Mittwoch, 24. Mai 2017

Jubel am 26. Mai – vor 2.000 Jahren

Der Niedergermanische Limes feiert seinen 2000. Geburtstag

Vor genau 2.000 Jahren – am 26. Mai 17 n. Chr. – feierte der römische Feldherr Nero Claudius, genannt Germanicus, mit einem großen Triumphzug den Sieg über die Germanen. Damit waren die Germanen-Feldzüge offiziell beendet und die Grenze entlang des Rheins – der Niedergermanische Limes – besiegelt. Der Triumph transportierte eine für das römische Volk bedeutende machtpolitische Botschaft: Er diente der äußerlichen politischen und gesellschaftlichen Stabilisierung des Reiches und kündete vom vermeintlichen Sieg im weit entlegenen Germanien.

Bei der berühmten Varusschlacht im Teutoburger Wald im Jahr 9 n. Chr. erlitt zuvor das römische Heer eine vernichtende Niederlage. Als Antwort auf diese Schmach durch die Germanen setzte Germanicus alles daran, die römische Vorherrschaft wiederherzustellen und Rom für die Demütigung zu rächen. Mit acht Legionen griff Germanicus die germanischen Stämme wieder und wieder an. Nachdem er sie bis 16 n. Chr. immer noch nicht bezwingen konnte, erklärte Rom die Feldzüge für siegreich beendet – heute würde man womöglich von Fake News sprechen – und legte die Grenze zwischen dem Römischen Reich und Germanien am Rhein fest.

Überall entlang des linken Rheinufers zwischen dem Vinxtbach südlich von Remagen im heutigen Rheinland-Pfalz und der Nordseeküste bei Katwijk findet man Spuren römischer Militäranlagen. Im Hinblick auf die vorgesehene Anerkennung des Niedergermanischen Limes als UNESCO-Welterbestätte untersucht das LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland derzeit in einem Kooperationsprojekt mit dem Deutschen Archäologischen Institut weitere Lagerplätze. Finanziell wird das Vorhaben durch das Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen unterstützt. Hier kommt ein sogenanntes Magnetometersystem des Deutschen Archäologischen Instituts zum Einsatz, mit dem sich wesentlich größere Flächen als bisher untersuchen lassen.

Mit dieser Methode konnte das Forscherteam bereits erstaunliche Befunde – ganz ohne Ausgrabung – ans Licht bringen: Auf dem Fürstenberg bei Xanten wurden die Grundrisse eines dort seit langem vermuteten Zwei-Legionen-Lagers der 5. und der 21. Legion sichtbar gemacht. Spektakulär ist auch die Entdeckung eines riesigen, vier Hektar großen Campus, ein mit Säulenhallen umstandener Exerzierplatz. Von hier zogen die beiden Legionen aus, um die von den Germanen in der Varusschlacht erbeuteten Legionsadler erfolgreich zurückzuerobern. Mit dem Triumphzug am 26. Mai 17 n. Chr. wurden die Eroberungspläne offiziell eingestellt. Der Rhein war nun die Grenze des Römischen Reiches.

Der spektakuläre Triumphzug des Germanicus und das Ende Roms in Germanien vor 2.000 Jahren bilden den Ausgangspunkt für eine Sonderausstellung, die das LWL-Römermuseum in Haltern am See vom 2. Juni bis zum 5. November 2017 präsentiert. Im heutigen Haltern am See befand sich vor 2.000 Jahren mit dem Lager Aliso einer der wichtigsten Militärkomplexe der Römer, hier war eine der Schaltzentralen der römischen Macht. Seit 1993 ist das Museum in Halten ein Schauplatz renommierter Ausstellungsprojekte. Es stellt das 2.000-jährige Jubiläum des Endes der Römer in Westfalen im Jahr 17 n. Chr. in den Mittelpunkt der Sonderausstellung „Triumph ohne Sieg. Roms Ende in Germanien“, die die Besucher am umjubelten Triumphzug teilhaben lässt – von der Zurschaustellung der Beute bis zum abschließenden Opfer auf dem Kapitol.

Keine Kommentare: