Donnerstag, 30. März 2017

Durch Wüsten, Dschungel, Wasserwelten – das Programm 2017 im Gasometer Oberhausen

Seit einem Jahr herrscht im Gasometer Oberhausen das Leben in seiner bunten Pracht: Die Erfolgsausstellung „Wunder der Natur“ hat in dieser Zeit alle bisherigen Rekorde übertroffen und bereits 850.000 Besucher in Europas höchste Ausstellungshalle gelockt. Sie folgt dem Wachsen und Werden auf unserem Planeten und feiert die Intelligenz und Vielfalt seiner Tiere und Pflanzen. Höhepunkt ist die Erde selbst, die als 20 Meter große Kugel über den Besuchern schwebt.

Gasometer Oberhausen

Auch 2017 startet wieder ein abwechslungsreiches Begleitprogramm, das die Ausstellungsinhalte ebenso unterhaltsam wie informativ vertieft und ergänzt. Es gibt spannende Reisen in die Wildnis, die Besucher fiebern mit preisgekrönten Natur-Fotografen um das richtige Motiv, sie steigen in entlegene Bergwelten, tauchen in die unbekannte Tiefe der Ozeane und begegnen gewitzten Nachwuchswissenschaftlern.


Terminübersicht

• 30. Mai 2017 Podiumsdiskussion „Nur mal kurz die Welt retten“
• 22. Juni 2017 Manuel Bauer: „Mustang – das Tor zu Tibet“
• 24. Juni 2017 ExtraSchicht
• 12. Juli 2017 Klaus Nigge: „Wilde Geschichten – 25 Jahre Tierfotografie“
• 23. August 2017 Markus Mauthe „Faszination Erde“ bzw. „Naturwunder Erde“
• 1. September 2017 Science Slam
• 14. September 2017 Ingo Arndt: „Für Tiergeschichten um den Globus“
• 21. September 2017 Lars Abromeit: „Wasserwelten – Expeditionen in die Tiefe der Ozeane“

Erdskulptur im Gasometer Oberhausen

Beginn der Podiumsdiskussion, aller Vorträge und des Science Slam ist jeweils um 19.30 Uhr, Einlass ab 18.30 Uhr, verlängerte Öffnungszeit. Mit Ausnahme der ExtraSchicht und der Greenpeace-Veranstaltung am 23. August 2017 beträgt der Eintritt zu den Veranstaltungen 15 €, reduziert 12 €, der Besuch der Ausstellung „Wunder der Natur“ und der Panoramaplattformen des Gasometers ist inbegriffen.


„Mal eben kurz die Welt retten“ – Podiumsdiskussion zur Bewahrung der Schöpfung

Die Menschheit betreibt Raubbau an den Ressourcen der Erde. Sie verbraucht jedes Jahr mehr Rohstoffe und Naturflächen und erhöht noch immer den CO2-Ausstoß. Tierpopulationen sinken dramatisch. Gibt es einen großen Plan zur Weltrettung, wie ihn z. B. das Klimaabkommen von Paris vor Augen hat? Oder sind es viele kleine und mühsame Schritte, um die Schönheit der Schöpfung für kommende Generationen zu bewahren und das Überleben der Menschheit zu sichern? Wer steht in der Verantwortung für Umweltschutz und Gerechtigkeit? Und wer nimmt sie wirklich wahr?

Den Auftakt unter der Gasometer-Erde macht eine hochkarätig besetzte Diskussionsrunde mit Dr. Franz-Josef Overbeck, Bischof von Essen, Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertaler Instituts für Klima, Umwelt, Energie, Prof. Dr. Rolf Henke, Vorstandsmitglied DLR für den Bereich Luftfahrt und Daniel Schranz, Oberbürgermeister Stadt Oberhausen am 30. Mai 2017. Unter dem Titel „Mal eben kurz die Welt retten“ gehen sie der Frage nach, wie unser Planet zu retten ist und wer dafür die Verantwortung trägt.


Manuel Bauer: „Mustang – das Tor zu Tibet“

Hinter den beiden Achttausendern Annapurna und Dhaulagiri liegt das verborgene ehemalige Königreich Mustang. Der Fotograf Manuel Bauer bereiste über die letzten Jahre dieses abgelegene Kleinod in Nepal. Er zeigt in eindrücklichen Bildern die atemberaubende Landschaft und buddhistische Kultur. Er schildert Mustangs Geschichte zwischen Tibet und Nepal. Er erzählt von der Hochblüte des Sakya-Buddhismus im 16. Jahrhundert, den Salzkarawanen, dem Reichtum des Königs, dem tibetischen Widerstand gegen die chinesischen Besetzung Tibets – und von der heutigen Entwicklung in dieser abgeschiedenen Weltengegend. Wegen der Klimaerwärmung müssen die Bauern von Sam Dzong ihr Dorf verlassen. Seit 2008 engagiert sich Bauer für Sam Dzong und hat geholfen ein neues Dorf zu bauen. Ein spannender Abend mit tiefen Einblicken in den Himalaya.

Manuel Bauer: „Mustang – das Tor zu Tibet“. Foto: Manuel Bauer

Manuel Bauer (* 1966 in Winterthur/Schweiz) wandte sich nach seiner Ausbildung zum Werbefotografen dem Fotojournalismus für internationale Medien zu und spezialisierte sich auf Langzeitprojekte. Internationale Bekanntheit erlangte er durch seine Reportage „Flucht aus Tibet“; als bisher einziger Fotograf gelang es Bauer, eine Flucht vollständig von Lhasa bis Dharamsala zu dokumentieren. Seit 2001 begleitet er auf bislang über 50 Reisen den Dalai Lama als offizieller Fotograf.


ExtraSchicht

Ein Highlight des Abends sind die Auftritte von „Liz Schneider – Whitecello“ unter der riesigen Erdkugel auf der Manege des Gasometers. Die begabte Künstlerin, bekannt aus der TV-Show „Das Supertalent“, verwendet aktuelle und sanfte Musikströmungen wie Ambient und Smooth Jazz und verbindet diese mit den Klängen klassischer Musik. Auf dem Außengelände sorgt die Mike Peter Big Band für Stimmung.


Klaus Nigge: „Wilde Geschichten – 25 Jahre Tierfotografie“

Es gibt Tiere, die verkörpern geradezu symbolhaft einen bestimmten Lebensraum, stehen für besondere Probleme und Bedrohungen, oder zeigen herausragende Erfolge des Naturschutzes. Seit über 20 Jahren reist Klaus Nigge durch die Welt auf der Suche nach solchen Tieren und ihren Geschichten. Sein Vortrag führt nach Nord- und Mittelamerika, nach Europa und nach Asien. Nigge führt seine Zuhörer in Sümpfe, an Seen und Meeresküsten, in Wälder, Steppen und Regenwälder und zeigt ihnen dort Pelikane, Weißkopfseeadler, Schreikraniche und Flamingos, Wisente, Kraniche und Trappen (Trappgänse), Saiga-Antilopen und Philippinenadler.

Klaus Nigge: „Wilde Geschichten“. Foto: Klaus Nigge

Neben den Geschichten dieser Tiere und ihren Lebensräumen, gibt Nigges Vortrag Einblicke in die allgegenwärtigen Naturschutzprobleme sowie die Freuden und Schrecken der praktischen Arbeit eines Tierfotografen.

Klaus Nigge ist ein „langsamer Fotograf“. Immer wieder kehrt er zu den gleichen Tieren oder denselben Orten zurück, in der Regel über ein oder zwei Jahre hinweg, bis alle Facetten seines jeweiligen Themas in Bildern eingefangen sind. Diese Herangehensweise passt bestens zu seinen Auftraggebern wie GEO und National Geographic, die für ihre tiefgründigen Geschichten bekannt sind.

Klaus Nigge ist Mitglied der ILCP (International League of Conservation Photographers) sowie Ehrenmitglied der GDT (Gesellschaft Deutscher Tierfotografen).


Markus Mauthe: „Faszination Erde“ bzw. „Naturwunder Erde“

Die Erde im Porträt: Eine größere Herausforderung hätte sich der Naturschützer und Fotograf Markus Mauthe nicht aussuchen können. In seiner neuen Multimedia-Reportage nimmt der Fotograf sein Publikum mit auf eine Reise zu den beeindruckendsten Naturlandschaften unsere Erde. Er hat es geschafft, die unermessliche Vielfalt des Planeten mit der Kamera festzuhalten und exemplarisch relevante Lebensräume im Wasser, Wald, Grasland und Gestein sowie deren Verbindungen untereinander zu zeigen.

Markus Mauthe fängt die tanzenden Nordlichter über Kanadas Wäldern ein, verursacht eine Gänsehaut beim Anblick der Gletscher, Eisbären und Walrosskolonien Spitzbergens, porträtiert wundersame Kalkskulpturen der ägyptischen Weißen Wüste und heftet sich an Hufe und Pfoten wilder Tiere in der Serengeti. Brasiliens Iguazú-Wasserfälle im Morgengrauen wirken nach Mauthe-Art wie gemalt und könnten die Badestelle von Naturgöttern sein. Der Fotograf formuliert mit seinen Bildern eine Liebeserklärung an die Erde und möchte für noch intakte Lebensräume und deren Bewohner begeistern. Punktuell zeigt er die Bedrohungen durch den Menschen und regt an, wie sich jeder für den Umweltschutz engagieren kann.

Markus Mauthe, Jahrgang 1969, ist selbstständiger Fotograf. Er entstammt einer Fotografenfamilie und entdeckte nach seiner Ausbildung zum Industrie- und Werbefotografen bald seine Passion für die Naturfotografie. Seit er 2003 eine Zusammenarbeit mit Greenpeace begann, gibt Markus Mauthe seiner Arbeit als Botschafter für den Naturschutz einen tieferen Sinn. „Wer mit offenen Augen reist, dem können die Probleme der Erde nicht entgehen – und wer mit dem Herzen unterwegs ist, dem können sie nicht egal sein“, sagt der Fotograf.

Science Slam

Geballte Wissenschaft in 10 Minuten, verpackt in spannenden und anschaulichen Vorträgen: Das gibt es beim Science Slam! Junge Wissenschaftler verlassen die Labore und Hörsäle und präsentieren Forschungsprojekte auf den Bühnen der Clubs, Theater und Kneipen – und im Gasometer Oberhausen.

Ob PowerPoint-Präsentationen, Requisiten oder Live-Experimente zur Veranschaulichung des Themas: Jegliche Hilfsmittel sind erlaubt! Die kurzweiligen Vorträge bieten auch fachfremden Zuhörern die Möglichkeit, sich von der Begeisterung der Slammer anstecken zu lassen. Inhaltlich dreht sich diesmal alles um die „Wunder der Natur“. Auch wenn die Forschung im Mittelpunkt steht, spielt der wissenschaftliche Wert des Vortrages eine untergeordnete Rolle. Ziel ist es, mit wissenschaftlichen Themen Kopf und Herz der Zuschauer zu erreichen, denn das Publikum bildet die Jury und wählt den Sieger des Abends.


Ingo Arndt: „Für Tiergeschichten um den Globus“

Der Vortrag zeigt einen Querschnitt der Arbeiten des Tier- und Naturfotografen Ingo Arndt – vom ersten Tierbild eines Eisvogels, im heimischen Wald fotografiert, bis zu seinen aufwendigen Expeditionen zu den wilden Tieren rund um die Welt. Ingo Arndt ist auf kein Thema spezialisiert und fotografiert alles, von der Ameise bis zum Elefant. Er erarbeitet meist über einen längeren Zeitraum komplette Geschichten zu bestimmten Tierarten oder Lebensräumen. Mit seinen Bildern möchte Arndt beim Betrachter Emotionen wecken, ihm den Reichtum der Natur vor Augen führen und dadurch für den Naturschutz werben. Über die Suche nach dem perfekten Einzelbild hinaus, versucht er bei seiner Fotografie die komplexen ökologischen Zusammenhänge sichtbar zu machen und die einzigartigen Verhaltensweisen im Tierreich zu dokumentieren.

Ingo Arndt: „Für Tiergeschichten um den Globus“. Foto: Ingo Arndt

Ingo Arndt (* 1968 in Frankfurt am Main) arbeitet seit 1992 als professioneller Tier- und Naturfotograf. Seine Bilder werden weltweit in Magazinen wie GEO, National Geographic, BBC Wildlife oder Terre Sauvage veröffentlicht. Seit dem Beginn seiner Karriere hat sich Ingo Arndt auf die Produktion von ausführlichen Bildreportagen spezialisiert. 2005 wurde er für seine Geschichte über „Tierfüße“ bei World Press Photo ausgezeichnet. Seine Bilder gewannen in den Jahren 2000, 2002, 2004, 2006, 2007 und 2014 Preise beim Wildlife Photographer of the Year. 22 Bilder von Ingo Arndt wurden beim Europäischen Naturfotografen des Jahres prämiert. 2006 wurde er mit dem Deutschen Preis für Wissenschaftsfotografie ausgezeichnet. 2008 und 2012 erhielt er von der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen (GDT) den Fritz Pölking Preis. Ingo Arndt ist berufenes Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPH).


Lars Abromeit: „Wasserwelten – Expeditionen in die Tiefe der Ozeane“

Das Meer ist der größte Lebensraum des Planeten: bevölkert von märchenhaften Geschöpfen wie gleißenden Kraken, schillernden Fischschwärmen, geflügelten Schnecken. Für uns Menschen allerdings ist die Tiefe ein großes Geheimnis.

Lars Abromeit: „Wasserwelten – Expeditionen in die Tiefe der Ozeane“. Foto: Lars Abromeit

Wissenschaftler, die sich an die Erforschung des blauen Kosmos heranwagen, haben mit ähnlichen Schwierigkeiten zu kämpfen wie Astronauten. Und doch schweben sie immer wieder zu ihm hinab: zu den Korallenriffen, die vor ihnen niemals ein Mensch gesehen hat. In den eiskalten Fjorden von Patagonien. In Meeren, die keine Ufer haben.

GEO-Expeditionsreporter Lars Abromeit begleitet die Abenteuer der Meeresforschung seit Jahren: In spektakulären Fotografien und Anekdoten erzählt er im Gasometer Oberhausen von den Bewohnern der Tiefe – und nimmt die Zuschauer dabei auf eine Reise mit, die vor Augen führt, wie viel es auf unserem Planeten noch zu entdecken gibt.

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