Mittwoch, 22. Februar 2012

Ankündigung: „Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte“ im Kunstraum Notkirche

Wanderausstellung zur Lebensgeschichte Anne Franks soll Besinnung auf die Gefahren von Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung fördern

Das Tagebuch des jüdischen Mädchens Anne Frank (* 12. Juni 1929 in Frankfurt am Main; † Anfang März 1945 im KZ Bergen-Belsen) ist Symbol für den Völkermord an den Juden durch die Nationalsozialisten und intimes Dokument der Lebens- und Gedankenwelt einer jungen Schriftstellerin. In der Ausstellung „Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte“ erzählen große Bildwände in sechs Abschnitten von ihren ersten Jahren in Frankfurt am Main und der Flucht vor den Nationalsozialisten, über die Zeit in Amsterdam – glückliche Kindheit und schwere Zeit im Versteck in einem Hinterhaus in der Prinsengracht 263 – bis zu den letzten schrecklichen sieben Monaten in den Lagern Westerbork, Auschwitz und Bergen-Belsen. Viele private Fotos erlauben einen ganz intimen Einblick in das Leben der Familie Frank und ihrer Freunde.

Ihre persönliche Geschichte wird verbunden mit der Geschichte der Weimarer Republik, des Nationalsozialismus, der Judenverfolgung, des Holocaust und des Zweiten Weltkriegs. Wichtige geschichtliche Ereignisse werden kurz erläutert und durch Filme und Aussagen von Zeitzeugen ergänzt. Neben der Perspektive der Verfolgten und ihrer Helfer wird die Perspektive von Mitläufern und Tätern dargestellt.

Jugendliche in der Ausstellung „Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte“ im Deutschen Bundestag
© Anne Frank Zentrum/Mandy Klötzer


Kernstück der neuen Ausstellung ist der Gedankenraum, der sich der langen Zeit im Versteck widmet. Audiozitate würdigen Anne Frank als Tagebuchschreiberin und Chronistin ihrer Zeit. Sie ermöglichen ein Nachdenken über die Parallelen und Unterschiede zwischen gestern und heute. Dazu zeigt die Ausstellung die Geschichte des Tagebuchs seit dessen Veröffentlichung im Jahr 1947 unter dem Titel „Het Achterhuis: Dagboekbrieven van 12 Juni 1942 – 1 Augustus 1944“.

Die Ausstellung bietet Jugendlichen ein Forum, sich mit Fragen auseinander zu setzen, die sie an ihr eigenes Leben stellen. Es sind Fragen des Erwachsenwerdens, auf die schon Anne Frank Antworten suchte, nach dem eigenen Ort im sozialen und politischen Leben. Die neue Anne Frank-Ausstellung wendet sich dazu direkt an Jugendliche heute mit Fragen zu Identität, Gruppenzugehörigkeit und Diskriminierung: Wer bin ich? Wer sind wir? Wen schließen wir aus? Kurze Filme mit Jugendlichen von heute regen zur Diskussion zu diesen Themen an. Ausgehend von der Frage „Was kann ich bewirken?“ ermutigt die Ausstellung zum Einsatz für eine menschliche Gesellschaft heute. An allen Ausstellungsorten werden Jugendliche durch das Berliner Anne Frank Zentrum zu Ausstellungsbegleiterinnen und -begleitern ausgebildet, um dann Gleichaltrige auf Augenhöhe durch die Ausstellung zu begleiten.

Jugendliche Ausstellungsbegleitung
© Anne Frank Zentrum/Mandy Klötzer


Die Ausstellung „Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte“ wurde im Rahmen des Ausstellungs- und Botschafterprojekts „Anne Frank und wir“ vom Anne Frank Haus und Anne Frank Zentrum entwickelt. Sie richtet sich an Schülerinnen und Schüler sowie an Erwachsene. Nach der Erstpräsentation im Deutschen Bundestag/Paul-Löbe-Haus vom 19. Januar bis 16. Februar 2012 wird sie als Wanderausstellung deutschlandweit zu sehen sein. Auf Initiative der Realschule Essen-West wird die erste Station der Wanderausstellung vom 8. März bis 4. April 2012 der Kunstraum Notkirche in der ehemaligen „Apostelnotkirche“, Mülheimer Straße 70 in Essen sein, Kooperationspartner sind die Evangelische Kirchengemeinde Frohnhausen und das Schulreferat des Kirchenkreises Essen. Im „Kunstraum Notkirche“ werden 30 Schülerinnen und Schüler der Realschule Essen-West als Peer Guides angemeldete Klassen durch die Ausstellung begleiten. Im o. g. Zeitraum wird die Ausstellung dienstags bis freitags von 10 bis 17 Uhr, samstags von 10 bis 13 Uhr und sonntags von 12 bis 13 Uhr geöffnet sein. Besuchergruppen können sich im Café Forum der Apostelkirche unter der Rufnummer (0201) 8745204 anmelden (Dienstag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr, Samstag von 10 bis 13 Uhr).

„Apostelnotkirche“

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