Dienstag, 22. Oktober 2013

Tony Cragg in Essen

Ausstellung in der Hauptgeschäftsstelle der Sparkasse

Großformatige Plakate weisen am Hauptportal der Sparkasse Essen am III. Hagen auf die Ausstellung von Skulpturen von Tony Cragg hin, betritt man aber durch selbiges die Geschäfts­räume der Hauptgeschäftsstelle, so findet man dort sechs Skulpturen vor, die ein wenig „verloren“ wirken, trotz der Größe der Skulpturen, oder wegen der Größe der Schalter­halle, in der im vergangenen Jahr sogar eine Automobil­aus­stellung stattgefunden hat.

Hauptportal der Sparkasse Essen am III. Hagen

Die Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland hatte Tony Cragg am 10. Oktober 2013 mit dem Großen Kulturpreis 2013 aus­ge­zeichnet. Der Preis ist mit 30.000 Euro dotiert. Michael Breuer, Vorsitzender des Stiftungs-Kuratoriums, würdigte Anthony Cragg als „einen herausragenden Künstler, dessen Werk die moderne Bildhauerei maßgeblich prägt.“ Ob und in welchem Zusammenhang die Ausstellung der Skupturen mit der Preisverleihung steht, entzieht sich meiner Kenntnis, und geht auch nicht aus den wenigen verfügbaren Informationen hervor, die in den Geschäftsräumen zu finden sind.

Tony Cragg, mit vollständigem Namen Anthony Douglas Cragg (* 9. April 1949 in Liverpool), war von 2009 bis 31. Juli 2013 Rektor der Kunstakademie Düsseldorf. 2006 erwarb er die Villa Herberts mitsamt des etwa 15 Hektar großen Parks in Wuppertal-Unterbarmen, um hier den „Skulpturenpark Waldfrieden“ aufzubauen, wo 19 seiner Bronzen, Stahl- und Metall-Skulpturen zu sehen sind. Tony Cragg hatte von 1966 bis 1968 zunächst als Labortechniker in der National Rubber Producers Research Association gearbeitet, um scließlich mit dem Besuch des Gloucestershire College of Art in Cheltenham, der Wimbledon School of Art und des Royal College of Art doch eine künstlerische Laufbahn anzustreben. Er wurde u. a. mit dem Turner-Preis (1988) und dem Praemium Imperiale for Sculpture (2007) ausgezeichnet.

Die folgenden sechs Arbeiten sind bis 27. November 2013 während der Geschäftszeiten (Montag und Donnerstag von 9 bis 18 Uhr, Dienstag, Mittwoch und Freitag von 9 bis 16 Uhr) in der Hauptgeschäftsstelle der Sparkasse zu sehen:
  • „Caught Dreaming“, 2006, 159 × 285 × 153 cm, Jesmonite
  • „Group“, 2011, 65 × 56 × 49 cm, Gusseisen
  • „Lost in Thought“, 2011, 318 × 115 × 188 cm, Holz
  • „False Idols“, 2011, 233 × 105 × 105 cm, Bronze
  • „Instant“, 2011, 100 × 60 × 60 cm, Stein
  • „Ever After“, 2006, 324 × 125 × 115 cm, Bronze
Fotografieren? Fehlanzeige, Hausrecht! Würde aber in diesem Fall auch nicht wirklich weiterhelfen, denn Kunstwerke lebender Künstler dürfen ohne deren ausdrückliche Zustimmung nicht bildlich wiedergegeben werden (Urheber­recht). Doch keine Regel ohne Ausnahme: Kunst im öffentlichen Raum kann in Deutschland und Österreich von jedermann frei abgebildet werden.

„Ferryman“ von Tony Cragg, 1997, 137 × 165 × 250 cm, Bronze, Georg Coch-Platz, Wien

Wenn aber Fotos von Kunstwerken, die in 1.000 km Entfernung im öffentlichen Raum aufgestellt sind, leichter zu beschaffen sind als solche von naheliegenden Dingen, so finde ich das mehr als befremdlich.

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