Dienstag, 24. Januar 2017

Vorschau: Neujahrsfest Tết im LWL-Museum für Archäologie in Herne

Familientag mit umfangreichem Mitmachprogramm

Tết Nguyên Đán („Fest des Ersten Morgens“), kurz Tết, ist der wichtigste vietnamesische Feiertag, das Fest des neuen Jahres nach dem Mondkalender. Tết wird gefeiert vom ersten Tag des ersten Monats des chinesischen Mondkalenders bis zum dritten Tag, im Jahr des Feuer-Hahns vom 28. bis 30. Januar 2017. Vietnamesen besuchen zu Tết ihre Familie und die Tempel, es werden eigene Festspeisen zubereitet. Tết markiert gleichzeitig den Frühlingsbeginn. „Vietnam gehört zu den faszinierendsten Ländern Südostasiens. Die Kultur ist reich an archäologischen Schätzen und außergewöhnlichen Traditionen. Wir möchten unseren Besuchern beides im Rahmen unserer Sonderausstellung näher bringen“, erklärte Dr. Susanne Jülich, stellvertretende Museumsleiterin des LWL-Museum für Archäologie in Herne.

Anlässlich der Sonderausstellung „Schätze der Archäologie Vietnams“ feiert das Museum für Archäologie des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in Herne am kommenden Sonntag, 29. Januar 2017, das vietnamesische Neujahrsfest Tết. „Die Vietnamesen feiern das Fest vorzugsweise im Kreis ihrer Familie. Deshalb möchten wir im Rahmen unserer Vietnam-Ausstellung zu einem Familientag mit einem umfangreichen Mitmachprogramm einladen“, erzählte Marcus Coesfeld, museumspädagogischer Mitarbeiter des LWL-Museums für Archäologie, wie es zu der Idee des Neujahrsfestes in Herne kam.

Drachentanzkostüm

Große und kleine Besucher können sich zwischen 11 und 20 Uhr nicht nur die „Schätze der Archäologie Vietnams“ anschauen, die erstmalig in Deutschland zu sehen sind. Sie sind auch eingeladen, traditionelle Bräuche Vietnams kennenzulernen und selbst auszuprobieren. So geht es beim vietnamesischen Neujahrsfest im Foyer des LWL-Museums für Archäologie ganztägig mit viel Musik zur Sache. Studierende der Ruhr-Universität Bochum mit vietnamesischen Wurzeln präsentieren verschiedene Tänze aus ihrer Heimat. Beim Bambus- oder Lotustanz kann der Besucher selbst die Hüften schwingen. Ebenfalls mitmachen können Besucher bei der Zubereitung von Sommerrollen (gỏi cuốn, unfrittierte Frühlingsrolle) – Verkostung inklusive. Für den großen Hunger gibt es zudem in den museumspädagogischen Räumen ein breites Angebot an vietnamesischen Spezialitäten.

Drachentanzkostüm, Marcus Coesfeld, museumspädagogischer Mitarbeiter des LWL-Museums für Archäologie, und Herr Tran Nhi, Mitorganisator des Festes

Darüber hinaus präsentieren sich im Museumsfoyer die Freundschaftsgesellschaft Vietnam e. V. und das „Eine Welt Netz NRW“ mit Infoständen. Über die Aufgaben und Ziele berichtet Marietta Sander in ihrem Vortrag um 17 Uhr. Für alle, die eine Reise nach Vietnam planen, bietet der Vortrag „Reiseland der Gegensätze“ von Franz-Josef Krücker um 15 Uhr spannende Bilder und Informationen. Beide Vorträge finden im Museumskino statt.

Unterdessen nimmt sich der Förderverein des LWL-Museums für Archäologie den jungen Besuchern an: In einer kindgerechten Erzählrunde im Foyer werden Märchen und Sagen aus dem Land des aufsteigenden Drachen zum Leben erweckt. Ebenfalls vom Förderverein organisiert wird für alle Besucher eine traditionelle Teezeremonie.

Auch im Innenhof des Museums gibt es Mitmachaktionen. So können Besucher beim Reissackhüpfen oder im Rahmen der Tết-Lotterie kleine Preise gewinnen. Kinder werden darüber hinaus sogar mit Glück beschenkt. Gemäß der Tradition „Li Xi“ (mừng tuổi) bekommt jeder Besucher unter 12 Jahren ein rotes Tütchen, das neben einer kleinen Aufmerksamkeit Wünsche für das neue Jahr enthält.

„Li Xi“

In den Ausstellungsräumen selbst haben Kinder zudem die Möglichkeit, nach Vorbildern der vietnamesischen Dong Son-Kultur kleine Trommeln zu basteln. Hier bieten Mitglieder des Deutsch-Vietnamesischen Freundeskreises auch Schnupperkurse in der Kunst des Schreibens, der vietnamesischen Sprache und der Meditations-, Konzentrations- und Bewegungsform Qi Gong an.

„Schätze der Archäologie Vietnams“, Trommel aus Bronze mit Frosch-Aufsätzen, Fundort Sao Vàng, 3. – 1. Jahrhundert v. Chr., Hà Nội, Nationalmuseum für die Geschichte Vietnams. Diese Trommel ist die größte Trommel, die jemals in Vietnam gefunden wurde.

In regelmäßigen Abständen präsentieren die Studierenden der Ruhr-Universität Bochum in den Ausstellungsräumen außerdem traditionelle Gewänder aus Vietnam. Nach einer kleinen Modenschau dürfen die Besucher die Gewänder selbst anprobieren und können sich in einer Fotobox inmitten archäologischer Fundplätze, Weltkulturstätten und vietnamesischer Metropolen ablichten lassen.

Traditionell-historische Gewänder werden beim vietnamesischen Neujahrsfest auf dem Laufsteg präsentiert.
Foto: Thi Hoai Pham

Schließlich laden zu jeder vollen Stunde öffentliche Führungen zu einem Rundgang durch die Sonderausstellung ein. Die Dauerausstellung, die einen Überblick über 250.000 Jahre Menschheitsgeschichte in der Region bietet, kann jeweils eine halbe Stunde später unter fachmännischer Führung besichtigt werden.

Schätze der Archäologie Vietnams“, Modell der Tempelanlage Po Klong Garai, Maßstab 1:100

Der Eintritt ins Museum und die Teilnahme an den Angeboten sind kostenfrei.

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