Samstag, 18. Februar 2012

Meiningen

Theaterstadt im Süden Thüringens

Meiningen hat im 19. Jahrhundert europäische Theater- und Musikgeschichte geschrieben, als „Theaterherzog“ Georg II. (* 2. April 1826 in Meiningen, † 25. Juni 1914 in Bad Wildungen) das moderne Regietheater einführte. Das Herzogliche Hoftheater Meiningen wurde bereits am 17. Dezember 1831 mit Daniel-François-Esprit Aubers Oper „Fra Diavolo“. Als Georg II. 1866 die Regentschaft im Herzogtum Sachsen-Meiningen übernahm, wurde die Oper abgeschafft und ein festes Schauspielensemble gebildet. Am 5. März 1908 wurde das Theater durch einen Brand beinahe vollständig zerstört, und nach dem Wiederaufbau am 17. Dezember 1909 in neuer Erscheinung als neoklassizistisches Gebäude mit „Wallensteins Lager“ von Friedrich Schiller wieder eröffnet.

Meininger Theater

Georg II. finanzierte den Wiederaufbau aus seinem privaten Vermögen. Auf dem von korinthischen Säulen getragenen Giebel ist die Inschrift „Georg II Dem Volke zur Freude und Erhebung“ angebracht. Heute zeigt das Südthüringische Staatstheater die Sparten Musiktheater, Schauspiel, Konzert und Puppentheater, das Angebot wird durch die vom Landestheater Eisenach produzierten Sparten Ballett und Jugendtheater ergänzt.

Meininger Theater, Inschrift auf dem Giebel


Schloss Elisabethenburg

Das barocke Schloss Elisabethenburg am nordwestlichen Rand der Altstadt wurde 1682 bis 1692 unter Herzog Bernhard I. (* 10. September 1649 in Gotha; † 27. April 1706 in Meiningen) von Sachsen-Meiningen als Residenzschloss errichtet. Namengebend war seine zweite Gattin Herzogin Elisabeth Eleonore von Braunschweig-Wolfenbüttel (* 30. September 1658 in Wolfenbüttel, † 15. März 1729 in Meiningen).

Schloss Elisabethenburg

Der Baubeginn der heutigen Stadtkirche „Unserer lieben Frauen“ geht auf die Zeit um 1000 zurück, 1546 wurde die Kirche im Zuge der Reformation evangelisch. Der größte Umbau der Kirche im Laufe der Geschichte fand von 1884 bis 1889 statt. Die Kirche ist das älteste noch bestehende Bauwerk von Meiningen.

Stadtkirche „Unserer lieben Frauen“

In Meiningen sind eine ganze Reihe von heute denkmalgeschützten Fachwerk- und Bürgerhäusern aus verschiedenen Jahrhunderten erhalten geblieben. Zu den schönsten Fachwerkhäusern in der Innenstadt zählt das 1596 erbaute Büchnersche Hinterhaus in der Georgstraße, das gleichzeitig das älteste genau datierte Fachwerkhaus in Meiningen ist.

Büchnersches Hinterhaus, Georgstraße 20

Im überwiegend mit Andreaskreuzen geschmückten Fachwerkhaus war früher eine Schankwirtschaft mit Tanzsaal untergebracht, worauf der Name „Rautenkranz“ verweist. Nach der Restaurierung im Jahr 1998 sind hier eine Kleinkunstbühne und Hotelappartements zu finden.

„Rautenkranz“, Ernestinerstraße 40

Die ehemalige Obermühle wurde vom inneren Mühlgraben am Obertor gespeist und diente als Mahlmühlung und zur Energieerzeugung. Das heutige Gebäude wurde 1861 bis 1865 erbaut und in den 1990er Jahren restauriert.

Ehemalige Obermühle, Anton-Ulrich-Straße 45

Das Steinerne Haus in der Anton-Ulrich-Straße 43 war ursprünglich ein Fachwerkhaus aus dem 13. Jahrhundert, das 1571 zu einem dreigeschossigen Renaissance-Bau mit zahlreichen Schmuckelementen auf der Fassade umgebaut wurde. So entstand ein kompletter Massivbau, was dem Gebäude den Namen „Steinernes Haus“ einbrachte.

Steinernes Haus, Anton-Ulrich-Straße 43

Das Bürgerhaus in der Schlundgasse 4 wurde 1906 erbaut, „Schlundhaus“ ist der fränkische Name für den Ratskeller. Der Erker ist ein Nachbau des Erkers vom 1874 abgebrannten, 1587 errichteten Haus „Zum Gulden Einhorn“ in der damaligen Unteren Marktgasse, das später als „Merkelsches Haus“ bezeichnet wurde.

Schlundhaus, Schlundgasse 4

Das Fachwerkhaus in der Burggasse 22 wurde im 18. Jahrhundert erbaut, der Dichter Rudolf Baumbach (* 28. September 1840 in Kranichfeld; † 21. September 1905 in Meiningen) wohnte hier. Heute dient es als Literatur- und Heimatmuseum „Baumbachhaus“.

Baumbachhaus, Burggasse 22

Das Henneberger Haus wurde 1894 bis 1895 von Eduard Fritze als Sitz des Hennebergischen Altertumsforschenden Vereins Meiningen errichtet. Bereits 1905 zog der Verein wieder aus dem Gebäude aus, seit 1915 wird es als Gasthaus und Restaurant genutzt.

Henneberger Haus, Georgstraße 2


Meininger Theater

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