Samstag, 1. Juli 2017

documenta-Stadt Kassel

Zeitgenössische Kunst im öffentlichen Raum

Vom 29. April bis 16. Oktober 1955 fand im Staatspark Karlsaue in Kassel die erste Bundesgartenschau in Hessen statt. Als Beiprogramm initiierte Arnold Bode die erste documenta, die während der Zeit des deutschen Faschismus zwischen 1933 und 1945 als „entartet“ diffamierte Kunst der Moderne wieder der Öffentlichkeit vorstellen sollte. Anfänglich fand die documenta in unregelmäßigen Abständen statt, seit 1972 gibt es einen fünfjährigen Turnus. 2017 findet die documenta 14 vom 10. Juni bis 17. September in Kassel und vom 8. April bis 16. Juli in Athen statt, wobei an beiden Orten Werke der gleichen Künstler zu sehen sind. Einige der Außenarbeiten früherer Ausstellungen wurden angekauft und befinden sich dauerhaft im Stadtbild.

Friedrichsplatz mit „The Parthenon of Books“ von Marta Minujín, Fridericianum und Zwehrenturm

Im Gegensatz zu den Skulptur Projekten Münster, bei denen alle Arbeiten öffentlich frei zugänglich sind, befinden sich bei der documenta 14 die wenigsten Arbeiten im öffentlichen Raum. Fester Ausstellungsort der documenta ist von Beginn an das Fridericianum, 1992 kam die documenta-Halle hinzu. Außenarbeiten sind bei jeder documenta am Friedrichsplatz und im Staatspark Karlsaue zu finden, weitere Standorte befinden sich verteilt über das Stadtgebiet.

Friedrichsplatz mit Staatstheater, dokumenta-Halle und „When we were exhaling images“ von Hiwa K

Alle fünf Jahre fallen die an zeitgenössischer Kunst Interessierten aus der ganzen Welt in Kassel ein, und da bleibt es gar nicht aus, dass man früher oder später angesprochen wird, „Besuchen Sie auch die documenta? Wissen Sie, wo dieses oder jenes Werk zu finden ist?“ Es gibt zwar durchaus Hinweisschilder, aber wenn man sie gefunden hat, steht man in den meisten Fällen auch bereits vor dem jeweiligen Werk, man hat es womöglich nur nicht erkannt, da man es für etwas anderes gehalten hat.

Fahrrad, nachdenm die „Strickguerilla“ zugeschlagen hat

Nun gibt es seit der Eröffnung der documenta 14 in Kassel am 10. Juni 2017 bereits unzählige Berichte, was sich anzuschauen lohnt, was sich anzuschauen nicht lohnt, wo man am besten beginnt… Da ich mir lediglich die Arbeiten im öffentlichen Raum „erlaufen“ habe, kann ich an dieser Stelle nur den Hinweis geben, sich vorab möglichst genau zu informieren, wo welche Arbeit zu finden ist, denn anders als bei den Skulptur Projekten Münster gibt es bei der documenta 14 keine App, die einem die Suche erleichtert. Die gratis erhältliche, rudimentäre Info-Karte war mir leider auch keine große Hilfe, denn die enthält ebenfalls keine Aufstellung der Arbeiten im öffentlichen Raum. Auf der anderen Seite möchte man natürlich Tickets für die documenta verkaufen, da sind Besucher, die sich lediglich die Arbeiten im öffentlichen Raum anschauen möchten, irrelvant.

Gebäude im „Forschungslabor für Experimentelles Bauen“, Kunsthochschule Kassel

Mein persönlicher Tipp für einen Besuch der Arbeiten im öffentlichen Raum: Man beginne irgendwo am äußersten Ende des Ausstellungsareals, beispielsweise im Süden an der Kunsthochschule Kassel, und arbeite sich von dort sukzessive zum gegenüberliegenden Ende vor. Keine Sorge, wenn man nicht im Dunkeln im Kreis umherirrt, wird man i. d. R. im Hellen wieder zum Ausgangspunkt zurückfinden…

„Erde – Raum – Klang: Kuppel aus Lehm“ (1992) und „Erde – Raum – Klang 2: Turm aus Lehm“ (2017) von Gernot Minke, documenta 14, 2017, Kunsthochschule Kassel

„Amereida Phalène Latin South América“ von Ciudad Abierta, documenta 14, 2017, Karlsaue

„Desire Lines“ von David Harding, documenta 14, 2017, Karlsaue/Kunsthochschule Kassel

„Trassen“ von Olaf Holzapfel, documenta 14, 2017, Karlsaue

„Idee di Pietra” von Giuseppe Penone, documenta 13, 2012, Karlsaue

„Idee di Pietra” von Giuseppe Penone, documenta 13, 2012, Karlsaue

„Mill of Blood“ von Antonio Vega Macotela, documenta 14, 2017, Orangerie/Karlsaue

„Mill of Blood“ von Antonio Vega Macotela, documenta 14, 2017, Orangerie/Karlsaue

„Mill of Blood“ von Antonio Vega Macotela, documenta 14, 2017, Orangerie/Karlsaue

„Spitzhacke“ von Claes Oldenburg, documenta 7, 1982, Hiroshima-Ufer

„Spitzhacke“ von Claes Oldenburg, documenta 7, 1982, Hiroshima-Ufer

„Raumskulptur“ von Per Kirkeby, documenta 9, 1992

„Rahmenbau“ („Landschaft im Dia“) von Haus-Rucker-Co, documenta 6, 1977

„Rahmenbau“ („Landschaft im Dia“) von Haus-Rucker-Co, documenta 6, 1977

„Rahmenbau“ („Landschaft im Dia“) von Haus-Rucker-Co, documenta 6, 1977

„When we were exhaling images“ von Hiwa K, documenta 14, 2017, Friedrichsplatz

„When we were exhaling images“ von Hiwa K, documenta 14, 2017, Friedrichsplatz

„When we were exhaling images“ von Hiwa K, documenta 14, 2017, Friedrichsplatz

Schlafender Löwe, „Den für ihre Heimat gefallenen Hessen 1806 – 1815“ von Gustav Kaupert

„Expiration Movement“ von Daniel Knorr, documenta 14, 2017, Zwehrenturm

Friedrichsplatz mit „The Parthenon of Books“ von Marta Minujín und Fridericianum

„7000 Eichen“ von Joseph Beuys, documenta 7 bis documenta 8, 1982 bis 1987

„BEINGSAFEISSCARY“ von Banu Cennetoğlu, documenta 14, 2017, Fridericianum

„The Parthenon of Books“ von Marta Minujín, documenta 14, 2017, Friedrichsplatz

„The Parthenon of Books“ von Marta Minujín, documenta 14, 2017, Friedrichsplatz

„Die Fremden“ von Thomas Schütte¸ documenta 9, 1992

„Der vertikale Erdkilometer“ von Walter De Maria, documenta 6, 1977, Friedrichsplatz

„Der Gefesselte“ von Vadim Sidur, documenta 14, 2017, Friedrichsplatz

Treppenhaus im AOK Gebäude mit der Installation „Three to One“ von Max Neuhaus, documenta 9, 1992, Friedrichsplatz

Treppenhaus im AOK Gebäude mit der Installation „Three to One“ von Max Neuhaus, documenta 9, 1992, Friedrichsplatz

„Man Walking to the Sky“ („Himmelsstürmer“) von Jonathan Borofsky, documenta 9, 1992, Hauptbahnhof

„Man Walking to the Sky“ („Himmelsstürmer“) von Jonathan Borofsky, documenta 9, 1992, Hauptbahnhof

„Das über Pflanzen ist eins mit ihnen“ von Lois Weinberger, documenta 10, 1997, Hauptbahnhof, Gleis 1

„The Living Pyramid“ von Agnes Denes, documenta 14, 2017, Nordstadtpark

„Das Fremdlinge und Flüchtlinge Monument“ von Olu Oguibe, documenta 14, 2017

„Das Fremdlinge und Flüchtlinge Monument“ von Olu Oguibe, documenta 14, 2017, Königsplatz

„Das Fremdlinge und Flüchtlinge Monument“ von Olu Oguibe, documenta 14, 2017, Königsplatz

Rathaus

Goldener Löwe am Fuß der Rathaustreppe

Jacob und Wilhelm Grimm

„Check Point Sekondi Loco. 1901–2030. 2016–2017“ von Ibrahim Mahama, documenta 14, 2017, Torwache

„Check Point Sekondi Loco. 1901–2030. 2016–2017“ von Ibrahim Mahama, documenta 14, 2017, Torwache

„Check Point Sekondi Loco. 1901–2030. 2016–2017“ von Ibrahim Mahama, documenta 14, 2017, Torwache

„Ein Granitblock“ von Ulrich Rückriem, documenta 7, 1982

Friedrichsplatz mit „The Parthenon of Books“ von Marta Minujín und Fridericianum

„When we were exhaling images“ von Hiwa K, documenta 14, 2017, Friedrichsplatz

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