Samstag, 13. Mai 2017

„Zwei Millionen Jahre Migration“

Neue Sonderausstellung im Neanderthal Museum

Die aktuelle Einwanderung von Menschen aus Afrika und Westasien löst umfassende Debatten aus und wird die europäischen Gesellschaften über Jahre hinaus begleiten. Die Sonderausstellung „Zwei Millionen Jahre Migration“ im Neanderthal Museum verdeutlicht mit einem Blick in unserer früheste menschliche Entwicklungsgeschichte, dass Mobilität und Migration selbstverständliche Bestandteile des Menschseins und kein modernes Phänomen sind. Menschen waren zu allen Zeiten mobil. Auf der Suche nach Nahrung, Wasser und anderen Ressourcen haben sie sich stets sowohl kleinräumig bewegt als auch andere Regionen und Kontinente besiedelt.

„Zwei Millionen Jahre Migration“

Die Sonderausstellung „Zwei Millionen Jahre Migration“ präsentiert unsere unterschiedlichen Wurzeln aus Afrika und Westasien. Menschen sind in Afrika entstanden. Vertreter von Homo erectus und später anatomisch moderne Menschen kamen aus Afrika nach Asien und Europa und haben sich von dort ausgebreitet.

„Zwei Millionen Jahre Migration“

Erst vor 7.000 Jahren wanderten Ackerbauern und Viehzüchter aus der heutigen Türkei nach Europa ein. Sie vermischten sich mit der hier ansässigen Bevölkerung. Vor 4.000 Jahren wanderten Menschen aus den östlichen Steppen Richtung Westen und es kam erneut zu einer Vermischung und zum Kulturaustausch.

„Zwei Millionen Jahre Migration“

Verpackt in ein ungewöhnkliches Design lädt die Ausstellung die Besucher ein, zu ergründen, welche Ursachen, Mechanismen und Auswirkungen hinter dem Phänomen der Migration standen und stehen und dass wir alle ein Teil davon sind.

„Zwei Millionen Jahre Migration“

Seit 2009 erforscht ein Team aus 70 Wissenschatlerinnen und Wissenschaftlern im Sonderforschungsbereich 806 „Unser Weg nach Europa: Kultur-Umwelt Interaktion und menschliche Mobilität im Späten Quartär“ an der Universität zu Köln, Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen und am Neanderthal Museum den klimatischen, umweltgeschichtlichen und kulturellen Kontext der primären Expansion unserer Spezies von Afrika nach Europa. Ausgelöst durch die aktuelle politische Situation wurde der Entschluss gefasst, eine Brücke zwischen Eiszeit und Moderne zu schlagen und die Chance zu nutzen, die Aktualität archäologischer Forschung für die heutigen gesellschaftlichen Herausforderungen deutlich zu machen.

„Zwei Millionen Jahre Migration“

Gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Stiftung Mercator ist die Ausstellung in Kooperation zwischen dem Neanderthal Museum, der Universität zu Köln, dem Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte Jena und der Heidelberger Akademie der Wissenschaften entstanden.

„Zwei Millionen Jahre Migration“

Die Sonderausstellung „Zwei Millionen Jahre Migration“ ist bis zum 5. November 2017 im Neanderthal Museum zu sehen. Das Neanderthal Museum ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt für die Dauerausstellung (inkl. Neanderthaler-Fundort) kostet 9 Euro, für die Sonderausstellung 7 Euro, das Kombiticket für die Dauerausstellung und die Sonderausstellung 11 Euro. Ermäßigung für Gruppen, Familien, Kinder, Studenten und Behinderte. Weitere Informationen unter www.neanderthal.de. Dort ist auch das Rahmenprogramm zur Ausstellung (u. a. mit Angeboten für Schulklassen, Erwachsenengruppen, Familien oder auch speziell für Lehrer) abrufbar.

„Zwei Millionen Jahre Migration“, Schädel eines Mannes der Schnurkeramik-Kultur, Quedlinburg, Sachsen-Anhalt, etwa 4.500 Jahre (links) und Schädel eines Mannes der Glockenbecher-Kultur, Profen, Sachsen-Anhalt, etwa 4.500 Jahre (rechts)

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