Sonntag, 16. Oktober 2011

Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen

(Nicht nur) Dampflokomotiven im ehemaligen Bahnbetriebswerk Bochum-Dahlhausen

P 8 der Preußischen Staatseisenbahnen 38 2267, Baujahr 1918

Die Deutsche Gesellschaft für Eisenbahngeschichte e. V. hat 1977 das ehemalige Bahnbetriebswerk Bochum-Dahlhausen von der Deutschen Bundesbahn angemietet und auf dem Gelände das Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen eingerichtet. Mit einem Areal von etwa 46.000 m² gehört es heute zu den größten Museen seiner Art in Deutschland. Am 14. Juli 2011 wurde das Museum in die Stiftung EisenbahnMuseum Bochum überführt.

Lokschuppen

Ganz nostalgisch werden Eintrittskarten im Format von klassischen Edmondsonschen Kartonfahrkarten ausgegeben. Thomas Edmondson (* 30. Juni 1792 in Lancaster, † 22. Juni 1851 in Manchester) stellte um 1836 die ersten Fahrkarten aus Karton vor. Zentraler Bestandteil des Museums ist der 14-ständige Lokomotivschuppen mit einer 20-Meter-Drehscheibe. Um die Fahrzeugsammlung mit mehr als 150 Schienenfahrzeuge aus der Zeit von 1853 bis zur Gegenwart unterbringen zu können, befinden sich zwei weitere Fahrzeughallen mit Gleisen auf dem Museumsgelände. Der Wasserturm, das preußische Ständer-Stellwerk, sowie Bekohlungsanlage, Wasserkran und Sandturm bilden das eisenbahntypische Umfeld. Das gesamte ehemalige Bahnbetriebswerk Bochum-Dahlhausen steht unter Denkmalschutz, das Eisenbahnmuseum ist ein Ankerpunkt auf der Route der Industriekultur.

Lokschuppen mit Schienen-Straßen-Omnibus BS 300 und Personenzuglokomotive 66 002

Die Personenzugtenderlokomotive der Baureihe 66 ist in nur zwei Exemplaren von Henschel & Sohn in Kassel genaut worden. Sie besaß ein vollkommen geschlossenes Führerhaus. Die 66 002 wurde nach nur 12 Jahren außer Dienst gestellt, da die weitere Erhaltung im Vergleich zu modernen Dieselloks wirtschaftlich nicht mehr vertretbar war.

Personenzuglokomotive 66 002, Baujahr 1955

Die so genannten Schienen-Straßen-Omnibusse konnten wahlweise auf der Straße oder mit speziellen Schienenfahrgestellen auf Eisenbahnstrecken verkehren. Um die Schienenfahrgestelle unter den Bus zu schieben, wurde dieser mit einer Hydraulikanlage jeweils an einer Seite angehoben.

Schienen-Straßen-Omnibus BS 300, Baujahr 1953


Zahnradlokomotive 97 502, Baujahr 1922

Die in vier Exemplaren von der der Maschinenfabrik Esslingen gebaute württembergische Hz wurde auf der Zahnradbahn Honau-Lichtenstein mit einer Maximalsteigung von 1:10 eingesetzt und verrichtete dort bis 1961 ihren Dienst. Das Antriebszahnrad wurde nach Einfahrt in die Zahnstange über eine eigene Dampfmaschine angetrieben, die mit dem Abdampf des Reibungstriebwerks arbeitet.

Zahnradlokomotive 97 502, Baujahr 1922


LPD 3 Elektrische Lokomotive der Kaiserlichen Post Landespostdirektion Berlin № 3, Baujahr 1913


Petroleum-Lokomotive der Firma Möhl & Co., Baujahr 1912


Schnellzuglokomotive 01 008, Baujahr 1925

Die Dampflokomotiven der Baureihe 01 waren die ersten in Serie gebauten Einheitsdampflokomotiven. Durch Vereinheitlichung sollten wenige verschiedene Bauteile in großen Stückzahlen günstig hergestellt werden, was den Kapitalaufwand bei der Beschaffung von Lokomotiven senken sollte. Das von Borsig Berlin hergestellte Exemplar 01 008 ist die erste in Dienst gestellte 01, sie wurde nach 48 Dienstjahren am 9. Dezember 1973 ins Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen überführt.

Schnellzuglokomotive 01 008, Baujahr 1925


Schnellzuglokomotive 01 008, Baujahr 1925


Wasserturm


Güterzuglokomotive 044 377-0, Baujahr 1942

Die Güterzug-Einheitsdampflokomotiven der Baureihe 44 mit Dreizylinertriebwerk wurde in 1.989 Exemplaren gebaut. Das ausgestellte Exemplar 044 377-0 wurde 1942 als „Übergangs-Kriegslok“ in Dienst gestellt und diente nach Abstellung bis 1979 als selbstfahrende Heizlokomotive im Bahnbetriebswerk Gelsenkirchen-Bismarck, somit war sie die letzte bei der Deutschen Bahn unter Dampf stehende Dampflokomotive.

Güterzuglokomotive 044 377-0, Baujahr 1942


Güterzuglokomotive 044 377-0, Baujahr 1942


Postwagen Mainz 3912, Baujahr 1926


Rangierlokomotive 80 030 im grauen Fotografieranstrich, Baujahr 1929


Berliner S-Bahn-Triebwagen 475 003-0, Baujahr 1928

An Sonn- und Feiertagen verkehrt der Wismarer Schienenbus T2 zwischen dem Eisenbahnmuseum und dem S-Bahnhof Dahlhausen im Pendelverkehr. Der von der Triebwagen- und Waggonfabrik Wismar AG gebaute zweiachsige Triebwagen diente dem kostengünstigen Personenverkehr auf Kleinbahnen. Die beiden Motoren wurden vor dem eigentlichen Fahrzeugkasten angeordnet und verliehen ihm ein unverkennbares Äußeres, was ihm auch den Spitznamen „Schweineschäuzchen“ eingebracht hat.

Wismarer Schienenbus T2, Baujahr 1936


Wismarer Schienenbus T2 und P 8 der Preußischen Staatseisenbahnen 38 2267


Ständer-Stellwerk


Dampflokwasserkran


Kohlenkran und Kohlenlager


Handhebeldraisine


Blick in einen ausgemusterten Dampfkessel


Sandturm


Schmalspur-Dampflokomotive MEG 74, Baujahr 1888

Der 1861 gebaute Abteilwagen der Königlich Sächsischen Östlichen Staatseisenbahn vermittelt ein Eindruck vom „Komfort“ in der damaligen 3. Klasse. In dem sehr kurz und schmal gebauten Personenwagen waren 40 Sitzplätze in 4 Abteilen angeordnet, Fenster gab es nur in den Türen, die an der Innenseite keine Türgriffe besaßen und nur von außen zu öffnen waren. Eine Öllampe in der Wagenmitte musste zur Beleuchtung ausreichen, eine Heizung gab es überhaupt nicht. Provisorisch ist der Wagenkasten auf einem nicht dazu passenden Fahrgestell ausgestellt.

Abteilwagen der Königlich Sächsischen Östlichen Staatseisenbahn, Baujahr 1861


Güterzuglokomotive E94 080, Baujahr 1942


Steuerwagen für Akkumulatoren-Triebwagen 815 672-1, Baujahr 1959


Güterzuglokomotive 053 075-8, Baujahr 1943


Uerdinger Schienenbus VT98, Baujahr 1961 (Motorwagen), 1960 (Steuerwagen) & 1956 (Beiwagen)


Uerdinger Schienenbus VT98 und P 8 der Preußischen Staatseisenbahnen 38 2267


Wismarer Schienenbus T2 vor dem Lokschuppen

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