Mittwoch, 18. Januar 2017

„La La Land“

„La La Land“ – USA, 2016; 128 Minuten; Deutsch, Englisch. Weltpremiere: 31. August 2016, 73. Internationale Filmfestspiele von Venedig. Produktion: Fred Berger, Gary Gilbert, Jordan Horowitz, Marc Platt; Drehbuch, Regie: Damien Chazelle; Kamera: Linus Sandgren; Schnitt: Tom Cross; Musik: Justin Hurwitz; Liedtexte: Benj Pasek und Justin Paul u. a.; Szenenbild: Sandy Reynolds-Wasco; Kostümbild: Mary Zophres. Darsteller: Ryan Gosling (Sebastian Wilder), Emma Stone (Mia Dolan), John Legend (Keith), Rosemarie DeWitt (Laura, Sebastians Schwester) u. v. a.; FSK 0


„La La Land“

Träumen in Deutschlands größtem Kinosaal

Nach dem sensationellen US-Start mit den durchschnittlich meisten Besuchern pro Kopie des Jahres 2016 legte Damien Chazelles Golden Globe-Erfolg „La La Land“ auch in Deutschland einen fulminanten Start hin: Mit 135.000 Besuchern bei 115 Kopien am Start-Wochenende und einem Einspielergebnis von 1,2 Mio. Euro hat „La La Land“ den Branchenpreis ‚Bogey‘ für durchschnittlich mehr als 1.000 Besucher pro Kopie gewonnen. Damit erreicht der Film bisher nicht nur die meisten Besucher pro Kopie im Jahr 2017, sondern ist auch der erfolgreichste Arthouse-Kinostart seit vielen Jahren.

Die Liebesgeschichte, die mit 7 Golden Globes einen neuen Rekord aufgestellt hat, wurde außerdem von der British Academy of Film and Television Arts für 11 BAFTAS nominiert (u. a. in den Kategorien Bester Film, Bester Regisseur, Bester Hauptdarsteller, Beste Hauptdarstellerin und Beste Musik). Regisseur Damien Chazelle wurde darüber hinaus gerade von der Directors Guild of America für „La La Land“ als Bester Regisseur eines Spielfilms nominiert.

Damit setzt „La La Land“ seinen Siegeszug in der diesjährigen Award-Season fort: Neben den Golden Globe-Auzeichnungen erhielt er bereits den Publikumspreis in Toronto (Bester Film) und den Preis für die Beste Darstellerin (Emma Stone) beim Filmfestival Venedig und wurde bei vielen wichtigen US Awards in den Top Kategorien nominiert oder ausgezeichnet, u. a. als
• Bester Film, Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch, Beste Kamera, Bestes Szenenbild, Bester Schnitt, Bester Originalsong („City of Stars“) und Beste Musik bei den landesweiten BFCA/Critics Choice Awards
• Einer der zehn besten Filme des Jahres 2016 des renommierten American Film Institute (AFI) und Bester Film 2016 der Zeitschrift Entertainment Weekly.
• Bester Film des New York Film Critics Circle
• Bester Originalsong „City of Stars“ bei den Hollywood Music in Media Awards
„La La Land“ gewann bis Anfang Januar 2017 über 120 Filmpreise und wurde für mehr als 180 weitere nominiert.

Zum Inhalt:
Die leidenschaftliche Schauspielerin Mia (Emma Stone) und der charismatische Jazzmusiker Sebastian (Ryan Gosling) suchen das große Glück in Los Angeles. Sie halten sich mit Nebenjobs über Wasser und nachdem sich ihre Wege zufällig kreuzen, verlieben sie sich Hals über Kopf ineinander. Gemeinsam schmieden sie Pläne für ihre Zukunft auf der Bühne und genießen den Zauber der jungen Liebe in „La La Land“ – der Stadt der Träume. Doch schon bald müssen Mia und Sebastian einsehen, dass sie Opfer bringen müssen um ihren Träumen näher zu kommen. Kann ihre Beziehung diesem Druck standhalten?

Mit seinem dritten Spielfilm gelingt Regisseur Damien Chazelle („Guy and Madeline on a Park Bench“, Oscar-Nominierung für „Whiplash“) eine bezaubernde Liebeserklärung an das Leben und an Los Angeles, die Stadt der Träume. „La La Land“ ist IMHO nicht die Neuerfindung des Filmmusicals, wie von Alberto Barbera, Direktor des Filmfestivals von Venedig, eingeschätzt, aber Ryan Gosling („Drive“; Oscar-Nominierung für „Half Nelson“) und Emma Stone (Oscar-Nominierung für „Birdman“; „The Amazing Spider-Man 2“) berühren nach „Crazy, Stupid, Love“ (2011) mit selbst performten Songs und mitreißenden Tanznummern in einer traumhaft inszenierten Liebesgeschichte, auch wenn sie vielleicht nicht an Fred Astaire und Ginger Rogers heranreichen mögen. Besonders gut haben mir die Tanzszene auf dem Judge Harry Pregerson Interchange („Another Day of Sun“) und die Stepptanzszene auf dem Mt. Hollywood Drive („A Lovely Night“) zur Blauen Stunde gefallen, dagegen empfand ich die Tanzszene unter den Sternen im Planetarium des Griffith Oservatory dann doch als too much. Zusammenfassend würde ich „La La Land“ als vergnügliche Unterhaltung bezeichnen, wohlwissend, dass es „nur“ für vergnügliche Unterhaltung womöglich keine 120 Filmpreise geben wird. In der besuchten Filmvorführung am Kinotag war das Parkett übrigens mit weniger als 20 Zuschauern belegt… in der Lichtburg gibt es 1.250 Plätze, davon über 700 im Parkett.

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