Sonntag, 25. März 2012

Kunst.WERK 2012 im Landschaftspark Duisburg-Nord

„FLAUNA – eine Besiedelung“ in den ehemaligen Möllerbunkern 2 bis 5

Ehemaliger Materialbunker am Sinterplatz

Im Sommer 1994 wurde der von Landschaftsarchitekt Peter Latz als Ort der Vermittlung zwischen industrieller Vergangenheit und neuer Bestimmung entworfene Landschaftspark Duisburg-Nord zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt und zugänglich gemacht. Im Laufe der Zeit hat sich das 1985 geschlossene Meidericher Hüttenwerk zum Besuchermagnet und zur Touristenattraktion entwickelt, das 2011 erst­mals über 1 Mil­lio­nen Besu­cher ver­zeich­nete. Doch die Entwicklung ist noch immer nicht abgeschlossen, und so wurden am 25. März 2012 die bisher verschlossenen Tagesbunker 2 bis 5 für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Tunnel zwischen den Möllerbunkern

Mit den Jahren hat sich die Natur die ehemaligen Möllerbunker zurückerobert, und nach Erz, Kohle und Zuschlagsstoffen zur Eisengewinnung hat eine vielfältige Flora und Fauna diese besiedelt. Auf Pflanzen und Tiere folgt nun auch die Kunst, die sich die bisher verschlossenen Bunker erobert. Bildhauerin Regina Bartholme (* 1961 in Duisburg) nutzt den Raum für Ihre künstlerische Intervention „FLAUNA – eine Besiedelung“. Die Künstlerin versteht die soliden Betonmauern der Tagesbunker als Aufforderung: „Die Architektur dieses Raums ist für mich eine künstlerische Herausforderung. Mit meiner Arbeit möchte ich diese Dimensionen mit Zartheit besiedeln. Die Idee erscheint fast paradox, doch genau deshalb wollte ich diese Ausstellung unbedingt machen.“

Kunst.WERK 2012

Regina Bartholme hat ihre künstlerische Intervention der Architektur der Möllerbunker und der Natur, die von diesen bereits Besitz ergriffen hat, untergeordnet, und mit „FLAUNA – eine Besiedelung“ – dem Titel ihrer Intervention – knüpft sie an die Besiedelung durch Fauna und Flora an. In den vier großen Räumen, die durch einen neu errichteten Steg miteinander verbunden sind, setzt sie farbige und formale Akzente. Im ehemailgen Möllerbunker 5 sind ihre „Fingerblüher“ zu sehen, die an Ketten von den Stahlträgern über dem Bunker harabhängen.

„Fingerblüher“, 2012


„Fingerblüher“, 2012


„Fingerblüher“, 2012


„Fingerblüher“, 2012

Im zweiten Raum zeigt Regina Bartholme ihre 2005 geschaffene Videoinstallation „Die Kraft des Mondes“, die Musik stammt von Kari Bremnes und der Text von Edvard Munch.

„Die Kraft des Mondes“, 2005


„Verpuppte“, 2010


„Verpuppte“, 2010

Im letzten Raum ist schließlich die Arbeit „Blumengöttin“ unter Verwendung des „Lobgesangs der Blumengöttin“ von Daniel Caspar von Lohenstein zu sehen, dessen Zeile „sie lassen sich in Erz und Muscheln zeugen“ für Regina Bartholme die ideale Verbindung zur Besiedelung der Möllerbunker darstellt.

„Blumengöttin“, 2012


„Blumengöttin“, 2012

Die Ausstellung ist bis zum 30. September 2012 täglich rund um die Uhr frei zugänglich.

Tunnel zwischen den Möllerbunkern

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