Dienstag, 23. Mai 2017

Erlebe dein blaues Wunder – Baden in der Ruhr nach mehr als 40 Jahren wieder möglich

Badestelle am Seaside Beach Baldeney eröffnet

Über vierzig Jahre mussten die Essener Bürgerinnen und Bürger auf das Baden in „ihrer“ Ruhr verzichten. Nachdem der erste Anlauf am vergangenen Sonntag buchstäblich ins Wasser gefallen ist, hatte das Warten heute endlich ein Ende: Zahlreiche Gäste besuchten am 23. Mai 2017 die offizielle Eröffnung der Badestelle am Seaside Beach Baldeney. Nach dem Startschuss von Thomas Kufen, dem Oberbürgermeister der Stadt Essen, wagten einige begeisterte Besucherinnen und Besucher gemeinsam mit dem ehemaligen Profischwimmer Christian Keller den ersten Sprung in das kühle Nass.

Seaside Beach Baldeney

Christian Keller, ehemaliger deutscher Schwimmer: „Als gebürtiger Essener und begeisterter Schwimmsportler ist dieses Projekt für mich natürlich eine Herzensangelegenheit. Ich freue mich, dass ich bei der Eröffnung der Badestelle dabei sein und gemeinsam mit den Gästen den ersten Sprung in die Ruhr nach über vierzig Jahren wagen darf. Mein Vater hat mir davon berichtet, wie er in der Jugend im See schwimmen war. Ich denke, ich spreche auch für viele Essenerinnen und Essener, wenn ich sage: ‚Endlich wieder Baden in der Ruhr!‘“

Christian Keller mit Moderator Uwe Loch

„Es ist sowohl für mich als auch für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Essen ein unbeschreibliches Gefühl, die Badestelle an der Ruhr eröffnen zu dürfen und die jahrelange Forschung und das Engagement von Ruhrverband, Stadt und Partnern damit honorieren zu können. Das Baden in der Ruhr ist ein einzigartiges Projekt, durch das unser blaues Wunder für jeden erlebbar gemacht wird“, sagte Thomas Kufen, Oberbürgermeister der Stadt Essen, der die Pilotbadestelle am Dienstag gemeinsam mit Simone Raskob (Projektleiterin der Grünen Hauptstadt Europas – Essen 2017 und Umwelt- und Baudezernentin der Stadt Essen), Gerhard Odenkirchen (Abteilungsleiter Wasserwirtschaft im Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen), Prof. Dr. Norbert Jardin (Vorstand Technik und Fluss­gebiets­management des Ruhrverbands) und Christian Keller (ehemaliger deutscher Schwimmer) eröffnete.

Thomas Kufen, Oberbürgermeister der Stadt Essen

Gerhard Odenkirchen, Abteilungsleiter Wasserwirtschaft im Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen: „Das Projekt ‚Baden in der Ruhr‘ hat eine hohe emotionale Bedeutung für Essen und für die gesamte Region. Das Baden im Baldeneysee macht für alle Bürgerinnen und Bürger erlebbar, welche Fortschritte im Bereich Umweltschutz und Wasserqualität gemacht wurden. ‚Baden in der Ruhr‘ ist ebenso wie die Renaturierung der Emscher Symbol für eine neue grüne Epoche in der Metropole Ruhr.“

Gerhard Odenkirchen, Abteilungsleiter Wasserwirtschaft im Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen

Prof. Dr. Nobert Jardin, Vorstand Technik und Fluss­gebiets­management des Ruhrverbands: „Durch die hervorragende Reinigungsleistung der Kläranlagen des Ruhrverbands ist die Wasserqualität der Ruhr erheblich besser geworden. Auch wenn die hygienischen Verhältnisse an trockenen Tagen ein Baden ermöglichen, kann es bei starken Niederschlägen notwendig werden, die Badestelle zu sperren. Daher wünschen wir allen Essener Bürgerinnen und Bürgern viele trockene und sonnige Tage, an denen sie das Baden in der Ruhr unbeschwert genießen können.“

Prof. Dr. Nobert Jardin, Vorstand Technik und Flussgebietsmanagement des Ruhrverbands

„Baden in der Ruhr ist ein wegweisendes und nachhaltiges Projekt der Grünen Hauptstadt Europas, das weit über das Jahr 2017 hinaus wirkt. Den Startschuss für das Projekt können wir also zu Recht mit Stolz geben. Durch das Forschungsprojekt „Sichere Ruhr“ wurde der Grundstein dafür gelegt, dass wir den Menschen in Essen heute ihren Fluss zurückgeben und im besten Fall in den nächsten Jahren weitere Badestellen eröffnen können“, so Simone Raskob, Umwelt- und Baudezernentin der Stadt Essen und Projektleiterin der Grünen Hauptstadt Europas – Essen 2017. Ob und wann weitere Badestellen umgesetzt werden, wird vor allem davon abhängig sein, wie die Pilotbadestelle und das Frühwarnsystem am Seaside Beach Baldeney angenommen werden.

Simone Raskob, Umwelt- und Baudezernentin der Stadt Essen und Projektleiterin der Grünen Hauptstadt Europas – Essen 2017

Die Ruhr steht exemplarisch für die Entwicklung der Stadt Essen. Von einem Fluss, an dem nur wenige Mühlen und Handwerksbetriebe siedelten, wurde das Fließgewässer zu einem Transportweg für Kohle und Entsorgungsort für Industrieabwässer. Durch das Ruhrreinhaltegesetz von 1913 kam dann die entscheidende Wendung: Die Ruhr entwickelte sich zurück zu einem blauen und sauberen Gewässer. Dennoch war das Baden in der Ruhr aufgrund hygienischer Bedenken ab September 1952 verboten. Die Strandbäder Steele, Haus Scheppen, Werden, Kettwig und Baldeney waren allerdings davon ausgenommen, im letzten Strandbad verbot man schließlich 1973 das Schwimmen im See. In dem dreijährigen BMBF-Verbund­projekt „Sichere Ruhr“ mit einem Fördervolumen von 3,4 Millionen Euro wurden ab 2012 die Rahmen­bedingungen für ein sicheres und rechtskonformes Baden erarbeitet, so dass heute wieder die ersten Bürgerinnen und Bürger der Stadt in der Ruhr baden können und dürfen. Außerdem wurde ein Frühwarnsystem entwickelt, das die innerhalb der EU geltenden hygienischen Standards berücksichtigt und Schwankungen der Wasserqualität voraussagt. Nur nach Starkregenereignissen, in dessen Folge eine Entlastung durch die Regenrückhaltebecken erfolgen muss, ist eine Sperrung des Badebereiches notwendig. Und wie schnell es zu einer solchen Sperrung kommen kann, dass hat man am vergangenen Sonntag zur geplanten Eröffnung erlebt.

Seaside Beach Baldeney

Seaside Beach Baldeney

Seaside Beach Baldeney, Christian Keller sorgte auch bei der Eröffnung der Badestelle für großes Medieninteresse

Seaside Beach Baldeney

Die Badestelle am Seaside Beach Baldeney erstreckt sich über eine Uferlänge von 50 Metern und reicht 15 Meter in den See hinein. Der Einstieg in das Fließgewässer ist über drei Stege möglich. Durch das eigens entwickelte Frühwarnsystem können Interessierte tagesaktuell auf der Homepage der Stadt Essen unter www.essen.de/badeninderruhr und des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen unter www.badegewaesser.nrw.de abrufen, an welchen Tagen das Baden in der Ruhr möglich und erlaubt ist. Eine Badeaufsicht sowie eine entsprechende Infrastruktur mit Toiletten, Umkleiden und Verpflegung sind durch das Seaside Beach Baldeney gewährleistet. Die Nutzung der Badestelle ist im regulären Eintrittspreis von 3,50 Euro (ermäßigt 3 Euro) enthalten.

Seaside Beach Baldeney, safety first

Seaside Beach Baldeney, „Baywatch – Die Rettungsschwimmer vom Baldeneysee“

Seaside Beach Baldeney, „Versuch macht klug“

Seaside Beach Baldeney, Schwimmbecken des ehemaligen Freibades Baldeney

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