Samstag, 3. März 2012

Ankündigung: „HEXEN 2.0“/„History has left the Building“/„Democracies“ im Dortmunder U

Neues Ausstellungsprogramm des Hartware MedienKunstVereins ab April 2012

Am 20. April 2012 wird der Hartware MedienKunstVerein (HMKV) auf der 3. Etage des Dortmunder U drei neue Einzelausstellungen eröffnen. Die britische Künstlerin Suzanne Treister („HEXEN 2.0“) und der deutsche Künstler Francis Hunger („History has left the Building“) beschäftigen sich in ihren Ausstellungen mit den Hoffnungen, Utopien, aber auch Dystopien, die mit der Entwicklung von modernen Technologien im 20. Jahrhundert verknüpft sind. Im Rahmen des Kulturaustauschprogramms „Klopsztanga. Polen grenzenlos NRW“ präsentiert der Hartware MedienKunstVerein außerdem die Arbeit „Democracies“ des polnischen Künstlers Artur Żmijewski. In dieser 20-kanaligen Videoinstallation zeigt Żmijewski Willensbekundungen und Meinungsäußerungen verschiedenster Art im öffentlichen Raum, die er unkommentiert ohne Wertung nebeneinander stellt.

Suzanne Treister, HEXEN 2.0
Diagrams
From ARPANET to DARWARS via the Internet, 2009
© Suzanne Treister


In ihrer Ausstellung „HEXEN 2.0“ widmet sich Suzanne Treister (* 22. November 1958 in London, UK) der Geschichte vernetzter digitaler Informationstechnologien (Kybernetik – Arpanet – Internet – Web 2.0). Sie beschreibt die Wurzeln dieser Technologien im Zweiten Weltkrieg und im Kalten Krieg, ihr Potenzial, „Geschichte zu machen“, und diskutiert ihre Rezeption in der Populär- und Gegenkultur des 20. Jahrhunderts sowie die zeitgenössischen sozioökonomischen Verstrickungen und Risiken für eine Gesellschaft, die aufgrund ihrer Abhängigkeit von diesen Technologien leicht zu kontrollieren ist. Ihre Beobachtungen hält sie in filigranen Zeichnungen und Diagrammen fest, die Bezüge zur Ästhetik des Okkultismus herstellen.

Suzanne Treister, HEXEN 2.0
Cybernetic Séance, 2009
© Suzanne Treister



Francis Hunger, Die Frau die nie ins Weltall flog, 2012
© Francis Hunger


Die Ausstellung „History has left the Building“ von Francis Hunger (* 1976 in Dessau) thematisiert die Hoffnungen und Visionen, die in den staatlich organisierten Utopien des 20. Jahrhunderts mit der Entwicklung neuer Technologien verbunden waren, und erinnert an die Opfer dieses technologischen Fortschritts. Hungers künstlerische Narrationen in Form von Installationen, Performances und Hörspielen reflektieren die neuralgischen Kristallisationspunkte zwischen Technologie und Ideologie, welche Rückschlüsse auf die gesellschaftliche Verfasstheit vor und nach dem Zusammenbruch des Kommunismus zulassen.

Francis Hunger, The Setun Conspiracy, 2005
© Evelyn Jahns



Artur Żmijewski, Democracies, 2009
courtesy Foksal Gallery Foundation


Die Installation „Democracies“ (2009 – 2012) von Artur Żmijewski (* 26. Mai 1966 in Warschau, Polen) besteht aus über 20 kurzen Dokumentarvideos, die politische Willensbekundungen und Meinungsäußerungen im öffentlichen Raum zeigen. Diese stellt der Künstler ohne Wertung nebeneinander: Es werden Aufnahmen gezeigt, in denen sich Menschenmengen auf Demonstrationen, Fußballfeiern, Beerdigungen, bei Kriegsspielen oder Militärparaden begegnen. Neben den Bildern ist der authentische Sound der jeweiligen Veranstaltung zu hören, der sich im Ausstellungsraum lautstark zu einer Kakophonie vermischt. Die Besucherinnen und Besucher haben jedoch auch die Möglichkeit, per Kopfhörer die spezifische Tonspur zu einem einzelnen Video zu hören.

Artur Żmijewski, Democracies, 2009
courtesy Foksal Gallery Foundation


Die Ausstellungen werden von Dr. Inke Arns, Künstlerische Leiterin des HMKV, kuratiert. Während der Laufzeit der Ausstellungen vom 21. April bis 22. Juli 2012 sind diese dienstags, mittwochs, samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr sowie donnerstags und freitags von 11 bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 5 €, ermäßigt 2,50 €, jeden ersten Mittwoch im Monat besteht freier Eintritt.

Parallel zu Artur Żmijewskis Ausstellung „Democracies“ auf der 3. Etage präsentiert der HMKV im RWE Forum | Kino im U das von Katrin Mundt kuratierte Filmprogramm „Between Us“. Am 11. und 25. Mai 2012 werden an zwei Abenden Künstlerfilme aus Polen gezeigt; von Experimenten der Neoavantgarde der 1970er über Klassiker der Videokunst der 1980er Jahre bis hin zu aktuellen Arbeiten.

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