Dienstag, 28. Februar 2017

Ankündigung: „Ghost – Das Musical“

„Ghost – Das Musical“ – nach der Fantasykomödie „Ghost“ (1990) von Jerry Zucker. Musik: Dave Stewart und Glen Ballard; Liedtexte: Bruce Joel Rubin, Dave Stewart und Glen Ballard; Buch: Bruce Joel Rubin; Deutsche Bearbeitung: Ruth Deny (Dialoge) und Roman Hinze (Gesangstexte); Regie: N. N.; Choreographie: N. N.; Ausstattung: N. N.; Musikalische Leitung: N. N. Darsteller: N. N. (Sam Wheat), N. N. (Molly Jensen), N. N. (Oda Mae Brown), N. N. (Carl Bruner), N. N. (Willie Lopez), N. N. (Krankenhaus-Geist), N. N. (U-Bahn-Geist), N. N. (Clara), N. N. (Louise) u. a. West End Premiere: 19. Juli 2011, Piccadilly Theatre, London. Broadway Premiere: 23. April 2012, Lunt-Fontanne Theatre, New York City. Deutschsprachige Erstaufführung: 18. März 2017, Landestheater Linz. Premiere: 7. Dezember 2017, Theater des Westens, Berlin.



„Ghost – Das Musical“


Die Fantasykomödie ab Dezember 2017 als Musical am Theater des Westens


Die Fantasykomödie „Ghost – Nachricht von Sam“ (1990) mit Patrick Swayze (Sam Wheat), Demi Moore (Molly Jensen) und Whoopi Goldberg (Oda Mae Brown) begeisterte eine ganze Generation. Whoopi Goldberg gewann als Oda Mae Brown den Oscar als beste Nebendarstellerin, einen weiteren Oscar gewann Bruce Joel Rubin für das Beste Originaldrehbuch. Die Tryout Premiere des auf dem Film basierenden Musicals „Ghost the Musical“ wurde am 28 März 2011 im Manchester Opera House gezeigt, am 19. Juli 2011 erlebte es schließlich am Piccadilly Theatre seine West End Premiere, und am 23. April 2012 am Lunt-Fontanne Theatre seine Broadway Premiere. Das English Theatre Frankfurt zeigte das Musical erstmals ab 15. November 2014 in Deutschland, das Landestheater Linz zeigt ab 18. März 2017 in Zusammenarbeit mit Stage Entertainment mit besonderer Genehmigung von Colin Ingram und Hello Entertainment die deutschsprachige Erstaufführung von „Ghost – Nachricht von Sam“ in einer Inszenierung von Matthias Davids mit Riccardo Greco (Sam Wheat), Anaïs Lueken/Ruth Fuchs (Molly Jensen), Ana Milva Gomes/Zodwa Selele (Oda Mae Brown) u.a. Ruth Deny (Dialoge) und Roman Hinze (Gesangstexte) haben die Geschichte ins Deutsche übersetzt. Stage Entertainment bringt „Ghost – Das Musical“ zusammen mit dem Landestheater Linz ab dem 7. Dezember 2017 im Theater des Westens in Berlin auf die Bühne.

Das Theater des Westens präsentiert ab Dezember 2017 „Ghost – Das Musical“. Foto aus der englischen Originalproduktion aus Edinburgh. Foto: Sean Ebsworth Barnes

„Ghost – Das Musical“ erzählt die dramatisch-spannende Geschichte über die Kraft der wahren Liebe. Sam und Molly sind ein perfektes Paar und unsterblich ineinander verliebt. Doch eines Abends geschieht das Unfassbare: Sam wird bei einem Überfall erschossen. Während Molly um ihn trauert, wandert Sam als guter Geist umher und findet heraus, dass auch Molly in Lebensgefahr schwebt. Doch als Geist kann er weder von den Lebenden gesehen werden, noch in das Geschehen eingreifen. Durch das Medium Oda Mae versucht er sich dem Schicksal in den Weg zu stellen…

Weltstar Dave Stewart (Eurythmics) und Glen Ballard (Autor von Michael Jackson’s „Man In The Mirror“) fügten „Unchained Melody“ (von Hy Zaret und Alex North), dem Titelsong von „Ghost – Nachricht von Sam“, 24 Songs hinzu und erzählen so die tragische Liebesgeschichte um Molly und Sam auf musikalisch bewegende Weise. Autor Bruce Joel Rubin, der für sein Filmskript 1991 mit einen Oscar ausgezeichnet wurde, schrieb auch das Buch für die Musicalfassung. Zu einem unvergessenen Theater-Erlebnis soll die neue Inszenierung von „Ghost – Das Musical“ durch den Geist von Sam werden, der in der Bühnenproduktion durch magische Effekte lebendig werden und die Zuschauer in eine Welt zwischen Illusion und Realität entführen soll.

Montag, 27. Februar 2017

Die Besetzung für Disneys „Der Glöckner von Notre Dame“ steht fest

Disneys „Der Glöckner von Notre Dame“ – nach dem Roman „Notre-Dame de Paris“ (1831) von Victor Hugo und dem Zeichentrickfilm „The Hunchback of Notre Dame“ (1996) der Walt-Disney-Studios. Musik: Alan Menken; Liedtexte: Stephen Schwartz; Buch: Peter Parnell; Regie: Scott Schwartz; Choreographie: N. N.; Ausstattung: N. N.; Musikalische Leitung: N. N. Darsteller: David Jakobs (Quasimodo), Sarah Bowden (Esmeralda), Felix Martin (Domprobst und Richter Frollo), Maximilian Mann (Hauptmann Phoebus), Jens Janke (Clopin), James Cook, Guido Gottenbos, Jonas Hein, Johannes Kiesler, Kevin Köhler, Kristina Love, Chiara Ludemann, Oliver Mülich, Dorit Oitzinger, Sina Pirouzi, Daniel Rakasz, Barbara Raunegger, Tim Reichwein, Romeo Salazar, Mike Sandomeno, Daniel Therrien, Milan van Waardenburg, Wiebke Wötzel und Alexander Zamponi. Premiere der überarbeiteten Fassung: 28. Oktober 2014, La Jolla Playhouse, San Diego, California. Europapremiere: 9. April 2017, Theater des Westens, Berlin.



Disneys „Der Glöckner von Notre Dame“


Premiere der überarbeiteten Fassung im Theater des Westens


Das traditionsreiche Berliner Theater des Westens präsentiert mit Disneys „Der Glöckner von Notre Dame“ die Europapremiere einer neuen Version dieses Musical-Meisterwerkes mit den bekannten Hits aus der Feder der erfolgreichen Oscar-Preisträger Alan Menken und Stephen Schwartz („Die Schöne und das Biest“, „Wicked“). Disneys „Der Glöckner von Notre Dame“ erzählt die dramatisch-romantische Geschichte um den Buckligen Quasimodo, seinen Ziehvater Frollo und die schöne Esmeralda im Paris des 15. Jahrhunderts. Der ausgestoßene Quasimodo wächst im Glockenturm der Pariser Kathedrale Notre Dame heran, abgeschirmt von der Außenwelt. Ein Straßenfest lockt ihn auf den Platz vor die Kirche, wo er von der feiernden Menge zunächst bestaunt, aber anschließend an den Pranger gestellt wird. Einzig Esmeralda hat Mitleid und befreit Quasimodo. Als sich der Zorn gegen sie richtet und sie auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden soll, bietet ihr Quasimodo Asyl im Kirchturm. Damit stellt er sich aber gegen seinen Ziehvater, den Domprobst Frollo… Eine Geschichte um Liebe, Hass und Leidenschaft baut sich auf, aus der es kein Entrinnen gibt.

Das Theater des Westens produziert ab April 2017 Disneys „Der Glöckner von Notre Dame“ in einer neuen Version. Foto: Jerry Dalia

Für Disneys „Der Glöckner von Notre Dame“ von Autor Peter Parnel und Regisseur Scott Schwartz haben Alan Menken und Stephen Schwartz neue Songs komponiert. Menken und Schwartz zählen zu den weltweit erfolgreichsten Komponisten und Textern der Musicalbranche und zeichneten bereits für den Kino-Erfolg und die erste Musicalversion des Glöckners verantwortlich, die am 5. Juni 1999 mit Drew Sarich (Quasimodo) im Theater am Potsdamer Platz in Berlin uraufgeführt wurde. Die überarbeitete Fassung wird vom 9. April bis 4. November 2017 im Theater des Westens gezeigt und im Anschluss vom 11. November 2017 bis 7. Januar 2018 im Deutsches Theater München.

Das Theater des Westens produziert ab April 2017 Disneys „Der Glöckner von Notre Dame“ in einer neuen Version. Foto: Jerry Dalia

Inzwischen steht die Besetzung für die Premiere im Theater des Westens fest:
  • David Jakobs als Quasimodo,
  • Sarah Bowden als Esmeralda,
  • Felix Martin als Domprobst und Richter Frollo,
  • Maximilian Mann als Hauptmann Phoebus und
  • Jens Janke als Clopin
David Jakobs (u. a. Che in „Evita“, Judas in „Jesus Christ Superstar“, Bruno Lubanski in „Das Wunder von Bern“) wird die Rolle des Glöckners von Notre Dame, Quasimodo, übernehmen, Sarah Bowden (u. a. Cassie in „A Chorus Line“, Anita in „West Side Story“, Sally Bowles in „Cabaret“, Doralee Rhodes in „9 to 5“) spielt die schöne Zigeunerin Esmeralda. Felix Martin (u. a. Dan Goodman in „fast normal – next to normal“, Zahlkellner Leopold Brandmeyer in „Im weißen Rössl“, Ebenezer Scrooge in „Vom Geist der Weihnacht“) wird als Domprobst und Richter Frollo zu sehen sein, Maximilian Mann (u. a. Hieronymus Colloredo in „Mozart!“, Kaiser Franz Joseph in „Elisabeth“, Adolph Kolping in „Kolpings Traum“) als Hauptmann Phoebus, und Jens Janke (u. a. George in „Hochzeit mit Hindernissen (The Drowsy Chaperone)“, Frederik Egermann in „A Little Night Music“, Tormann Jani Hatschek in „Roxy und ihr Wunderteam“, Clopin in Disneys „Der Glöckner von Notre Dame“) wird wie bereits in der Uraufführung die Rolle des Clopin übernehmen.

Da David Jakobs auch als Judas in „Jesus Christ Superstar“ (Regie Josef E. Köpplinger, Premiere 18. Mai 2017) des Staatstheaters am Gärtnerplatz zu sehen sein wird, wird er in Disneys „Der Glöckner von Notre Dame“ nur bis 16. April 2017 zu sehen sein und sich im Anschluss für Proben und Vorstellungen bis 3. Juni 2017 in München aufhalten.

Sonntag, 26. Februar 2017

Wiederaufnahme: „Die Märchenwelt zur Kur bestellt“

„Die Märchenwelt zur Kur bestellt“ – Generationsübergreifendes Familienmusical; Musikalische Leitung, Kompositionen, Arrangement: Heribert Feckler; Inszenierung: Marie-Helen Joël; Choreografie: Michelle Yamamoto; Ausstattung: Beata Kornatowska; Licht: René Dreher; Dramaturgie und Regieassistenz: Sandra Paulkowsky. Darsteller: Christina Clark (Aschenputtel), Marie-Helen Joël (Schneewittchen), Jana Stelley (Froschprinzessin), Tim David Hüning (Das tapfere Schneiderlein), Henrik Wager (Kaiser ohne Kleider), Andreas Wolfram (Rumpelstilzchen), Jennifer Bayne (Gretel), Anja Heimann (Rotkäppchen), Kristina Svilpa (Dornröschen), Raphael Baronner (Wolf), Benjamin Quade (Prinz), Linus Twardon (Hänsel). United Rock Orchestra: Heribert Feckler (Klavier), Thomas Meyer (Keyboard), Roger Schaffrath (Gitarre), Gero Gellert (Bass), Oliver Kerstan (Schlagzeug). Uraufführung: 18. Dezember 2015, Aalto-Theater Essen.



„Die Märchenwelt zur Kur bestellt“


Andreas Wolfram übernimmt die Rolle des Rumpelstilzchen


Am 18. Dezember 2015 brachte das Aalto-Musiktheater im theaterpädagogischen Bereich „Abenteuer Aalto“ um die Weihnachtszeit als „Abenteuer Musiktheater“ das generationsübergreifende Familienmusical „Die Märchenwelt zur Kur bestellt“ auf die Bühne, das beim Publikum für Begeisterung sorgte. Das „Abenteuer Musiktheater“, das Marie-Helen Joël, Leitung Theaterpädagogik am Aalto-Theater, hier auf die Beine gestellt hat, hat es in sich und hält auch für Erwachsene sehr viel mehr Überraschungen bereit als man auf den ersten Blick vermuten könnte.

„Die Märchenwelt zur Kur bestellt“ handelt von Aschenputtel (Christina Clark), Schneewittchen (Marie-Helen Joël), der Froschprinzessin (Jana Stelley), dem tapferen Schneiderlein (Tim David Hüning), dem Kaiser ohne Kleider (Henrik Wager) und Rumpelstilzchen (Andreas Wolfram), die allesamt Probleme mit der ihnen zugedachten Rolle haben: Die Froschprinzessin will ihren Frosch nicht mehr an die Wand klatschen, Aschenputtel läuft aus gesundheitlichen Gründen am liebsten mit bloßen Füßen, Schneewittchen hat es wegen einer Allergie satt, immer in Äpfel beißen zu müssen, und die „Märchenmänner“ sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Im „Kurhotel Grimm“ sollen die „Märchenversager“ von ihren Leiden kuriert und wieder einsatzfähig gemacht werden.

Tim David Hüning (Das tapfere Schneiderlein), Marie-Helen Joël (Schneewittchen), Christina Clark (Aschenputtel), Frank Winkels (Rumpelstilzchen), Jana Stelley (Froschprinzessin) und Henrik Wager (Kaiser ohne Kleider); Foto: Saad Hamza

In der Spielzeit 2016/17 wird das generationsübergreifende Familienmusical für vier Vorstellungen am Aalto-Theater Essen wiederaufgenommen:
  • Mittwoch, 8. März 2017 um 19.30 Uhr
  • Donnerstag, 9. März. 2017 um 11.00 Uhr
  • Freitag, 10. März 2017 um 19.30 Uhr
  • Montag, 17. April 2017 um 16.30 Uhr
Andreas Wolfram (u. a. Frank´n´Furter in Richard O´Brien´s „The Rocky Horror Show“, Aldolpho in „Hochzeit mit Hindernissen (The Drowsy Chaperone)“, Johannes Faber in „Pop-Oratorium Luther – Das Projekt der tausend Stimmen“, Bill Calhoun/Lucentio in „Kiss me, Kate“, Esel in „Shrek – Das Musical“) wird darin die Rolle des Rumpelstilzchen übernehmen.

Donnerstag, 23. Februar 2017

UNESCO-Welterbe Zollverein bekommt eine Parkour-Anlage

Die Fertigstellung ist für Sommer 2017 geplant

Der Weg ist frei – für den modernen Hindernislauf. Das UNESCO-Welterbe Zollverein bietet voraussichtlich ab den NRW-Sommerferien 2017 eine neue Herausforderung für urbane Akrobaten und alle, die es werden wollen: Eine öffentlich zugängliche Parkour-Anlage auf der Kokerei lädt dann zum ungewöhnlichen Sporterlebnis ein. Unter freiem Himmel können Jugendliche und Erwachsene dort nach Lust und Laune und mit vollem Körpereinsatz ihre Fitness, Geschicklichkeit und Kraft steigern. Die entsprechende baurechtliche Genehmigung wird in Kürze erteilt, der voraussichtliche Start der Bauarbeiten ist im April 2017.

Stehen schon in den Startlöchern für die neue Parkour-Anlage, die im Sommer 2017 auf der Kokerei Zollverein eröffnet wird: (v.l.n.r.) Mirco Walther, Adrian Grothe, Alexander Maier, Niklas Kramm, Manon Vanjek, Domenic Barth, Dwayne Brinkmann, Daler Fozylov.
© Sven Lorenz/Stiftung Zollverein

Jugendliche aus den umliegenden Stadtteilen haben die Idee für eine Parkour-Sportanlage vor zwei Jahren bei einem Workshop des Jugendforums Zollverein entwickelt. Dabei war es ihr ausdrücklicher Wunsch, die neue Anlage auf dem Welterbe Zollverein zu errichten. Die Stiftung Zollverein als Eigentümerin des Welterbe-Areals hat die Planung in Zusammenarbeit mit Landschaftsarchitekten und Fachplanern für Parkour-Anlagen anschließend im Detail ausgearbeitet und das Bauvorhaben nun auch mit den zuständigen Behörden abgestimmt. Bei einer Informationsveranstaltung für die Jugendlichen und interessierte Vertreter von Sportvereinen, Schulen und Jugendhäusern gaben die Planer jetzt auch einen Ausblick auf künftige Nutzungsmöglichkeiten – etwa durch Einbeziehung der neuen Trendsportart in den Schul- oder Vereinssport.


Vielseitiges Training auf großzügiger Parkour-Anlage

Die 600 m² umfassende Parkour-Anlage auf der Kokerei Zollverein setzt sich aus zwei Bereichen zusammen, verbunden über ein 13 m breites System aus Stufen und zwei Rampen. Der erste Abschnitt besteht aus niedrigen Baukörpern, die auf einer Fläche von rund 170 m² mit Würfeln, Stangen und Wandflächen miteinander verbunden sind. Über Betonstufen bzw. eine Rampe gelangen die Sportler zum zweiten Teil der Anlage, die sich über eine Fläche von 290 m² erstreckt. Dieser Bereich besteht aus höheren Elementen und ist für ein sicheres Training mit synthetischem Fallschutz ausgestattet. Anspruchsvollere Kombinationen aus Kletterstangen und Wandflächen bringen dort die Parkour-Läufer ins Schwitzen. Abends ist die Anlage funktional beleuchtet.


Kostenloses Freizeitangebot für alle

Geeignet ist die neue und kostenlose Attraktion für junge Menschen ab ca. 8 Jahren und auch für sportliche Erwachsene, die sich fürs Klettern und Springen begeistern. Dabei bietet die Anlage Anfängern wie fortgeschrittenen Parkour-Sportlern die kostenlose Möglichkeit zu einem vielseitigen Training, das jeder nach seinen eigenen Vorstellungen und individuellen Fähigkeiten gestalten kann. Besonders für Jugendliche aus dem Stadtbezirk VI – Zollverein, so die Vertreter der beteiligten Institutionen, kann die Parkour-Anlage und Trend-Sportstätte auf dem Welterbe ein neuer Treffpunkt werden. Die Parkour-Anlage kann von jedermann genutzt werden – entweder individuell oder auch von Gruppen, etwa im Rahmen von Vereins- oder Schulsport.


Parkour als Trendsport

Die beliebte „Kunst der effizienten Fortbewegung“ stammt ursprünglich aus Frankreich und wird vor allem von Jugendlichen in städtischen Zentren betrieben. Der Parkour-Läufer, auf Französisch „Traceur“ genannt, schult seine Geschicklichkeit, Ausdauer und Kraft beim kreativen Finden und Erfinden neuer Wege. Immer öfter können Parkour-Sportler auch speziell dafür eingerichtete Anlagen nutzen. Die Herausforderung besteht darin, den effektivsten Weg von A nach B zu finden mit Kombinationen aus verschiedenen Bewegungsabläufen und ohne feste Regeln.

Die Parkour-Anlage ist ein gemeinsames Projekt des Jugendwerks der Arbeiterwohlfahrt Essen, der Stiftung Zollverein und der Stadt Essen. Das Jugendforum Zollverein ist eine Initiative des Jugendwerks der AWO, des Jugendamtes der Stadt Essen und der Bezirksvertretung VI – Zollverein.

Wiederaufnahme: „fast normal – next to normal“

„fast normal – next to normal“; Musik: Tom Kitt; Buch/Songtexte: Brian Yorkey; Deutsche Bearbeitung: Titus Hoffmann; Regie: Titus Hoffmann; Musical Staging: Melissa King; Ausstattung: Stephan Prattes; Sound-Design: Daniel Selinger; Visual-Art-Design: Daniel Bandke; Musikalische Leitung: Christoph Wohlleben. Darsteller: Pia Douwes (Diana Goodman), Felix Martin (Dan Goodman), Sabrina Weckerlin (Natalie Goodman), Dirk Johnston (Gabriel „Gabe“ Goodman), Dominik Hees (Henry), Ramin Dustdar (Dr. Fine/Dr. Madden). Off-Broadway Premiere: 16. Januar 2008, Second Stage Theatre, New York City. Broadway-Premiere: 15. April 2009, Booth Theatre, New York City. Deutschsprachige Erstaufführung: 11. Oktober 2013, Stadttheater Fürth.



„fast normal – next to normal“


Vorstellungen am Stadttheater Fürth und an der Staatsoperette Dresden


Nach etlichen ausverkauften Abenden und einer erfolgreichen Tournee ist „fast normal – next to normal“ auch diese Saison wieder im Stadttheater Fürth zu sehen. Das Familiendrama hat sich nach seiner deutschsprachigen Erstaufführung 2013 in Fürth in Deutschland als Kult-Musical etabliert. Die Geschichte der bipolaren Diana Goodman und ihrem turbulenten Familienalltag begeisterte schon am Broadway: die Produktion wurde mit dem Pulitzer-Preis als bestes Drama ausgezeichnet. Auch in Deutschland wurde das Musical von Publikum und Presse gleichermaßen gut aufgenommen. „Next to normal“ überzeugt mit der authentischen Reflektion der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts. Eine Familie, die eben nur fast normal ist und sich mit den Auswirkungen einer psychischen Erkrankung auf das persönliche Umfeld auseinandersetzen muss.

Pia Douwes (Diana Goodman), Dirk Johnston (Gabriel „Gabe“ Goodman) und Felix Martin (Dan Goodman). Foto: Rolf Bock

Wie schon im Frühjahr 2016 in Wien stehen als Darsteller Pia Douwes (Diana Goodman), Felix Martin (Dan Goodman), Sabrina Weckerlin (Natalie Goodman), Dirk Johnston (Gabriel „Gabe“ Goodman), Dominik Hees (Henry) und Ramin Dustdar (Dr. Fine/Dr. Madden) auf der Bühne. Nach vier Vorstellungen am Karsamstag, 15. April 2017 um 19.30 Uhr, Ostersonntag, 16. April 2017 um 15.00 Uhr und 19.30 Uhr sowie Ostermontag, 17. April 2017 um 15.00 Uhr zieht die Produktion weiter in die Staatsoperette Dresden, wo sie von Mittwoch, 26. April 2017 bis Sonntag, 30. April 2017 jeweils um 19.30 Uhr zu sehen ist.

Mittwoch, 22. Februar 2017

Ideenwerkstatt Lichtinstallation Schlägel & Eisen in Herten

Industriedenkmalstiftung folgt dem einstimmigen Votum der Jury und entscheidet sich für den minimalistischen Entwurf von Gunda Förster

Mit poetischer Einfachheit zeichnet die Lichtkünstlerin Gunda Förster die markanten Architekturen der Zeche Schlägel und Eisen, Schacht 3 und 4, mit zarten, weiß schimmernden Lichtbändern nach. Ihr minimalistisches, grafisches Bild prägt sich dabei ebenso ein wie die architektonische Formensprache der Fördergerüste und Grubenlüfter, die einen zeitlichen Bogen von rund hundert Jahren Bergbaugeschichte spannt.

Zeche Schlägel & Eisen, Schachtanlage 3/4/7, Fördergerüst Schacht 3 und 4 und zugehöriger Grubenlüfter Schacht 3/4

„Der Entwurf ‚Zeichen – Markierung – Konturen‘ von Gunda Förster hat die gesamte Jury überzeugt. Gerne werden wir diesem einstimmigen Votum folgen und die Künstlerin mit der weiteren Entwurfsplanung beauftragen“, sagt Ursula Mehrfeld, Geschäftsführerin der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur.

Drei Lichtkünstler waren am 27. Januar 2017 zur Ideenwerkstatt auf die Kokerei Hansa in Dortmund, dem Sitz der Stiftungsgeschäftsstelle, eingeladen: das Studio Roosegaarde aus Rotterdam, das Künstlerduo Ute und Arend Zwicker aus Dresden sowie Gunda Förster aus Berlin. Unter der Leitung der freien Kuratorin Katja Aßmann, Berlin, präsentierten sie der Jury, bestehend aus Vertretern der Industriedenkmalstiftung, der Stadt Herten sowie Experten der Lichtkunst aus Berlin und Frankfurt am Main, ihre Entwürfe.

Die Idee von Gunda Förster zur Lichtinstallation der Zeche Schlägel und Eisen in Herten: Die poetische Einfachheit und das minimalistische grafische Bild überzeugten die Jury. © Gunda Förster, 2017

Die Aufgabenstellung an die Künstler bestand insbesondere darin, die Idee zu einer Lichtinstallation für das Denkmalensemble Schlägel und Eisen im Sinne einer Lichtlandmarke zu entwickeln, die eine Nah- und Fernwirkung entfaltet, architekturbezogen ist, keine eigenständige skulpturale Arbeit darstellt und den Denkmalschutz der Bauwerke respektiert.

In vollem Umfang hat Gunda Förster diesen Vorgaben in ihrem Entwurf Rechnung getragen. Dass die Künstlerin auch Momente der Veränderung bzw. Bewegung vorsieht, überzeugte die Jury einmal mehr, sah sie doch darin neue Möglichkeiten der Identifikation der Menschen vor Ort mit dem Kunstwerk: Mit einem dezenten Lichtwechsel soll künftig an die Zeiten der Schichtwechsel und damit an die Arbeit der Bergleute erinnert werden. Auch der Rückbezug der Künstlerin auf die fotografischen Arbeiten von Bernd und Hilla Becher und die Malerei von Sarah Moris fand die Jury überzeugend. Die Lichtlandmarke werde somit in einen übergreifenden Kunstdiskurs gestellt. Mit der reduzierten Lichtmalerei wird ein ganz neuer Ansatz im Reigen der bisherigen Lichtlandmarken des Ruhrgebiets formuliert.

Die Idee von Gunda Förster zur Lichtinstallation der Zeche Schlägel und Eisen in Herten: Die poetische Einfachheit und das minimalistische grafische Bild überzeugten die Jury. © Gunda Förster, 2017

Das Projekt „Lichtinstallation Schlägel & Eisen“ wird aus Mitteln der Städtebauförderung des Landes Nordrhein-Westfalen und des Bundes finanziert und ist Bestandteil der Sanierungsmaßnahmen der Fördergerüste Schacht 3 und 4 sowie der Grubenlüfter und des Maschinenhauses. Leider müssen sich die Hertener Bürgerinnen und Bürger noch gedulden, bis die Industriedenkmale in einem neuen Licht erfahrbar sein werden. Zunächst steht nämlich die Sanierung von Schacht 4 auf dem Arbeitsprogramm der Industriedenkmalstiftung. Erst Anfang 2019 kann dann mit der Installation der künstlerischen Arbeit begonnen werden.

Dienstag, 21. Februar 2017

„Grüne Hauptstadt Europas – Essen 2017. Der Film“

Der offizielle Film zur Grünen Hauptstadt Europas – Essen 2017

Am 22. Februar 2017 feiert der offizielle Film der Grünen Hauptstadt Europas – Essen 2017 Premiere in der Lichtburg Essen. Die Filmemacher Johannes Kassenberg und Frank Bürgin zeigen das grüne Essen so, wie man es selten sieht: aus der Vogelperspektive. Das Beste aus 50 Stunden Drehmaterial, darunter (Multikopter-) Luftaufnahmen, Kameraimpressionen, Porträtbilder und Interviews, wurden zu einer beeindruckenden Dokumentation zusammengestellt. Von der Heisinger Ruhraue bis zum Karnaper Emscherpark, vom Krayer Volksgarten bis zum Schloss Borbeck – die Zuschauer erleben atemberaubende Ausblicke auf mehr als 40 grüne Orte der Stadt. Ein Rundflug über Essen mit Zwischenlandungen bei Menschen wie Förster Tobias Hartung, Schäfer Sebastian Scholz oder Laubenpieper Richard Spilok, die die Projekte der Grünen Hauptstadt Europas – Essen 2017 aktiv mitgestalten. Selbst alte Schwarzweiß-Aufnahmen erscheinen im Film erstaunlich „lebendig“. Im Anschluss an die Premiere am 22. Februar 2017 findet ein Gespräch mit den beiden Filmemachern Johannes Kassenberg und Frank Bürgin, Oberbürgermeister Thomas Kufen sowie Simone Raskob, Umwelt- und Baudezernentin der Stadt Essen und Projektleiterin der Grünen Hauptstadt Europas, statt. Moderiert wird das Gespräch von Fritz Pleitgen. Am Sonntag, 27. Februar 2017 gibt es um 15 Uhr eine Zusatzvorstellung in der Lichtburg, und am 5. März 2017 wird der Film um 18 Uhr nochmals in der Zeche Carl gezeigt. Zeche Carl wurde als Veranstaltungsort ausgewählt, weil sie eindrucksvoll für den Wandel steht. Von 1861 bis 1929 wurde dort Gaskohle gefördert, heute ist die Zeche soziokulturelles Zentrum. Weitere Filmvorführungen sind in Planung.

Heisinger Ruhraue, Filmstill aus „Grüne Hauptstadt Europas – Essen 2017. Der Film“, Regie: Frank Bürgin und Johannes Kassenberg.
© Grüne Hauptstadt Europas – Essen 2017

Der Film ist an den Vorführabenden auch zum Preis von 10 Euro als DVD erhältlich. Weitere Verkaufsstellen sind: Mayersche Buchhandlung – Innenstadt (Markt 5-6, 45127 Essen), Mayersche Buchhandlung – Rüttenscheid, (Rüttenscheider Str. 84, 45130 Essen), Buchhandlung Walther König im Museum Folkwang (Museumsplatz 1, 45128 Essen), Buchhandlung Goll (Bochumer Str. 7, 45276 Essen) und in der EMG Touristikzentrale (Am Hauptbahnhof 2, 45127 Essen).

Emscher und Rhein-Herne-Kanal, Filmstill aus „Grüne Hauptstadt Europas – Essen 2017. Der Film“, Regie: Frank Bürgin und Johannes Kassenberg. © Grüne Hauptstadt Europas – Essen 2017

Frank Bürgin und Johannes Kassenberg arbeiteten bereits beim erfolgreichen Pilotfilm „Gelsenkirchen von oben“ zusammen. Frank Bürgin zeichnet als TV-Journalist u. a. für den WDR „Heimatabend Duisburg“ und die viel beachtete ARD-Dokumentation über den Flughafenbrand in Düsseldorf verantwortlich. Für den Film „Heimatabend Mülheim an der Ruhr“ wird Frank Bürgin am 30. März 2017 den Journalistenpreis der Metropole Ruhr, „lorry“, auf der Zeche Zollverein in Essen entgegennehmen. Johannes Kassenberg ist einer der gefragtesten Multikopter-Piloten des Ruhrgebietes, er arbeitet u. a. für die Gelsenwasser AG, die Ferrostaal GmbH, die DB Schenker AG und das Holiday Inn, Frankfurt.

Schloss Borbeck, Filmstill aus „Grüne Hauptstadt Europas – Essen 2017. Der Film“, Regie: Frank Bürgin und Johannes Kassenberg. © Grüne Hauptstadt Europas – Essen 2017

Entstanden ist ein lokaler Film für Essener, in dem die Filmemacher Johannes Kassenberg und Frank Bürgin das grüne Essen möglichst vollständig darstellen möchten. Die Auswahl der Aufnahmen gibt natürlich den subjektiven Eindruck der Filmemacher wieder, man hätte die Grüne Hauptstadt sicher auch anders zeigen können. Kritische Töne sucht man hier natürlich vergebens. Einen womöglich anderen Blick auf die Grüne Hauptstadt Europas – Essen 2017 können die Zuschauer in der für die WDR-Reihe „Doku am Freitag“ entstandenen Dokumentation „Das Wunder von Essen – Grüne Hauptstadt Europas!“ von Ulrike Brinker, Redaktion Beate Schlanstein, erleben, die der Frage nachgeht, was Essen zu einer lebenswerten, grünen Stadt macht, und was sie über die Jahrzehnte dafür getan hat. Diese wird am Freitag, 10. März 2017 um 20.15 Uhr im WDR Fernsehen ausgestrahlt.

Stadtgarten, Filmstill aus „Grüne Hauptstadt Europas – Essen 2017. Der Film“, Regie: Frank Bürgin und Johannes Kassenberg. © Grüne Hauptstadt Europas – Essen 2017

Sonntag, 19. Februar 2017

Richard O´Brien´s „The Rocky Horror Show“ am Opernhaus Wuppertal

Richard O´Brien´s „The Rocky Horror Show“; Musik, Gesangstexte und Buch: Richard O´Brien; Inszenierung: Sebastian Welker; Choreografie: Amy Share-Kissiov; Bühne: Stephan Prattes; Kostüme: Susanne Hubrich; Musikalische Leitung: Heribert Feckler. Darsteller: Simon Stricker (Erzähler), Dustin Smailes (Brad Majors), Johanna Spantzel (Janet Weiss), Andreas Wolfram/John Davies (Frank´n´Furter), Mark Bowman-Hester (Riff Raff), Kerstin Brix/Anke Fiedler (Magenta), Mariyama Ebel/Sue Lehmann (Columbia), Christian Schöne (Rocky Horror), Eddy Ebeling (Eddie), Sebastian Campione/Aldo Tiziani (Dr. Everett Scott). Transylvanians/Bunnies: Nadine Funk, Alexandra Haar, Patrick Hettenberger, Sylvia Hetze, Nina Jestel, Burkard Kelvin, Maximilian Leuchter, Dieter Linden, Maureen Lomb, Oliver Müller, Jennifer Pahlke, Jerome Schickschneit, Lara-Sophie Sondern, Christoph Speit, Kerstin Trant, Hannah Marie Usemann, Lorena Zdanewitz. United Rock Orchestra: Heribert Feckler (Keyboards), Eberhard Schröder (Bass), Oliver Kerstan (Drums), Roger Schaffrath (Guitar), Matthias Jahner (Saxophon). Uraufführung: 19. Juni 1973, The Royal Court Theatre Upstairs, London. Deutschsprachige Erstaufführung: 20. Januar 1980, Grillo-Theater, Essen. Premiere: 17. Februar 2017, Opernhaus Wuppertal.



Richard O´Brien´s „The Rocky Horror Show“


„Don´t dream it, be it“


Sechs Jahre nach „Hair“ (Uraufführung 17. Oktober 1967, Anspacher Theatre, New York) entstand in London die makaber-unkonventionelle Show „The Rocky Horror Show“ – eine irrwitzige Parodie auf Hollywoods B-Movies der 1940er und 1950er Jahre, Transvestiten, kleinbürgerliches Spießbürgertum und Rock´n´Roll-Musik der 1950er und 1960er Jahre. Und obwohl diese stellenweise die Grenzen des guten Geschmacks überschritt, wurde sie nach der Premiere auf der Studiobühne des Royal Court Theatres in London und mehrfachem Theaterwechsel allein in England 2.960 Mal aufgeführt. Am Broadway (Premiere 10. März 1975, Belasco Theatre) geriet das Werk mit nur 45 Vorstellung zu einem veritablen Flop, obwohl es zuvor am Roxy Theatre in Los Angeles (Premiere 24. März 1974) neun Monate erfolgreich gezeigt wurde, entwickelte sich aber seit der Verfilmung als „The Rocky Horror Picture Show“ (1975) zu einem international erfolgreichen Kult-Musical, das Dank seiner unverhohlenen Botschaft und der exzessiv-voyeuristischen Präsentation eine vorwiegend jüngere Fangemeinde gefunden hat. Seine Faszination und Wirkung auf das Publikum sind unvergleichlich. Auch bei Theateraufführungen kommt es immer wieder vor, dass nach ihren Vorbildern bizarr kostümierte und geschminkte Fans mit ihren Kommentaren und Mitmach-Aktionen die Show zu einem übermütigen Bühnen-Spektakel werden lassen.

Dustin Smailes (Brad Majors) und Johanna Spantzel (Janet Weiss)
Foto Jens Großmann, © Wuppertaler Bühnen

Den Wissenschaftler Dr. Frank N. Furter als exzentrisch zu bezeichnen, wäre noch untertrieben. Die Wirkung seiner hemmungslosen Gier nach seelischer und körperlicher Erfüllung erleben die frisch und vorerst glücklich verlobten Brad Majors und Janet Weiss nach einer schicksalhaften Reifenpanne an einem verregneten Herbstabend. In dem Schloss, in dem sie nach Hilfe suchen, erleben sie statt des erhofften Telefongesprächs die Nacht ihres Lebens. Kaum haben sie sich mit der verstörenden Tatsache arrangiert, von Außerirdischen des Planeten Transsexual aus der Galaxie Transylvania umgeben zu sein, müssen sie die Geburt des unwiderstehlichen Retortenwesens Rocky miterleben. Im Laufe der folgenden Feierlichkeiten erlebt das Paar Verführungen, die jede Vorstellung sprengen, die ihr Bewusstsein in ungeahnte Galaxien schicken, sie zu neuen Menschen machen. Als der an den Rollstuhl gefesselte Wissenschaftler Dr. Everett Scott auf der Suche nach seinem vermissten Neffen Eddie im Schloss auftaucht, wittert Frank ein Komplott gegen ihn, fesselt die drei Besucher elektronisch an den Boden und inszeniert ein groteskes Bühnen-Happening. Das makabere Geschehen kommt zu einem abrupten Ende, als Riff Raff als Oberhaupt der Außerirdischen und Magenta in Raumanzügen auftauchen und Frank wegen seiner übermäßigen Dekadenz töten. Während die Außerirdischen bereits ins galaktische Transylvanien abheben, können Brad und Janet soeben noch entkommen.

Mariyama Ebel (Columbia), Dustin Smailes (Brad Majors), Ensemble
Foto Jens Großmann, © Wuppertaler Bühnen

Am Saarländischen Staatstheater Saarbrücken feierte die Inszenierung von Sebastian Welker am 8. Oktober 2011 Premiere, nach mehr als vier Jahren ging dort am 27. Oktober 2015 die 57. Vorstellung als letzte Aufführung über die Bühne. Die Wuppertaler Bühnen haben diese Produktion ab 17. Februar 2017 übernommen, quasi eine erfolgreiche Übernahme von Führungspersonal und Produktion: Opernintendant Berthold Schneider ist von 2006 bis 2012 als Operndirektor am Saarländischen Staatstheater tätig gewesen. Dustin Smailes hat bereits in Saarbrücken die Rolle des Brad Majors verkörpert, John Davies die Rolle des Frank´n´Furter, Sue Lehmann die Rolle der Columbia, Anke Fiedler die Rolle der Magenta, und Aldo Tiziani die Rolle des Dr. Everett Scott. (Wann die genannten Darsteller tatsächlich spielen, entzieht sich meiner Kenntnis.) Weitere Darsteller aus Saarbrücken sind in Wuppertal nicht beteiligt. Neben Simon Stricker (Erzähler), Mark Bowman-Hester (Riff-Raff) und Sebastian Campione (Dr. Everett Scott) aus dem Wuppertaler Ensemble konnte eine ganze Reihe namhafter Gäste für die Wuppertaler Produktion verpflichtet werden, namentlich Dustin Smailes (Brad Majors), Johanna Spantzel (Janet Weiss), Andreas Wolfram (Frank´n´Furter), Anke Fiedler (Magenta), Mariyama Ebel (Columbia), Christian Schöne (Rocky Horror) und Eddy Ebeling (Eddie).

Anke Fiedler (Magenta), Andreas Wolfram (Frank´n´Furter) und Mark Bowman-Hester (Riff Raff)
Foto Jens Großmann, © Wuppertaler Bühnen

Was ist nun das Besondere an der Produktion des Saarländischen Staatstheaters Saarbrücken, die dort über vier Jahre erfolgreich gezeigt wurde und sich nun in Wuppertal ebenfalls anschickt, für ausverkaufte Vorstellungen zu sorgen? Tatsächlich hat Regisseur Sebastian Welker mit seinem Kreativteam seine eigene Handschrift entwickelt und distanziert sich ganz bewusst von der übermächtigen Vorlage des Originals, indem er das rätselhafte Schloss „Frankenstein Place“ in eine Kathedrale verlegt (Bühnenbild Stephan Prattes), in der Frank´n´Furter als Bischof residiert (Kostüme Susanne Hubrich). Dieses Konzept wird konsequent vom Anfang bis zum Ende verfolgt: Noch vor Beginn rufen die Glocken zur Vorstellung, zu Beginn performt Anke Fiedler als Nonne den Song „Science Fiction/Double Feature“ auf der Kanzel, bevor Ralph Hapschatt und Betty Munroe vom Bischof getraut werden, der in dieser Szene allerdings nur von hinten zu sehen und noch nicht als Frank´n´Furter zu erkennen ist. Der barocke Hochaltar erweist sich zum Ende als Raumschiff für Riff-Raff und Magenta, die damit ins galaktische Transylvanien abheben, nachdem Riff-Raff dem dekadenten Treiben von Frank´n´Furter ein Ende gemacht hat, der sich zuvor wie Ikarus mit Flügeln über alle erhoben hat.

Christian Schöne (Rocky Horror) und Johanna Spantzel (Janet Weiss)
Foto Jens Großmann, © Wuppertaler Bühnen

Trotz dieser gelungenen Modifizierungen erscheint das Geschehen vom ersten Augenblick an vertraut, und das Publikum frönt exzessiv dem Anarchismus und verwandelt den Theatersaal planmäßig in einen richtigen „Saustall“. In der Ansage vor Beginn der Vorstellung wird explizit zum Gebrauch von Wasserpistolen und Toilettenpapier aus den Rocky Fan-Tüten aufgefordert, gleichzeitig wird aber vor dem Werfen von schweren Gegenständen wie Schwiegermüttern aus dem Rang gewarnt, da dies zu Verletzungen führen könne. Dass auch schon Reis und Wasser auf der Bühne zu Stürzen führen können, davon kann Herr Schöne nach der Premiere ganz sicher ein Lied singen. Jedenfalls scheint man in Wuppertal keine große Angst um den Theatersaal und die Darsteller zu haben, denn in den Rocky Fan-Tüten befinden sich ganze Rollen Toilettenpapier, die man mit ein wenig Routine durchaus bis auf die Bühne werfen kann. An der ein oder anderen Stelle hapert es zwar ein wenig mit der Mitwirkung des Publikums, aber in den Rocky Fan-Tüten fehlen ja auch Utensilien wie Gummihandschuhe, Partyhut, Ratsche und Spielkarten, deren Verwendung im mitgelieferten „Musical-Knigge“ wohlweißlich nicht erläutert ist. Das tut der Sache aber keinen Abbruch, denn das Publikum hat auch so seinen Spaß, und was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß. Das United Rock Orchestra unter der Musikalischen Leitung von Heribert Feckler macht seinem Namen alle Ehre und rockt das Haus.

Simon Stricker (Erzähler), Ensemble
Foto Jens Großmann, © Wuppertaler Bühnen

Andreas Wolfram (u. a. Aldolpho in „Hochzeit mit Hindernissen (The Drowsy Chaperone)“, Johannes Faber in „Pop-Oratorium Luther – Das Projekt der tausend Stimmen“, Bill Calhoun/Lucentio in „Kiss me, Kate“, Esel in „Shrek – Das Musical“) ist nach seinen Interpretationen des dekadenten Transvestiten an der Musikalischen Komödie Leipzig (Regie Anna Christine Haffter), am Opernhaus Dortmund (Regie Anna Christine Haffter), am Staatstheater Kassel (Regie Thomas Dietrich) sowie bei den Bad Hersfelder Festspielen 1997 (Regie Peter Heinrich) nun auch an den Wuppertaler Bühnen als Frank´n´Furter in glitzernden Dessous zu erleben, hier legt er die Rolle weniger schrill als als Tim Curry, eher sinnlich verführerisch. Christian Schöne (u. a. Loth von Orkney in „Artus – Excalibur“, Monty in „Saturday Night Fever“, Freilichtspiele Tecklenburg, Deutschland sucht den Superstar, Anastasius in „Die Päpstin – Das Musical“, Heinrich Raspe in „Elisabeth – Die Legende einer Heiligen“, Gewilip in „Bonifatius – Das Musical“) sieht in der Rolle des Rocky Horror als goldener Adonis nicht nur ausgesprochen gut aus, da weiß man, wofür die Schinderei im Sportstudio gut ist, dafür dürften wohl mehr als sieben Tage Training nötig sein („In just seven days I can make you a man“), sondern kann – anders als Peter Hinwood, der Darsteller des Rocky in der „Rocky Horror Picture Show“, dessen Part vom australischen Sänger Trevor White synchronisiert wurde – auch gesanglich in seiner Rolle überzeugen. Dustin Smailes (u. a. Henry in „Next to Normal (Fast normal)“, Jose Rodriguez/Innere Göttin in „49½ Shades! Die Musical Parodie“) in der Rolle des spießigen Brad Majors und Johanna Spantzel (u. a. Anne Egermann in „A Little Night Music (Das Lächeln einer Sommernacht)“, Mädchen am Feuer in „Jesus Christ Superstar“ und Sabine in „The Stairways to Heaven“, Freilichtspiele Schwäbisch Hall, Brenda Strong in „Catch me if you can“, Lisa Houseman in „Dirty Dancing – Das Original live on Stage“) als komisch-unbedarfte Janet Weiss geben ein herrliches, zunächst glücklich verlobtes Paar ab, doch Janet ist vom ersten Augenblick an von Rocky angetan, lange bevor sie von Frank zum allerersten Mal verführt wird. Nachdem Janet vom Erzähler den Schlüssel für Rockys Keuschheitsgürtel bekommen hat, kommt es zwischen beiden zu nicht enden wollenden Ausschweifungen im Beichtstuhl, die Brad in rasender Eifersucht diesen mit Benzin übergießen lassen, um ihn dann aber doch nicht in Brand zu setzen. Mariyama Ebel (u. a. Dionne in „Hair“, Lucy in „Avenue Q“) kann zwar nicht in eben jener Stepptanz-Nummer im „Time Warp“ glänzen, in der Columbia solistisch im Vordergrund steht, denn auch die Choreografie von Amy Share-Kissiov setzt sich von der Kinofassung „The Rocky Horror Picture Show“ ab, stattdessen liefert sie sich mit Johanna Spantzel nach Janets sexueller Befreiung einen Stepptanz-Battle. Mark Bowman-Hester und Anke Fiedler (u. a. Titania/Hippolyta im „Sommernachtstraum“, Gartentheater Hannover, Maureen in „Rent“, Schlossfestspiele Ettlingen, Gesangssolistin in „Qi“, Friedrichstadtpalast Berlin) glänzen als sonderbares Geschwisterpaar Riff Raff und Magenta, Lieferant Eddie Scott kommt nicht etwa auf dem Motorrad in die Kirche gefahren, sondern dessen Darsteller Eddy Ebeling („King Eddy“) erinnert mich auch in dieser Rolle eher ein wenig an Elvis Presley. Sebastian Campione (Dr. Everett Scott) und Simon Stricker, der sich als Erzähler von den „Boring“/„Langweilig“-Rufen aus dem Publikum nicht beirren lässt, sollen an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben.

Mark Bowman-Hester (Riff Raff) und Anke Fiedler (Magenta)
Foto Jens Großmann, © Wuppertaler Bühnen

Das Premierenpublikum feierte Darsteller, Musiker und Kreative nach etwa zweieinviertelstündiger Aufführung begeistert mit Stehapplaus, Sebastian Welkers Inszenierung überzeugt das Publikum wie schon in Saarbrücken auch in Wuppertal. Die Stimmung im Auditorium war ausgelassen, und bei den Zugaben war der „Time Warp“ gleich zweimal vertreten. Richard O´Brien´s „The Rocky Horror Show“ steht am Opernhaus Wuppertal mit insgesamt 11 Vorstellungen bis 20. Juni 2017 auf dem Spielplan, da dürfte die Nachfrage bedeutend größer sein als das Angebot. Man darf gespannt sein, ob es in der Spielzeit 2017/18 eine Wiederaufnahme geben wird.

Samstag, 18. Februar 2017

„SCHREI“ – Musical Eigenarbeit

„SCHREI“ – Musical Eigenarbeit der Studierenden der Folkwang Universität der Künste Essen; Musik, Liedtexte: verschiedene Komponisten und Librettisten; Buch: who knows; Regie: who cares; Choreografie: who knows about; Lichtdesign: existing; Tondesign: hört man doch; Musikalische Leitung: Johannes Still. Darsteller: Anneke Brunekreeft (), Lina Gerlitz (Michelle …), Marvin Schütt (Maximilian Meldrich) und Sarah Wilken (). Musiker: Johannes Still (Klavier), Johanna Huber (Violine), Ruth Lehmann (Cello), Martin Berner (Trompete), Nico Zöller (Saxophon, Flöte), Leonard Küppers (Gitarre, Keyboard II), Marcus Gulich (Bass), Christoph Helm (Schlagzeug). 16. & 17. Februar 2017. Pina Bausch Theater, Essen.



„SCHREI“


„Und jetzt schweig!“


„2005 wurde erstmals ein Jahrgang aufgefordert, zum Ende des 6. Semesters ein Projekt in Eigenregie auf den Weg zu bringen. Vorgabe: Findet eine dramturgische Klammer, die erlernten Ausdruckselmente zu einer Stunde Theater zusammenzufügen! Und es schien ein schöner Ausblick, damit nicht nur das Ende eines Ausbildungsjahres, sondern auch die für alle gleichermaßen aufregende und anstrengende Aufnahmeprüfungswoche abzurunden. … Inzwischen hat sich die Eigenarbeit zum geheimen und vielleicht sogar aussagekräftigeren Abschlussstück der Klassen entwickelt. Wozu die Studierenden in der Lage sind, wenn man sie lässt und ihnen vertraut, ist absolut erstaunlich und ein Spiegel unser aller Arbeit, in den zu schauen jedes Jahr noch größere Freude bereitet.“ (Prof. Gil Mehmert, „Eigenarbeit“ in 20 Jahre Folkwang Musical: Musik, Theater, Tanz – drei Disziplinen, ein Studiengang. Folkwang Hochschule, Hrsg., 2009) Die Eigenarbeit des 3. Jahrgangs im Studiengang Musical ist zwar nicht im Veranstaltungskalender der Folkwang Universität aufgeführt, aber durch Mund-zu-Mund-Propaganda und Ankündigung in sozialen Netzwerken ist die Veranstaltung wie immer so gut besucht, dass das Pina Bausch Theater aus allen Nähten platzt… Dies ist insofern nicht verwunderlich, als man dort auch regelmäßig die übrigen Studierenden, Alumni und natürlich die Anwärter auf einen Studienplatz im Studiengang Musical trifft. In diesem Jahr hatten Anneke Brunekreeft, Lina Gerlitz, Marvin Schütt und Sarah Wilken zum „SCHREI“ eingeladen, wobei ich nicht die geringste Vorahnung hatte, was mich dieses Jahr erwartet. Musikalisch begleitet wurden sie an diesem Abend von einer achtköpfigen Combo unter der Musikalischen Leitung von Johannes Still, bei dem ein oder anderen Namen bekommt fast den Eindruck, die Musiker werden mit der Zeit Teil des Inventars… IMHO zeigt es, dass die Zusammenarbeit mit dem Studiengang Musical für die Musiker nicht nur fester Bestandteil des Studiums ist, sondern obendrein viel Spaß bringt.

Anneke Brunekreeft aus Basel war in folgenden Produktionen zu sehen:
  • Ursula/Haremsgirl/Ärztin/Reporterin in „Sunset Boulevard“ am Opernhaus Dortmund (Premiere 8. Oktober 2016, Regie Gil Mehmert)
  • Musikvideo Krankenschwester/Swing-Trio in „Hello Again“ am Theater im Rathaus, Essen (Premiere 27. Juni 2016, Regie Gil Mehmert)
Lina Gerlitz aus Berlin war in folgenden Produktionen zu sehen:
  • Lisa in „Sunset Boulevard“ am Opernhaus Dortmund (Premiere 8. Oktober 2016, Regie Gil Mehmert)
  • Primadonna 1950er-Jahre/Swing-Trio in „Hello Again“ am Theater im Rathaus, Essen (Premiere 27. Juni 2016, Regie Gil Mehmert)
Marvin Schütt aus Rendsburg stand in folgenden Rollen auf der Bühne:
  • John/Verkäufer in „Sunset Boulevard“ am Opernhaus Dortmund (Premiere 8. Oktober 2016, Regie Gil Mehmert)
  • Der Ehemann in „Hello Again“ am Theater im Rathaus, Essen (Premiere 27. Juni 2016, Regie Gil Mehmert)
Sarah Wilken aus Hildesheim spielte/spielt in folgenden Produktionen mit:
  • Mistress in „Evita“ am Opernhaus Bonn (Premiere 4. September 2016, Regie Gil Mehmert) am 5. und 10. Juni 2017
  • Heather/Masseurin in „Sunset Boulevard“ am Opernhaus Dortmund (Premiere 8. Oktober 2016, Regie Gil Mehmert)
  • Primadonna 1912/Swing-Trio in „Hello Again“ am Theater im Rathaus, Essen (Premiere 27. Juni 2016, Regie Gil Mehmert)
  • Mary Lennox in „Der geheime Garten“ in den Herrenhäuser Gärten Hannover (Premiere 26. Juni 2009, Regie Craig Simmons)

Kunstliebhaber denken bei „SCHREI“ womöglich an das Gemälde „Der Schrei“ des norwegischen Malers Edvard Munch, Filmkenner werden womöglich eher an den Horrorfilm „Scream“ (1996) von Regisseur Wes Craven und dessen Fortsetzungen Scream 2 (1997), Scream 3 (2000) und Scream 4 (2011) denken. Aber „SCHREI“ ist eher der letzte Schrei von anlisama Entertainment – das geschwungene, rote a auf den schwarzen Kapuzenshirts der vier Akteuere Anneke, Lina, Sarah und Marvin erinnert überhaupt nicht an das Logo des Marktführers in Sachen kommerzieller Unterhaltung, aber sowas von… Pünktlich um 20 Uhr beginnt die Generalprobe zu besagter Show mit einer Hommage an Choreographien von Bob Fosse, welche in den ersten Song „Magic to Do“ aus „Pippin“ von Stephen Schwartz mündet, das bekanntlich von Bob Fosse am Brodway inszeniert und choreografiert wurde. 30 Minuten später deuten die Kreideumrisse einer Leiche auf dem Bühnenboden auf ein Gewaltverbrechen hin… In einer Rückblende erfährt der Zuschauer, was vor der Generalprobe geschehen und wie es zum Ableben eines der vier Akteure auf der Bühne gekommen ist. In der Manier eines Backstage-Musicals wird dabei kein Klischee ausgelassen, die sich um den Beruf des Musicaldarstellers ranken. Da wären Maximilian (Marvin Schütt) und Michelle (Lina Gerlitz), das Traumpaar des deutschen Musicals, die auch privat ein Paar sind, oder besser gesagt waren, denn Maximilian hat im Laufe der Zeit herausgefunden, dass er homosexuell veranlagt ist und plant nunmehr sein Coming-out. Michelle ist davon derartig „begeistert“, dass sie Maximilian offen droht, ihn umzubringen, wenn er seinen Plan in die Tat umsetzt. Dann wäre da noch Michelles Understudy (Anneke Brunekreeft), die davon träumt, oder genauer gesagt davon besessen ist, endlich wie Michelle im Mittelpunkt zu stehen, und dabei auch nicht vor unkonventionellen Methoden zurückschreckt, Michelle aus dem Weg zu räumen. Sie geht zwar nicht so weit, ihrer Konkurrentin nach dem Leben zu trachten, aber ein Brechmittel in Michelles Wasserflasche zu mischen, das sie für die Premiere außer Gefecht setzt und ihr selbst die Möglichkeit geben soll, für sie einzuspringen, das ist für sie kein Problem. Die vierte im Bunde ist der Dance Captain der Truppe (Sarah Wilken), der bei jedem der Darsteller etwas an den Choreografien herumzumäkeln hat, nach außen vor Selbstbewusstsein nur so strotzt, aber in Wirklichkeit auf der Suche nach einer Schulter zum Anlehnen oder zumindest nach einem offenen Ohr ist, das sie bei ihrer Freundin vergeblich sucht, denn die ist nur mit sich selbst beschäftigt. Am Ende ist sie es, die tot am Bühnenboden liegt, kein Mordopfer, sondern ein Opfer von Alkohol und Drogenkonsum…

Mit Gesang, Tanz – besonders eindrucksvoll sind bei dieser Produktion IMHO die dynamischen Choreografien ausgefallen – und Schauspiel, viel Humor und einem Augenzwinkern wussten die Studierenden das vorwiegend jüngere Publikum im übervoll besetzten Pina Bausch Theater für sich einzunehmen, das nach gut einer Stunde Aufführungsdauer begeistert applaudierte. Nicht unerheblichen Anteil am Gelingen des Abends hatten auch die Musiker, die diesmal zentral im hinteren Teil der Bühne im Blickfeld der Zuschauer agierten. Die Musical Eigenarbeit gibt natürlich einen guten Einblick in den Ausbildungsstand der Studierenden, aber sie zeigt auch deutlich, dass es auch ohne bombastischen Aufwand möglich ist, kurzweiliges, ansprechendes unterhaltendes Musiktheater auf die Bühne zu bringen. „Schrei“ ist übrigens auch ein Song der deutschen Band „Tokio Hotel“ auf deren Debütalbum gleichen Namens, der in der diesjährigen Musical Eigenarbeit verwendet wird und womöglich für den Titel herangezogen wurde…

Die nächste größere Produktion des Studiengangs Musical steht bereits in den Startlöchern, am 4. April 2017 wird die Tryout Premiere von „Goethe! Auf Liebe und Tod“ mit illustren Gästen in der Neuen Aula am Campus Werden über die Bühne gehen.

Einheitsdampflokomotive 01 150 in Essen

Als die Loks noch rauchten und keiner von Feinstaubbelastung gesprochen hat…

Schlepptenderlokomotive 001 150-2, Hersteller Henschel & Sohn, Kassel, Baujahr 1935

Am 18. Februar 2017 veranstalte die Arbeitsgemeinschaft NostalgieZugReisen.de eine Sonderfahrt nach Willingen (Upland), wobei die Schnellzugwagen und die Wagen des ehemaligen Rheingold Fernschnellzuges ab Köln-Nippes von der Einheitsdampflokomotive 01 150 (seit 1968: 001 150-2) gezogen wurden. Die Schlepptenderlokomotiven der Deutschen Reichsbahn waren für den schweren Schnellzugdienst bestimmt. Von 1926 bis 1938 wurden insgesamt 231 Exemplare dieser Einheitsdampflokomotive an die Deutsche Reichsbahn ausgeliefert. Das von Borsig Berlin hergestellte Exemplar 01 008 ist die erste in Dienst gestellte 01, sie wurde nach 48 Dienstjahren am 9. Dezember 1973 ins Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen überführt. Die gezeigten Fotos sind beim Aufenthalt des Sonderzuges im Essener Hauptbahnhof entstanden.

Schlepptenderlokomotive 001 150-2, Hersteller Henschel & Sohn, Kassel, Baujahr 1935

Schlepptenderlokomotive 001 150-2, Hersteller Henschel & Sohn, Kassel, Baujahr 1935

Diesellokomotive 215 082-9, Typ V 160, Hersteller Maschinenbau Kiel (MaK), Baujahr 1971


Samstag, 1. April 2017

Schlepptenderlokomotive 001 150-2, Hersteller Henschel & Sohn, Kassel, Baujahr 1935

Schlepptenderlokomotive 001 150-2, Hersteller Henschel & Sohn, Kassel, Baujahr 1935

Elektrische Schnellzuglokomotive der SBB, Re 4/4I 10019, Baujahr 1948

Donnerstag, 16. Februar 2017

Lotte Lenya Competition 2017

Auszeichnung der Kurt Weill Foundation for Music für talentierte junge SängerInnen/SchauspielerInnen

Im Gedenken an Lotte Lenya (* 18. Oktober 1898 in Wien, † 27. November 1981 in New York), eine außergewöhnliche Sängerin/Schauspielerin und eine der führenden Interpreten der Musik ihres Mannes Kurt Weill (* 2. März 1900 in Dessau, † 3. April 1950 in New York), etablierte die Kurt Weill Foundation for Music 1998 zu ihrem 100. Geburtstag den jährlich stattfindenden Lotte Lenya Wettbewerb.

Der renomierte Wettbewerb zeichnet talentierte junge SängerInnen/SchauspielerInnen aus, die sowohl musikalisch als auch darstellerisch mit einem Repertoire von Oper/Operette über Musical bis zu Kurt-Weill-Songs überzeugen können, wobei der Schwerpunkt auf den Werken von Kurt Weill liegt. Damit ist der Lotte Lenya Wettbewerb nicht nur ein Gesangswettbewerb, sondern betont ein breit gefächertes Repertoire in Verbindung mit dem Schauspiel im darstellerischen Kontext.

Preisträger vergangener Jahre sind u. a. Tom Schimon (2016, Carolyn Weber Award), Florian Peters (2015, Lys Symonette Award für Outstanding Performance of an Individual Number), David Arnsperger (2010, zweiter Preis), Alen Hodzovic (2009, erster Preis), Rebecca Jo Loeb (2008, erster Preis), Tora Augestad (2008, Lys Symonette Award für Outstanding Performance of Individual Numbers), Annette Postel (2000, erster Preis), Kaja Plessing, Kathrin Unger, Cordula Wirkner (2000, zweiter Preis), Dirk Weiler (1999, zweiter Preis) und Heidi Bieber (1998, erster Preis).

Der Wettbewerb ist 2017 mit einem Preisgeld von 20.000 US-$ (erster Preis), 15.000 US-$ (zweiter Preis) bzw. 10.000 US-$ (dritter Preis) dotiert, die Teilnehmer im Alter zwischen 19 und 32 Jahren mussten sich bis 23. Januar 2017 mit einer Auswahl von vier Stücken auf DVD bewerben, die bestimmten Richtlinien unterliegen und die o. g. Kriterien erfüllen.

Nach Beurteilung aller 266 eingegangenen Bewerbungen wurden 32 ausgewählte Teilnehmer aus den Vereinigten Staaten, Frankreich, Israel, Kanada, Luxemburg und Mexiko zu einer Audition mit den Juroren Judy Blazer und Ted Sperling im Halbfinale am 9./10. März 2017 nach New York City eingeladen. Die Halbfinalisten sind:
  • Meroë Adeeb,
  • Carolyn Bacon,
  • Curtis Bannister, Tenor,
  • Gan-ya Ben-gur Akselrod, Sopran (Tel Aviv, Israel),
  • Daniel Berryman,
  • Felipe Bombonato,
  • Samantha Bruce,
  • Kristen Choi,
  • Jil Clesse, Sopran (Luxemburg),
  • Kellie Cundiff,
  • Molly Dunn,
  • Benjamin Dutton,
  • Jasmine Habersham,
  • Michael Hewitt,
  • Maurio Hines,
  • Philip Kalmanovitch,
  • Charlotte Knight,
  • Reilly Nelson,
  • Lindsay O´Neil,
  • Marie Oppert,
  • Tony Potts,
  • Taylor Raven,
  • Katherine Riddle,
  • Lisa Rogali,
  • Mackenzie Rogers,
  • Laura Sanders,
  • Aaron Sheppard,
  • Bradley Smoak, Bassbariton,
  • Elise Spurlock,
  • Travis Taylor,
  • Paulina Villarreal,
  • Anson Woodin.

Jil Clesse. Foto: Martin Hauser

Die gebürtige Luxemburgerin Jil Clesse hat 2014 ihr Bachelorstudium im Fach Musikalisches Unterhaltungstheater an der Konservatorium Wien Privatuniversität mit Auszeichnung abgeschlossen. Nach ihrem Abschluss war sie bereits als Swing in „Mozart!“ mit Cover Aloysia Weber engagiert, aktuell ist sie im Ensemble von „Schikaneder“ mit Cover Josepha Hofer zu sehen.

Sopranistin Marie Oppert (* 1997) hat ihr Bachelor of Arts Studium als jüngste Fullbright Stipendiatin am Marymount Manhattan College in New York absolviert und war bisher u. a. als Alice in „Alice, la Comédie Musicale“ (Theatre Clavel, Paris), Johanna in „Sweeney Todd“ (Reims Opera/Theatre of Pas-de Calais) und Geneviève Emery in „Les Parapluies de Cherbourg“ („The Umbrellas of Cherbourg“) (Theatre du Chatelet, Paris) zu sehen.

Die Kurt Weill Foundation for Music wird zusätzlich zu den drei ersten Preisen Sonderpreise vergeben. Mit 500 US-$ dozierte Emerging Talent Awards gingen bereits an
  • Danielle Bavli,
  • Annette Berning,
  • Tucker Breder,
  • Kalyn Schnable,
  • Juliane Stolzenbach Ramos und
  • Trevor Vanderzee.
Der mit 500 US-$ dozierte Grace Keagy Award for Outstanding Vocal Promise ging an Jennifer Witton (London, UK).

Das Finale wird am 22. April 2017 an der Eastman School of Music in Rochester, NY stattfinden, bei der die Finalteilnehmer erneut ihr Repertoire in einer Nachmittags- und Abend­veranstaltung präsentieren dürfen. Die Gewinner werden im Anschluss an die Abendveranstaltung bekanntgegeben.


Dienstag, 14. März 2017

Inzwischen hat die Kurt Weill Foundation for Music die 14 Finalteilnehmer am diesjährigen Lotte Lenya Wettbewerb bekanntgegeben:
  • Curtis Bannister, Tenor (31, Green Bay, WI)
  • Gan-ya Ben-gur Akselrod, Sopran (28, Tel Aviv, Israel)
  • Felipe Bombonato, Tenor (28, Gainesville, FL)
  • Molly Dunn (28, South Orange, NJ)
  • Jasmine Habersham, Sopran (27, Macon, GA)
  • Michael Hewitt (26, Denver, CO)
  • Philip Kalmanovitch, Bariton (32, Ottawa, ON)
  • Marie Oppert (19, Paris, Frankreich)
  • Tony Potts (24, Fargo, ND)
  • Taylor Raven (25, Fayetteville, NC)
  • Katherine Riddle, Sopran (25, Annapolis, MD)
  • Lisa Rogali, Sopran (22, Bergenfield, NJ)
  • Bradley Smoak, Bassbariton (32, Cary, NC)
  • Paulina Villareal, Mezzosopran (27, Torreón, MX)
Die Teilnehmer erhalten ein Stipendium, um die Reisekosten zu decken. Rob Berman, Anne Bogart und Shuler Hensley werden als Juroren über die Preisvergabe entscheiden.

Die Finalisten werden ihr Repertoire am 22. April 2017 zwischen 11 und 16.00 Uhr vor den Juroren vortragen. Am Abend findet um 20 Uhr ein Konzert mit allen Finalisten statt, gefolgt von der Bekanntgabe der Gewinner. Sowohl der Vortrag vor den Juroren als auch das Abendkonzert können bei freiem Eintritt besucht werden und finden in der Kilbourn Hall der Eastman School of Music, 26 Gibbs Street, Rochester, New York statt.


Sonntag, 23. April 2017

Im Finale des diesjährigen Lotte Lenya Wettbewerbs am 22. April 2017 in der Eastman School of Music in Rochester, New York, hat Bassbariton Bradley Smoak (32, Cary, NC) den mit 20.000 US-$ dotierten ersten Preis gewonnen, Tenor Felipe Bombonato (28, Gainesville, FL) erhielt den mit 15.000 US-$ dotierten zweiten Preis, und der mit 10.000 US-$ dotierte dritte Preis ging an Mezzosopranistin Paulina Villareal (27, Torreón, MX). Die übrigen elf Finalisten erhielten jeweils ein Preisgeld in Höhe von 3.000 US-$.

Bradley Smoak beeindruckte die Juroren mit seinem „wunderschön gestalteten Programm“, bestehend aus „This is the Life“ aus „Love Life“ von Kurt Weill, „Vi ravviso, o luoghi ameni“ aus „La sonnambula“ von Vincenzo Bellini, „Higher Than a Hawk“ aus „Calamity Jane“ von Sammy Fain und „Me“ aus „Beauty and the Beast“ von Alan Menken. Sie stellten fest, dass seine Aufführungen „von echten Emotionen motiviert waren und von Stärke über Verletzlichkeit bis zu natürlichem Humor reichen. Sein Programm führte uns zu unerwarteten Orten und das Repertoire brachte uns von Genre zu Genre, alle mit stimmlicher Leichtigkeit und spielerischer Finesse.“

Felipe Bombonato zeigte „eine besondere Qualität von dem Moment an, als er eintrat, mit einem natürlichen Rhythmus, der jede seiner vier Charakterisierungen glaubwürdig machte.“ Er traf Jimmy Mahoneys hohes C in „Nur die Nacht“ aus „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ zweimal an einem Tag, eine selten versucht Leistung, die noch weniger häufig erreicht wird. Sein Programm enthielt auch „Fanny“ aus „Fanny“ von Harold Rome, „Ich bin Adolpho“ aus „The Drowsy Chaperone“ von Lisa Lambert und Greg Morrison, das viele Lachen aus dem Publikum hervorrief, und „E lucevan le stelle“ aus „Tosca“ von Giacomo Puccini. „Bombonato ist sowohl ein starker Schauspieler als auch ein beeindruckender Sänger“, eine treffende Beschreibung dessen, was den Lenya-Wettbewerb auszeichnet.

Paulina Villarreal fesselte die Juroren und das Publikum mit einer feurigen Zarzuela-Nummer, „Carceleras“ aus „Las hijas del Zebedeo“ von Ruperto Chapí. Es folgten zwei Kurt Weill-Nummern, „One Life to Live“ aus „Lady in the Dark“ und „Der Abschiedsbrief“ und ihr Vortrag endete mit „Maybe I Like it This Way“ aus „The Wild Party“ von Andrew Lippa. Die Juroren bewunderten ihre „mutige Risikobereitschaft“ und „brennendes Charisma“.

„Parkleuchten“ im Grugapark Essen

Illumination der Flora und Fauna, Installationen und Licht­kunst­objekte

„Orion“ von Brigitte Matschinsky-Denninghoff und Martin Matschinsky, 1987, Chromnickelstahl

„Tänzerin“ von Walter E. Lemcke, 1953, Bronze

„Flötenspiel“ von Heinrich Adolfs, 1951, Sandstein

„Krugträgerin“ von Walter E. Lemcke, Bronze

Sonnenuntergang am großen Wasserbecken vor dem Blumenhof

Wie bereits in den Jahren zuvor veranstaltet die F&H Kultur & Entertainment GmbH, Unna auch 2016 zum Veranstaltungs­saison­auftakt im Grugapark das „Parkleuchten“, für das ab 16 Uhr ein erhöhter Parkeintritt von 5 Euro (samstags 6 Euro) für Erwachsene zu zahlen ist. Vom 3. Februar bis 12. März 2017 verleihen unzählige Beleuchtungskörper nach Einbruch der Dunkelheit der Flora und Fauna des Grugaparks zum siebten Mal einen farbigen „Anstrich“. Ein Teil der Illuminationen basiert auf langlebiger LED-Technik, die über eine Steuerspannung die Darstellung sämtlicher Mischfarben und auch Farbwechsel erlaubt.

„Parkleuchten“ in der Dahlienarena

„Parkleuchten“ in der Dahlienarena

„Parkleuchten“ am Waldsee

„Parkleuchten“ am Lindenrund

Richtig zur Wirkung kommen die Installation momentan ab etwa 18.30 Uhr, so dass sonntags bis donnerstags gerade einmal zweieinhalb Stunden bis zum Ende des „Parkleuchtens“ um 21 Uhr bleiben. (Freitags und samstags endet das „Parkleuchten“ erst um 22 Uhr.)

„Parkleuchten“ am Rosengarten

„Parkleuchten“ am Staudenhang

„Parkleuchten“

„Parkleuchten“ am Grugaturm

„Parkleuchten“ am Wasserbecken vor dem Blumenhof

„Parkleuchten“ am Gradierwerk

Acht Jahre gibt es die Veranstaltung nun schon, „Da wird man doch mal fragen dürfen: Ist sie immer noch schön – oder?“ Die Antwort darauf muss letztendlich jeder individuell für sich herausfinden. Ich für meinen Teil halte es beim siebten „Parkleuchten“ in Folge eher mit den typischen Zuschauerreaktionen beim Auftritt des Erzählers in Richard O´Brien´s „The Rocky Horror Show“…


„Parkleuchten“ an der fünfstrahligen Wasserfontäne am Haupteingang

„Parkleuchten“ in den Farbenterassen

„Parkleuchten“ im Musikgarten

„Parkleuchten“ im Musikpavillon

„Parkleuchten“ bei den Koniferen

„Parkleuchten“ am Lindenrund

Die Videoprojektion auf die Wasserleinwand am Margarethensee fällt in diesem Jahr für mein Empfinden besonders blass aus, IMHO wurde in den vergangen Jahren ein leistungsstärkerer Projektor verwendet. Jedenfalls habe ich das schon bedeutend farbenprächtiger gesehen. Der „Lichtventilator“ im Musikpavillon und der „Würfel-Walzer“ in der Dahlienarena haben mich jetzt auch nicht „vom Hocker gehauen“… womöglich hat es das „Parkleuchten“ im direkten Vergleich zum Kultur- und Familienfest zur Eröffnung der Grünen Hauptstadt Europas einfach auch nur noch einen Tick schwerer.

„Parkleuchten“ am Lindenrund