Mittwoch, 22. Februar 2017

Ideenwerkstatt Lichtinstallation Schlägel & Eisen in Herten

Industriedenkmalstiftung folgt dem einstimmigen Votum der Jury und entscheidet sich für den minimalistischen Entwurf von Gunda Förster

Mit poetischer Einfachheit zeichnet die Lichtkünstlerin Gunda Förster die markanten Architekturen der Zeche Schlägel und Eisen, Schacht 3 und 4, mit zarten, weiß schimmernden Lichtbändern nach. Ihr minimalistisches, grafisches Bild prägt sich dabei ebenso ein wie die architektonische Formensprache der Fördergerüste und Grubenlüfter, die einen zeitlichen Bogen von rund hundert Jahren Bergbaugeschichte spannt.

Zeche Schlägel & Eisen, Schachtanlage 3/4/7, Fördergerüst Schacht 3 und 4 und zugehöriger Grubenlüfter Schacht 3/4

„Der Entwurf ‚Zeichen – Markierung – Konturen‘ von Gunda Förster hat die gesamte Jury überzeugt. Gerne werden wir diesem einstimmigen Votum folgen und die Künstlerin mit der weiteren Entwurfsplanung beauftragen“, sagt Ursula Mehrfeld, Geschäftsführerin der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur.

Drei Lichtkünstler waren am 27. Januar 2017 zur Ideenwerkstatt auf die Kokerei Hansa in Dortmund, dem Sitz der Stiftungsgeschäftsstelle, eingeladen: das Studio Roosegaarde aus Rotterdam, das Künstlerduo Ute und Arend Zwicker aus Dresden sowie Gunda Förster aus Berlin. Unter der Leitung der freien Kuratorin Katja Aßmann, Berlin, präsentierten sie der Jury, bestehend aus Vertretern der Industriedenkmalstiftung, der Stadt Herten sowie Experten der Lichtkunst aus Berlin und Frankfurt am Main, ihre Entwürfe.

Die Idee von Gunda Förster zur Lichtinstallation der Zeche Schlägel und Eisen in Herten: Die poetische Einfachheit und das minimalistische grafische Bild überzeugten die Jury. © Gunda Förster, 2017

Die Aufgabenstellung an die Künstler bestand insbesondere darin, die Idee zu einer Lichtinstallation für das Denkmalensemble Schlägel und Eisen im Sinne einer Lichtlandmarke zu entwickeln, die eine Nah- und Fernwirkung entfaltet, architekturbezogen ist, keine eigenständige skulpturale Arbeit darstellt und den Denkmalschutz der Bauwerke respektiert.

In vollem Umfang hat Gunda Förster diesen Vorgaben in ihrem Entwurf Rechnung getragen. Dass die Künstlerin auch Momente der Veränderung bzw. Bewegung vorsieht, überzeugte die Jury einmal mehr, sah sie doch darin neue Möglichkeiten der Identifikation der Menschen vor Ort mit dem Kunstwerk: Mit einem dezenten Lichtwechsel soll künftig an die Zeiten der Schichtwechsel und damit an die Arbeit der Bergleute erinnert werden. Auch der Rückbezug der Künstlerin auf die fotografischen Arbeiten von Bernd und Hilla Becher und die Malerei von Sarah Moris fand die Jury überzeugend. Die Lichtlandmarke werde somit in einen übergreifenden Kunstdiskurs gestellt. Mit der reduzierten Lichtmalerei wird ein ganz neuer Ansatz im Reigen der bisherigen Lichtlandmarken des Ruhrgebiets formuliert.

Die Idee von Gunda Förster zur Lichtinstallation der Zeche Schlägel und Eisen in Herten: Die poetische Einfachheit und das minimalistische grafische Bild überzeugten die Jury. © Gunda Förster, 2017

Das Projekt „Lichtinstallation Schlägel & Eisen“ wird aus Mitteln der Städtebauförderung des Landes Nordrhein-Westfalen und des Bundes finanziert und ist Bestandteil der Sanierungsmaßnahmen der Fördergerüste Schacht 3 und 4 sowie der Grubenlüfter und des Maschinenhauses. Leider müssen sich die Hertener Bürgerinnen und Bürger noch gedulden, bis die Industriedenkmale in einem neuen Licht erfahrbar sein werden. Zunächst steht nämlich die Sanierung von Schacht 4 auf dem Arbeitsprogramm der Industriedenkmalstiftung. Erst Anfang 2019 kann dann mit der Installation der künstlerischen Arbeit begonnen werden.

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