Donnerstag, 29. Juni 2017

Schaulaufen für den „Tag der Bewegung“

Lageplan zum „Tag der Bewegung“, © Grüne Hauptstadt Europas – Essen 2017

Am kommenden Sonntag, 2. Juli 2017 lädt die Grüne Hauptstadt Europas – Essen 2017 von 11 bis 17 Uhr zum „Tag der Bewegung“ ein. Der Innenstadtring ist an diesem Tag zwischen Hindenburgstraße und Viehofer Platz für den Autoverkehr gesperrt – über 130 Akteure und 2.000 Mitwirkende werden ein abwechslungsreiches Programm für Jung und Alt gestalten. Das Ziel: Mitmachen, Ausprobieren, neu Denken.

Für den „Tag der Bewegung“ von Designerin Mara Henni Klimmek entworfene Kleidungsstücke

Einen Vorgeschmack erhielten die Passanten auf der Rüttenscheider Straße zwischen Rüttenscheider Stern und Girardet Haus bereits am Donnerstagnachmittag: Fünf Models präsentierten Recyclingmode – beispielsweise aus Kabelbindern, Plastiktüten und Altpapier – und sorgten für überraschte Gesichter. Die Kleidungsstücke wurden von Designerin Mara Henni Klimmek extra für den Tag der Bewegung entworfen. Auch zwei von dem jungen Essener Start-up Calumia entwickelte LED-Shirts waren am Start und sollten die Passanten über die bevorstehende Großveranstaltung informieren. Wer von den sieben Akteuren nun die höhere Aufmerksamkeit erzielte, sei dahingestellt.

Angelina in einem Calumia LED-Shirt mit dem Logo der Grünen Hauptstadt Europas – Essen 2017

Für den „Tag der Bewegung“ von Designerin Mara Henni Klimmek entworfene Kleidungsstücke

Für den „Tag der Bewegung“ von Designerin Mara Henni Klimmek entworfene Kleidungsstücke

Mittwoch, 28. Juni 2017

Landschaftsverband Westfalen-Lippe plant große Sonderausstellungen in den kommenden Jahren

Von der Mythenbildung um Kaiser Friedrich Barbarossa, die ihren Höhepunkt in der deutschen Nationalbewegung im frühen 20. Jahrhundert fand, über Irrtümer und Fälschungen in der Archäologie, bis hin zur verborgenen Landschaft rund um das UNESCO-Weltkulturerbe Stonehenge reichen die Themen, die Museen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in den nächsten Jahren präsentiert. Das LWL-Industriemuseum beteiligt sich an einer Verbundausstellung zum Ende des Steinkohlenbergbaus. „Dabei wollen wir den Fokus vor allem auf das Erbe des Bergbaus und die Pionierrolle liegen, die der LWL bei der Erhaltung von Industriedenkmälern übernommen hat“, so LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger. Eine Übersicht über die geplanten LWL-Sonderausstellungen und Großprojekte der kommenden Jahre wurde vergangene Woche im LWL-Kulturausschuss besprochen. Außerdem werde es ein zweijähriges Verbundprojekt des LWL und des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) geben.


Geplante Großprojekte im Zeitraum 2018 bis 2020

LWL-Industriemuseum
Der LWL plant an den acht Standorten seines Industriemuseums zwei besondere Ausstellungsprojekte: 2018 beteiligen sich die Ruhrgebietsstandorte Dortmund, Bochum, Witten, Hattingen und Waltrop an einem großen Verbundprojekt zum Ende des Steinkohlebergbaus, das auch von der RAG-Stiftung unterstützt wird. Es werden Ausstellungen zu Ruhrgebietsfolklore, Industriedenkmalpflege und Lebenserinnerungen aus dem Bergbau gezeigt.

Portrait einer Bergarbeiterin aus Zabrze (Polen, 2002) aus der Fotoserie „Von Kohle gezeichnet“ von Dariusz Kantor, die zum Ende des Steinkohlenbergbaus 2018 auf der Zeche Nachtigall gezeigt wird.
Foto: LWL/Dariusz Kantor

2019 zeigt das LWL-Industriemuseum auf der Zeche Zollern in Dortmund unter dem Titel „Alles nur geklaut?“ von März bis Oktober eine Ausstellung rund um das Thema Wissenstransfer. Im Mittelpunkt stehen Themen wie die Industriespionage, „Der gläserner Mensch“, Plagiate und „Whistleblowing“. Begleitet wird die Hauptausstellung durch Satelliten an den anderen sieben Museumsstandorten.

LWL-Museum für Archäologie in Herne
Irren ist menschlich. Jeder irrt täglich, schätzt Sachverhalte falsch ein, fällt auf Täuschungen herein. Die Ausstellung „Irrtümer und Fälschungen der Archäologie“ wird ab 2018 im LWL-Museum für Archäologie in Herne zu sehen sein. Sie bietet die Gelegenheit, populäre, aber überholte Meinungen zu vergangenen Epochen und ihren Artefakten zu revidieren sowie archäologische und historische Arbeitsmethoden in den Blick der Öffentlichkeit zu rücken. Die Ausstellung soll das Publikum auch unterhalten, denn viele Fehldeutungen früherer Forschergenerationen erscheinen heute unfreiwillig komisch.

1838 entdeckte der Hobbyarchäologe Philipp Hauben in der Nähe von Xanten ein fränkisches Fürstengrab. Spektakulärster Fund war ein Bronzereif mit Verzierungen und Bügel – eine Täuschung?
Foto: LWL

LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster
Frieden gilt als Idealzustand menschlichen Zusammenlebens. Seit Menschengedenken weckt das Ideal einer aggressionsfreien Welt Sehnsüchte, Hoffnungen und Bilder, die in Bildthemen wie „Das goldene Zeitalter“, „Paradiesvorstellungen“ und der „Orpheus-Thematik“ als Friedensutopien lesbar sind. In der Ausstellung "Wege zum Frieden" werden im LWL-Museum für Kunst und Kultur diese Themen von April bis September 2018 aufgegriffen. Künstler wie Rubens, Goya, Picasso, Dix, Kollwitz haben sehr unterschiedlich mit der Bedeutung von Frieden gearbeitet.

Ebenso sind bedeutsame Friedensschlüsse wie der Friede von Venedig (1177), der Westfälische Friede (1648) oder der Friedensvertrag von Versailles (1919) zu sehen, aber auch Friedensbilder der jüngeren Zeitgeschichte (z. B. Camp David, 1978).

Im Jahr 2020 wird das LWL-Museum für Kunst und Kultur „Passion Leidenschaft“ zeigen. Die bildende Kunst ist bis heute – neben den darstellenden Künsten – das Medium, in dem sich die Leidenschaft abbildet: Künstler von der Antike bis in die Gegenwart haben sich mit Themen wie „Der Rausch des Bacchus“, „Der Garten der Lüste“, „Der Tanz der Salome“ und natürlich mit Liebe und Leidenschaft des Menschen beschäftigt. In der Ausstellung werden Werke namhafter Künstlerinnen gezeigt, unter anderem von Hieronymus Bosch, Artemisia Gentileschi, Caravaggio, El Greco, Peter Paul Rubens, Eugène Delacroix, Vincent van Gogh, Lovis Corinth, Ernst Ludwig Kirchner, Oskar Kokoschka, Max Beckmann, Francis Bacon, Bill Viola, Marina Abramovic.

Verbundsprojekt Bauhaus
Das 100-jährige Jubiläum der Bauhaus-Hochschule und der Weimarer Republik wird in den Jahren 2018 bis 2020 von den Landschaftsverbänden Westfalen-Lippe (LWL) und Rheinland (LVR) in Zusammenarbeit mit dem Land mit neun Ausstellungen und Projekten begleitet.

Im LVR-Industriemuseum Euskirchen und im LWL-Industriemuseum TextilWerk Bocholt wird es beispielsweise eine Ausstellung zum Thema „Die Macht der Mode“ geben. Im LWL-Museum für Kunst und Kultur ist die Ausstellung „Bauhaus und Amerika. Grenzüberschreitungen“ für November 2018 bis März 2019 geplant. „Leuchten der Moderne. Glasproduktion im Licht des Bauhauses“ wird das Ausstellungsthema im LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim sein.
Für das LWL-Museumsamt ist „Die Fotografie und das Bauhaus. Neues Sehen – Neue Sachlichkeit – Rezeption und Wirkung 1919 – 2019 in Westfalen“ das Thema einer Wanderausstellung. Eine weitere Wanderausstellung der Regionalinstitute von LWL und LVR thematisiert „Weimar im Westen. Republik der Gegensätze“. Zusammen mit den Architektenkammern NRW erarbeiten die Denkmalpflege der beiden Landschaftsverbände eine Internetplattform zu Objekten des „Neuen Bauens“.

LWL-Museum für Naturkunde in Münster
Was geschieht in unserem Gehirn wenn wir schlafen? Wie funktioniert unser Gedächtnis? Wie entstehen Emotionen? Diese Fragen werden in der interaktiven Sonderausstellung „Das Gehirn – Intelligenz, Bewusstsein, Gefühl“ im LWL-Museum für Naturkunde in Münster aufgegriffen. Die Ausstellung thematisiert von Juni 2018 bis September 2019 den Aufbau und die Funktionsweise der Steuerungszentrale des menschlichen Körpers. Das Gehirn verarbeitet Sinneseindrücke und koordiniert Verhaltensweisen. Farben, Formen, Klänge, Geräusche, Gerüche, Geschmacksempfindungen sind Leistungen unseres Gehirns. Es ist der Ort, an dem die für das Überleben wichtigen Gefühle entstehen. Freude, Hass, Panik, Liebe, Zorn, Trauer sind ein richtungsgebender Kompass für unser Handeln. Die Ausstellung wird von Vorträgen und museumspädagogischen Angeboten begleitet.

LWL-Museum für Archäologie, Herne
Der „Schwarze Tod“ war im Mittelalter ein gefürchteter Gast. Seit dem ersten Ausbruch der Pest 1349/50 wurden die Städte im Rheinland und in Westfalen von dieser und anderen verheerenden Seuchen heimgesucht. 2019 jährt sich zum 125. Mal die Entdeckung des Pesterregers. Dies ist für das LWL-Museum für Archäologie der Anlass, als erstes deutsches Museum eine große Ausstellung zu dem Thema zu präsentieren. Die Ausstellung „Der Schwarze Tod. Die Pest – eine globale Katastrophe“ zeigt ab Februar bis Oktober 2019, welche Auswirkungen die Krankheiten und Seuchen auf Adlige und das einfache Volk hatten. Die Ausstellung umfasst die Pestzüge der Antike bis zur Neuzeit. Dabei werden der deutschsprachige Raum und weitere betroffene Regionen Europas und der Welt dargestellt.


Neue große Sonderausstellungen im Zeitraum 2019 bis 2022

LWL-Industriemuseum – Zeche Zollern, Dortmund
Die Sonderausstellung „Zukunft war immer. Über Prognosen, Visionen, Utopien“ stellt 2023 im LWL-Industriemuseum – Zeche Zollern die Versuche der Menschen vor, in die Zukunft zu blicken. Sie überprüft, welche Vorhersagen eingetreten sind und untersucht, was Prognosen über die Gegenwart aussagen. Die Ausstellung besteht aus zwei Teilen. Sie startet im ersten Teil mit der Darstellung, seit wann es in verschiedenen Kulturen eine „Zukunft“ gibt. Im zweiten Teil werden die Versuche unserer Gegenwart dargestellt, einen Blick in die Zukunft zu wagen. Es werden Exponate aus den Bereichen Energie, Verkehr, Raumfahrt und Kybernetik zu sehen sein.

LWL-Museum für Archäologie in Herne
Ab September 2020 bis Oktober 2021 wird die erste Sonderausstellung im LWL-Museum für Archäologie in Herne mit dem Thema „Stonehenge. Verborgene Landschaft“ zu sehen sein. Die Ausstellung zeigt anhand des UNESCO-Weltkulturerbes Stonehenge , wie mythische Orte auch in Westfalen erfahrbar werden können: Großsteingräber sind als älteste Bauzeugnisse bis heute im Gelände erhalten und prägen die Landschaft. Diese Gräber wurden 1.000 Jahre früher als Stonehenge errichtet, bis zu 500 Jahre lang genutzt und sind Bestandteil von aktuellen Wanderwegen. Die Ausstellung zeigt den Bau und die Konstruktion dieser westfälischen Anlagen. Mit einer virtuell rekonstruierten Landschaft lässt sich ihre heutige Lage nachvollziehen.

Ab September 2022 bis Februar 2023 dreht sich dann alles um das Thema „Liebe. Archäologie eines Gefühls“ im LWL-Museum für Archäologie. Ab wann lässt sich Liebe tatsächlich nachweisen? Was kann die Archäologie zum Thema beitragen? Welche Bilder der Liebe sind aus früheren Epochen überliefert? Wie liebte man in der Stein-, Bronze-, und Eisenzeit, in der Antike und im Mittelalter? Die Sonderausstellung kann zu diesen Fragen Denkanstöße liefern.

LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster
In der ersten Sonderausstellung „Das Bauhaus und Amerika. Grenzüberschreitungen“ geht es von November 2018 bis März 2019 im LWL-Museum für Kunst und Kultur schwerpunktmäßig um Werke der Bildenden Kunst, der Malerei, der Skulptur, der Grafik der Fotografie und des Designs. Künstler wie Anni und Josef Albers, Lászlo Moholy-Nagy, Oskar Schlemmer, Herbert Bayer und Marcel Breuer stehen dabei im Mittelpunkt. Als zweiten Schwerpunkt der Ausstellung gilt es, die „Grenzüberschreitung“ hervorzuheben. Historische Aufführungen wie das „Triadische Ballett“ von Oskar Schlemmer wird das Tanztheater Münster zeitgenössisch nachtanzen. Im Foyer und im Lichthof des Museums sowie im Theater Münster sind Aufführungen als integrativer Teil dieser Ausstellung geplant.

Die zweite Sonderausstellung „Meer, Berge, Maschinen: William Turners Suche nach dem Erhabenen“ im LWL-Museum für Kunst und Kultur dreht sich von November 2019 bis Februar 2020 um Turners Reisen in die Schweiz. Diese Reisen lassen die künstlerische Entwicklung des Malers von seinen Anfängen in den 1790er-Jahren bis zu seinem Spätwerk in den 1840er-Jahren nachvollziehen. Dabei spielt das Konzept des Erhabenen in Verbindung mit der Schweizer Bergwelt eine besondere Rolle. Die Alpen stehen beispielhaft für das Konzept des Erhabenen und finden sich auch in den Werken des Briten wieder. Sie konfrontieren den Betrachter mit Darstellungen von Gewalt, Terror und Tod.

Anlässlich des 90. Todestages des Künstlers Otto Mueller wird ab Oktober 2020 bis Januar 2021 eine dritte Sonderausstellung im LWL-Museum für Kunst und Kultur präsentiert. Otto Mueller wurde 1874 in Liebau im Riesengebirge geborgen und nahm bei den Ausstellungen der „Brücke“ Künstlergruppe teil. Es werden Bilder aus New York (Moma), Havard (Busch-Reisinger Museum), Detroit, San Francisco, St. Louis und anderen Museen ausgestellt. Neben Werken Muellers, die aus privaten und öffentlichen Sammlungen kommen, werden auch Gemälde von Tizian, Gauguin, Matisse oder Cézanne gezeigt. Sie inspirierten die Kunst des deutschen Malers.

Aus Anlass des 900. Geburtstages von Kaiser Friedrich I., genannt Barbarossa, plant das LWL-Museum für Kunst und Kultur eine weitere kunst- und kulturgeschichtliche Sonderausstellung von März/April 2022 bis September 2022 in Münster und auf Schloss Cappenberg bei Selm. In Schloss Cappenberg wird die Kopfreliquie von Barbarossa in der Stiftskirche aufbewahrt. Diese bildet das Zentrum der Ausstellung und zählt zu den wichtigsten Zeugnissen der romanischen Goldschmiedekunst.

LWL-Museum für Naturkunde in Münster
Bisher hat die Menschheit auf viele Probleme intelligente Lösungen gefunden. Aber wie sieht es mit aktuellen Problemen aus? Kann Krebs möglicherweise bald geheilt werden? Wie geht die Welt mit der Ernährungskrise um? Wie kann die Überbevölkerung reguliert werden? Die Menschheit steht im 21. Jahrhundert vor einer Vielzahl von Aufgaben. Die Sonderausstellung „Lebenskünstler Mensch“ im LWL-Museum für Naturkunde in Münster behandelt von 2020 bis 2021 diese problematischen Themen und zeigt zugleich Lösungsansätze aus dem Bereich Biologie. Neben technischen Exponaten wird es auch Begleitvorträge und museumspädagogische Angebote geben.

Es gab Zeiten, da war die gesamte Erde vereist oder es herrschte ein heißes Wüstenklima auf allen Kontinenten. Mit diesem globalen Klimawandel beschäftigt sich die Sonderausstellung „Vom Eisplaneten zum Treibhausklima – Klimawandel gestern und heute“ ab 2022 bis 2023 im LWL-Museum für Naturkunde.

Wie werden Informationen in den Zellen gespeichert und abgerufen? Wo wird das Erbgut gelagert? Was genau ist ein Gen? Diesen Fragen geht das LWL-Museum für Naturkunde in der Sonderausstellung „Gene – Eine Reise durch das Erbgut“ ab 2024 bis 2025 nach. In der Ausstellung wird erklärt, wie jedes der 30.000 menschlichen Gene seine Funktion ausüben kann. Der Hauptteil der Ausstellung wird durch 24 große Chromosomen-Skulpturen unterteilt. Jede Skulptur eröffnet einen eigenen Ausstellungsbereich, in dem die Funktion eines speziellen Gens erklärt wird. Für jedes Beispiel werden Vergleiche zu Tieren und Pflanzen gezogen.

Museum in der Kaiserpfalz, Paderborn
In der Sonderausstellung „Die mittelalterliche Stadt“ wird im Museum in der Kaiserpfalz in Paderborn ab Sommer bis Herbst 2022 das Thema „Stadt“ mit seiner Entwicklungsgeschichte sowie den Strukturen und Problemen präsentiert. Die Ausstellung zeigt die Vorgeschichte der Stadt von der Antike bis zum Mittelalter und die Entwicklung urbaner Zentren, die zu Städten gewachsen sind. Auch das Leben in der mittelalterlichen Stadt, städtische Sozialstrukturen und Themen wie Hygiene und Ernährung sind Teil der Ausstellung.


LWL-Landesmuseum für Klosterkultur, Stiftung Kloster Dalheim in Lichtenau (Kreis Paderborn)
Wie werden Verschwörungstheorien hervorgerufen? Wie bedrohlich sind Verschwörungstheorien und welche Möglichkeiten zur Aufklärung gibt es? Die erste Sonderausstellung „Verschwörungstheorien“ im LWL-Landesmuseum für Klosterkultur beschäftigt sich ab Mai 2019 bis März 2020 mit diesem Gesellschaftsthema. Die Ausstellung wird durch einen wissenschaftlichen Beirat begleitet. Zudem wird es eine Vortragsreihe zur Ausstellung geben.

In der zweiten Sonderausstellung „Latein – die Sprache Europas“ geht es um die über die Jahrhunderte andauernde Relevanz dieser klassischen Sprache. Von Mai bis November 2021 geht die Ausstellung der Geschichte des Lateinischen nach und hinterfragt, welche Bedeutung Europas Sprache noch heute hat, haben könnte oder haben sollte. Die Ausstellung wird durch einen wissenschaftlichen Beirat begleitet. Zudem wird es eine Vortragsreihe zur Ausstellung geben.

Die dritte Sonderausstellung „Klöster des Ostens“ im LWL-Landesmuseum für Klosterkultur präsentiert den Besuchern von Mai bis November 2023 das Klosterleben im europäischen Osten. Geplant ist auch ein Ausstellungsbereich, der sich mit den von Einwanderern und Flüchtlingen nach Westfalen „mitgebrachten“ Klosterkulturen befasst.

Weitere Informationen zu den LWL-Museen und Ausstellungen im Internet unter www.lwl.org/kultur.

Dienstag, 27. Juni 2017

„Park Sounds“ sind wieder da

Elektronische Klänge im Stadtgarten Essen

Stadtgarten, Aalto-Theater und RWE-Turm

Mit dem Konzertformat „Park Sounds“ bespielte die Philharmonie Essen erstmalig im Juni 2011 den Stadtgarten. Das Konzept war erfolgreich und wurde vom Publikum angenommen, und so gibt es auch in diesem Jahr wieder vom 26. bis 30. Juni von 20 bis 22 Uhr elektronische Klänge im Stadtgarten zu hören, die von Studierenden und Lehrenden des Instituts für Computermusik und Elektronische Medien (ICEM) sowie des Instituts für Populäre Musik (IfPoM) der Folkwang Universität der Künste zusammengestellt wurden. Die Veranstaltung soll dazu animieren, die langen Abende zum Sommeranfang im Freien zu verbringen und dort den Tag ausklingen zu lassen. Aufgrund einer Sponsoring-Vereinbarung stellt selbiger auch in diesem Jahr passende Sitzgelegenheiten in Form von Liegestühlen und Sitzsäcken zur Verfügung, ganz ohne Werbung geht auch bei den „Park Sounds“ die Chose nicht.

Stadtgarten

Stadtgarten

Philharmonie Essen

Aalto-Theater

Sonntag, 25. Juni 2017

Tag der Architektur 2017

Nordrhein-Westfalen bietet unter dem Motto „Architektur schafft Lebensqualität!“ 326 × Architektur

Der „Tag der Architektur“ hat sich bundesweit als Architektur-Event im Sommer fest etabliert. Architektinnen und Architekten, Innenarchitekten, Landschaftsarchitekten und Stadtplaner sind vor Ort, um gemeinsam mit ihren Auftraggebern neue Bauten vorzustellen, die Besonderheiten der Architektur zu erläutern und Fragen der Besucher zu beantworten. Vorgestellt werden in Nordrhein-Westfalen Bauten, die in den vergangenen fünf Jahren in unserem Bundesland realisiert wurden; für Objekte der Landschaftsarchitektur und Stadtplanung gilt eine Frist von acht Jahren. Unter dem bundesweiten Motto „Architektur schafft Lebensqualität!“ sind in Nordrhein-Westfalen 326 Bauwerke aller Art, Quartiere, Gärten und Parks für Besucher geöffnet. In 140 Städten und Gemeinden unseres Landes sind Interessierte eingeladen, sich von Architektinnen und Architekten, Innenarchitekten, Landschaftsarchitekten und Stadtplanern neue oder modernisierte Bauwerke vorstellen zu lassen.

Unter dem bundesweiten Motto „Architektur schafft Lebensqualität!“ soll der Tag der Architektur am 24. uind 25. Juni 2017 auch in Nordrhein-Westfalen wieder das größte Architekturfestival des Jahres werden. Bis zu 40.000 Besucherinnen und Besucher machten sich in den vergangenen Jahren jeweils an dem letzten Juni-Wochenende auf den Weg, um aktuelle Architektur hautnah zu erleben und sich über Trends beim Bauen und Wohnen zu informieren. „Architektur beeinflusst unser Leben und unsere Lebensqualität jeden Tag“, erläutert Ernst Uhing, der Präsident der Architektenkammer NRW. „Am Tag der Architektur stellen Architekten und Stadtplaner ihre Ideen und Konzepte am gebauten Beispiel vor und laden Bürgerinnen und Bürger zum Gespräch ein.“


Kammgebäude der Kokerei Zollverein

Kammgebäude

Nach Abschluss der denkmalgerechten und energetischen Sanierung und Umnutzung des Kammgebäudes auf dem UNESCO-Wekterbe Zollverein im Sommer 2016 sind die Hallen des markanten Industriekomplexes des Architekten Fritz Schupp an sechs Unternehmen der Kreativwirtschaft vermietet. IMHO wird dieser Begriff ein wenig inflationär benutzt: Jeder ehemalige Zechenstandort wird heutzutage entweder als Logistikstandort oder eben als Kreativquartier genutzt. Nach Definition des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie ist der verbindende Kern jeder kultur‐ und kreativwirtschaftlichen Aktivität ein schöpferischer Akt. Kultur- und Kreativwirtschaft ist ein Wirtschaftssektor, der sich mit der Schaffung, Produktion, Verteilung und/oder medialen Verbreitung von kulturellen/kreativen Gütern und Dienstleistungen befasst. Der Duden gibt als Bedeutung für das Adjektiv kreativ „schöpferisch; Ideen habend und diese gestalterisch verwirklichend“ an.

Kammgebäude

Auf insgesamt 570 Quadratmetern Büro- und 1.300 Quadratmetern Werkfläche haben sich das Produktentwicklungsbüro MMID, der Möbelhersteller MÖBELLOFT, die Fliesenmanufaktur Golem, der Trockenseife-Produzent Sapor, der Metalldesigner Reiner Barzel und das Atelier Burkamp eingerichtet. Für den Umbau zeichnet das Architekturbüro planinghaus architekten aus Darmstadt verantwortlich.

Kammgebäude

Kammgebäude

Kammgebäude

Ventilatorenkühler

Ventilatorenkühler

Kaminkühler


Evangelische Kirche in Essen-Haarzopf

Evangelische Kirche in Essen-Haarzopf

Die 1912/13 nach einem Entwurf des Düsseldorfer Architekten Max Benirschke errichtete Kirche wurde nach einer statischen Überprüfung im Sommer 2012 wegen Einsturzgefahr geschlossen. Die das tonnenartige Gewölbe haltenden Holzleimbinder waren insgesamt marode. Daher mussten neue Leimbinder eingebaut und das Rabitzgewölbe rekonstruiert werden. Bis Weihnachten 2016 wurde die Kirche renoviert. Abschließend erhielt der Kirchenraum wieder die expressive Farbgebung von 1914.

Evangelische Kirche in Essen-Haarzopf

Evangelische Kirche in Essen-Haarzopf

Evangelische Kirche in Essen-Haarzopf, Chorfenster

Evangelische Kirche in Essen-Haarzopf


Der Anthrazit – Niedrigenergiehaus im KfW-40 Energiestandard in Essen-Bedingrade

Der Anthrazit in Essen-Bedingrade

Vom Architekturbüro KenChiku stammt der Entwurf für den Anthrazit, ein Niedrigenergiehaus im KfW-40 Energiestandard in Essen-Bedingrade. Der Neubau mit sechs Wohnungen ist wie ein Stück Anthrazit-Kohle gestaltet, natürlich ohne dass dort tatsächlich Anthrazit-Kohle als Baustoff verbaut wurde. Das Gebäude spielt quasi mit der Form eines aus dem Flöz gebrochenen Stücks Anthrazit-Kohle, im Treppenhaus ist abstrakt die Entstehung der „Geschichte“ vom Kohleflöz im Keller bis zum Moos im Dachgeschoss ablesbar.

Der Anthrazit in Essen-Bedingrade

Der Anthrazit in Essen-Bedingrade, Garagentore

Der Anthrazit in Essen-Bedingrade, Kohleflöz im Kellergeschoss

Der Anthrazit in Essen-Bedingrade

Der Anthrazit in Essen-Bedingrade, Moos im Dachgeschoss

Das gegenüberliegende Wolkenhaus mit KfW 70 Standard

ExtraSchicht 2017 – Die Nacht der Industriekultur

„235.000 Besucher reisten in der vergangenen Nacht durch die Metropole Ruhr und erlebten in 21 Städten und an 46 Spielorten die 17. ExtraSchicht“, ist in der Pressemitteilung der Ruhr Tourismus GmbH vom 25. Juni 2017 zu lesen. Nimmt man als Bemessungsgrundlage die Metropole Ruhr („Die Stadt der Städte“) mit 53 Innenstädten und mehr als 5 Millionen Einwohnern, so fühlen sich also weniger als 5 Prozent der „Ruhris“ von der Veranstaltung „vor der Haustür“ angesprochen. Alles eine Frage des Standpunktes. „2.000 Künstler präsentierten den Gästen ein unterhaltsames Programm und zeigten ihr kreatives Schaffen einem gutgelaunten Publikum.“ Meine Laune war bereits gegen 20.30 Uhr auf dem Tiefpunkt angekommen, aber bekanntlich ist nichts so schlimm, dass es nicht noch schlimmer kommen könnte… Trotz des wechselhaften Wetters sollen sich viele Besucher versammelt und gemeinsam die Feuer-, Licht- und Lasershows und die Höhenfeuerwerke angeschaut haben. Auch diesen Punkt habe ich ein wenig anders empfunden: In Essen und Moers hat es ab 20 Uhr beinahe ständig geregnet, zumindest genieselt, so dass Gummistiefel und Ostfriesennerz die angemessene Bekleidung für diese Nacht gewesen wären… Ich persönlich mag Fotos mit weiß-blauem Himmel, gern auch mit „stahlblauem“ Himmel, nachts mit sternenklarem Himmel, ein bedeckter, grauer Himmel ist mir ein Graus, und Unterwasserkameras sind IMHO für den Einsatz unter Wasser – daher die Bezeichnung – gedacht, und nicht für den Besuch der ExtraSchicht…


UNESCO-Welterbe Zollverein

Installation von ILLUMINIST im Ehrenhof

Das UNESCO-Welterbe Zollverein ist ein ExtraSchicht-Spielort, an dem es einem sehr leicht passieren kann, dass man einfach „hängen bleibt“. Die Zeche und die Kokerei Zollverein sollten sich im Jahr der Grünen Hauptstadt Europas unter dem Motto „ExtraGrün“ in eine zauberhafte Welt voller Licht, Musik, ungewöhnlicher Ideen und traumhafter Gestalten verwandeln. Mir kam Zollverein an diesem Abend allerdings eher extra grau vor, angefangen vom grauen Himmel, okay, der hätte im besten Fall blau aussehen können und eben nicht grün, nicht einmal das Fördergerüst von Schacht XII war zu fortgeschrittener Stunde grün illuminiert, bis hin zu der Tatsache, dass sich kein Mensch an die angegebene Veranstaltungszeit bis 2 Uhr hält und stattdessen einzelne Stände bereits um 1 Uhr komplett abgebaut sind. Natürlich erfolgen die Angaben im Programmheft vorbehaltlich kurzfristiger Änderungen, aber warum gibt man dann nicht gleich im Programmheft an, Feierabend zu machen, wann es einem gefällt? Dann kann man sich nämlich als Besucher darauf einstellen. Dieser Punkt ist mir bereits im vergangenen Jahr auf der Schachtanlage 3/4/7 der Zeche Schlägel & Eisen unangenehm aufgefallen, und offensichtlich tritt er unabhängig vom Spielort jedes Jahr wieder in Erscheinung. Okay, der Laserstrahl, der von der Firmenzentrale der RAG Montan Immobilien zum Förderturm von Schacht 2 strahlte (Entfernung etwa 1.080 Meter), war offensichtlich grün, aber das hat die von angeregten Argon-Ionen emittierte Wellenlänge von 514,5 nm nun einmal so an sich. Es gab ja bei der Laserinstallation auch noch andere Farben zu sehen. Der Slogan „Viel Wirkung mit wenig Energie“ greift allerdings nicht, denn zum einem besitzt kontinuierliche Strahlung keine Energie, sondern Leistung, und zum anderen ist zur Erzeugung von 25 W kontinuierlicher Laserausgangsleistung mit Edelgas-Ionen-Lasern eine elektrische Leistung von einigen zig kW erforderlich.

Handbetriebenes Nostalgiekarussel mit Kaspar & Gaya und den Bardomaniacs

Handbetriebenes Nostalgiekarussel mit Kaspar & Gaya und den Bardomaniacs

Alpcologne

European Sign Spinning Championship

Kwaggawerk Kunstorchester

Alpcologne

Studierende im Studiengang Musical an der Folkwang Universität der Künste: Aline Bucher, Lina Gerlitz, Esther Conter, Jessica Trocha, Marvin Schütt, Florian Minnerop, Tomas Stitilis und Pascal Cremer

Auf der Bühne der Folkwang Agentur brachten die Studierenden des Studiengangs Musical neben anderen Auftritten ein „mitreißendes Programm mit bekannten und beliebten Musical-Songs“ zu Gehör, dazu zählten „Cabaret“, „Heut nacht um acht“, „Hopelessly devoted to you“, „Tonight“, „Irgendwie, irgendwo, irgendwann“ (aus „Goethe! Auf Liebe und Tod“), „One perfect moment“ oder „Wer viel wagt, der gewinnt“, aber auch andere Lieder wie beispielsweise „Ich bin verrückt nach total verrückten Männern“ von Gerhard Bronner.

„Elemente im Wandel“ – Gebäudeillumination bei der RAG Montan Immobilien

„Elemente im Wandel“ – Gebäudeillumination bei der RAG Montan Immobilien

„Viel Wirkung mit wenig Energie“ – Laserinstallation

„Viel Wirkung mit wenig Energie“ – Laserinstallation

Ehrlicherweise muss man gestehen, dass die Wetterbedingungen für die Lasershow natürlich ideal waren: In völlig trockener und staubfreier Luft wären die Laserstrahlen gar nicht sichtbar, hohe Luftfeuchtigkeit und kleinste Tröpfchen begünstigen die Streuung der Laserstrahlung und machen diese erst sichtbar.

„Viel Wirkung mit wenig Energie“ – Laserinstallation

Installation von ILLUMINIST im Ehrenhof


Maschinenhalle Pattberg in Moers-Repelen

„Mit Einbruch der Dunkelheit leuchtet auf der Maschinenhalle der revolutionäre Aufruf des hessischen Landboten von 1834: Friede den Hütten! Krieg den Palästen!“ (Programmheft ExtraSchicht 2017) Hätte geleuchtet, wenn es nicht geregnet hätte. Hätte man der Maschinenhalle Pattberg nicht zumindest von außen ein paar LED-Strahler spendieren können, wie dies regelmäßig bei der ExtraSchicht auf der Zeche Hannover der Fall ist? Hätte, hätte, Fahrradkette…

Laserinstallation im Umformerraum

Laserinstallation im Umformerraum

Laserinstallation im Umformerraum

Doppelbrückenkran

Kurioses am Rande: Gegen 23 Uhr, also passend zum Höhenfeuerwerk im Landschaftspark Duisburg-Nord, befuhr ich die Bundesautobahn 42 Richtung Osten, als Fahrzeuge vor mir im Baustellenbereich bremsten und auf der Autobahn anhielten, um das Feuerwerk zu beobachten. Das mag vielleicht für die Attraktivität des Feuerwerks sprechen, gefährdet aber den nachfolgenden Verkehr und sollte konsequent bestraft werden!