Donnerstag, 9. Februar 2012

Der „24-Stunden-Blitz-Marathon“

Neue Kampagne „Brems Dich – rette Leben!“

Für den 10. Februar 2012 hat Ralf Jäger, Minister für Inneres und Kommunales in Nordrhein-Westfalen einen „24-Stunden-Blitz-Marathon“ angekündigt. Hintergrund ist die steigende Anzahl von Geschwindigkeitsunfällen. Dabei soll es weniger um das Verteilen von „Knöllchen“ und die Mehreinnahmen gehen – die dürften allerdings ein angenehmer Begleiteffekt sein – als vielmehr darum, die Straßen dauerhaft sicherer zu machen. Kontrollen sollen dort durchgeführt werden, wo nach örtlicher Analyse der Unfallzahlen Radfahrer und Fußgänger besonders gefährdet sind und überall dort, wo zu schnell gefahren wird. Insbesondere letztgenannte Stellen sind aber aus meiner Sicht nicht unbedingt Unfallschwerpunkte, häufig wird auf breit ausgebauten, übersichtlichen Straßen zu schnell gefahren. An unübersichtlichen Stellen fahren auch „Raser“ nicht zu schnell. Somit könnte sehr schnell der Eindruck entstehen, dass es sich bei der Aktion eben doch um „Abkassiererei“ handelt.

Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass ich mich als Fußgänger häufig an Stellen von Autofahrern bedroht fühle, die nicht zu den Unfallschwerpunkten gehören und an denen die Autofahrer offensichtlich überhaupt kein Unrechtsbewußtsein an den Tag legen. Als Beispiele seien durch Zeichen 293 gekennzeichnete Fußgängerüberwege nach § 26 StVO genannt, auf denen ich mich regelmäßig durch einen Sprung auf den Gehsteig retten muss, da Autofahrer diese Stellen mit unverminderter Geschwindigkeit passieren und sich dabei offensichtlich auch noch im Recht wähnen. Beliebt sind auch Kreuzungen, an denen der Verkehr durch Lichtzeichenanlagen geregelt wird und an denen ich als Fußgänger auch gern einmal von abbiegenden Fahrzeugen beinahe überfahren werde. Aber an diesen Stellen kontrolliert natürlich niemand.

Um zumindest einmal das Unrechtsbewußtsein der Autofahrer zu sensibilieren, würde ich mir daher für den „24-Stunden-Blitz-Marathon“ wünschen, dass auch bereits kleinste Geschwindigkeitsübertretungen im Rahmen des Möglichen geahndet werden, Geschwindigkeitsübertretungen bis 10 km/h sollte man auch tatsächlich mit dem vorgesehenen Bußgeld von 15 Euro belegen, und vor allem, dass die Kontrollen kontinuierlich fortgesetzt werden, damit nicht der Eindruck entsteht, okay, jetzt wird nicht mehr geblitzt, jetzt kann man wieder in alte Gewohnheiten zurückfallen.

Keine Kommentare: