Samstag, 18. Februar 2012

Saalfeld

Feengrottenstadt an der Saale

Saalfeld wurde 899 als „salauelda“ erstmals urkundlich erwähnt. Hier gründete Erzbischof Anno II. von Köln 1071 das bis 1526 bestehende Benediktinerkloster St. Peter und Paul. Um 1180 ließ Kaiser Friedrich I. Barbarossa eine städtische Siedlung errichten. 1208 erhielt Saalfeld von den Lehnsherren, den Grafen von Schwarzburg das Stadtrecht.

Rathaus

Das heutige Saalfelder Rathaus am Marktplatz wurde von 1529 bis 1537 als eines der schönsten Renaissance-Rathäuser Thüringens erbaut. In Vorbereitung der 1100-Jahrfeier der Stadt Saalfeld im Jahr 1999 erfolgte seit 1998 eine Generalsanierung des Rathauses. Für die Farbgebung der Fassaden wurde dabei der Befund aus der Zeit um 1850 gewählt.

Die Liden am Marktplatz

Die Liden, eine durch ihre Arkaden auffallende Häuserreihe an der Nordseite des Marktplatzes, entwickelten sich aus mittelalterlichen Verkaufsständen. 1849 wurde diese Häuserreihe im Stil des Spätklassizismus neu erbaut.

Tourist-Information am Markt 6

Das um 1170 errichte romanische Turmhaus der Marktapotheke, früher Hofapotheke, wurde als Sitz des kaiserlichen Stadtvogtes errichtet. Bereits 1581 wurde in dem Gebäude die erste Apotheke eingerichtet, die aber bald in die Saalstraße verlegt wurde. Seit 1681 beherbergt es wieder eine Apotheke, nachdem Apotheker Baltasar Kamsdorff das Recht zur Eröffnung seiner Hofapotheke eingeräumt wurde. 1880 brannte das Gebäude vollständig aus, nachdem ein Apothekenlehrling im Keller mit brennender Kerze Benzin holen sollte. Vielleicht hätte er jemanden fragen sollen, der sich damit auskennt. In den beiden darauffolgenden Jahren wurde das Gebäude unter Verwendung der erhaltenen romanischen Teile wieder aufgebaut und bereits 1882 als Apotheke wieder eröffnet. Lange Zeit stand kein Geld für die Erhaltung zur Verfügung, erst 1996/97 konnten umfangreiche Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten durchgeführt werden.

Marktapotheke


Blick vom Markt auf die Johanniskirche

Die heutige, gotische Johanniskirche wurde 1380 bis 1514 erbaut. Zwischen 1890 und 1894 erhielten die Türme Spitzhelme, 1982 wurde bei der Restaurierung des Innenraums die ursprüngliche Farbgebung wiederhergestellt und die „Himmelswiese“ im Chorgewölbe freigelegt.

Johanniskirche

Die Chorfenster versinnbildlichen die großen Feiertage des Kirchenjahres. Nach umfangreicher Sanierung der Bleiverglasung haben alle Fenster zusätzlich eine Außenschutzverglasung erhalten.

Johanniskirche

Vier von den ehemals fünf mittelalterlichen Tortürmen der Stadtbefestigung sind vollständig erhalten, die Stadtmauer zu großen Teilen. Das im südlichen Abschnitt der Stadtmauer gelegene Obere Tor wurde 1429 als „ober Kodiczer thor“ erstmals urkundlich erwähnt.

Oberes Tor

Das vom spätmittelalterlichen Baustil geprägte Saaltor befindet sich am niedrigsten und zugleich östlichsten Punkt der Stadtbefestigung. Es dürfte bereits 1365 bestanden haben, da es zu dieser Zeit bereits eine Brücke über die Saale gab.

Saaltor

Das Blankenburger Tor im nördlichen Abschnitt der Stadtmauer wurde bereits 1372 als Blankenbergertor in alten urkundlichen Überlieferungen erwähnt. Es bildete zusammen mit dem Oberen Tor die wichtigen Passagen der Stadt im Verlauf der alten Handelsstraße von Nürnberg nach Leipzig.

Blankenburger Tor und Hiltmannsches Haus


Hiltmannsches Haus, Blankenburger Straße 18

Das Hiltmannsche Haus wurde um 1485 als mittelalterliches Bürgerhaus errichtet und 1549 zum Patrizierhaus mit Renaissance-Erker mit stilisierter Maßwerksbrüstung und Sitznischenportal umgebaut. Bei Umbauarbeiten im Jahre 1929 wurde ein weiteres Obergeschoss errichtet.

Hiltmannsches Haus, Renaissance-Erker und Sitznischenportal


Blankenburger Straße 1 – 3

Das 1617 bis 1620 als Wohnhaus und Repräsentationsgebäude des Münzmeisters Johann Jakob im Stil der Spätrenaissance in der Saalstraße erbaute Haus diente von 1747 bis 1969 als Apotheke. An der Fassade sind das verzierte Portal und die beiden überaus reich gegliederten Zwerchhäuser bemerkenswert.

Ehemalige Stadtapotheke, Saalstraße

Das Höhnsche Haus wurde 1609 mit einer bemerkenswerten Renaissancefassade erbaut. Die bei einem Brand im Jahre 1911 erhalten gebliebene Fassade wurde um ein Obergeschoss erweitert und mit dem rekonstruierten Zwerchhausgiebel versehen. Am Portal des Hauses befindet sich die Inschrift: „Pax intrantibus, salus exeuntibus, 1609“.

Höhnsches Haus, Ecke Saalstraße/Saumarkt

Im Jahre 1208 erhielten die Grafen von Schwarzburg die bisherige Reichsstadt Saalfeld als Pfand. Ein Neubau der Burg auf dem Gelände einer kleine Königspfalz der Stauferkaiser erfolgte etwa um 1300. Die heutige Burgruine stellt die von 1995 bis 1997 gesicherten Reste der von den Grafen von Schwarzburg errichten Burg dar.

Burgruine „Hoher Schwarm“

Der Grundstein für den Bau des Saalfelder Schlosses auf dem Petersberg am Standort eines ehemaligen Benediktinerklosters wurde am 26. März 1677 durch die Herzöge Albrecht und Bernhard von Sachsen-Gotha gelegt. Bis 1735 war es die Residenz des Herzogs Johann Ernst von Sachsen-Saalfeld. 1735 zog die Verwaltung der Stadt hier ein, und heute ist das Saalfelder Schloss Sitz der Verwaltung des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt.

Residenzschloss


Saalfelder Feengrotten, Bergmann mit Saalfelder Stadtwappen

Die Saalfelder Feengrotten, das bis etwa 1850 betriebene ehemalige Alaunschieferbergwerk „Jeremias Glück“, gelten lt. Guinness World Records als „Die farbenreichsten Schaugrotten der Welt“. Am 22. Dezember 1913 entdeckte man den „Märchendom“ mit den darin befindlichen Tropfsteinen auf der dritten Sohle des ehemaligen Bergwerks und machte es daraufhin ab 31. Mai 1914 als Schaubergwerk zugänglich.

Saalfelder Feengrotten, „Märchendom“

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