO-Welterbe Zollverein, das Haus Ripshorst in Oberhausen, die Halde Hoheward im Kreis Recklinghausen, den Landschaftspark Duisburg-Nord und den Nordsternpark in Gelsenkirchen zu spannnenden Spielorten fröhlicher Feste werden. Im Rahmen des Erlebnisprogramms findet am 1. Juni 2014 von 16 bis 20 Uhr eine PicknickLounge vor dem Kammgebäude statt. Weitere Informationen unter www.emscherlandschaftspark.de.

Kokerei Zollverein, Ventilatorenkühler

„Produktive Stadtlandschaften“, Blick in die Ausstellung

„Produktive Stadtlandschaften“, Blick in die Ausstellung

„Produktive Stadtlandschaften“

Kokerei Zollverein, „NetzWerk“ am Kammgebäude

Kokerei Zollverein

Kokerei Zollverein

Kokerei Zollverein

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