Dienstag, 30. Mai 2017

„Study Garden“ lädt wieder zum Studium im Freien ein

Das LWL-Museum für Kunst und Kultur hat zur Eröffnung der Skulptur Projekte Münster 2017 ältere Arbeiten restauriert

Kurz vor der Eröffnung der Skulptur Projekte Münster 2017 am 10. Juni laufen auch die Restaurierungsarbeiten an den Skulpturen der vergangenen Ausstellungen auf Hochtouren. Insgesamt 38 Werke sind in Münster geblieben, wovon 21 im Besitz des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) sind. Die Skulpturen werden regelmäßig gesäubert und überarbeitet, bei einigen sind jetzt jedoch aufwendigere Maßnahmen nötig gewesen, die das LWL-Museum für Kunst und Kultur anlässlich der fünften Ausgabe der Skulptur Projekte durchgeführt hat.

Dazu gehört der „Study Garden“ (Skulptur Projekte 1987) von Siah Armajani im Garten des Geomuseums der Universität Münster in unmittelbarer Nachbarschaft zum LWL-Museum. Die Sitzgruppe, die zum Studium im Freien einlädt und mit den ehemaligen Bunkeranlagen unter dem Garten - und den späteren Forschungslaboren des Zoologischen Instituts - korrespondiert, wurde aufwendig restauriert und gereinigt. Der umliegende Garten wird von der Uni Münster überarbeitet und neu gestaltet.

Auch das „Brunnenprojekt für Münster“ (Skulptur Projekte 1987) des italienischen Künstlers Guiseppe Penone plätschert nun wieder kontinuierlich auf dem ehemaligen Hörsterfriedhof. Hier musste die gesamte Wasserverteilungsanlage erneuert werden.

Ein weiteres Projekt, das ab diesem Sommer wieder neue Aufmerksamkeit bekommt, ist Matt Mullicans Bodenrelief (Skulptur Projekte 1987) auf dem naturwissenschaftlichen Campus der Universität Münster hinter dem Coesfelder Kreuz. Der Konzeptkünstler platzierte die Bodenskulptur auf der Grünfläche zwischen drei Gebäuden der Universität. Inmitten der quaderförmigen Zweckbauten mit Hörsälen und Laboratorien verlegte er auf einer rechteckigen Rasenfläche 35 Granitplatten, die ein durch Sandstrahl eingraviertes Zeichenmosaik aufweisen.

Zu sehen sind Piktogramme der Elemente, Bilder aus der organischen Evolution, ein Abdruck eines zertrümmerten menschlichen Skelettes, kosmologische Symbole sowie triviale Verkehrs- und Leitzeichen. Heute befindet sich das Gelände im Umbruch, weil die Uni hier mehrere Baumaßnahmen durchführt. Da das Bodenrelief nicht mehr betreten werden darf, hat das LWL-Museum gemeinsam mit dem Künstler eine Wegeführung über einen Holzsteg entwickelt, der um das mittlerweile stark beschädigte Kunstwerk herumführt. Dieser Steg soll die Ästhetik der umliegenden Bauarbeiten aufgreifen und das Werk in die neue Situation des Ortes einbinden. Ab dem 10. Juni werden die Besucher über den Parkplatz an der Corrensstraße 40 auf das Grundstück geleitet.

Auch das im Herbst entfernte Epitaph zum Gedenken an die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff von Ian Hamilton Finlay (Skulptur Projekte 1987) auf dem ehemaligen Überwasserfriedhof wird wieder installiert. Die Pappel, an dem es bis dahin montiert war, musste gefällt werden. Nun wurde ein neuer Baum in direkter Nachbarschaft ausgewählt.

Das LWL-Museum für Kunst und Kultur hat anlässlich der kommenden Skulptur Projekte den Pavillon von Dan Graham aus dem Jahr 1987 wieder im Schlossgarten aufgestellt.
Foto: LWL/Hanna Neander

Das Museum hat jedoch nicht nur die Skulpturen in der Stadt restauriert und gereinigt: Wie bereits 2007 wurde der spiegelnde, begehbare Pavillon „Oktogon für Münster“ (Skulptur Projekte 1987) von Dan Graham wieder für die Laufzeit der Ausstellung in der südlichen Allee des Schlossgartens aufgestellt. Die Arbeit entwickelte Graham damals in Anlehnung an den formgleichen Musikpavillon von 1929 im Park hinter dem Schloss und griff mit dem besonderen Spiegelglas die Fassade der heutigen LBS auf, die sich in unmittelbarer Nähe befindet.

Während dieses Kunstwerk aus dem Depot geholt wurde, musste ein anderes abgebaut werden: Der „Adler“ (Skulptur Projekte 2007) der amerikanischen Künstlerin Martha Rosler vor dem Eingang der Münster Arkaden an der Rothenburg/Ecke Königstraße hat die Witterung des vergangenen Winters nicht überstanden und musste aus sicherheitstechnischen Gründen demontiert werden. Das LWL-Museum prüft zur Zeit die Möglichkeiten, wie der Adler erhalten werden kann. Jedoch wird der Abguss des Adlers, dessen Original seit 1935 die Fassade des Luftwaffentransportkommandos der Bundeswehr in Münster ziert, diesen Sommer nicht zu sehen sein.

Weitere Hintergrundinformationen zu der „Öffentlichen Sammlung“ in der Stadt gibt es auf der Website www.skulptur-projekte.de.

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