Sonntag, 29. Januar 2012

Eisenach

Lutherstadt am Fuße der Wartburg

Früher hat man in Fotoalben gestöbert, heute fristen ungeahnte Mengen von Fotos auf der Festplatte ein „Schattendasein“, bis man eines Tages das ein oder andere „alte Schätzchen“ zu Tage fördert. Wen´s interessiert darf hier gerne auch einmal einen Blick darauf werden, wen nicht, der blättert einfach weiter. Wie in einem richtigen Fotoalbum.

Abhängig von der Berechnungsmethode ergeben sich unterschiedliche Orte als Mittelpunkt Deutschlands. Berechnet man den Schwerpunkt der Fläche Deutschlands für das Staatsgebiet zu Land – also ohne die 12-Seemeilen-Zone – so ergibt sich der Ort Landstreit (51°0’ N, 10°20’ E) bei Eisenach als Mittelpunkt. Stellvertretend für den kleinen Ort wurde die 10 Kilometer südlich liegende Wartburg zum Mittelpunkt Deutschlands erklärt. Warum also nicht mit ein paar Impressionen aus Eisenach und vom UNESCO-Weltkulturerbe Wartburg beginnen. Martin Luther (* 10. November 1483 in Eisleben, † 18. Februar 1546 in Eisleben) übersetzte auf der Wartburg das Neue Testament vom Griechischen ins Deutsche, und der Komponist Johann Sebastian Bach (* 21. März 1685 in Eisenach, † 28. Juli 1750 in Leipzig) wurde in Eisenach geboren.

Thüringer Landestheater


Hauptbahnhof


Glasmosaik mit Darstellung des Automobilwerks Eisenach in der Empfangshalle


Nikolaiturm und Nikolaitor

Von den fünf ehemaligen Stadttoren ist heute nur noch das Nikolaitor erhalten. Das älteste Stadttor Thüringens ist zusammen mit der Nikolaikirche – neben der Wartburg – eines der Wahrzeichen Eisenachs.

Stadtapotheke

Die Stadtapotheke wurde 1800 von Wilhelm Dammann als „Hof- und Stadt-Apotheke“ gegründet, die heutige Gestalt erhielt das Gebäude 1992 nach umfangreichen Rekonstruktionsarbeiten. Die Apotheke diente auch als Drehort für die Fernsehserie „Familie Dr. Kleist“.

Predigerkirche


Martin-Luther-Gymnasium


Stadtschloss, Ratsapotheke und Rathaus am Marktplatz


Rathaus und Ratsapotheke am Marktplatz


Georgsbrunnen und Rathaus


Georgenkirche

1221 wurden Landgraf Ludwig IV. (* 28. Oktober 1200 in Creuzburg, † 11. September 1227 in Otranto) und die ungarische Königstochter Elisabeth (* 7. Juli 1207 auf Burg Sárospatak in Ungarn, † 17. November 1231 in Marburg an der Lahn) in der Georgenkirche getraut. Martin Luther predigte am 2. Mai 1521 in der Georgenkirche, 2 Tage später wurde er zum Schein festgenommen und auf die Wartburg gebracht. Und am 23. März 1685 wurde Johann Sebastian Bach in dieser Kirche getauft.

Georgenkirche


Residenzhaus


Schmales Haus

Am Johannisplatz befindet sich das so genannte Schmale Haus, das mit etwa 2 Metern Breite wohl das schmalste Fachwerkhaus Deutschlands ist.

Creutznacher Haus

Conrad Creutznacher ließ 1539 am Markt ein repräsentatives Wohn- und Geschäftshaus im Stil der Renaissance errichten. Im erhaltenen Creutznacher Haus ist heute u. a. die Tourist Information untergebracht.

Lutherhaus

Während seiner Schulzeit (1498 bis 1501) soll Martin Luther in zwei kleinen Räumen im Haus der Familie Cotta gewohnt haben. Das Lutherhaus in der Nähe des Marktplatzes ist eines der ältesten erhaltenen Fachwerkhäuser in Eisenach.

Bachhaus am Frauenplan

Am 27. Mai 1907 wurde das Bürgerhaus am Frauenplan – mutmaßliches Geburtshaus von Johann Sebastian Bach – als Museum der Öffentlichkeit übergeben, es beherbergt heute die weltweit größte Ausstellung zu Bachs Leben und Werk.

Wohnhaus der „Familie Dr. Kleist“ (Fritz-Koch-Straße 38)


Reuter-Villa

In der 1866 bis 1868 vom Architekten Ludwig Bohnstedt (* 27. Oktober 1822 in Sankt Petersburg, † 3. Januar 1885 in Gotha) im Stil der Neorenaissance für den Dichter Fritz Reuter (* 7. November 1810 in Stavenhagen, † 12. Juli 1874 in Eisenach) erbauten Villa im Helltal befindet sich das Reuter-Wagner-Museum. Es beherbergt – nach Bayreuth – die umfangreichste Richard-Wagner-Sammlung.

Burschenschaftsdenkmal

Das am 22. Mai 1902 auf der Göppelskuppe südlich von Eisenach eingeweihte Burschenschaftsdenkmal ist ein Kriegerdenkmal für die im Deutsch-Französischen Krieg gefallenen Burschenschafter. Das 33 Meter hohe Denkmal wurde nach Plänen des Architekten Wilhelm Kreis (* 17. März 1873 in Eltville am Rhein, † 13. August 1955 in Bad Honnef) errichtet.

Wartburg

Das Wahrzeichen Eisenachs ist die Wartburg auf einem schmalen Felsgrat am nordwestlichen Ende des Thüringer Waldes auf 411 m über NN. Sie wurde am 4. Dezember 1999 als „hervorragendes Denkmal der feudalen Epoche in Mitteleuropa“ in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. 2011 pilgerten knapp 364.000 Besucher zur Wartburg, in den vergangenen Jahren war von bis zu 500.000 Besuchern jährlich die Rede, da kann es bis zum Beginn der nächsten Führung schonmal ein Weilchen dauern.

Wartburg


Wartburg


Wartburg, Blick durch die Torhalle in den ersten Burghof mit Vogtei und Nürnberger Erker


Wartburg, erster Burghof


Wartburg, mittelalterliche Burgenbaustelle an der Vogtei

Zum UNESCO-Welterbetag am 3. Juni 2007 wurde der historisch belegte Tugendpfad unterhalb der Burgmauern den Besuchern der Wartburg wieder zugänglich gemacht. Damit verbunden wurde auch die mittelalterliche Burgenbaustelle eröffnet. Dort werden Baugewerke gezeigt, die zur Zeit der Errichtung des Palas im 12. Jahrhundert verwendet wurden.

Wartburg, Lutherstube in der Vogtei

Die Lutherstube in der Vogtei diente Martin Luther vom 4. Mai 1521 bis 1. März 1522 als Unterschlupf. Der Legende nach soll er hier ein Tintenfass nach dem Teufel geworfen haben, der resultierende Tintenfleck an der Wand ist aber heute nicht mehr zu sehen.

Wartburg

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