Freitag, 18. August 2017

Inhaltsverzeichnis 2017

Da sich das Inhaltsverzeichnis als Startseite in den vergangenen Jahren bewährt hat, gibt es auch in diesem Jahr wieder einen Index. Never touch a running system!


Archäologie-Ausstellung „Ausgegraben“ im Ruhr Museum endet am 3. September 2017

In der Sonderausstellung „Ausgegraben. Archäologie im Ruhr Museum“ zeigt das Ruhr Museum noch bis zum 3. September 2017 die Highlights seiner Archäologischen Sammlung. Rund 25.000 Besucherinnen und Besucher gingen auf der Galerieebene des Museums bereits auf eine Zeitreise durch die Menschheitsgeschichte und betrachteten über 400 archäologische Objekte aus aller Welt. Fundstücke aus dem Alten Orient und dem Alten Ägypten werden dort ebenso präsentiert wie „Industrieabfall“ aus der Industriezeit des Ruhrgebiets. Unter den ausgestellten Exponaten finden sich Waffen und Werkzeuge, wertvolle Grabbeigaben, kunstvoll verzierte Vasen, bedeutsame Amulette und viele weitere Bodenfunde, die in den letzten 100 Jahren ihren Weg in die Depots des Museums gefunden haben.

„Ausgegraben. Archäologie im Ruhr Museum“, Sarg der Dame Iti-ibi, angebl. aus Assiut; Mittleres Reich, Mitte 12. Dynastie, ca. 1880 – 1830 v. Chr., Zedernholz

Die Archäologische Sammlung des Ruhr Museums, die heute über 50.000 Objekte umfasst, geht zurück auf den Historischen Verein für Stadt und Stift Essen, der nach seiner Gründung im Jahr 1880 erste Altertümer zusammentrug und sie seit 1904 im Essener Museum zeigte. Einen wesentlichen Grundstock der Sammlung bildet die 1912 angekaufte Sammlung des Straßburger Archäologen Dr. Robert Forrer.

„Ausgegraben. Archäologie im Ruhr Museum“

Die Galerieausstellung „Ausgegraben. Archäologie im Ruhr Museum“ ist Teil einer Reihe von Sammlungsausstellungen, die ab Oktober 2017 mit „Erdgeschichten. Geologie im Ruhr Museum“ ihren Abschluss finden wird. Sie ist noch bis 3. September 2017 täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, der Eintritt beträgt 3 EUR, ermäßigt 2 EUR, Kinder und Jugendliche bis einschließlich 17 Jahre haben freien Eintritt.

Donnerstag, 17. August 2017

Vorschau: „Kinky Boots – Das Musical“

„Kinky Boots – Das Musical“ – nach dem Spielfilm „Kinky Boots“ von Geoff Deane und Tim Firth (2005); Musik, Liedtexte: Cyndi Lauper; Buch: Harvey Fierstein; Deutsche Übersetzung: N. N.; Inszenierung, Choreografie: Jerry Mitchell; Bühnenbild: David Rockwell; Kostüme: Gregg Barnes; Lichtdesign: N. N.; Ton: N. N.; Musikalische Leitung: N. N. Darsteller: Dominik Hees (Charlie Price), N. N. (junger Charlie), Gino Emnes (Lola/Simon), N. N. (junger Simon), Jeannine Michèle Wacker (Lauren, eine Angestellte), Tilman Madaus (George), Franziska Schuster (Nicola, Charlies Verlobte), Marlon Wehmeier (Harry, Cover Charlie Price), N. N. (Harold Price), N. N. (Simon Sr.), Benjamin Eberling (Don, Fabrikarbeiter), N. N. (Pat), N. N. (Trish), N. N. (Richard Bailey), Fleur Alders („Marge“, the Milan Stage Manager, Cover Trish), N. N. (Maggie), Paolo Avanzini, Boris Böhringer, Antonio Calanna, Tayler Davis, Kaatje Dierks, Pedro Antonio Batista Gonzalez, Marco Heinrich, Steffi Irmen, Denise Jastraunig (Cover Nicola), Dorival Junco, Robert Knorr, Linda Konrad, Sebastian Krolik, Frank Logemann, Benet Monteiro, Taddeo Pellegrini, Laura Pfister (Swing, Cover Lauren, Cover Nicola), Raúl Martin Rodriguez, Clayton Sia (Referee Angel/Cover Lola), Luther Raphael Simon, Alex Snova, Jana Stelley (Cover Lauren), Ronnie Veró Wagner, Merel Zeeman (Swing), Stephan Zenker. Uraufführung: 2. Oktober 2012, Bank of America Theatre, Chicago. Broadway-Premiere: 4. April 2013, Al Hirschfeld Theatre, New York City. West End-Premiere: 15. September 2015, Adelphi Theatre, London. Deutsche Erstaufführung: 3. Dezember 2017, Operettenhaus, Hamburg.



„Kinky Boots – Das Musical“


Deutsche Erstaufführung am Operettenhaus Hamburg


Das Musical „Kinky Boots“ von Cyndi Lauper (Musik und Liedtexte) und Harvey Fierstein (Libretto) basiert auf dem auf wahren Begebenheiten beruhenden Film „Kinky Boots“ von Geoff Deane und Tim Firth aus dem Jahr 2005. Die Out-of-Town Tryouts fanden vom 2. Oktober bis 4. November 2012 im Bank of America Theatre in Chicago statt, am 4. April 2013 feierte das Musical in überarbeiteter Form seine Broadway-Premiere am Al Hirschfeld Theatre und wird dort auch aktuell noch gezeigt. „Kinky Boots“ wurde 2013 für 13 Tony Awards nominiert und gewann sechs Auszeichnungen, darunter als „Bestes Musical“ und für Cyndi Lauper in der Kategorie „Beste Originalmusik“. Seit 15. September 2015 (Previews ab 21. August 2015) wird das Musical auch am Adelphi Theatre in London gezeigt.

„Kinky Boots“ handelt von Charlie Price, der die heruntergekommene Schuhfabrik seines Vaters in der englischen Provinz erbt. Um die Firma zu retten, sucht Charlie nach einer Idee, die das Unternehmen zurück zu alter Größe führen kann. Als er durch Zufall die Drag-Queen Lola kennenlernt, finden die beiden die Nische, die Price & Son retten soll: Schrille, modische und zugleich stabile Schuhe und Stiefel für Drag-Queens – „Kinky Boots“. Die Fabrikarbeiter von Price & Son sind zunächst wenig begeistert von diesem Plan, doch Charlie und Lola nutzen ihre neu gewonnene Freundschaft, um für ihre Idee und das Vermächtnis von Charlies Vater zu kämpfen.

Lola mit Drag Queens, Kinky Boots National Touring Company. Photo: Matthew Murphy

„Kinky Boots – Das Musical“ folgt ab 3. Dezember 2017 (Previews ab 29. November 2017) auf „Hinterm Horizont“, das noch bis 29. Oktober 2017 auf der Reeperbahn zu sehen sein wird. Tickets sind augenblicklich für Vorstellungen bis zum 8. April 2018 erhältlich. Besucher des Operettenhauses werden ganz sicher Freudensprünge machen, denn die Ticketpreise ab 39,90 € (Kategorie 6 unter der Woche, die letzten beiden Reihen im Parkett) bis 149,90 € (Kategorie Premium am Samstagnachmittag) zzgl. Pauschale für Versand/Hinterlegung/ticketdirect oder Mobile Ticket sind bei „Kinky Boots – Das Musical“ im Vergleich zu „Hinterm Horizont“ ab 65,90 € (Kategorie 4 unter der Woche) bis 165,90 € (Kategorie Premium am Samstagabend) zzgl. Pauschale für Versand/Hinterlegung/ticketdirect oder Mobile Ticket sogar gesunken, für die Ersparnis wird man sicher auf der Reeperbahn irgendwo eine Pommes Rot Weiß oder eine Currywurst bekommen. Wer dagegen vor dem Theaterbesuch gepflegt essen und danach noch etwas trinken möchte und auch nicht gratis nach Hamburg reisen und dort übernachten kann, bekommt zum gleichen Preis womöglich auch schon eine Pauschalreise… wohin auch immer.

Ensemble on stage, Kinky Boots National Touring Company. Photo: Matthew Murphy

Die komplette Besetzung wurde bisher natürlich nicht bekanntgegeben, sondernn lediglich Dominik Hees als Charlie Price und Gino Emnes als Lola, lt. Pressemitteilung wird „die weitere Besetzung für die Hamburger Spielzeit zeitnah bekannt gegeben.“ Den für „Kinky Boots – Das Musical“ engagierten DarstellerInnen scheint es vertraglich aber auch nicht verboten zu sein, die von ihnen verkörperte Rolle bekannt zu geben.

Vorschau: ‚electric café‘ in der Rathausgalerie in Essen

Der japanische Automobilhersteller Nissan präsentiert neue Technologien zum Ausprobieren

Im Rahmen der europaweiten Initiative „Electrify the World“ hat der japanische Automobilhersteller Nissan im Dezember 2016 erstmals sein einzigartiges Pop-up-Café in Paris eröffnet, in dem Gäste vom 16. bis 18. Dezember ihre Bestellung mit selbst erzeugter Energie bezahlen und dabei intelligente Energielösungen hautnah kennenlernen konnten. „Electrify the World” möchte Diskussionen anstoßen, Menschen in ganz Europa für die elektrische Revolution gewinnen und zu einem nachhaltigeren Lebenswandel inspirieren.

Nissan hat mit dem „Leaf“ 2010 das weltweit erste in Großserie gebaute Elektrofahrzeug auf den Markt gebracht. Bis heute fanden weltweit 275.000 Elektrofahrzeuge des japanischen Spezialisten einen Käufer, 75.000 davon in Europa. Elektrofahrzeuge können zwar unter bestimmten Umständen – wenn der Strom durch Verbrennung von (Braun-)Kohle erzeugt wird, Braunkohle soll im Rheinischen Braunkohlerevier bis zum Jahr 2045 gefördert werden, im Lausitzer Braunkohlerevier im Südosten Brandenburgs und Nordosten Sachsens auch noch darüber hinaus – in der Summe sogar mehr Schadstoffe erzeugen als sparsame Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren, doch das ist ein völlig anderes Thema, zu dem IMHO ebenfalls politischer Handlungsbedarf besteht. Soll heißen, allein mit der völligen Abschaffung von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren ist die durch den Verkehr hervorgerufene Umweltbelastung mitnichten beseitigt.

Das Nissan ‚electric café‘ in Paris. © NISSAN CENTER EUROPE GmbH

Nun kommt das ‚electric café‘ im Rahmen der Grünen Hauptstadt Europas – Essen 2017, die von Nissan gesponsert wird, vom 24. August bis 2. September 2017 in die Essener Rathausgalerie: Es bietet eine Bühne für verschiedene Ansätze zum Thema Nachhaltigkeit und will aufzeigen, wie diese bereits jetzt schon in den eigenen Alltag integriert werden können. Dazu gibt es kurze Impulsvorträge. Die Themen reichen von künstlerischen Projekten, Upcyling-Mode bis hin zu technischen Lösungen. Zudem bietet das ‚electric café‘ die Möglichkeit, den Kaffee mit Energie zu bezahlen: Wer auf einem der Barhocker Platz nimmt, wird zum Fahrradfahren animiert – so lange bis eine bestimmte Watt-Zahl erreicht ist. Zur Belohnung gibt es danach ein Freigetränk.

Das ‚electric café‘ ist ein Eckpfeiler der Nissan Elektromobilitätsstrategie, die die Kunden zur stärkeren Nutzung nachhaltiger Technologien anregen und noch mehr Multiplikatoren zugunsten einer Trendwende bei der E-Mobilität mobilisieren soll.

Dienstag, 15. August 2017

Neue Wandmalereien in Essen

Gelsenkirchener Straße

Tim Schild und Jan Schoch („farbwandel.com“) haben bereits eine ganze Reihe von Fassaden und Wänden gestaltet, beispielsweise in der Essener U-Bahn-Station Bismarckplatz. Im Rahmen von TRANSURBAN haben sie nun die Fassade an der Gelsenkirchener Straße 191 in Essen in unmittelbarer Nachbarschaft zum UNESCO-Welterbe Zollverein gestaltet. Das Motiv scheint mit dem Wasserkreislauf zu tun zu haben, aufgrund der Nähe zur Zeche Zollverein kommt einem auch Wasserhaltung in den Sinn, Turbinenräder sind zu erkennen, eine Windkraftanlage… Das Kooperationsprojekt TRANSURBAN wird im Rahmen des Förderprogramms „Regionale Kulturpolitik NRW“ vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.

Wandmalerei von Jan Schoch und Tim Schild („farbwandel.com“) auf der Fassade an der Gelsenkirchener Straße 191

Wandmalerei von Jan Schoch und Tim Schild („farbwandel.com“) auf der Fassade an der Gelsenkirchener Straße 191

Wandmalerei von Jan Schoch und Tim Schild („farbwandel.com“) auf der Fassade an der Gelsenkirchener Straße 191


Atelierhaus Schützenbahn

„Dig Deep“ von Tymon Ferenc de Laat alias „MeLikePainting“ in einer Hausdurchfahrt Schützenbahn 25

Die ebenfalls im Rahmen von TRANSURBAN entstandene Wandmalerei des niederländischen Künstlers Tymon Ferenc de Laat (* 1979) aus Rotterdam alias „MeLikePainting“ soll angeblich einen bolivianischen Bergmann zeigen, an gleicher Stelle heißt es, auf der Wandmalerei an der Gelsenkirchener Straße sei ein Förderturm zu erkennen, und befindet sich genau genommen überhaupt nicht am Atelierhaus Schützenbahn, Schützenbahn 19/21, sondern in der Hausdurchfahrt Schützenbahn 25. Soll heißen, man bekommt die Wandmalerei von der vielbefahrenen Hauptstraße aus überhaupt nicht zu sehen.

„Dig Deep“ von Tymon Ferenc de Laat alias „MeLikePainting“ in einer Hausdurchfahrt Schützenbahn 25

Ist der Rummel dann vorbei…

In 352 Tagen ist auf Crange wieder Fassanstich

3,8 Millionen Menschen sollen die 582. Cranger Kirmes besucht haben, die in diesem Jahr – wie schon 2011 und 2012 – wieder 11 Tage vom 3. bis 13. August dauerte, nachdem sie aufgrund der Klage eines Anwohners ab 2013 auf 10 Tage verkürzt worden war. Das ist die prognostizierte Besucherzahl, die der Veranstalter am letzten Veranstaltungstag bei der Abschlusspressekonferenz um 12 Uhr in den Ring geworfen hat. Kann man glauben, kann man aber auch lassen. Lediglich die dreieinhalb Regentage hätten die Stimmung etwas gedrückt und den Kinderfahrgeschäften die Gewinne geschmälert. Wenn man sich die Niederschlagswerte ab 3. August 2017 anschaut, so war Samstag, 5. August mit 17 l/m² total verregnet, Dienstag, 8. August und Donnerstag, 10. August waren mit 10 l/m² bzw. 9 l/m² eher unbeständig, Freitag, 11. August und Samstag, 12. August waren mit 3 l/m² bzw. 4 l/m² ebenfalls durchwachsen, die 4. Cranger Kirmes Oldtimer Parade am Samstag war eine ziemlich feuchte Angelegenheit. Ob sich Erwachsene an den verregneten Tagen tatsächlich auf den offenen Fahrgeschäften mit einem mehrfachen der Erdbeschleunigung den Regen aus Gesicht und Haaren haben treiben lassen, sei dahingestellt…

Cranger Kirmesplatz am Rhein-Herne-Kanal

Am Montagnachmittag machte der Kirmesplatz am Rhein-Herne-Kanal bereits einen recht übersichtlichen Eindruck, viele der kleineren Fahrgeschäfte sowie Ausschankbetriebe, Fress- und Losbuden waren bereits abgerückt, und bei den Großfahrgeschäften wurde mit Hochdruck an deren Abbau gearbeitet. Und in den nächsten Tagen kommt sicherlich die Müllabfuhr und holt den verbliebenen Plunder… Die 583. Cranger Kirmes beginnt wieder am ersten Donnerstag im August und dauert vom 2. bis zum 12. August 2018.

Achterbahn „Olympia Looping“

Giant Booster „Apollo 13“

Riesenrad „Bellevue“

Riesenrad „Bellevue“

Riesenrad „Bellevue“

Riesenrad „Bellevue“

Freifallturm „Hangover – The Tower“

Freifallturm „Hangover – The Tower“

Freifallturm „Hangover – The Tower“

Freifallturm „Hangover – The Tower“

Freifallturm „Hangover – The Tower“

Freifallturm „Hangover – The Tower“

Freifallturm „Hangover – The Tower“

Freifallturm „Hangover – The Tower“

Freifallturm „Hangover – The Tower“

Freifallturm „Hangover – The Tower“

„View Tower“

„View Tower“

„View Tower“

„Circus Circus“, die Propeller-Turbine „Gladiator“, der Freifallturm „Hangover – The Tower“ und die Überschlagschaukel „Infinity“ werden vom 22. September bis 8. Oktober 2017 auch beim 172. Cannstatter Volksfest in Stuttgart zu finden sein.

Montag, 14. August 2017

RVR und Stiftung Zollverein schließen neuen Standortvertrag für die nächsten zehn Jahre

Knapp vier Millionen Euro von Land und RVR fließen jährlich in das Industriedenkmal

Der Regionalverband Ruhr (RVR) und die Stiftung Zollverein setzen ihre erfolgreiche Zusammenarbeit fort. Der neue Standortvertrag sieht vor, dass in den kommenden zehn Jahren rund 39,6 Millionen Euro von Land und RVR in die Grundsicherung und Instandsetzung des besucherstärksten Industriedenkmals der Metropole Ruhr fließen. Heute wurde der Vertrag von RVR-Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthöfel und Hermann Marth, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Zollverein, unterschrieben.

UNESCO-Welterbe Zollverein, Schacht XII bei Sonnenaufgang

Karola Geiß-Netthöfel: „Die Industriekultur ist ein wahrer Anziehungspunkt für alle Besucher der Metropole Ruhr aus dem In- und Ausland. Unser größtes touristisches Kapital werden wir gemeinsam mit dem Land sichern und erhalten.“

Gleisbrache

Hermann Marth: „Wir freuen uns, mit der Förderzusage für die nächsten zehn Jahre eine Planungssicherheit zu haben, um die notwendigen Erhaltungs- und Umnutzungsmaßnahmen auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein fortführen zu können.“

Kreiselkipper

Für das UNESCO-Welterbe Zollverein ergibt sich aus der gemeinsamen Vereinbarung eine Grundsicherung für Zeche und Kokerei von rund 2,2 Millionen Euro jährlich (bislang 1,8 Millionen Euro). Dieser Betrag steht erstmalig 2017 zur Verfügung. Die Stiftung Zollverein wird ergänzend dazu in gleichem Umfang einen Eigenanteil erbringen. Die Instandsetzung des Industriedenkmals wird zudem vom RVR mit rund 1,8 Millionen Euro pro Jahr gefördert.

Kokerei Zollverein

In den vergangenen zehn Jahren wurden für die Instandsetzung des UNESCO-Welterbes Zollverein insgesamt rund 12,6 Millionen Euro aufgewendet. Darunter fielen unter anderem Reparaturen an den Kaminen, an der Bandbrücke zum Schacht 1/2/8, an der Fassade der Mischanlage, an den Dächern und im Bereich des Brandschutzes.

Kokerei Zollverein, Schornsteine

Im Rahmen des neuen Vertrages engagieren sich Land und RVR stärker als bisher an den fünf Großstandorten UNESCO-Welterbe Zollverein (Zeche und Kokerei), Landschaftspark Duisburg-Nord, Gasometer Oberhausen, Gebäudeensemble Jahrhunderthalle Bochum sowie Kokerei Hansa in Dortmund. Das Land NRW hebt seine Unterstützung für die Grundsicherung der herausragenden Industriedenkmäler von jährlich 3,6 auf 5,6 Millionen Euro bis 2026 an. Der RVR erhöht seinen Zuschuss für Instandsetzungen an den Großstandorten von 2,5 auf 3,9 Millionen Euro pro Jahr. Insgesamt stehen pro Jahr somit 9,5 Millionen Euro für die fünf Standorte bereit.

Sonntag, 13. August 2017

„Die Hatzfeld – Die rote Gräfin“

„Die Hatzfeld – Die rote Gräfin“ – Musik, Liedtexte, Musikalische Leitung: Paul Graham Brown; Buch, Idee, Deutsche Übersetzung (Songtexte), Regie: Birgit Simmler; Musical Staging: Tim Zimmermann; Bühnenbild: N. N.; Kostüm Design: Anja Klaus; Lichtdesign: Der Lala; Ton: Florian Bursche; Darsteller: Vasiliki Roussi (Sophie, Gräfin von Hatzfeldt), Gunnar Frietsch (Ferdinand Lassalle, Student der Philosophie, später Arbeiterführer), Ephraim Josua Espeter (Paul, Sophies Sohn), Markus Pol (Wilhelm Rüstow, preußischer Militär), Peter Hohenecker (Karl Marx, revolutionärer Journalist und Philosoph), Carlotta Bach/Lina Dittmann/Enya Mevius/Louise Reuter (Lisbeth, Sophies Mündel und Zofe als Kind), Manuel Böhm/Thomas Löscher/Luis Reuter/Tim Struck (Joseph, Zeitungsjunge), Carsten Wenzel (Otto von Bismarck), Erich Gratz (Edmund, Graf von Hatzfeldt), Sarah Strunk (Lisbeth als Erwachsene), Christoph Donhauser (Joseph als Erwachsener), Elke Albert, Hamza Al Lahmad, Franziska Althaus, Stefan Althaus (Bauernführer, Fabrikarbeiter), Anita Bald, Benedikt Bernshausen (Lisbeths Vater, Arnold Mendelssohn, Arzt und Rechtsbeistand der Gräfin Sophie von Hatzfeldt, Minenarbeiter), Ali Bezan, Talea Funk, Tanja Gaiswinkler, Claudia Groß, Karim Hassan (1. Gendarm), Meike Hirschl (Helene von Dönniges, Ferdinand Lassalles Verlobte), Hakim Jamali (Racowitza), Birgit Klinkert (Frau), Ralf Kuntscher (Richter), Laura Lipensky (1. Mätresse von Graf Edmund), Regina Löscher, Jennifer Mevius (Jenny Marx, Ehefrau von Karl Marx), Maresa Nieländer (Mädchen), Morteza Rizai, Ibrahim Safdarian, Rosi Sawczuk, Mareiker Schäfer (Arbeitermutter), Marlen Schäfer, Jana Schmidt (Baronin Meyendorf, Mätresse von Graf Edmund), Reinhard Schwender, Jegr Nihad Tairo, Ali Reza Yaghobi (Felix Alexander Oppenheim, Gräfin Sophies Rechtsbeistand), Ahmad Zargoon. Band: Paul Graham Brown (Piano), Sascha Christ (Schlagzeug), Hans-Jürgen Rindfuß (Bass), Silvia Salzbauer (Synthesizer), Thomas Salzbauer (Klarinette, Alt-, Sopran- und Tenorsaxophon). Uraufführung: 11. August 2017, Schlosshof Biedenkopf.



„Die Hatzfeld – Die rote Gräfin“


„Der Regen fällt“ bei der Uraufführung im Schlosshof Biedenkopf


Nach „Eingefädelt – Das Musical“ (Uraufführung 23. August 2013, Schlosshof Biedenkopf) und „Der Postraub – Das Musical“ (Uraufführung 21. August 2015, Schlosshof Biedenkopf) bringen die Schlossfestspiele der Stadt Biedenkopf zum dritten Mal innerhalb von fünf Jahren eine Musical-Uraufführung auf die Open-Air-Bühne im Landgrafenschloss: Vom 11. bis 27. August 2017 erzählt „Die Hatzfeld – Die rote Gräfin“ von Paul Graham Brown (Musik, Liedtexte) und Birgit Simmler (Buch, Idee, Deutsche Übersetzung der Liedtexte) die Geschichte der Gräfin Sophie von Hatzfeldt, die wegen ihres Engagements für die Arbeiter in der Zeit des Deutschen Vormärz (Epoche in der Geschichte des Deutschen Bundes vor der Märzrevolution von 1848/1849) als „die rote Gräfin“ in die Annalen eingegangen ist. Das Adelsgeschlecht Hatzfeld hat zwar seinen Stammsitz im gleichnamigen Ort Hatzfeld im Landkreis Waldeck-Frankenberg (Hessen), doch das ist IMHO auch der einzige lokale Bezug des Musicals, die causa „Hatzfeldt gegen Hatzfeldt“ und das politische Engagement der „roten Gräfin“ sind nämlich eher in Düsseldorf und Berlin zu verorten und nicht in Hatzfeld oder im Hinterland.

„Die Hatzfeld – Die rote Gräfin“, Vasiliki Roussi (Sophie, Gräfin von Hatzfeldt) und Gunnar Frietsch (Ferdinand Lassalle, Student der Philosophie, später Arbeiterführer). Foto: Martina Koelschtzky

Der Reihe nach: Sophie Gräfin von Hatzfeldt-Schönstein zu Trachenberg (* 10. August 1805 in Trachenberg, Schlesien, † 25. Januar 1881 in Wiesbaden) wuchs auf dem schlesischen Schloss Trachenberg und in Berlin auf und wurde am 10. August 1822 mit 17 Jahren mit ihrem Cousin Edmund Fürst von Hatzfeldt-Wildenburg zu Trachenberg (* 28. Dezember 1798 in Kinzweiler, † 14. Januar 1874 in Düsseldorf) zwangsverheiratet, um Familienstreitigkeiten zwischen den Linien Hatzfeldt-Trachenberg und Hatzfeldt-Wildenburg zu beenden. Schloss Kalkum im Norden von Düsseldorf wurde der Lebensmittelpunkt der gräflichen Familie. Die Ehe war für Sophie von Anfang an unglücklich, Edmund zeigte ihr gegenüber keinerlei Anerkennung und demütigte sie. Ihre drei Kinder Alfred (* 9. April 1825 in Düsseldorf, † 3. Juni 1911 in Düsseldorf), Melanie (* 29. Oktober 1828 in Düsseldorf, † 28. Februar 1901 in Paris) und Paul (* 8. Oktober 1831 in Düsseldorf, † 22. November 1901 in London) wurden ihr von ihrem Mann zunehmend entfremdet. Als Frau hatte sie sich nach den Moralvorstellungen des Adelsstandes in ihre Ehe zu fügen, sie aber sah sich als eigenständige Persönlichkeit mit eigenen Rechten. Seit 1833 lebte Sophie von ihrem Mann getrennt, ab 1846 kam es zu der acht Jahre dauernden gerichtlichen Auseinandersetzung vor diversen rheinischen Gerichten, um sich von Edmund scheiden zu lassen. Bei der bis 1854 andauernden Auseinandersetzung wurde sie vom späteren Arbeiterführer Ferdinand Lassalle (* 11. April 1825 in Breslau, † 31. August 1864 in Carouge) unterstützt, der den Prozess als Ausdrucksmittel seines Kampfes gegen die soziale Unterdrückung sah. Seit 1848 lebte Sophie mit Ferdinand Lassalle in Düsseldorf zusammen und war dort während der Märzrevolution politisch aktiv. Bereits im Juli 1851 wurde die Ehe von Sophie und Edmund rechtskräftig geschieden, dabei verlor Sophie jedoch ihre Alimente, erst 1854 wurde ein Vergleich geschlossen, der ihr ein regelmäßiges Einkommen sicherte.

„Die Hatzfeld – Die rote Gräfin“, Vasiliki Roussi (Sophie, Gräfin von Hatzfeldt). Foto: Martina Koelschtzky

Auch nach ihrer Scheidung 1851 lebte Sophie mit Ferdinand Lassalle zusammen, 1859 folgte sie ihm nach Berlin, um ihn dort bei seinen politischen Aktivitäten zu unterstützen. Auf einer gemeinsamen Reise lernten Sophie und Lassalle im Sommer 1861 den ehemaligen preußischen Artillerieoffizier Wilhelm Rüstow (* 25. Mai 1821 in Brandenburg an der Havel, † 14. August 1878 in Aussersihl bei Zürich) kennen, der sich 1848 aktiv an der Märzrevolution beteiligt hatte, sich sofort in die Gräfin verliebte und sie heiraten wollte. Wilhelm Rüstow wird Sophies Geliebter, was beinahe zum Bruch mit Ferdinand Lassalle geführt hätte. Am 23. Mai 1863 gründete Ferdinand Lassalle in Leipzig den Allgemeine Deutsche Arbeiterverein (ADAV). Als er die junge bayerische Diplomatentochter Helene von Dönniges (* 21. März 1843 in Berlin, † 1. Oktober 1911) kennenlernte und sich mit ihr in eine leidenschaftliche Affäre stürzte, provozierte er ein Duell mit Helenes ehemaligem Verlobten Janco Gregor von Racowitza und wurde dabei am 28. August 1864 schwer verwundet, Wilhelm Rüstow war Lassalles persönlicher Sekundant. Ferdinand Lassalle starb am 31. August 1864 an den Folgen seiner Schussverletzung, und noch an seinem Totenbett schwor Sophie Rache und die Ideen Lassalles in seinem Sinne weiterzuführen. Als es ihr nicht gelang, den ADAV als heimliche Präsidentin weiterzuführen, gründete sie 1867 den Lassalleschen Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein (LADAV), doch letztendlich scheiterten ihre Versuche, in der Arbeiterbewegung gestaltend mitzuwirken, durch ihr starres Festhalten an Lassalles Erbe. Ungeachtet dessen hatte sie beim ihrem Versuch, in der männlich dominierten Welt ihre Vorstellungen durchzusetzen, großen Mut bewiesen.

„Die Hatzfeld – Die rote Gräfin“, Louis Reuter (Joseph, Zeitungsjunge) und Enya Mevius (Lisbeth, Sophies Mündel), Ensemble. Foto: Martina Koelschtzky

Die Geschichte von den Anfängen der Demokratie in Deutschland rund um den Deutschen Vormärz und deren beiden Hauptfiguren Gräfin Sophie von Hatzfeldt und Ferdinand Lassalle mag einzelnen als Sujet für ein Musical „sperrig“ erscheinen, doch wie immer kommt es darauf an, wie man den Stoff auf der Bühne umsetzt. Musicalregisseur Gil Mehmert hat in einem Interview auf die Frage nach der Faktentreue bei der Umsetzung eines historischen Stoffes geantwortet, dass es „nicht um wahr oder nicht“ gehe, „sondern um eine bühnenwirksame Zuspitzung der Grund-Konstellation.“ Birgit Simmler hat bei ihrer Umsetzung des historischen Stoffes auf allzu akribische Faktentreue verzichtet und schildert anschaulich nachvollziehbar die Geschichte der Abkehr von den Vorherrschaft des Adels zu einem relativ modernen Staatswesen mit den von Reichskanzler Otto Eduard Leopold von Bismarck-Schönhausen (* 1. April 1815 in Schönhausen (Elbe), † 30. Juli 1898 in Friedrichsruh bei Hamburg) in den 1880er-Jahren erlassenen Sozialgesetzen. So ganz nebenbei geht es im Verlauf der Handlung auch um aktuelle Themen wie Pressefreiheit: Karl Marx (* 5. Mai 1818 in Trier, † 14. März 1883 in London) war einer der Führer der revolutionären Bewegung in der preußischen Rheinprovinz und gab die „Neue Rheinische Zeitung“ heraus, die am 19. Mai 1849 ihr Erscheinen einstellte, nachdem die letzten Aufstände der Märzrevolution im Rheinland niedergeschlagen worden waren. Karl Marx wurde als Nichtpreuße des Landes verweisen und ging nach London ins Exil, gegen andere Redaktionsmitglieder wurden gerichtliche Verfahren eingeleitet.

„Die Hatzfeld – Die rote Gräfin“, Vasiliki Roussi (Sophie, Gräfin von Hatzfeldt) und Ephraim Josua Espeter (Paul, Sophies Sohn). Foto: Armin Böhmer

„Der Regen fällt“, so lautet der Titel des ersten Songs des Musicals „Die Hatzfeld – Die rote Gräfin“ und der Reprise zum Finale. „Der Regen fällt, und zwar unaufhörlich“, passender könnte man auch das Wetter am Premierenabend nicht beschreiben. Bei den Schlossfestspielen Biedenkopf im Schlosshof sind weder Bühne noch Zuschauerraum überdacht, so dass nicht nur die Akteure bei ganz und gar nicht sommerlichen Temperaturen von 12 °C im Dauerregen auf der Bühne standen, sondern es auch für die Zuschauer kein „Entrinnen“ gab. Da kann man leicht nachvollziehen, warum nach der Pause etliche Plätze leer blieben, die während des ersten Aktes noch belegt waren. Wer nicht während der Pause sitzen geblieben war, zog es womöglich vor, daheim ein heißes Bad zu nehmen anstatt sich ein zweites Mal auf den inzwischen wieder nassen Stuhl zu setzen. Die DarstellerInnen machten dagegen „gute Miene zum bösen Spiel“ und ließen sich nichts anmerken, was blieb ihnen auch anderes übrig? Dennoch an dieser Stelle großes Lob und Respekt für die Professionalität, die trotz der widrigen Wetterbedingungen von allen Beteiligten an den Tag gelegt wurde.

„Die Hatzfeld – Die rote Gräfin“, Vasiliki Roussi (Sophie, Gräfin von Hatzfeldt), Sarah Strunk (Lisbeth, Sophies Mündel) und Ephraim Josua Espeter (Paul, Sophies Sohn), Ensemble. Foto: Armin Böhmer

Musical-Komponist und -Autor Paul Graham Brown („Bonnie und Clyde“, Uraufführung 13. Juli 2001, Theater Heilbronn, Regie Madeleine Lienhardt; „King Kong“, Uraufführung 28. August 2009, Kleines Theater am Südwestkorso, Berlin, Regie James Edward Lyons; „Superhero“, Uraufführung 16. Oktober 2014, Hessisches Staatstheater Wiesbaden, Regie Iris Limbarth; „Der große Houdini“, Uraufführung 24. Oktober 2014, Theater Hof, Regie James Edward Lyons; „Maria Magdalena“, Uraufführung 12. Juni 2016, Freilichtbühne Hallenberg, Regie Birgit Simmler; „Rasputin“, Uraufführung 28. Oktober 2017, Theater Hof, Regie Roland Hüve) hat für „Die Hatzfeld – Die rote Gräfin“ eingängige Musik geschrieben, die von einer fünfköpfigen Band unter seiner Musikalischen Leitung auf der Bühne live gespielt wird. Die kleine Bühne kommt mit relativ wenigen Requisiten aus, auch ohne Wagenräder wird Sophie von Hatzfeldts und Ferdinand Lassalles Rückkehr von einer Versammlung am 8. Oktober 1848 in Gerresheim mit roten, schwarzen und goldenen Tüchern ansprechend als Kutschfahrt dargestellt (Musical Staging: Tim Zimmermann).

„Die Hatzfeld – Die rote Gräfin“, Enya Mevius (Lisbeth), Peter Hohenecker (Karl Marx) und Louis Reuter (Joseph). Foto: Martina Koelschtzky

Das 45-köpfige Ensemble wird von Vasiliki Roussi als Gräfin Sophie von Hatzfeldt, Bariton Gunnar Frietsch als Ferdinand Lassalle und dem Wiener Schauspieler und Sänger Markus Pol als Wilhelm Rüstow angeführt, der dem Biedenkopfer Publikum bereits als junger Färber Stefan in der Wiederaufnahme von „Eingefädelt – Das Musical“ (2014) und als Heinrich Geiz in „Der Postraub – Das Musical“ (2015/16) bekannt ist. Den dreien ist anhand ihrer überzeugenden Leistungen natürlich die professionelle Ausbildung und Erfahrung deutlich anzumerken, aber jeder ist bestrebt, nicht gänzlich aus dem übrigen Ensemble herauszustechen. In weiteren tragenden Rollen sind bekannte Gesichter aus den vorherigen Produktionen zu erleben: Ephraim Josua Espeter (David Briel in „Der Postraub – Das Musical“) ist als Sophies Sohn Paul von Hatzfeld zunächst zwischen Mutter und Vater hin und hergerissen, um sich im weiteren Verlauf ebenfalls politisch zu engagieren. Peter Hohenecker (Großbauer Klaus in „Der Postraub – Das Musical“) ist in diesem Jahr als Journalist Karl Marx zu sehen, der wegen seiner revolutionären Ideen das Land verlassen muss und im Exil u. a. als Londoner Korrespondent der „New York Daily Tribune“ weiterhin journalistisch tätig ist. Sein Gegenspieler, der spätere Reichskanzler Otto von Bismarck wird von Dr. Carsten Wenzel (Waffennarr Rommel in „Eingefädelt – Das Musical“ und Kriminalinspektor Danz in „Der Postraub – Das Musical“) verkörpert, dessen Hauptanliegen zunächst die Bewahrung der Vormachtstellung des besitzenden Adels in Preußen ist. Die Rollen von Sophies Mündel Lisbeth und des Zeitungsjungen Joseph als Kinder werden abwechselnd von Carlotta Bach/Lina Dittmann/Enya Mevius/Louise Reuter bzw. Manuel Böhm/Thomas Löscher/Luis Reuter/Tim Struck gespielt, am Premierenabend hatten Louise Reuter und Manuel Böhm das womöglich zweifelhafte Vergnügen, im Dauerregen auf der Bühne zu stehen. Sarah Strunk (Jacobs und Heinrichs Schwester Elisabeth Soldan in „Der Postraub – Das Musical“) und Christoph Donhauser (Johannes Soldan in „Der Postraub – Das Musical“) spielen Lisbeth und Joseph nach der Pause als Erwachsene.

„Die Hatzfeld – Die rote Gräfin“, Markus Pol (Wilhelm Rüstow) und Vasiliki Roussi (Sophie, Gräfin von Hatzfeldt). Foto: Martina Koelschtzky

Der Applaus des Premierenpublikums nach etwa zweieinhalbstündiger Uraufführung fiel an diesem Abend unter den Regenumhängen womöglich nicht so lautstark und langanhaltend aus wie bei den vorangegangenen Produktionen, was aber IMHO lediglich eine Folge des Dauerregens gewesen sein dürfte. „Die Hatzfeld – Die rote Gräfin“ steht noch bis 27. August 2017 auf dem Spielplan, womöglich wird es trotz des Songs „Der Regen fällt“ nicht bei jeder Vorstellung ohne Unterbrechung regnen. Birgit Simmler, die als Kulturreferentin der Stadt Biedenkopf die Schlossfestspiele ins Leben rief, übernimmt als Nachfolgerin von Michael Lerchenberg die Intendanz der Luisenburg-Festspiele, ihr Nachfolger Frank Johannes Wölfl versucht bereits in diesem Jahr, die Schlossfestspiele zukünftig durch eine Besucherbefragung noch interessanter und abwechslungsreicher gestalten zu können. Als erstes Projekt sollte er sich womöglich der temporären Überdachung des Schlosshofes für die Veranstaltungen widmen… Und noch ein Tipp: Man kann die Bedeutung des Genres Musical für die Sommerfestspiele gar nicht hoch genug einschätzen, diese Erfahrung musste auch Elke Hesse machen, als sie 2006 als Intendantin der 56. Bad Hersfelder Festspiele Bertolt Brechts „Dreigroschenoper“ auf den Spielplan gesetzt hatte, aber eben kein Musical. Seit 2007 wird bei den Bad Hersfelder Festspielen wieder jedes Jahr mindestens ein Musical gezeigt, in den letzten Jahren sogar zwei.