Samstag, 18. Februar 2012

Naumburg (Saale)

Domstadt an der Saale

Naumburger Dom, Ostchor mit den beiden Osttürmen

Der Dom „St. Peter und Paul“ ist das Wahrzeichen der Stadt Naumburg im Süden von Sachsen-Anhalt. Der Bau des spätromanisch-gotischen Doms wurde um 1210 unter dem Naumburger Bischof Engelhard (1207 bis 42) begonnen, die Weihe erfolgte vermutlich am Peter- und Paulstag, dem 29. Juni 1242. Er verdankt seine kunsthistorische Bedeutung den Steinmetzarbeiten eines unbekannten Bildhauers, des so genannten „Naumburger Meister“.

Renaissance-Rathaus

Das Renaissance-Rathaus wurde 1517 bis 1528 von Baumeister Hans Witzleube errichtet. Die zehn Dacherker gehören der mitteldeutschen Frührenaissance an, das Maßwerkdekor entspricht noch der spätgotischen Tradition. Sechs dieser Zwerchgiebel weisen zum Marktplatz, je zwei weitere Giebel weisen zur Rittergasse und zur Engelgasse.

Renaissance-Rathaus

Das von Baumeister und Steinmetz Conrad Steiner errichtete, umfangreich verzierte Spätrenaissance-Portal des Rathauses stammt aus den Jahren 1611/1612.

Renaissance-Rathaus, Spätrenaissance-Portal


Bürgerhäuser am Marktplatz

Der Turm des Hauses „Hohe Lilie“ – eine so genannte „Kemenate“ – wurde bereits in der Mitte des 13. Jahrhunderts errichtet, womit die „Hohe Lilie“ eines der ältesten innerstädtischen Museumsgebäude Deutschlands ist.

Stadtmuseum „Hohe Lilie“

Im Sommer 1858 zog Franziska Nietzsche (* 2. Februar 1826, † 20. April 1897), die Mutter von Friedrich Nietzsche (* 15. Oktober 1844 in Röcken bei Lützen, † 25. August 1900 in Weimar), mit den beiden Kindern Friedrich und Elisabeth in das Haus, wo sie im Obergeschoss eine Wohnung gemietet hatte. 1878 kauft sie das Haus und blieb hier bis zu ihrem Tod wohnen. Eine Dauerausstellung im Nietzsche-Haus dokumentiert ausführtlich Leben und Werk des Philosophen.

Nietzsche-Haus

Das Marientor ist als einziges von ursprünglich fünf Toren der Bürgerstadt erhalten geblieben. Es gehört seit 2001 zum Stadtmuseum, in den Innenräumen des Torgebäudes wird eine Ausstellung zur Geschichte der Naumburger Stadtbefestigung gezeigt

Marientor


Depot und Verwaltungsgebäude der Naumburger Straßenbahn

Die Naumburger Straßenbahn verkehrt seit 15. September 1892 mit Unterbrechungen auf einer ringförmigen Strecke, wovon jedoch nur noch ein 2,5 km langes Teilstück zwischen den Haltestellen „Hauptbahnhof“ und „Vogelwiese“ befahren wird. Es handelt sich um den kleinsten Straßenbahnbetrieb in Deutschland. Die Naumburger Straßenbahn GmbH hat die Straßenbahnanlagen seit 1994 von der Stadt gepachtet und führt den Linienbetrieb durch. Der Verein Nahverkehrsfreunde Naumburg-Jena e. V. sorgt für Erhalt und Betrieb der Straßenbahn und besitzt eine Vielzahl von Fahrzeugtypen, die in der DDR für Straßenbahnen mit 1000 Millimeter Spurweite produziert wurden.

Triebwagen 37 der Naumburger Straßenbahn, Gothawagen T57, Baujahr 1959

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