Montag, 9. Januar 2012

Ankündigung: „Die Comedian Harmonists“

Die Revue über Aufstieg und Scheitern des Berliner Vokalensembles

„Die Comedian Harmonists“ am Musiktheater im Revier
v. l. n. r. Ralf Rhiel (Robert Biberti), Markus Schneider (Erich Collin), Askan Geisler (Erwin Bootz), Piotr Prochera (Roman Cycowski), Michael Dahmen (Harry Frommermann) und Mark Weigel (Ari Leschnikoff)
Foto: Pedro Malinowski


„Achtung. Selten. Tenor, Bass (Berufssänger, nicht über 25), sehr musikalisch, schönklingende Stimmen, für einzig dastehendes Ensemble unter Angabe der täglich verfügbaren Zeit gesucht.“

Mit dieser unscheinbaren Zeitungsannonce suchte Harry Frommermann (* 12. Oktober 1906 in Berlin, † 29. Oktober 1975 in Bremen) am 18. Dezember 1927 im Berliner Lokal-Anzeiger Sänger für eine neue Gruppe. Harry Frommermann, Robert Biberti (* 5. Juni 1902 in Berlin, † 2. November 1985 in Berlin), Asparuch „Ari“ Leschnikoff (* 16. Juni 1897 in Chaskowo, † 31. Juli 1978 in Sofia), Walter Nußbaum und Theodor Steiner gründeten im Winter 1927/28 die Gesangsgruppe „The Melody Makers“. Im März 1928 schied Theodor Steiner aus der Gruppe aus, Roman Cycowski (* 25. Januar 1901 in Łódź, † 9. November 1998 in Palm Springs) übernahmen den Bariton-Part, und Ari Leschnikoff brachte dann noch seinen Piano spielenden Freund Erwin Bootz (* 30. Juni 1907 in Stettin, † 27. Dezember 1982 in Hamburg) mit. Im März 1929 wurde Walter Nußbaum als zweiter Tenor durch Erich Abraham Collin (* 26. August 1899 in Berlin, † 28. April 1961 in Los Angeles) ersetzt. Erik Charell, in dessen Operetten-Revue „Casanova“ im Großen Schauspielhaus das Ensemble zwischen den Akten auftreten durfte, regte die Umbenennung in „Comedian Harmonists“ an.

In den folgenden Jahren erobert das Vokalensemble Konzertsäle auf der ganzen Welt, doch mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten findet der Aufstieg ein abruptes Ende. Durch die erzwungene Emigration der drei jüdischen Mitglieder wurde die Gruppe 1935 getrennt.

„Die Comedian Harmonists“, die Revue über Aufstieg und Fall des Vokalensembles von Franz Wittenbrink (musikalische Einrichtung) und Gottfried Greiffenhagen (Buch) ist zwar frei erfunden, beruht aber auf historisch wahren Begebenheiten. Unter der musikalischen Leitung von Askan Geisler und in der Inszenierung von Sandra Wissmann kann man ab dem 13. Januar 2012 im Kleinen Haus des Musiktheaters im Revier in Gelsenkirchen die Erfolgsgeschichte der Gesangsformation mit bekannten Evergreens wie „Mein kleiner grüner Kaktus“, „Veronika, der Lenz ist da“ oder „Ein Freund, ein guter Freund“ verfolgen.

„Die Comedian Harmonists“ am Musiktheater im Revier
Foto: Pedro Malinowski


Keine Kommentare: