Freitag, 28. April 2017

Die Spielzeit 2017/2018 am Musiktheater im Revier Gelsenkirchen

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt (aus der Sicht eines Musicalinteressierten)

Am 27. April 2017 hatte das Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen zur Spielplanpräsentation eingeladen, bei der Generalintendant Michael Schulz, Rasmus Baumann, GMD der Neuen Philharmonie Westfalen, und Ballettdirektorin Bridget Breiner traditionell gemeinsam mit Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski das Programm der kommenden Spielzeit vorgestellt haben. Da das neue Spielzeitheft zur gleichen Zeit online gestellt wurde, ist eine detaillierte Vorstellung des Programms an dieser Stelle obsolet.

Rasmus Baumann, GMD der Neuen Philharmonie Westfalen, Geschäftsführer Tobias Werner, Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski, Ballettdirektorin Bridget Breiner und Generalintendant Michael Schulz (v. l. n. r.)

Interessanter sind da die Dinge, die nicht im neuen Spielzeitheft abgedruckt sind, und die womöglich sonst an keiner anderen Stelle besprochen werden. So ist im Spielzeitheft der Neuen Philharmonie Westfalen (lt. Impressum „Änderungen vorbehalten Stand März 2017“) für den 22. Dezember 2017 die Premiere des Broadway-Musicals „Big Fish“ von Andrew Lippa und John August in Kooperation mit der Theaterakademie München im Großen Haus des MiR angekündigt, auch Regisseur Andreas Gergen hat die Premiere am 22. Dezember 2017 zum Zeitpunkt der Spielplanpräsentation im MiR auf seiner Homepage in der Rubrik „Upcoming“ aufgeführt. Im Spielzeitheft des MiR (Redaktionsschluss 13. April 2017) ist für den 22. Dezember 2017 die Premiere von „Jesus Christ Superstar“ von Andew Lloyd Webber und Tim Rice in englischer Sprache mit deutschen Übertiteln angekündigt. Die Passionsgeschichte zu Weihnachten… Die Produktion soll mit den beiden Hauptdarstellern Serkan Kaya (Judas) und Henrik Wager (Jesus) und Kulissenteilen der Essener Produktion (Premiere 9. September 2006, Aalto-Theater Essen, Regie Michael Schulz) auf die Bühne gebracht werden, wie auf Nachfrage bei der Spielplanpräsentation zu erfahren war. Heribert Feckler übernimmt – wie bereits in Essen – die Musikalische Leitung, Regisseur, Bühnen- und Kostümbildner sowie Choreograf wurden nicht benannt. Ich müsste mich sehr täuschen, wenn im Musiktheater im Revier nicht die Inszenierung aus dem Jahr 2006 wiederaufgenommen würde. Da das Kreativteam von „Big Fish“ im Vorfeld des 22. Dezember 2017 bereits anderweitige Verpflichtungen habe, werde diese Produktion auf März 2019 verschoben. Alle Angaben nach bestem Wissen und Gewissen, aber natürlich ohne Gewähr: „Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern, nichts hindert mich, weiser zu werden.“

„Jesus Christ Superstar“ – nach dem Neuen Testament; Musik: Andrew Lloyd Webber; Liedtexte: Tim Rice; Buch: Tom O´Horgan; Regie: Michael Schulz; Choreografie: Paul Kribbe; Bühne: Kathrin-Susann Brose; Kostüme: Kathrin-Susann Brose nach Klaus Bruns; Dramaturgie: Anna Grundmeier; Musikalische Leitung: Heribert Feckler. Darsteller: Serkan Kaya/Sasha di Capri (Judas Iskariot), Henrik Wager/Nikolaj Alexander Brucker (Jesus von Nazareth), Theresa Weber (Maria Magdalena), Joachim Gabriel Maaß (Kaiphas), Adrian Kroneberger/Ingo Schiller (Annas), Sebastian Schiller (Simon Zelot), Edward Lee (Pontius Pilatus), Tobias Glagau (Petrus), Rüdiger Frank (Herodes), Faye Anderson, Ilenia Azzato, Lisandra Bardél, Sophie Blümel, Milena Sophia Hagedorn, Julia Heiser (Soul Girls), Absolventen der Bayerischen Theaterakademie August Everding im Prinzregententheater München u. a. Uraufführung: 12. Oktober 1971, Mark Hellinger Theatre, New York. Deutsche Erstaufführung: 18. Februar 1972, Halle Münsterland, Münster. Premiere: 22. 23. Dezember 2017, Musiktheater im Revier, Gelsenkirchen.

Der ein oder andere Musicalinteressierte wird sich womöglich für die Operette „Der Vetter aus Dingsda“ (ab 9. Februar 2018) und/oder die Revue-Operette „Moskau, Tscherjomuschki“ (ab 31. März 2018) erwärmen können, sind doch die Übergänge von der Operette zum Musical fließend.

„Der Vetter aus Dingsda“ – Musik: Eduard Künneke; Libretto: Herman Haller (eigentlich Hermann Freund) und Fritz Oliven („Rideamus“); Regie: Rahel Thiel; Ausstattung: Elisabeth Vogetseder; Dramaturgie: Gabriele Wiesmüller; Musikalische Leitung: Thomas Rimes. Darsteller: Anke Sieloff (Julia de Weert), Cornel Frey (August Kuhbrot, der erste Fremde), Christa Platzer (Hannchen, Freundin von Julia), Sebastian Schiller (Roderich de Weert, der zweite Fremde), Joachim Gabriel Maaß (Josef Kuhbrot, Onkel von Julia), Gudrun Schade (Wilhelmine Kuhbrot, dessen Frau), Urban Malmberg/N. N. (Egon von Wildenhagen), Jacoub Eisa (Diener Hans), Tobias Glagau (Diener Karl). Uraufführung: 15. April 1921, Theater am Nollendorfplatz, Berlin. Premiere: 9. Februar 2018, Musiktheater im Revier, Gelsenkirchen.

Auch bei „Moskau, Tscherjomuschki“ scheint kurzfristig umdisponiert worden zu sein, denn im bereits erwähnten Spielzeitheft der Neuen Philharmonie Westfalen ist für den 31. März 2018 die Premiere der Oper „Der Gefangene“ (Originaltitel „Il prigioniero“) von Luigi Dallapiccola mit Auszügen aus Ludwig van Beethovens „Fidelio“ in einer Bearbeitung von Dominique Horwitz angekündigt.

„Moskau, Tscherjomuschki“ – Musik: Dmitri Schostakowitsch; Libretto: Wladimir Mass und Michail Tscherwinski; Deutsche Fassung: Ulrike Patow, in deutscher und russischer Sprache mit deutschen Übertiteln; Regie: Dominique Horwitz; Ausstattung: Pascal Seibicke; Dramaturgie: Gabriele Wiesmüller; Musikalische Leitung: Stefan Malzew. Darsteller: Michael Dahmen (Alexander („Sascha“) Petrowitsch Bubenzow, ein glücklicher Moskowiter), Anke Sieloff (Mascha, seine Frau), Joachim Gabriel Maaß (Semjon Semjonowitsch Baburow, ein älterer Moskowiter), Bele Kumberger (Lidotschka, seine Tochter), Piotr Prochera (Boris („Borja“) Korezki, ein Mann ohne feste Bleibe), N. N. (Sergei („Serjoscha“) Gluschkow, ein Fahrer), Petra Schmidt (Ljusja, eine Bauarbeiterin), Urban Malmberg (Fjodor („Fedja“) Michailowitsch Drebednjow, Verwaltungschef), Almuth Herbst (Wawa, seine Frau), Jacoub Eisa (Afanassi Iwanowitsch Barabaschkin, ein Manager), Zhive Kremshovski (Kurotschkin), Silvia Oelschläger (Kurotschkina, seine Frau), N. N. (Milkin), N. N. (Milkina, seine Frau) u. a. Uraufführung: 24. Januar 1959, Operettentheater Moskau. Premiere: 31. März 2018, Musiktheater im Revier, Gelsenkirchen.

Zum Reformationsjubiläum darf die Auseinandersetzung mit dem Reformator natürlich nicht fehlen, am 5. und 19. November sowie am 9. Dezember 2017 in Form der Revue „Reformhaus Lutter“ von und mit Dominique Horwirtz, eine Koproduktion mit dem WDR Funkhausorchester und dem WDR Rundfunkchor unter der Musikalischen Leitung von Rasmus Baumann, die einen Streifzug durch 500 Jahre Reformationsgeschichte unternimmt. Neben Dominique Horwitz als Jörg Lutter ist die griechische Sopranistin Ilia Papandreou in der Rolle der lebensfrohen, amourösen Abenteuern durchaus zugetanen Ehefrau Leonie zu erleben.

Freunde der Crossover-Konzerte von GMD Rasmus Baumann und der Neuen Philharmonie Westfalen kommen mit den Wiederaufnahmen von „MiR goes Swing: The Rat Pack“ (3., 15. und 31. Oktober 2017) und „MiR Goes Disco: Boney M. meets Village People“ (6. und 30. April 2018) sowie dem neuen Programm „MiR goes Film: JFK meets Ghostbusters“ (18. Mai, 9. Juni und 1. Juli 2018) auf ihre Kosten.

Montag, 24. April 2017

Buchbesprechung: „Menschen & Maschinen – Aufstieg und Wandel des Ruhrgebiets“

Neuer Bildband DAMALS Galerie

Der neue Bildband DAMALS Galerie widmet sich der bewegenden Geschichte des Ruhrgebiets. Diese wird in 190 Fotos, Stichen und Karten aus der einzigartigen Sammlung des Essener Ruhr Museums erzählt, ergänzt durch einordnende Artikel von Professor Heinrich Theodor Grütter und Stefanie Grebe.

Cover „Menschen & Maschinen – Aufstieg und Wandel des Ruhrgebiets“. Foto: Rudolf Holtappel, Wohn- und Industriegebiet in einem: Kindheit im Schatten der August Thyssen-Hütte im Duisburger Stadtteil Bruckhausen (um 1959). © Kon­ra­din Me­di­en GmbH, Lein­fel­den-​Ech­ter­din­gen

Der Bildband zeichnet die Geschichte des Ruhrgebiets schlaglichtartig nach – von den Anfängen im 18. Jahrhundert bis in die 1980er-Jahre hinein. Innerhalb dieser Zeitspanne machte die einst ländliche Region einen gewaltigen Aufstieg durch: Sie wuchs im 19. Jahrhundert zum größten industriellen Ballungsraum Deutschlands heran, einem der leistungs­fähigsten Industriereviere in Europa. Kohle und Stahl: Dafür stand der „Pott“. Das Ruhrgebiet trug zum Aufstieg des Kaiserreichs bei, es diente in beiden Weltkriegen als Waffenschmiede und war nach dem Zweiten Weltkrieg Motor des Wirtschaftswunders. In dem vorliegenden Bildband wurde den historischen Bildern in den sieben Bildkapiteln „Ländliches Idyll – Die Ruhr und der Reiz der Natur“, „Schwarzes Gold – Schatz aus der Tiefe“, „Industrielles Herz – Motor der Wirtschaft“, „Willkommen, Herr Kowalski – Der „Pott“ wird zum Schmelztiegel“, „Frauen im Revier – Doppelt gefordert, schlechter bezahlt“, „Wirtschaftswunder – Aus Trümmern zu neuem Wohlstand“ und „Schicht im Schacht – Gesucht – Licht am Ende des Tunnels“ viel Raum gegeben, um ihre eigene Wirkung zu entfalten.

Professor Heinrich Theodor Grütter, seit 2012 Direktor des Ruhr Museums, schildert in seinem Abriss „Geschichte des Ruhrgebiets – Geballte Energie“ nicht nur die Bedeutung von Kohle und Stahl sowie Dampfmaschine und Eisenbahn für die Entwicklung des Ruhrgebiets zum größten industriellen Ballungsraum Europas, sondern auch der Menschen, die seit dem 19. Jahrhundert von überall her zuzogen, um hier eine neue Heimat und ihr Auskommen zu finden. Stefanie Grebe, seit 2015 Leiterin der Fotografischen Sammlung des Ruhr Museums, macht in ihrem Aufsatz „Was die Bilder sagen – Motiv und Motivation“ deutlich, dass auch Bildquellen kritisch betrachtet werden müssen und man sich die Frage stellen muss, aus welchen Beweggründen die einzelnen Aspekte des Ruhrgebiets fotografisch dokumentiert wurden und was die Fotos nicht zeigen.

In Kooperation mit dem Ruhr Museum schildert DAMALS das Schicksal der Menschen, die zunächst aus anderen deutschen Regionen, dann auch aus Polen sowie später aus Südeuropa und der Türkei der Arbeit wegen in den nordwestdeutschen Raum strömten. Seit Beginn der Kohlekrise Ende der 1950er-Jahre und der zeitlich versetzt folgenden Stahlkrise hat die einstige Montanregion einen harten Transformations­prozess hinter sich gebracht – durch Ansiedlung neuer Branchen und Gewerbe, durch die Konzentration auf Dienstleistungen sowie durch Investitionen in Forschung, Bildung und Kultur. Ob damit tatsächlich das sprichwörtliche Licht am Ende des Tunnels gefunden ist, wird die Zukunft zeigen.

DAMALS Galerie ist ab dem 13. April 2017 deutschlandweit in ausgewählten Verkaufsstellen zum Preis von 9,90 Euro erhältlich.

Das Geschichtsmagazin DAMALS, herausgegeben von der Konradin Medien GmbH in Leinfelden-Echterdingen, erscheint im 49. Jahrgang. Das populär aufbereitete Magazin richtet sich an Geschichtsinteressierte und legt Wert auf Hinter­gründig­keit und Tiefe. Besonderheit: DAMALS ist das einzige Geschichtsmagazin im deutschsprachigen Raum, für das fast ausschließlich Wissenschaftler schreiben – also die Historikerinnen und Historiker, die zu den jeweiligen Themen forschen und lehren.

„Menschen & Maschinen – Aufstieg und Wandel des Ruhrgebiets“
Bildband 2017
DAMALS Galerie – Geschichte im Bild
April 2017
Herausgeberin Katja Kohlhammer
132 Seiten, 190 Abbildungen
Erschienen bei Kon­ra­din Me­di­en GmbH, Lein­fel­den-​Ech­ter­din­gen
9,90 € (D), 10,70 € (Euroländer), 15,90 CHF (CH)

Sonntag, 23. April 2017

Ankündigung: FilmSchauPlätze NRW 2017

Wenn jetzt Sommer wär… Open-Air-Sommerkino bei freiem Eintritt

Die Osterferien sind vorüber, nun heißt es zwölf Wochen bis zu den Sommerferein „durchzuhalten“. Auch in diesem Jahr veranstaltet die Film- und Medienstiftung Nordrhein-Westfalen in den Sommerferien vom 17. Juli bis 29. August 2017 wieder die beliebten FilmSchauPlätze NRW, und das bereits in der 20. Auflage. Dabei werden an besonderen Orten auf die Location abge­stimmte Filme auf der Open Air-Leinwand gezeigt.

Den Anfang beim Kinoprogramm macht jeden Abend ein Kurzfilm, der in Nordrhein-Westfalen und mit Unterstützung der Film- und Medienstiftung NRW entstanden ist. Für den passenden Rahmen, der sowohl zu dem gezeigten Film wie auch zu dem Ort passt, an dem die Open Air-Kinoreihe veranstaltet wird, sind die lokalen Partner verantwortlich. Und wie immer bei den FilmSchauPlätzen NRW ist der Eintritt zur Filmvorführung natürlich frei.

Schloss Hardenberg, sanierter Westflügel der Vorburg

Am 25. Juli 2017 wird in der Vorburg von Schloss Hardenberg „Goethe!“ von Philipp Stölzl gezeigt, der unlängst von der Folkwang Universität der Künste als Musicaladaption „Goethe! Auf Liebe und Tod“ gezeigt wurde. In unmittelbarer Nachbarschaft zur ehemaligen Zeche Friedrich Heinrich wird am 26. Juli 2017 im Panoramabad Pappelsee „Junges Licht“ von Adolf Winkelmann gezeigt, der bereits am 23. August 2016 im LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall in Witten für einen fulminanten Abschluss der FilmSchauPlätze NRW 2016 gesorgt hat. Ob das Event in diesem Jahr an 20 verschiedenen Orten stattfindet, ist noch nicht öffentlich bekannt, die Film- und Medienstiftung Nordrhein-Westfalen hält sich da extrem bedeckt, bisher ist nicht einmal bekannt, wann das Programm für dieses Jahr vorgestellt werden soll, aber zumindest die bisher bekannten Veranstaltungsorte und Filme machen schon jetzt neugierig: Wenn jetzt Sommer wär…
  • Sonntag, 16. Juli 2017: „Der Landarzt von Chaussy“ mit François Cluzet, Marianne Denicourt, Isabelle Sadoyan, Félix Moati (2016, Regie Thomas Lilti), Windmühle, Stemwede-Levern, Kreis Minden-Lübbecke (Ostwestfalen-Lippe),
  • Sonntag, 23. Juli 2017: „Birnenkuchen mit Lavendel“ mit Virginie Efira, Benjamin Lavernhe, Lucie Fagedet, Léo Lorleach, Hervé Pierre, Hiam Abbass, Laurent Bateau und Nathalie Beder (2015, Regie Éric Besnard), Kurpark Freudenberg (Siegerland),
  • Dienstag, 25. Juli 2017: „Goethe!“ mit Alexander Fehling, Miriam Stein und Moritz Bleibtreu (2010, Regie Philipp Stölzl), Vorburg Schloss Hardenberg, Velbert-Neviges (Bergisches Land),
  • Mittwoch, 26. Juli 2017: „Junges Licht“ mit Charly Hübner, Peter Lohmeyer, Nina Petri (2016, Regie Adolf Winkelmann), Panoramabad Pappelsee, Kamp-Lintfort (Niederrhein),
  • Donnerstag, 27. Juli 2017: „Willkommen bei den Hartmanns“ mit Senta Berger, Heiner Lauterbach, Florian David Fitz, Elyas M’Barek und Uwe Ochsenknecht (2016, Regie Simon Verhoeven), Burgtheater, Dinslaken,
  • Mittwoch, 16. August 2017: „Captain Fantastic – Einmal Wildnis und zurück“ mit Viggo Mortensen, Trin Miller, Frank Langella (2016, Regie Matt Ross), Bischof-Dingelstad-Platz, Brüggen-Bracht (Niederrhein),
  • Montag, 28. August 2017: Parkbad Süd, Castrop-Rauxel (Ruhrgebiet),
  • Dienstag, 29. August 2017: „Florence Foster Jenkins“ mit Meryl Streep, Hugh Grant, Simon Helberg, Rebecca Ferguson (2016, Regie Stephen Frears), Stadtgarten am Festspielhaus, Recklinghausen (Ruhrgebiet).

Pappelsee in Kamp-Lintfort, im Hintergrund die Turmförderanlage Friedrich Heinrich Schacht 1

Samstag, 22. April 2017

„Tour de Rü“ 2017

14. Rüttenscheider Oldtimer-Ausfahrt

Startaufstellung am Stadtgarten: MG TC, Baujahr 1945, 1.254 cm³, 40 kW/54 PS, Morgan 4-4 Drophead Coupé, Baujahr 1950, 1.267 cm³, 40 PS, Riley Brooklands Spec, Baujahr 1938, 2.496 cm³, 100 PS, Studebaker Special Six, Baujahr 1924, 5.801 cm³, 55 kW/75 PS

Zum vierzehnten Mal fand am Samstag, 22. April 2017 die sowohl bei Fahrern als auch beim Publikum beliebte „Tour de Rü“ statt, eine von der Interessengemeinschaft Rüttenscheid e. V. veranstaltete Oldtimerausfahrt, die in diesem Jahr von Essen-Rüttenscheid zur Burg Schnellenberg in der Nähe der Stadt Attendorn im Kreis Olpe und wieder zurück nach Rüttenscheid führte. Das Wetter war wie gemacht für eine Ausfahrt mit offenen Fahrzeugen: Pünktlich zum Wochenende gab es Tageshöchsttemperaturen um die 10 °C und den ein oder anderen Regenschauer. „Nur die Harten kommen in den Garten.“

Startaufstellung am Stadtgarten

Die erste Gelegenheit für Zuschauer, die knapp 130 historischen Automobile und neun Motorräder in Augenschein zu nehmen, bestand vor dem Start im Stadtgarten an der Philharmonie, wobei die Fahrer bereits um 9 Uhr zu ihrer Ausfahrt aufbrachen.

Austin-Healey Speedwell Sprite, Baujahr 1961, 948 cm³, 64 PS

Seit der ersten „Tour de Rü“ im Jahr 2004 besteht die Baujahrsgrenze von 1965, das älteste Fahrzeug war in diesem Jahr ein Studebaker Special Six, Baujahr 1924. 18 Fahrzeuge des diesjährigen Starterfeldes sind jünger bzw. es ist gar kein Baujahr im Programmheft angegeben, in diesen Fällen kann man anhand des Produktionszeitraums vermuten, dass sie jünger sind. Und noch eine Zahl für „Wiederholungstäter“: Mehr als die Hälfte der teilnehmenden Fahrzeuge (57,4 % der Automobile und 55,6 % der Motorräder) ist auch bei der „Tour de Rü“ 2016 mitgefahren.

Austin-Healey Sprite Mark I „Frogeye“, Baujahr 1959, 1.300 cm³, 90 PS

DKW 3=6 Monza, Baujahr 1958, 980 cm³, 32 kW/44 PS, ca. 145 km/h

Goggomobil Limousine, Baujahr 1963, 247 cm³, 9,9 kW/13,6 PS, 80 km/h

Peugeot 202, Baujahr 1948, 1.133 cm³, 22 kW/30 PS

Rolls-Royce Silver Cloud II Cabriolet, Baujahr 1961, 6.230 cm³

Studebaker Special Six, Baujahr 1924, 5.801 cm³, 55 kW/75 PS

Sunbeam Tiger, Baujahr 1965, 4.200 cm³, 147 kW/200 PS

Volkswagen Typ 147 Fridolin, Produktionszeitraum 1964 bis 1974, 1.200 cm³, 34 PS

Bugatti Type 38, Baujahr 1926, 1.991 cm³, 80 PS, links Rolf Krahne, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Rüttenscheid e. V., rechts Thomas Kufen, Oberbürgermeister der Stadt Essen, und Claudio Schlegtendal

Auf dem Messeparkplatz P2 bestand für die Daheim­ge­bliebenen erneut die Gelegenheit, die von der Ausfahrt zurückgekehrten Fahrzeuge in Augenschein zu nehmen und mit den Fahrern ins Gespräch zu kommen. Wie bereits im vergangenen Jahr boten die Treckerfreunde Essen dort „Rundfahrten“ (über den Parkplatz) auf historischen Treckern an.

Austin-Healey Speedwell Sprite, Baujahr 1961, 948 cm³, 64 PS

BMW touring 2000, Produktionszeitraum ab Frühjahr 1971 bis 1977, 1.977 cm³, 100 PS

Borgward Isabella Coupé Cabriolet, Baujahr 1959, 1.500 cm³, 75 PS

Bugatti Type 38, Baujahr 1926, 1.991 cm³, 80 PS

Mercedes-Benz SS Rennsport (W 06), Baujahr 1929, Sechszylindermotor, 7.200 cm³, 180 PS, mit Kompressor 225 PS

Mercedes-Benz 220 S Cabriolet (W 180 II), Baujahr 1957, 1.996 cm³, 106 PS

Mercedes-Benz 230 SL (W 113) „Pagode“, Baujahr 1964, 2.306 cm³, 110 kW/150 PS, 200 km/h

MG TD, Baujahr 1952, 1.250 cm³, 54,4 PS

Morgan 4-4 Drophead Coupé, Baujahr 1950, 1.267 cm³, 40 PS

Peugeot 202, Baujahr 1948, 1.133 cm³, 22 kW/30 PS

Peugeot 202, Baujahr 1948, 1.133 cm³, 22 kW/30 PS

Peugeot D3

Rover 14 Sports Saloon, Baujahr 1945

Shelby GT 500, Baujahr 1968, 7.000 cm³, 360 PS

Studebaker Special Six, Baujahr 1924, 5.801 cm³, 55 kW/75 PS

Studebaker Special Six, Baujahr 1924, 5.801 cm³, 55 kW/75 PS

Volkswagen Typ 147 Fridolin, Produktionszeitraum 1964 bis 1974, 1.200 cm³, 34 PS

Volvo P1800 ES („Schneewittchensarg“), Produktionszeitraum 1971 bis 1973, 1.986 cm³, 91 kW/124 PS, ca. 190 km/h

Volvo PV 544 („Buckelvolvo“), Baujahr 1959, 1.600 cm³, 65 PS

Zu guter Letzt werden die Fahrzeuge vor dem Hotel Arosa vorgestellt und können im Anschluss entlang der Rüttenscheider Straße bewundert werden.

Austin Seven Chummy, Baujahr 1927, 750 cm, 15 PS

Auch wenn der Austin Seven Chummy, Baujahr 1927 in diesem Jahr nicht das älteste teilnehmende Fahrzeug bei der „Tour de Rü“ gewesen ist, so hat ihn die Jury im Concours d’Restauraion dennoch zum Sieger gekürt.

Ferrari 365 GTC/4, Produktionszeitraum 1971 bis 1973, 4,4 Liter, 340 PS

Ford Taunus 12M Coupé, Baujahr 1969, 1.500 cm³, 55 PS

Rolls-Royce 25/30 hp, Baujahr 1936/37, 4.257 cm³

Freitag, 21. April 2017

Die Frau aus der Blätterhöhle

Landesausstellung „Revolution Jungsteinzeit“ im LWL-Museum für Archäologie in Herne

Gab es Müslischale, Reifen und Motorsäge schon vor über 7.000 Jahren? Ja – zumindest in der Rohversion. Das zeigt die Landesausstellung „Revolution Jungsteinzeit“, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) ab dem 24. Mai 2017 im LWL-Museum für Archäologie in Herne in Szene setzt. Gut 900 Fundstücke lassen dann die Zeit von Ötzi und Stonehenge wieder auferstehen. Mitmachstationen laden kleine wie große Besucher ein, zum Ursprung unserer heutigen Zivilisation zurückzukehren. Außerdem zeigt die Landesausstellung die wichtigsten archäologische Funde in NRW aus den vergangenen fünf Jahren.

Erst seit 7.300 Jahren leben Menschen im heutigen NRW so, wie man es kennt: Sie bauen feste Häuser, züchten Vieh und betreiben Landwirtschaft. 2,5 Millionen Jahre davor war der Mensch Jäger und Sammler. Wie genau sich dieser Wandel vollzog und mit ihm die „Revolution Jungsteinzeit“ einsetzt, war Forschern lange ein Rätsel. Was geschah mit den Jägern und Sammlern, als die ersten Bauern kamen? Standen beide Gruppen in Kontakt?

Originalschädel der jungen Frau aus der Blätterhöhle, Datierung des Schädels: ca. 3.600 v. Chr. Foto: LVR, Jürgen Vogel

Vor elf Jahren stießen Archäologen in der Blätterhöhle bei Hagen auf eine wissenschaftliche Sensation. Sie fanden den besterhaltenen Schädel der Jungsteinzeit und mit ihm die Antwort auf ihre Fragen: Mindestens 2.000 Jahre lang lebten die Jäger und Sammler sowie Bauern in einer Parallelgesellschaft.

Naturwissenschaftliche Analysen ergaben: Der Schädel aus der Blätterhöhle gehört einer jungen Frau, die zwischen 17 und 22 Jahren alt war, als sie starb. Woran sie gestorben ist, ist unklar. Doch durch den guten Erhaltungszustand konnte der Schädel mit rechtsmedizinischen Methoden rekonstruiert werden. Zudem wurde der Schädel naturwissenschaftlich untersucht. Das Ergebnis: Die Frau hat vor 5.600 Jahren gelebt und gehört damit zu den letzten Jägern und Sammlern. Sie lebte fast 2.000 Jahre nach dem Eintreffen der ersten Bauern in Westfalen.

Rekonstruktion der jungen Frau aus der Blätterhöhle.
Foto: LVR, Jürgen Vogel

Der Frauen-Schädel aus der Blätterhöhle bei Hagen ist einer der Spitzen-Funde der archäologischen Landesausstellung „Revolution Jungsteinzeit“, die vom 24. Mai bis 22. Oktober 2017 im LWL-Museum für Archäologie in Herne zu sehen sein wird. Hier steht auch die Rekonstruktion des Schädels.

Die Spielzeit 2017/18 an der Wiener Volksoper

Die Wiener Volksoper bietet in der Spielzeit 2017/18 wie gewohnt einen repräsentativen Querschnitt durch das gesamte Musiktheater – Operette, Oper, Musical und Ballett – aus vier Jahrhunderten: Acht Premieren, eine europäische und eine österreichische Erstaufführung, vier Wiederaufnahmen, dazu 20 Repertoirestücke sowie zahlreiche Sonderprogramme stehen in der 11. Saison der Direktion Robert Meyer auf dem Spielplan.

Maria Happel eröffnet die neue Spielzeit als Mama Rose in Jule Stynes Kultmusical „Gypsy“ in der Inszenierung von Werner Sobotka. Der Oktober bringt 170 Jahre nach der Uraufführung Giuseppe Verdis Oper „Die Räuber“ nach Wien. Große und kleine Kinder dürfen sich im November auf die österreichische Erstaufführung von Valtinonis Kinderoper „Pinocchio“ freuen, während sich Davide Bombana im Dezember mit dem Ballett „Roméo et Juliette“ dem berühmtesten Liebespaar aller Zeiten zuwendet. Als 100. Premiere der Direktion Robert Meyer kommt im Februar Heubergers Operettenklassiker „Der Opernball“ zurück auf die Bühne der Volksoper und im März feiert Daniel Schmutzhard als Billy Bigelow in „Carousel“ sein Volksopern-Comeback und Musicaldebüt. Auf den gelungenen Einstand in der vergangenen Saison folgt im April mit der europäischen Erstaufführung der Kammeroper „Marilyn Forever“ von Gavin Bryars die zweite Produktion der Volksoper im Kasino am Schwarzenbergplatz. Zu Saisonende werden schließlich dunkelrote Rosen verschenkt: Olivier Tambosi inszeniert Carl Millöckers „Gasparone“.

Außerdem gibt es ein Wiedersehen mit Johann Strauß’ „Eine Nacht in Venedig“, Dvořáks Märchenoper „Rusalka“, dem mörderischen Barbier „Sweeney Todd“ und Jorma Elos „Ein Sommernachtstraum“. Im Repertoire sind u. a. die Erfolgsproduktionen „Axel an der Himmelstür“, „Die Zirkusprinzessin“, „Wie man Karriere macht, ohne sich anzustrengen“, „Hoffmanns Erzählungen“, „Vivaldi – Die fünfte Jahreszeit“ und „Cendrillon“ (Aschenputtel) aus der laufenden Spielzeit vertreten sowie die Repertoireklassiker „Die Fledermaus“, „La Traviata“, „Der Zauberer von Oz“, „My Fair Lady“ und natürlich „Die Zauberflöte“. Das umfangreiche Kulturvermittlungsprogramm wurde weiter ausgebaut und firmiert nun unter dem Namen „Junge Volksoper“.


„Gypsy“, Premiere 10. September 2017

„Gypsy“ – nach „Gypsy: A Memoir“ von Gypsy Rose Lee; Musik: Jule Styne; Liedtexte: Stephen Sondheim; Buch: Arthur Laurents; Deutsche Fassung: Henry Mason; Inszenierung: Werner Sobotka; Choreographie: Danny Costello; Bühnenbild: Stephan Prattes; Kostüme: Elisabeth Gressel; Licht: Michael Grundner; Dramaturgie: Christoph Wagner-Trenkwitz; Dirigent: Lorenz C. Aichner. Darsteller: Maria Happel (Mama Rose), Toni Slama (Herbie), Marianne Curn (June), Lisa Habermann (Louise), Christian Graf (Tessie Tura), Martina Dorak (Miss Electra/Miss Cratchitt), Maren Kristin Kern (Miss Mazeppa), Peter Lesiak (Tulsa), Oliver Liebl (Kansas), Simon Stockinger (Yonkers/Pastey), Maximilian Klakow (L. A./Phil), Wolfgang Hübsch (Papa), Jens Claßen (George/Weber/Cigar), Georg Wacks (Mr. Goldstone/Bourgeron), Livia Ernst/Sophie Grohmann/Emma Westerkamp (Baby June), Sophie-Marie Hofmann/Magdalena Gudenus/Katharina Kemp/Louisa Popovic (Baby Louise), Victoria Demuth, Andrea Sulzmann, Ilvy Schultschik, Angelika Ratej (Showgirls), Lilly Krainz (Luftballonmädchen), Jonas Ambrosch, Lino Gaier, Simon Gaunersdorfer, Oliver Kirnbauer, Moritz Krainz, Emil Kurz, Lorenz Pojer, Lorenzo Popovic, Fabian Rihl (Boys). Uraufführung: 21. Mai 1959, The Broadway Theatre, New York City. Premiere: 10. September 2017, Volksoper Wien.

Maria Happel, © Johannes Ifkovits

Zum Saisonauftakt bringt die Volksoper Jule Stynes Broadway-Hit „Gypsy“ nach Wien. Die Lebensgeschichte von Rose Louise Hovick, die unter dem Namen Gypsy Rose Lee als schillernder Burlesque-Star weltberühmt wurde, wurde 1959 am Broadway uraufgeführt und zählt zu den Klassikern des amerikanischen Musicals. Nun kommt die Geschichte von Mama Rose, die alles nur Erdenkliche tut, um die Theaterkarrieren ihrer Töchter June und Louise voranzubringen, erstmals auf die Bühne der Volksoper Wien. Werner Sobotka inszeniert, Lorenz C. Aichner übernimmt die musikalische Leitung. Ksch Maria Happel gibt als ehrgeizige Mama Rose ihr Musicaldebüt, ihre Töchter Louise und June werden von den Hausdebütantinnen Lisa Habermann und Marianne Curn verkörpert.


„Carousel“, Premiere 17. März 2018

„Carousel“ – nach dem Bühnenstück „Liliom“ von Ferenc Molnár; Musik: Richard Rodgers; Liedtexte und Buch: Oscar Hammerstein II.; Deutsche Fassung: Henry Mason; Inszenierung: Henry Mason; Choreographie: Francesc Abós; Bühnenbild und Kostüme: Jan Meier; Licht: Guido Petzold; Dramaturgie: Christoph Wagner-Trenkwitz; Dirigent: Joseph R. Olefirowicz/Lorenz C. Aichner. Darsteller: Daniel Schmutzhard/Ben Connor (Billy Bigelow), Mara Mastalir/Johanna Arrouas (Julie Jordan), Johanna Arrouas/Juliette Khalil (Carrie Pipperidge), Jeffrey Treganza (Enoch Snow), Atala Schöck (Nettie Fowler), Christian Graf (Jigger Craigin), Mila Schmidt/Astrid Renner (Louise Bigelow), Robert Meyer/Wolfgang Gratschmaier (Sternwart/Dr. Seldon), Regula Rosin (Mrs. Mullin), Nicolaus Hagg (David Bascombe), Oliver Liebl (Himmlischer Freund), Lorna Dawson, Eva Prenner, Bettina Schurek, Rita Sereinig, Thomas Huber, Maximilian Klakow, Simon Stockinger u. a. Uraufführung: 19. April 1945, Majestic Theatre, New York City. Premiere: 17. März 2018, Volksoper Wien.

Daniel Schmutzhard, © Johannes Ifkovits

Fußballfans kennen ihn in- und auswendig – den Song „You’ll Never Walk Alone“. Seit über 50 Jahren gilt die Nummer in der Interpretation der britischen Popband „Gerry & the Pacemakers“ als die ultimative Fußballhymne. Dabei wissen wahrscheinlich nur die wenigsten, dass das Lied eigentlich von Richard Rodgers und Oscar Hammerstein – den erfolgreichsten Musical-Autoren der 40er und 50er Jahre – stammt und für das Musical „Carousel“ entstand. Am 19. April 1945 wurde es am Broadway uraufgeführt und über zwei Jahre vor vollem Haus gespielt. Die tragische Liebesgeschichte von Billy Bigelow und Julie Jordan basiert auf Molnárs Bühnenstück „Liliom“. 1972 holte Marcel Prawy „Carousel“ an die Volksoper Wien, 46 Jahre später setzt Regisseur Henry Mason den Klassiker gemeinsam mit seinem Ausstatter Jan Meier in Szene. Das Regieduo hat hier bereits 2014 die Erfolgsproduktion „Der Zauberer von Oz“ erarbeitet und trifft nun erstmals auf Musicalspezialisten Joseph R. Olefirowicz am Pult des Volksopernorchesters. In der Titelpartie gibt Daniel Schmutzhard als Karussell-Ausrufer Billy Bigelow sein Musicaldebüt, Mara Mastalir singt seine Julie.


„Sweeney Todd“, Wiederaufnahme 12. Juni 2018

„Sweeney Todd“ – nach dem gleichnamigen Schauspiel von Christopher G. Bond (1973); Musik und Liedtexte: Stephen Sondheim; Buch: Hugh Wheeler; Deutsche Fassung: Wilfried Steiner; Inszenierung: Matthias Davids; Choreographie: Florian Hurler; Bühnenbild: Mathias Fischer-Dieskau; Kostüme: Susanne Hubrich; Licht: Fabrice Kebour; Dirigent: Joseph R. Olefirowicz. Darsteller: Morten Frank Larsen (Sweeney Todd), Dagmar Hellberg (Mrs. Nellie Lovett), Robert Meyer/Kurt Schreibmayer (Richter Turpin), Tom Schimon (Tobias Ragg), Ben Connor/Alexander Pinderak (Anthony Hope), Anita Götz (Johanna), Kurt Schreibmayer/Wolfgang Gratschmaier (Büttel Bamford), Mehrzad Montazeri (Rodolfo Pirelli), Patricia Nessy (Bettlerin), Franz Suhrada (Jonas Fogg), Georg Wacks (Vogelhändler). Uraufführung: 11. März 1979, George Gershwin Theatre, New York City. Premiere: 14. September 2013, Wiederaufnahme: 12. Juni 2018, Volksoper Wien.

Morten Frank Larsen, © Johannes Ifkovits

„Der Österreichische Musiktheaterpreis 2015 für die beste Produktion geht an… Sweeney Todd!“ So stolz die Volksoper auf diese Ehre war, Sondheims Meisterwerk ist Preise gewöhnt: Es wurde 1979 mit den sechs wichtigsten Tony-Awards (Bestes Musical, Beste Partitur, Bestes Buch, Bester Hauptdarsteller, Beste Hauptdarstellerin, Beste Regie) ausgezeichnet. Nun kehrt die Erfolgsproduktion zurück, um unter den Anwesenden wieder Schauer, Lachstürme und Rührung zu verbreiten. Der Barbier Sweeney Todd will nach Jahren der Verbannung blutige Rache an seinem Peiniger Richter Turpin nehmen. Als ihm dieser entwischt, wird Todd im Wahn zum Serienmörder: Er schneidet seinen Kunden die Kehlen durch; seine Komplizin, die Pastetenbäckerin Mrs. Lovett, stellt aus den Opfern Fleischpasteten her…

Donnerstag, 20. April 2017

„Grüne Hauptstadtlinie“ startet im Mai

Essens grüne Seiten entdecken

Dass Essen von der EU-Kommission zur Grünen Hauptstadt Europas ernannt wurde, ist inzwischen auch über die Stadtgrenzen hinweg bekannt. Spuren des Wandels von der Kohle- und Stahlstadt zur drittgrünsten Stadt Deutschlands sind im gesamten Stadtgebiet zu finden, man braucht sich nur auf den Weg zu machen. Die rund zweistündige Stadtrundfahrt, durchgeführt von den Ruhrgebiet Stadtrundfahrten des Unternehmers Stefan Tigges, soll dabei helfen, diese aufzuspüren. Die „Grüne Hauptstadtlinie“ präsentiert die grünen Orte der Stadt, erzählt ihre Geschichten (wahlweise auf Deutsch oder Englisch) und hält für Touristen, aber auch Bürgerinnen und Bürger der Stadt einiges Neues bereit. Ab 4. Mai 2017 geht es mehrmals wöchentlich auf grüne Entdeckungstour.

„Grüne Hauptstadtlinie“ am Haus der Technik

„Die Grüne Hauptstadtlinie ist ein Angebot, das ich den Essener Bürgerinnen und Bürgern und unseren Gästen nur an Herz legen kann. Bei dieser Tour erhält man einen spannenden und informativen Einblick in unsere Grüne Hauptstadt – und das ganz bequem aus dem Doppeldeckerbus heraus“, sagt Thomas Kufen, Oberbürgermeister der Stadt Essen. Die Tour führt beispielsweise durch das Moltkeviertel, an die Berne, zum Krupp-Park (auf einem Teil der Fläche der ehemaligen Krupp Gussstahlfabrik), Helenenpark (auf dem Areal der ehemaligen Zeche Helene) und UNESCO-Welterbe Zollverein, sowie den landwirtschaftlich geprägten Schuirweg entlang bis zum Baldeneysee. Die Gäste können sich entscheiden, ob sie nur in den Essener Norden oder auch in den Süden fahren, oder im besten Fall die gesamte Tour mitmachen.

Fahrt im offenen Cabriobus, „nur die Harten kommen in den Garten“

„Unsere grünen Orte haben alle ihre Geschichten, die wir im Laufe des Jahres erzählen wollen. Und diese Geschichten sind eingeflossen in die Planungen für die neue Rundfahrt. Der Krupp-Park ist zum Beispiel nicht nur ein Park, sondern ein Symbol für den Wandel unserer Stadt“, erklärt Simone Raskob, Umwelt- und Baudezernentin und Projektleiterin der Grünen Hauptstadt Europas – Essen 2017. Die „Grüne Hauptstadtlinie“ ist ein gemeinsames Projekt der Grünen Hauptstadt Europas – Essen 2017, der EMG – Essen Marketing GmbH und Ruhrgebiet Stadtrundfahrten.

Schuirweg

Die „Grüne Hauptstadtlinie“ verkehrt von Mai bis Oktober Donnerstag, Freitag, Samstag sowie an weiteren Sonntagen ab Haltestelle Haus der Technik um 11 Uhr (zweistündige Fahrt) und 12 Uhr (einstündige Fahrt). Der Fahrpreis beträgt 16 Euro für Erwachsene, ermäßigt 14 Euro, Kinder von 6 bis 14 Jahren zahlen 8 Euro. Weitere Informationen unter www.essener-stadtrundfahrten.de.

Dieter Groppe, EMG – Essen Marketing GmbH, Stefan Tigges, Ruhrgebiet Stadtrundfahrten, Simone Raskob, Umwelt- und Baudezernentin und Projektleiterin der Grünen Hauptstadt Europas – Essen 2017, und Thomas Kufen, Oberbürgermeister der Stadt Essen

„Grüne Hauptstadtlinie“ am Baldeneysee/Regattahaus

Mittwoch, 19. April 2017

20 Jahre Nordsternpark Gelsenkirchen

Großes Jubiläumsfest am 6. und 7. Mai 2017

Am 11. Februar 1993 verließ der letzte Förderwagen die Grube der Zeche Nordstern I/II. Wo früher 3.300 Beschäftigte 1,9 Mio. Tonnen zutage förderten, wurde auf den Tag genau vor 20 Jahren, am 19. April 1997 im Beisein von Bundespräsident Roman Herzog und NRW-Ministerpräsident Johannes Rau die Bundesgartenschau eröffnet. Bis heute ist es einmalig, dass eine Bundesgartenschau ein ehemaliges Zechengelände in einen attraktiven öffentlichen Park und überregionales Ausflugsziel verwandelt hat. Aus Anlass dieses Jubiläums veranstaltet die Stadt Gelsenkirchen am ersten Maiwochenende im Nordsternpark ein großes zweitägiges Fest. Damit wird sowohl an die BUGA 1997 erinnert als auch die Entwicklung des Geländes zu einem Park und zukunftsorientierten Gewerbestandort gefeiert.

Nordsternpark

Das Spektrum der Attraktionen reicht von A wie Amphitheater über die Pflanzung des ehemaligen BUGA-Logos bis Z wie Zechenatmosphäre im Bergbaustollen. Die Besucher haben also die Qual der Wahl. Neben Unternehmensbesichtigungen, die die Druckerei Limego, Heiner´s Parkhotel und VIVAWEST anbieten, kann man z. B. bei kostenlosen Stadtteilrundfahrten mit Stadtführer im Doppeldeckerbus rund um den Park Interessantes über die angrenzenden Stadtteile Horst und Heßler im wahrsten Sinne des Wortes „erfahren“. Wer den Blick aus luftiger Höhe nicht scheut, hat – ebenfalls kostenlos – die Gelegenheit, das Treiben von der Aussichtsplattform des Nordsternturms aus zu genießen und das Museum zur Bergbaugeschichte im Turm zu besuchen.

Ehemalige Zeche Nordstern, Nordsternkarree

Los geht es am Samstag, 6. Mai um 11 Uhr, wenn vor dem VIVAWEST-Gebäude der Geschichtskreis Nordstern feierlich Fahnen hisst und das Bergwerksorchester Consolidation für den musikalischen Rahmen sorgt. Bei einem anschließenden Spaziergang zum Bergbaustollen vorbei an der Blumen- und Gartenschau auf dem Nordsternplatz, wo auch der Verein „Schalke hilft!“ und GreenFit Gesund Fit verschiedene Mitmachaktionen anbieten, können Interessierte viel zur Geschichte der Zeche Nordstern erfahren. Geführte Rundgänge zur gärtnerischen Entwicklung des Nordsternparks sowie als Gewerbepark werden zusätzlich an beiden Tagen angeboten. Vielleicht läuft man bereits hier der Raupe Valentin, dem ehemaligen Maskottchen der Bundesgartenschau 1997, über den Weg, die sicherlich ein beliebtes Fotomotiv sein wird.

Bergbaustollen

Doch das ist noch lange nicht alles: Am Kletterfelsen des Alpenvereins gibt es kostenloses Schnupperklettern, im blauen Pumpwerk der Emschergenossenschaft kann man sich bei einem Kaffee über den Emscherumbau informieren, und vor allem für Familien ist sicherlich das Kinderland des Ziegenmichel mit zahlreichen Aktionen ein beliebter Anlaufpunkt. Wer sportlich aktiv werden möchte, kann z. B. auch am Volleyballturnier auf dem Volleyballfeld neben dem Kinderland teilnehmen. Das Kinderland gehört ebenso wie der Kletterfelsen, der Bergbaustollen, das Pumpwerk, der Nordsternturm und die Druckerei Limego zu den Stationen, an denen man sich an beiden Tagen einen Stempel auf eine Teilnahmekarte zum kostenlosen Gewinnspiel geben lassen kann. Wer alle sechs Stationen besucht hat und die Teilnahmekarte am Stand der Stadt- und Touristinfo auf dem Nordsternplatz abgibt, kann mit ein bisschen Glück einen der attraktiven Preise gewinnen.

Kletteranlage Nordstern

Ein Schwerpunkt des Geschehens an den zwei Tagen ist natürlich das Amphitheater. Im Mittelpunkt steht dort am Samstag die große Bühne, auf der am Nachmittag die YouTube-Stars DieLochis auftreten. Im Anschluss daran dürfen sich die Besucher auf den deutsch-türkischen Chor Nefes und als Höhepunkt des Abends auf die Neue Philharmonie Westfalen mit dem Crossover-Konzert „NPW goes DISCO: Boney M. meets Village People“ (Gesangssolisten Bonita Niessen, Joyce van de Pol, Henrik Wager und Dennis LeGree) freuen. Auf dem Vorplatz sorgen Fahrgeschäfte, Kinderunterhaltung z. B. mit Fridolina Strubbelich, Walking Acts wie Stelzenläufer oder „Gustav – der rollende Gärtner“ für zusätzliche Abwechslung. Verschiedene gastronomische Stände runden das Angebot ab. Den Abschluss am Samstag bildet ein Höhenfeuerwerk, das den Himmel über dem Nordsternpark in ein Lichtermeer tauchen soll.

Mit einem Non-stop-Programm geht es am Sonntag von 11 bis 18 Uhr auf der kleinen Bühne des Amphitheaters weiter. Mit dabei sind neben den Eurofightern Mike Büskens und Ingo Anderbrügge die Fußball-Freestyler Mehmetcan Örücü und Nina Windmüller – wahre Akrobaten mit dem runden Leder, Tanzgruppen, Talkrunden, sowie Musik von Mara Minjoli & Johannes Maas, Kinderlieder-Sänger Volker Rosin und die Gelsenkirchener Singer-Songwriter Talian.