Sonntag, 29. Januar 2012

Dresden

„Florenz des Nordens“

Häufig wird Dresden als „Elbflorenz“ oder auch „Florenz des Nordens“ bezeichnet, was wohl auf die Würdigung der Kunstsammlungen in Dresden durch Johann Gottfried Herder zu Beginn des 19. Jahrhunderts zurückzuführen ist. Auch diverse Bauwerke entstanden unter florentinischem Einfluss, als Beispiele seien das von Gottfried Semper erbaute Neorenaissancegebäude genannt, das den Zwinger zur Elbe hin abschließt, oder die an den Florentiner Dom erinnernde Steinkuppel der Frauenkirche.

„Fenster mit Canaletto-Blick“: Elb-Seite des Hotels The Westin Bellevue Dresden

Der venezianischer Maler Bernardo Bellotto – genannt Canaletto – malte Mitte des 18. Jahrhunderts einen Zyklus von 14 Dresdner Stadtansichten, die sich auch heute noch in der Gemäldegalerie Alte Meister in der Sempergalerie im Zwinger befinden. Das bekannteste dürfte der so genannte Canaletto-Blick von 1748 sein, das Dresden vom rechten Elbufer unterhalb der Augustusbrücke zeigt. Das Ölgemälde entstand von einem Standpunkt auf dem Neustädter Elbufer in der Nähe des heutigen Hotels The Westin Bellevue Dresden.

Augustusbrücke, Frauenkirche, Neues Ständehaus, Hofkirche, Stadtschloss, Semperoper

Nach dem 2005 abgeschlossenen Wiederaufbau der Frauenkirche am Neumarkt ist die weltbekannte Silhouette bis auf die in den Jahren 1907 bis 1910 mit weniger Pfeilern neu errichtete Augustusbrücke vollständig wiederhergestellt. Die ehemalige Frauenkriche entstand in den Jahren 1726 bis 1743 nach dem barocken Entwurf von George Bähr (* 15. März 1666 in Fürstenwalde, † 16. März 1738 in Dresden). Nach einem Luftangriff in der Nacht vom 13. auf den 14. Februar 1945 brannte die Frauenkirche vollständig aus, am Morgen des 15. Februar konnten die ausgeglühten Innenpfeiler das Gewicht der Steinkuppel nicht mehr tragen, was zum Einsturz der Kirche führte. Die Kirchenruine blieb als Mahnmal gegen den Krieg erhalten.

Frauenkirche

Für den Wiederaufbau der Frauenkirche wurden aus dem Trümmerhaufen alle noch brauchbaren Steine eingelagert. Bei vielen Steinen konnte sogar ihr ursprünglicher Platz vor dem Einsturz ermittelt werden, so dass diese später wieder an gleicher Stelle eingebaut werden konnten. Mit dem eigentlichen Wiederaufbau wurde am 27. Mai 1994 mit einer symbolischen Erststeinversetzung begonnen, der am 26. August 1726 gelegte Grundstein der Frauenkirche liegt noch immer an seinem ursprünglichen Platz.

Frauenkirche

Bereits am 13. April 2004 wurde der letzte Stein im Laternengesims eingesetzt, am 22. Juni 2004 wurde die Turmhaube mit dem vergoldeten Kreuz auf die Laterne über der Steinkuppel aufgesetzt und damit das ursprüngliche äußere Aussehen wiederhergestellt. Die Aussichtsplattform auf der Laterne wurde am 1. Februar 2005 für Besucher geöffnet. Mit der Weihe der Frauenkirche am 30. Oktober 2005 wurde diese wieder ihrer Bestimmung als Gebetsstätte übergeben.

Frauenkirche


Frauenkirche


Frauenkirche

Innenaufnahmen der Frauenkirche sind offiziell nicht gestattet. Da sich Fotos von beinahe jedem Detail des Innenraums in druckfähiger Auflösung bei Flickr oder Wikimedia Commons finden lassen, erübrigt es sich, diese hier einzustellen.

Blick von der Kuppel der Frauenkirche: Hausmannsturm, Residenzschloss, Fürstenzug an der Fassade des Stallhofs, Hofkirche, Neues Ständehaus


Neumarkt, „Heinrich Schütz Residenz“


Theaterplatz mit Semperoper, Reiterdenkmal König Johann

Die Sächsische Staatsoper am Theaterplatz – allgemein nach ihrem Baumeister Gottfried Semper (* 29. November 1803 in Hamburg, † 15. Mai 1879 in Rom) Semperoper genannt – ist das unter der Leitung von Architekt Wolfgang Hänsch wiedererrichtete Gebäude der ursprünglich 1871 bis 1878 nach Plänen Sempers erbauten Oper. Diese wurde – wie die Frauenkirche – bei den Bombenangriffen am 13. Februar 1945 zerstört. Am 13. Februar 1985 – genau 40 Jahre nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg – wurde die Semperoper mit Carl Maria von Webers Oper „Der Freischütz“ wiedereröffnet. Den schönsten Eindruck von der Innenausstattung des Gebäudes kann man sich natürlich beim Besuch einer Vorstellung in der Semperoper verschaffen.

Theaterplatz mit Semperoper, Reiterdenkmal König Johann


Residenzschloss mit Hausmannsturm

Das Residenzschloss war einst Sitz der sächsischen Kurfürsten und Könige. Am 13. Februar 1945 aufgrund der Luftangriffe bis auf die Grundmauern niedergebrannt, wird es gegenwärtig in alter Pracht wiederhergestellt. Bis 2013 soll der Wiederaufbau abgeschlossen sein, Verzögerungen sind natürlich nicht auszuschließen. Erich Honnecker hatte am 13. Februar 1985 den Abschluss des Wiederaufbaus für die Jahre 1986 bis 1990 in Aussicht gestellt. Im Schloss sind gegenwärtig fünf Museen untergebracht: das Historische und das Neue Grüne Gewölbe, das Münzkabinett, das Kupferstich-Kabinett und die Türckische Cammer.

Hofkirche, Residenzschloss, Altstädter Wache (Schinkel-Wache)


Hofkirche, Residenzschloss, Altstädter Wache (Schinkel-Wache)


Fürstenzug an der Fassade des Stallhofs


Langer Gang am Stallhofgebäude


Langer Gang am Stallhofgebäude


Zwinger, Kronentor


Zwinger, Glockenspielpavillon


Zwinger, Wallpavillon


Neues Ständehaus


Brühlsche Terasse, Kunstakademie, Sekundogenitur


Coselpalais, Kunstakademie


Kunstakademie („Zitronenpresse“)


Neue Synagoge


UFA-Filmpalast („Papierkorb“)


UFA-Filmpalast („Kristall aus Beton“)


Einstige Zigarettenfabrik Yenidze

Da es nach den Bauvorschriften zu Beginn des 20. Jahrhunderts verboten war, im Stadtzentrum Industrieanlagen mit hohem Schornstein zu errichten, entwarf Architekt Martin Hammitzsch (* 22. Mai 1878 in Plauen, † 12. Mai 1945 bei Oberwiesenthal) den Fabrikneubau auf Anregung von Zigarettenfabrikant Hugo Zietz in Gestalt einer Moschee mit dem Schornstein als Minarett. Als Vorbild für die 1907 bis 1909 errichtete „Tabakmoschee“ diente das Mamelucken-Grab des Khair Bak in Kairo, der Name bezieht sich auf ein kleines griechisches (damals noch türkisches) Tabakanbaugebiet.

Goldener Reiter (August der Starke)


Neustädter Hauptstraße mit Kügelgenhaus

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