Freitag, 13. April 2012

Hildesheim, Teil II


St. Michaelis

Bereits in einem früheren Blogeintrag hatte ich einige Impressionen aus Hildesheim gezeigt. Ungeachtet dessen galt mein Interesse auch bei einem neuerlichen Besuch dem UNESCO-Welterbe in Hildesheim, wobei sich die Domsanierung noch geraume Zeit hinziehen wird (die Wiedereröffnung ist zur Eröffnung des 1200-jährigen Bistumsjubiläums 2015 geplant), weshalb sich beispielweise die Christussäule in St. Michaelis befindet, der Heziloleuchter in der St. Godehard Basilika, und die Bernwardstür im Roemer- und Pelizaeus-Museum. Dort sind allerdings 10 EUR Eintritt zu berappen.

St. Michaelis, vergoldeter Wetterhahn

Einen weitaus größeren Betrag dürfte das Vergolden der beiden Turmkreuze, des Wetterhahns und der Kugeln der Treppentürme gekostet haben. Nachdem man sich um Juli 2010 gegen eine Vergoldung der Bekrönungen entschieden hatte, revidierte der Kirchenvorstand seine Auffassung im Mai 2011. Die Renovierung der Turmhauben und die Vergoldung der Bekrönungen wird durch eine anonyme Spende finanziert.

St. Michaelis: Deckenbild (Paradies und Jesse), Erste Hälfte des 13. Jahrhunderts

Herausragendes Kunstwerk in St. Michaelis ist das Deckenbild, das in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts entstanden ist. Es zeigt den so genannten Jessebaum, den Stammbaum Christi. Im Mittelfeld sind von West nach Ost Adam und Eva im Paradies, Jesse, die Könige David, Salomo, Hiskia, Josia, Maria und Christus auf dem Thron dargestellt.

St. Michaelis: Engelchorschranke, Stuck, um 1200

Die Engelchorschranke wurde 1194 bis 1197 in der Vierung vor dem Westchor angebracht, um den Mönchschor von dem Querschiff zu trennen. Die Stukaturen zeigen auf der Innenseite (nach Süden) 13 Engelsfiguren, teilweise mit Spruchbändern. Ihr Pedant auf der gegenüberliegenden Seite wurde 1662 beim Abriss des westlichen Vierungsturms und des südwestlichen Querhauses zerstört.

St. Michaelis: Christussäule, Anfang 11. Jahrhundert (Leihgabe während der Domrenovierung)

Die ursprünglich für die Michaeliskirche geschaffene Christussäule zeigt spiralförmig die Friedenstaten Christi, angefangen mit der Taufe Jesu durch Johannes den Täufer im Jordan bis zum Einzug Jesu in Jerusalem. Sie wurde 1810 auf dem nördlichen Domhof aufgestellt und gelangte schließlich 1893 in den Dom. Für die Dauer der Domsanierung ist sie in die Michaeliskirche zurückgebracht worden.

St. Michaelis: Christussäule, Anfang 11. Jahrhundert (Leihgabe während der Domrenovierung)


St. Magdalenen

Die frühgotische Magdalenenkirche mit ihrem bemerkenswerten Elffenaltar (um 1520) und dem Silberschrein des hl. Bernward (1751) gehörte ursprünglich zum ersten Nonnenkloster in Hildesheim. Der spätgotische Passionsaltar im Hochchor wird nach seinen vermuteten Stiftern Elffenaltar genannt.

St. Magdalenen, Elffenaltar, um 1520, wahrscheinlich von Levin Storch


St. Godehard Basilika, Heziloleuchter (Leihgabe während der Domrenovierung)

Der Heziloleuchter wurde von Bischof Hezilo (1054 – 1079) gestiftet, er ist mit 6 Metern Durchmesser der größte erhaltene romanische Radleuchter. Für die Dauer der Domsanierung hängt der Leuchter in der St. Godehard Basilika.

St. Godehard Basilika, Heziloleuchter (Leihgabe während der Domrenovierung)


St. Andreas Kirche, Bugenhagen-Brunnen von Ulrich Henn, 1995

Bildhauer Ulrich Henn (* 6. März 1925 in Schwäbisch Hall) hat den Bugenhagen-Brunnen zur Erinnerung an den Reformator Johannes Bugenhagen (* 24. Juni 1485 in Wollin, † 20. April 1558 in Wittenberg) geschaffen, der am 1. September 1542 in der Andreaskirche die erste evangelische Predigt in Hildesheim gehalten hat. Von Ulrich Henn stammen auch das Portal an der Westseite des Turms, die Abendmahlgruppe über dem Altar, das Sandkreuz auf dem Altar und das Lesepult.

St. Andreas Kirche, Westportal, Bronzetür „Errettung am Schilfmeer“ von Ulrich Henn, 1965


Bernwardsdenkmal von Carl Ferdinand Hartzer, 1893

Die 1893 von Carl Ferdinand Hartzer (* 22. Juni 1838 in Celle, † 27. Oktober 1906 in Berlin) geschaffene Bronzestatue des Bischofs Bernward von Hildesheim wurde am 28. September 1893 feierlich enthüllt, im Rahmen der Umgestaltung des Domhofs wurde sie vorübergehend in den Garten des früheren „Albertinum“ am Domhof 24 versetzt.

Historischer Marktplatz: Rathaus

Der Historische Marktplatz ist der touristische Mittelpunkt der Stadt. Lediglich das Rathaus (1268) und das Tempelhaus (14. Jahrhundert) haben den Zweiten Weltkrieg – erheblich beschädigt – überstanden, die übrigen Gebäude am Marktplatz wurden vollständig zerstört. Das Rathaus wurde 1954, das Tempelhaus mit dem 1591 geschaffenen Renaissance-Erker 1952 wieder aufgebaut. Erst von 1984 bis 1990 wurden die übrigen Gebäude originalgetreu rekonstruiert.

Historischer Marktplatz: Bäckeramtshaus, Knochenhauer-Amtshaus, Stadtschänke, Rokokohaus und Wollenwebergildehaus


Wedekindhaus, Darstellung der Gerechtigkeit

Das ehemalige Rolandhaus wurde 1769 von Senator Erasmus Roland für verarmte und unverheiratete Töchter evangelischer Bürger gestiftet. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde die Fassade im Zuge des Neubaues der Sparkasse am historischen Marktplatz wieder errichtet.

Standort des ehemaligen Rolandhauses an der Kardinal-Bertram-Straße

Der „Umgestülpte Zuckerhut“ war ein um 1510 errichtetes Fachwerkhaus, welches durch die weiten Auskragungen der Fassaden an einen auf den Kopf gestellten Zuckerhut erinnerte. Es wurde vom 9. November 2009 bis 8. Oktober 2010 an seinem historischen Standort rekonstruiert.

Umgestülpter Zuckerhut


Kaiserhausfassade


Brunnen Auf der Lilie von Joachim Wolff, 1983

Der Brunnen „Seelilie“ von Stahlbildhauer Joachim Wolff (* 13. August 1923 Oberheldrungen/Unstrut, † 4. November 2009) auf dem Platz Auf der Lilie stellt mit einer Knolle, einer Knospe und einer geöffneten Blüte drei Entwicklungsstadien einer Pflanze dar.

Wernersches Haus, Darstellung der Christlichen Tugend Hoffnung


Wernersches Haus, Darstellung der Christlichen Tugend Glaube


Waffenschmiedehaus

Das Waffenschmiedehaus aus dem Jahr 1548 ist das älteste Fachwerkhaus in Hildesheim aus der Zeit der Frührenaissance. Das über dem Eingang befindliche Schnitzwerk zeigt einen Waffenschmied mit Radschloss, Kettenkugeln und Jahreszahl.

Waffenschmiedehaus, Schnitzwerk über der Tür


Keßlerstraße

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