Mittwoch, 4. Januar 2017

Heilig-Kreuz-Kirche in Gelsenkirchen wird mit 9,718 Millionen gefördert

Ein Hauptwerk des Backsteinexpressionismus

Die Heilig-Kreuz-Kirche in Gelsenkirchen-Ückendorf soll zu einem Multifunktionshaus umgestaltet werden. Kurz vor dem Jahreswechsel hat Regierungspräsident Prof. Dr. Reinhard Klenke am 29. Dezember 2016 einen Förderbescheid über 9,718 Millionen Euro für das Multifunktionshaus Heilig-Kreuz-Kirche in Gelsenkirchen im Hans-Sachs-Haus an Stadtrat Dr. Christopher Schmitt übergeben. „Mit der Heilig-Kreuz- Kirche können wir in Gelsenkirchen etwas prahlen. Ich freue mich, dass dieser architektonisch beeindruckende Kirchen­bau seinen gebührenden Platz im städte­baulichen Konzept „Bochumer Straße“ bekommt,“ sagte Reinhard Klenke bei der Bescheid­übergabe.

Heilig-Kreuz-Kirche, Bochumer Straße 111

Im Rahmen des Förderprogramms „Starke Quartiere – starke Menschen“ hat die Stadt Gelsenkirchen gemeinsam mit der Wissenschaftspark GmbH ein Konzept für das Multi­funktions­haus erarbeitet. Die Umsetzung der Pläne soll eine besondere Strahlkraft für den Stadtteil haben und den Erneuerungs­prozess im Quartier Bochumer Straße voranbringen.

Das Gewölbe der Heilig-Kreuz-Kirche

Im Zentrum dieses Vorhabens steht die Heilig-Kreuz-Kirche. Sie soll im Stadtteil Ückendorf zu einem Mittelpunkt mit Impulswirkung werden. Soziale und kulturelle Angebote für Vereine und Bewohner werden an diesem Ort ermöglicht. Ein großer 700 Personen fassender Saal kann für Kultur­ver­anstaltungen, Tagungen und Kongresse genutzt werden. Akteure des Kreativ­quartiers werde den großen Saal mit Foyer und Seminar­räumen des Hauses ebenfalls nutzen können.

Die Heilig-Kreuz-Kirche in Gelsenkirchen-Ückendorf ist ein überörtlich hochrangiges Baudenkmal, das 1927-1929 nach Plänen des Architekten und Kirchenbaumeisters Josef Franke (* 12. März 1876 in Watten­scheid, † 16. Januar 1944 in Gelsenkirchen) erbaut wurde. Die frühere katholische Kirche ist ein Hauptwerk der expressionistischen Back­stein­architektur. Sie liegt zurückgesetzt an einem ruhigen Vorplatz. Das rechte Flanken­gebäude wurde ebenfalls von Franke entworfen. Das linke Gebäude ist ein maßstäblich gut eingepasster Nachkriegs­bau. Die Fassade ist ein hoher blockhafter Riegel, in den ein großes Fenster in Form einer Parabel eingeschnitten ist. Die für den Fassadenschmuck vorgesehenen Apostelfiguren sind als rohe Steinblöcke belassen worden.

Parabelfenster über dem Hauptportal

Bereits 2015 wurden der Stadt Gelsenkirchen für die ersten Planungen sowie Abrissarbeiten Städtebaufördermittel in Höhe von 738.000 Euro bewilligt. Bis 2020 will die Stadt Gelsen­kirchen das Multifunktionshaus vollständig realisieren.

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