Mittwoch, 4. Januar 2017

Vorschau: Richard O´Brien´s „The Rocky Horror Show“ am Opernhaus Wuppertal

Richard O´Brien´s „The Rocky Horror Show“; Musik, Gesangstexte und Buch: Richard O´Brien; Inszenierung: Sebastian Welker; Choreografie: Amy Share-Kissiov; Bühne: Stephan Prattes; Kostüme: Susanne Hubrich; Lichtdesign: N. N.; Dramaturgie: N. N.; Musikalische Leitung: Heribert Feckler. Darsteller: Simon Stricker (Erzähler), Dustin Smailes (Brad Majors), Johanna Spantzel (Janet Weiss), N. N./Andreas Wolfram (Frank´n´Furter), Mark Bowman-Hester (Riff Raff), Kerstin Brix/Anke Fiedler (Magenta), Mariyama Ebel (Columbia), Christian Schöne (Rocky Horror), Eddy Ebeling (Eddie), Sebastian Campione (Dr. Everett Scott) u. a. Uraufführung: 19. Juni 1973, The Royal Court Theatre Upstairs, London. Deutschsprachige Erstaufführung: 20. Januar 1980, Grillo-Theater, Essen. Premiere: 17. Februar 2017, Opernhaus Wuppertal.



Richard O´Brien´s „The Rocky Horror Show“


„Don´t dream it, be it“


Sechs Jahre nach „Hair“ (Uraufführung 17. Oktober 1967, Anspacher Theatre, New York) entstand in London die makaber-unkonventionelle Show „The Rocky Horror Show“ – eine irrwitzige Parodie auf Hollywoods B-Movies der 1940er und 1950er Jahre, Transvestiten, kleinbürgerliches Spießbürgertum und Rock´n´Roll-Musik der 1950er und 1960er Jahre. Und obwohl diese stellenweise die Grenzen des guten Geschmacks überschritt, wurde sie nach der Premiere auf der Studiobühne des Royal Court Theatres in London und mehrfachem Theaterwechsel allein in England 2.960 Mal aufgeführt. Am Broadway (Premiere 10. März 1975, Belasco Theatre) geriet das Werk mit nur 45 Vorstellung zu einem veritablen Flop, obwohl es zuvor am Roxy Theatre in Los Angeles (Premiere 24. März 1974) neun Monate erfolgreich gezeigt wurde, entwickelte sich aber seit der Verfilmung als „The Rocky Horror Picture Show“ (1975) zu einem international erfolgreichen Kult-Musical, das Dank seiner unverhohlenen Botschaft und der exzessiv-voyeuristischen Präsentation eine vorwiegend jüngere Fangemeinde gefunden hat. Seine Faszination und Wirkung auf das Publikum sind unvergleichlich. Auch bei Theateraufführungen kommt es immer wieder vor, dass nach ihren Vorbildern bizarr kostümierte und geschminkte Fans mit ihren Kommentaren und Mitmach-Aktionen die Show zu einem übermütigen Bühnen-Spektakel werden lassen.

Den Wissenschaftler Dr. Frank N. Furter als exzentrisch zu bezeichnen, wäre noch untertrieben. Die Wirkung seiner hemmungslosen Gier nach seelischer und körperlicher Erfüllung erleben die frisch und vorerst glücklich verlobten Brad Majors und Janet Weiss nach einer schicksalhaften Reifenpanne an einem verregneten Herbstabend. In dem Schloss, in dem sie nach Hilfe suchen, erleben sie statt des erhofften Telefongesprächs die Nacht ihres Lebens. Kaum haben sie sich mit der verstörenden Tatsache arrangiert, von Außerirdischen des Planeten Transsexual aus der Galaxie Transylvania umgeben zu sein, müssen sie die Geburt des unwiderstehlichen Retortenwesens Rocky miterleben. Im Laufe der folgenden Feierlichkeiten erlebt das Paar Verführungen, die jede Vorstellung sprengen, die ihr Bewusstsein in ungeahnte Galaxien schicken, sie zu neuen Menschen machen. Als der an den Rollstuhl gefesselte Wissenschaftler Dr. Everett Scott auf der Suche nach seinem vermissten Neffen Eddie im Schloss auftaucht, wittert Frank ein Komplott gegen ihn, fesselt die drei Besucher elektronisch an den Boden und inszeniert ein groteskes Bühnen-Happening. Das makabere Geschehen kommt zu einem abrupten Ende, als Riff Raff als Oberhaupt der Außerirdischen und Magenta in Raumanzügen auftauchen und Frank wegen seiner übermäßigen Dekadenz töten. Während die Außerirdischen bereits ins galaktische Transylvanien abheben, können Brad und Janet soeben noch entkommen.

Am Saarländischen Staatstheater Saarbrücken feierte die Inszenierung von Sebastian Welker im Bühnenbild von Stephan Prattes mit den Kostümen von Susanne Hubrich am 8. Oktober 2011 Premiere, am 27. Oktober 2015 ging dort die letzte Vorstellung über die Bühne. Die Wuppertaler Bühnen nehmen diese Produktion ab 17. Februar 2017 wieder auf, so schreibt es zumindest der Regisseur auf seiner Homepage. Dustin Smailes hat bereits in Saarbrücken die Rolle des Brad Majors verkörpert, und Anke Fiedler die Rolle der Magenta, weitere Darsteller aus Saarbrücken sind in Wuppertal nicht beteiligt. Neben Simon Stricker (Erzähler), Mark Bowman-Hester (Riff-Raff) und Sebastian Campione (Dr. Everett Scott) aus dem Wuppertaler Ensemble konnte eine ganze Reihe namhafter Gäste für die Wuppertaler Produktion verpflichtet werden, namentlich Dustin Smailes (Brad Majors), Johanna Spantzel (Janet Weiss), Andreas Wolfram (Frank´n´Furter), Kerstin Brix/Anke Fiedler (Magenta), Mariyama Ebel (Columbia), Christian Schöne (Rocky Horror) und Eddy Ebeling (Eddie). Richard O´Brien´s „The Rocky Horror Show“ wird am 17. Februar 2017 am Opernhaus Wuppertal Premiere feiern und steht mit insgesamt 11 Vorstellungen bis 20. Juni 2017 auf dem Spielplan.

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