Samstag, 5. November 2011

Die elektronische Gesundheitskarte

Datenschutz? Fehlanzeige!

Zum 1. Januar 2006 sollte die elektronische Gesundheitskarte die zum 1. Januar 1995 eingeführte Kranken­ver­sicherungs­karte in Deutschland ersetzen. Die Einführung hat sich mehrfach verzögert, nun sind die Krankenkassen durch eine gesetzliche Regelung des Bundestages im Rahmen des GKV-Finanzierungsgesetzes verpflichtet, bis zum Jahresende 2011 mindestens 10 % ihrer Mitglieder mit einer elektronische Gesundheitskarte auszustatten. Sie enthält ein Foto der/des Versicherten, um missbräuchliche Inanspruchnahme medizinischer Leistungen zu verhindern. Außerdem enthält sie einen Prozessorchip, auf dem vertrauliche personenbezogene Daten gespeichert werden sollen. Weitere Einzelheiten sind beispielsweise den Seiten des Bundesministeriums für Gesundheit zu entnehmen. Die teilweise berechtigte Kritik gegen die Einführung der elektronische Gesundheitskarte (Kosten, Datenschutz usw.) findet der geneigte Leser an anderer Stelle.

Dass es keinen 100 %igen Schutz gegen Datenmissbrauch gibt, dürfte inzwischen jedem hinlänglich bekannt sein. Meine Krankenkasse ging jedoch bei der Beachtung des Datenschutzes noch einen Schritt weiter: Angesichts der in der beiliegenden Broschüre propagierten Datensicherheit hielt man den Versand der elektronische Gesundheitskarte im offenen Briefumschlag für angemessen. Datenmissbrauch ist ja ausgeschlossen! Nur zur Erläuterung: Auch die elektronische Gesundheitskarte enthält personenbezogene Daten im Klartext, im einzelnen Namen und Geburtsdatum des Versicherten, Versicherungsnummer … die für jeden, durch dessen Hände der Brief gegangen ist, frei einsichtig waren. Da braucht man sich also über Datenschutz keine Gedanken mehr machen, wenn die Krankenkasse personenbezogene Daten freiwillig jedem zur Verfügung stellt! Datenschutz? Absolute Fehlanzeige!

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