Donnerstag, 1. März 2012

Ankündigung: „200 Jahre Krupp. Ein Mythos wird besichtigt.“

Sonderausstellung im Ruhr Museum

Am 20. November 1811 gründete Friedrich Krupp mit den Brüdern Georg Karl Gottfried und Wilhelm Georg Ludwig von Kechel die „Firma Friedrich Krupp zur Verfertigung des Englischen Gussstahls und aller daraus resultierenden Fabrikationen“. Dieses Datum jährte sich 2011 zum 200. Mal. Aus diesem Grund präsentierte die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung von 18. Juni bis 11. Dezember 2011 in der Villa Hügel die Sonderausstellung „Krupp. Fotografien aus zwei Jahrhunderten“ mit bedeutenden Fotografien der Krupp-Geschichte. Neben der ältesten Portraitaufnahme von Alfred Krupp wurde auch ein acht Meter langes Werkspanorama aus dem Jahr 1864 gezeigt. Natürlich möchte auch das Ruhr Museum den Mythen nachspüren, die sich um die Familie und das Industrieunternehmen Krupp ranken, daher werden ab 31. März 2012 etwa 1.500 Originalexponate zum Thema „Mythos Krupp“ in der Sonderausstellung „200 Jahre Krupp. Der Mythos wird besichtigt.“ gezeigt werden.

Ausstellungsplakat am Kokskohlenbunker
Entwurf: Grafikdesigner Uwe Loesch und Medienkünstler Gunnar Friel


Die Familie Krupp ist aus der niederländischen Gemeinde Gendringen in der Grafschaft Berg-´sHerrenberg nach Essen eingewandert, der Name Arndt Krupp († 1624) erscheint 1587 im Verzeichnis der Großen Kaufmannsgilde in Essen. Als Friedrich Krupp (* 17. Juli 1787 in Essen, † 8. Oktober 1826 in Essen) seinem Sohn Alfred (* 26. April 1812 in Essen, † 12. Juli 1887 in Essen), den er als Vierzehnjährigen vom Gymnasium genommen und in die praktische Arbeit eingeführt hatte, seinen Betrieb hinterließ, hatte er auch 10.000 Reichstaler Schulden aufgehäuft. Alfred baute die Gussstahlfabrik zum damals größten Industrieunternehmen Europas aus, bei seinem Tode beschäftigte die Firma 20.000 Mitarbeiter.

Alfred Krupp-Denkmal von Fritz Schaper

Unter Friedrich Alfred Krupp (* 17. Februar 1854 in Essen, † 22. November 1902 in Essen) wurden das Grusonwerk in Magdeburg und die Germaniawerft in Kiel der Firma angegliedert, aber vor allem wurde ein neues modernes Hüttenwerk in Rheinhausen errichtet. In diese Zeit fiel auch die Einrichtung einer Forschungsanstalt, die sich um die Verbesserung der Stahlqualität bemühte. Bis zu Friedrich Alfreds Tod stieg die Zahl der Beschäftigten auf 43.000. Nach seinem Tod ging der Alleinbesitz des Werkes auf seine Tochter Bertha Krupp (* 29. März 1886 in Essen; † 21. September 1957 in Essen) über, 1903 wurde die Firma in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Der Vorsitz des Aufsichtsrates lag von 1909 bis 1943 bei Gustav Krupp von Bohlen und Halbach (* 7. August 1870 in Den Haag, † 16. Januar 1950 in Schloss Blühnbach), dem Mann von Bertha Krupp. 1943 wurde die Firma wieder in eine Einzelfirma mit Alfried Krupp von Bohlen und Halbach (* 13. August 1907 in Essen, † 30. Juli 1967 in Essen) als Inhaber umgewandelt.

Das ThyssenKrupp Quartier

Sein einziger Sohn, Arndt von Bohlen und Halbach (* 24. Januar 1938 in Berlin-Charlottenburg, † 8. Mai 1986 in München) verzichtete am 16. September 1966 auf sein Erbe und ermöglichte so, dass das Unternehmen 1968 vollständig in den Besitz der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung überging. 1999 entstand aus der Fusion der Thyssen AG mit der Friedrich Krupp AG Hoesch-Krupp – 1992 aus der Friedrich Krupp AG und der Hoesch AG entstanden – die ThyssenKrupp AG, die seit 17. Juni 2010 ihren Verwaltungssitz wieder in Essen auf dem Gelände der ehemaligen Gussstahlfabrik hat.

Ausstellungsplakat am Kokskohlenbunker
Entwurf: Grafikdesigner Uwe Loesch und Medienkünstler Gunnar Friel


Die Sonderausstellung wird bis zum 4. November 2012 gezeigt werden und damit auch den 200. Geburtstag Alfred Krupps am 26. April 2012 und den 100. Jahrestag der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen der Essener Krupp-Werke einschließen. Die Hundertjahrfeier fand im August 1912 in der Villa Hügel statt, am 8. und 9. August war Kaiser Wilhelm II. in Begleitung sämtlicher Generäle und Admiräle des Deutschen Reiches persönlich zugegen. Das Stuttgarter Architekturbüro hg merz architekten museumsgestalter hat – wie schon für die Dauerausstellung – die Gestaltung dieser Sonderausstellung übernommen, gemeinsam mit dem Innenarchitekten Hannes Bierkämper. Sie wäre ohne die zahlreichen Leihgaben der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung und des Historischen Archivs Krupp nicht zustande gekommen, von den Leihgaben stammt die Hälfte aus dem Historischen Archiv Krupp.

Die Sonderausstellung ist am Samstag, 31. März 2012 von 10 bis 18 Uhr geöffnet, ab 1. April 2012 sogar täglich von 10 bis 20 Uhr.

Und hier gibt es Eindrücke aus der zwischenzeitlich eröffneten Sonderausstellung.

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